Panikattacken

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Neurosen Verzweiflung Missbrauch Intim

Ich möchte etwas loswerden, was mir schon seit Monaten durch den Kopf geht. Ich (w) bin jetzt seit fast zweieinhalb Jahren mit meinem Freund zusammen, wir haben unsere guten und schlechten Zeiten, sind immer füreinander da. Nun ist es so, dass ich psychisch krank bin, emotional instabil, atypisch magersüchtig, extreme Panikattacken und Verlustangst habe, und so weiter und so fort. Bevor wir zusammen gekommen sind, hat mein damals bester Freund, mein "großer Bruder", wie er sich nannte, versucht, mich zu vergewaltigen, zweimal, und ich blöde Kuh hab mir die Schuld gegeben. Erst in der Klinik, in der ich ein Jahr später war, ist alles aufgebrochen. Mein Freund weiß alles über mich, kennt meine Vergangenheit, wie es in mir aussieht. Er hilft mir wirklich überall, wo es geht. Nur bei einer Sache kann er mir nicht helfen. Er, der wunderbarste Mensch meines Lebens, hat mich entjungfert, wir hatten immer wunderschönen Sex, auch wenn ich manchmal (oder doch etwas öfter) Panikattacken bekam , weinte und mich verschloss. Ich bin bei ihm eingezogen. Zwei oder drei Monate später ging gar nichts mehr, ich hatte Angst, konnte seinen Penis noch nicht mal ansehen, ich wollte ihn nicht in mir haben. Seither haben wir es vielleicht noch zwei, drei, vier mal versucht, immer mit dem gleichen Ergebnis. Ich liebe ihn über alles und würde wirklich gern mit ihm schlafen, aber ich kann es nicht, irgendwas macht in mir zu. Er sagt, er würde auch den Rest seines Lebens ohne Sex, aber dafür mit mir verbringen, weil er mich liebt, aber kann er das wirklich, ohne, dass ihm was durchgeht? Ich vertraue ihm. Es tut mir so unglaublich weh, ihm dieses menschliche Verlangen verwehren zu müssen. Ich habe solche Schuldgefühle, weil ich ihn "zwinge", abstinent zu bleiben.
Mittlerweile kann ich seine Berührungen auf meinen Brüsten zwar wieder ertragen, sogar genießen, aber mehr geht überhaupt nicht. Es tut mir richtig weh, ihn dazu zwingen zu müssen, aber was soll ich tun? Ich würde gern so tun, als würde ich Spaß dran haben, aber die Tränen kommen von allein und ich will nicht, dass er sich schuldig fühlt. Ich möchte nicht, dass er sich schlecht fühlt. Er hat sogar drüber nachgedacht, sich Tabletten geben zu lassen, die seinen Testosteronspiegel senken, damit ich mich besser fühle. Er würde alles auf sich nehmen, damit es mir besser geht. Er ist zu gut für mich. Ich liebe ihn. Bitte vergib mir, dass ich Dir sowas antue.

Beichthaus.com Beichte #00028731 vom 16.03.2011 um 16:21:48 Uhr (31 Kommentare).

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Meine Luftballon Phobie

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Lügen Feigheit Neurosen Last Night Kassel

Meine Luftballon Phobie
Ich (w/23) bin im Oktober 2010 bei der Geburtstagsfeier einer Freundin zu Hause eingeladen gewesen. Sie hat im Wohnzimmer ihrer Wohnung gefeiert, in dem sie viele Luftballons aufgehangen hat. Es gibt da nur ein Problem: ich habe panische Angst vor Luftballons. Nicht direkt vor den Luftballons selbst, aber vor dem plötzlichen und unerwarteten lauten Knallen der Luftballons habe ich Angst. Es weiß auch niemand, denn zum Glück werde ich nicht jeden Tag mit Luftballons konfrontiert. Als ich ihr Wohnzimmer betrat, hatte ich schon ein sehr ungutes Gefühl. Da hingen sicher an die 15 Luftballons, von denen die meisten schon sehr groß waren.

Die Feier war die ersten 1-2 Stunden auch ganz gut. Alkohol habe ich keinen getrunken, weil ich mit dem Auto gekommen bin. Als jedoch einige der anderen schon etwas angetrunkenen Gäste angefangen haben, mit den Luftballons herumzuspielen, habe ich schon Panik bekommen und mich erst einmal auf die Toilette verkrochen, in der Hoffnung, dass sie in der Zwischenzeit wieder damit aufhören. Als ich nach einigen Minuten wieder kam, waren einige immer noch an den Luftballons zugange. Nach 3 Minuten Aufenthalt im Wohnzimmer bin ich schon wieder auf Toilette verschwunden, habe zugeschlossen und wieder gewartet. Als ich wieder zurück kam, spielten manche Leute immer noch mit den Luftballons, rammelten sich gegen die Ballons und man konnte mit jeder Sekunde mit einem Knallen rechnen. Ich habe mich mit den ganzen Luftballons so unwohl gefühlt, der Rest der Gäste hat es offenbar kaum bis gar nicht gestört. Als ich nach 10 Minuten voller innerlicher Panik wieder auf Toilette verschwand, klopfte meine Freundin, das Geburtstagskind, an der Badezimmertür. Sie fragte mich, ob bei mir alles in Ordnung wäre. Da ich mich für meine Angst vor Luftballons total geschämt habe und meine Freundin wahrscheinlich auch eine gewisse Angst von meinen Augen ablesen konnte, habe ich mir just in diesem Moment eine Lüge einfallen lassen. Ich habe ihr gesagt, mein Bruder hätte mich angerufen, dass meine Mutter von einem Auto angefahren wurde und ich deshalb so aufgebracht wäre.
Als ich ihr das sagte, sah sie auch sehr geschockt aus und fragte mich, ob ich nicht lieber nach Hause oder zu meiner Mutter fahren will. Ich nickte, sagte ihr aber noch, dass sie sich ruhig weiter amüsieren kann. Vielleicht wäre das mit meiner Mutter ja auch gar nicht so ernst wie angenommen. Sie wünschte mir und meiner Mutter alles beste und bat mich, sie auf dem Laufenden zu halten. Ich verabschiedete mich von ihr, wünschte ihr noch eine schöne Feier und fuhr anschließend nach Hause mit einem unendlich schlechten Gewissen.

Ich habe es auch meiner Mutter und meinem Bruder erzählt und bat sie darum mitzuspielen, falls sie irgendjemand darauf ansprechen sollte. Die beiden haben mir wegen der Lüge zwar auch eine Predigt gehalten, aber sagten mir auch, dass sie im Falle eines Falles mitspielen würden. Meine Freundin ist zum Glück nicht auf sie zugekommen. Sie hat mich nur gefragt, wie es meiner Mutter ging und ich behauptete, dass es nur eine Prellung war und zum Glück nichts ernstes. Sie sagte mir auch, dass sich die anderen Gäste an dem Abend gewundert haben, wo ich denn abgeblieben wäre und sie hätte ihnen einfach erzählt, dass ich mich krank gefühlt habe und deswegen heim gefahren wäre.
Heute ist die Sache bei allen (hoffentlich) vergessen. Trotzdem habe ich immer noch so ein verdammt schlechtes Gewissen, dass ich mit einem kleinen Stein so eine Lawine ins Rollen gebracht habe. Es hat mir aber auch gezeigt, dass ich eine total liebe Freundin habe. Trotzdem tut es mir unendlich Leid. Dass ich meine Freundin angelogen habe und meine Familie gebeten habe für mich zu lügen.

Beichthaus.com Beichte #00028730 vom 16.03.2011 um 13:23:41 Uhr in Kassel (21 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Eine Auszeit vom Leben

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Lügen Feigheit Drogen Geld

Ich stand kurz vor der Abschlußprüfung. Was so verheißungsvoll mit meiner Ausbildung begann, sollte noch eine tragische Entwicklung nehmen. Noch in den ersten Monaten nach Ausbildungsbeginn, trennten mein Freund und ich uns im verflixten siebten Jahr. Wir hatten es, gemäß des Sprichwortes, also nicht geschafft. Was also tun, mit einem mickrigen Ausbildungsgehalt und wenig Mitteln? Vorübergehend zog ich zu einer guten Freundin und schlug dort mein Nachtlager, denn mehr war es nicht, im nicht genutzten Esszimmer auf. Ganze drei Jahre schlief ich hier auf einer durchgelegenen Couch, von der ich jede Nacht die Federn im Rücken spürte. Der Druck der guten Noten, denn mein Arbeitgeber hatte einen besonders hohen Anspruch an seine Auszubildenen, stieg täglich. Und obgleich ich physisch und vor allem emotional schon auf dem Zahnfleisch ging, funktionierte ich im Betrieb einwandfrei. Zur Berufsschule ging ich immer seltener, was natürlich nicht positiv auffiel. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Ein Familienmitglied war zu dieser Zeit völlig im Sumpf der Kriminalität und Drogen versunken und niemand, außer mir, wusste davon. Er kam zu mir, immer öfter und fragte nach "Hilfe", also Geld. Er hätte noch drei Stunden, um 500 Euro am Hauptbahnhof abzugeben. Wenn er das nicht täte, graue ihm Böses. Und ich glaubte ihm, denn so abgemärgelt und fertig hatte ich ihn noch nie erlebt. Also arbeitete ich. In der Woche von Montags bis Freitag im Büro und im feinen Zwirn und am Wochenende schob ich Extraschichten und kellnerte, um das Geld zusammen zu kriegen.


Doch dann stand er immer öfter vor mir und frug mich nach Geld. Ich konnte nicht mehr, war nur noch müde und ausgelaugt und fühlte mich wie eine Greise. Morgens bin ich müder aufgestanden als ich abends zu Bett bzw. auf die durchgelegene Couch ging. Es nützte nichts, ich musste ihm helfen. Meine Familie, Freunde und Bekannte ahnten nichts und ich war völlig auf mich allein gestellt. Niemand durfte etwas wissen und diese jahrelange Geheimniskrämerei zermürbte mich. Auf dem Zenit des Grauens, nämlich als plötzlich ich Drohanrufe bekam, und mich dubiose Menschen, die ich zuvor noch nie gesehen habe, auf offener Straße ansprachen, drohte das Fass endgültig überzulaufen. Ich hielt das alles nicht mehr aus und suchte nur noch Zerstreuung. Mitten in der Woche ging ich tanzen, feiern und knutschte, um mich abzulenken, mich lebendig zu fühlen. Morgens saß ich, restalkoholisiert aber schauspielerische Höchstleistungungen erbringend, wieder im Großraumbüro und arbeitete.
Kurz vor meiner Abschlußprüfung, kam es dann zu einer polizeilichen Befragung. Und, um den im Drogensumpf Gefangenen zu schützen, log ich, dass sich die Balken bogen. Aus Angst vor weiteren Katastrophen, Konsequenzen für meine Familie und auch mich, denn die Männer im Hintergrund scheuten nicht vor täglichen Anrufen und Drohgebärden. Eines Tages, als er mich erneut um Geld bat, brach ich innerlich fast zusammen und erklärte ihm, dass ich so pleite sei, dass ich nicht einmal ein Brot kaufen könne. Er tat berührt und so als täte es ihm unendlich Leid. Er gelobte Besserung und schwor mir, dass danach alles vorbei sei. Nur ein letztes Mal noch. Aus Hilflosigkeit über die gesamte Situation, denn ich konnte nicht anders als zu helfen und er nutzte das schamlos aus, ohrfeigte ich zum ersten und letzten Mal in meinem Leben einen Menschen. Er ging, mit Tränen in den Augen.


Es tat mir so Leid, so unendlich weh und ich hatte panische Angst, er würde sich aus Verzweiflung sogar das Leben nehmen. Denn Andeutungen hatte er über die Zeit genug gemacht. Also machte ich mich mitten in der Nacht auf die Suche, fand ihn aber nicht. Ich war verzweifelt. Dann bekam ich einen Anruf, eine unbekannte Nummer im Display. Wie immer drehte sich mir der Magen und waberten meine Knie als wären sie aus Götterspeise. Ich hob ab. Der Mann am anderen Ende der Leitung sprach, in seinem gebrochenen Deutsch eine ganz klare Sprache. 800 Euro, bis morgen Abend um 18 Uhr am Hauptbahnhof oder ihr seht ihn tot in der Gosse liegen. Und er meinte es ernst, das hörte ich.

Mein Problem: Ich hatte keine 800 Euro, ich hatte nicht einmal mehr Geld für eine Schachtel Zigaretten. Was also tun? Ich ging zu meinem Nebenjob und bat meinen Chef um einen Vorschuss. Er wunderte sich, fragte mich ob alles in Ordnung sei, doch ich schwieg dazu und sagte lediglich, dass ich nicht fragen würde, wenn ich es nicht brauchen würde. Er gewährte mir den Vorschuss. Ich fuhr am Tag darauf zum Hauptbahnhof, mit 800 Euro in meiner Tasche. Dort traf ich den Mann, der mich in den Jahren immer wieder anrief und bedrohte, obwohl ich nichts mit alledem zu tun hatte. Fast dachte ich zwischendurch immer wieder "er tut ja auch nur seinen Job und weiß, dass das Geld von mir kommt, weil ich nicht anders kann als ihm zu helfen". Krank!


Er bestand darauf, sich in ein Café zu setzen, damit ich ihm das Geld unauffällig unter dem Tisch hindurch übergeben konnte. Das tat ich dann auch. Er bestellte uns einen Tee und ich sagte ihm, dass ich den nicht bezahlen könne. Aus irgendeinem Grund, schwand meine Angst. Ich war einfach nur noch erschöpft und fühlte mich wie ausgehöhlt. Da saß ich also, in einem heruntergekommenen Café am Hauptbahnhof, mit einem Drogenhändler, dem ich gerade meinen Zweimonatsvorschuss überreichte. Wie ich die Miete und existenzielles wie Nahrung bezahlen sollte, wusste ich nicht und es kümmerte mich zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr. Ich wollte nur noch Ruhe, eine Auszeit vom "Leben", das so keines mehr war.
Wir tranken Tee und schwiegen. Dann plötzlich begann er sich, mit seiner schlecht mit einer Mullbinde, verbundenen Hand, eine Zigarette anzuzünden und stellte mir Fragen. Das war der Zeitpunkt an dem ich instinktiv entschied, komplett die Hosen herunter zu lassen und zu erzählen, dass ich nichts mehr zu fressen hätte, dass ich zwei zeitweise drei Jobs, in zwei Tagen meine Abschlußprüfung hätte und in all der Zeit nicht einen Funken dafür hätte lernen können.

In seinen kühlen Augen las ich zwar "professionelle Distanziertheit" aber dennoch auch einen Hauch von Mitleid. Er erzählte mir von seiner Herkunft. Er habe im Kosovokrieg Menschen sterben sehen und wäre seither nicht mehr der Mensch, der er war. Eine Familie habe er nicht mehr. Einzig seine Schwester sei ihm geblieben. Das war mein Stichwort, dachte ich. Also sagte ich ihm frei heraus, dass es bei mir in Zukunft nichts mehr zu holen gebe, dass auch ich nur eine Schwester sei, die aus Liebe handele aber jetzt das eigene Leben und die eigene Existenz komplett aufs Spiel setzte. Ich sagte ihm, dass ich nie wieder Geld besorgen werde, weil ich weiß, dass es dann auch nie ein Ende wird nehmen können. Er schwieg aber nickte und versprach, mich nie mehr wieder anzurufen und zu bedrohen. Er entschuldigte sich sogar und sagte, er hätte nicht ob der Umstände gewusst. Als ob das was geändert hätte, dachte ich nur, sprach es aber nicht aus.


Und so war es dann auch, er rief nie wieder an und ich besorgte auch nie wieder große Geldsummen. Meine Abschlußprüfung bestand ich, nachdem ich zwei Nächte lang nicht geschlafen und versucht hatte mir den Stoff der letzten drei Jahre reinzuprügeln, wie durch ein Wunder. Die mündliche Prüfung sogar mit einer guten zwei. Aber was genau, und das frage ich mich auch heute noch, war nun eigentlich meine größte Sünde? Vielleicht war es das Belügen der Polizei, vielleicht waren es die zahlreichen Lügen und das Schweigen gegenüber meiner Familie und meinen Freunden, vielleicht aber ist meine größte Sünde oder meine größte Schwäche meine Empathie?! Ich bin nicht unfehlbar, niemand von uns ist es. Aber Mitgefühl und Hilfsbereitschaft dürfen, und das habe ich schmerzlich erfahren, niemals in Selbstaufopferung ausarten. Wenn wir alle keine Sünder wären, würden wir in herrlich fließenden und strahlend weißen Gewändern und Flügeln am Horizont herum fliegen. Aber wir stehen doch fest auf dem Boden, auf dem Boden der Tatsachen. Und die sind nicht frei von Sünde, nicht auf diesem Planeten jedenfalls.

Beichthaus.com Beichte #00028728 vom 15.03.2011 um 17:13:59 Uhr (40 Kommentare).

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Isaac

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Falschheit Hass Internet Emsdetten

Mir (m/20) ist etwas ziemlich krasses widerfahren, an das ich jeden Tag denken muss. Es ist vor über 3 Jahren passiert. Anfang 2008 lag mein stark geschwächter Opa im Sterben, er lag die ganze Zeit über nur noch im Bett und wurde von meiner Oma gehegt, gepflegt, gefüttert usw.. Als er dann eines Tages wieder mehr Nahrung zu sich nahm, schien es ihm wieder etwas besser zu gehen, was mich und meine Familie natürlich sehr gefreut hat - diese Freude blieb jedoch nicht lange. Denn nur einen Tag später an einem Sonntag Abend rief unsere Nachbarin völlig aufgelöst an "Kommt schnell! Bitte kommt schnell! Er hat sich aus dem Fenster rausgestürzt." Aufgeregt und völlig von Sinnen fuhren mein Vater und ich zu meinen Großeltern in einer dunklen, kalten und stürmischen Nacht. Wir sahen schon Blaulicht, Krankenwagen und Polizei beim Haus meiner Oma, die mit ihren Nachbarn selbst völlig fertig vor dem Haus stand. Mein Opa hatte sich umgebracht während meine Oma in der Küche war. Ich sah sogar noch seinen toten Körper auf der Liege, was mir wirklich den Rest gegeben hat. Es war ein riesiger, entsetzlicher Schock und ich bin die nächsten beiden Tage nicht zur Schule gegangen.


Die nächsten Tage vertraute ich dies auch einer sehr guten Freundin, die ich in einem Internetforum kennengelernt habe und zu dem Zeitpunkt schon circa 1 1/2 Jahre kannte und die 250 km von mir entfernt wohnte, an. Sie hatte sehr großes Verständnis, da sie selbst schon schlimme Erfahrungen mit dem Tod machen musste. Bis auf ihre Eltern und ihr Bruder ist so ziemlich der ganze Rest ihrer Familie gestorben, sowohl durch Krankheiten als auch durch Unfälle. Ihr vertraute ich es am meisten an, chatete und telefonierte mit ihr. Sie hat mir viel Trost gespendet, sodass es mir nach einigen Tagen seelisch schon besser ging. 8 Tage nach dem Tod meines Opas wollte ich wieder mit besagter Freundin chaten als mich plötzlich jemand unbekanntes namens "Isaac" bei MSN adden wollte. Ohne zu wissen, wer das war, nahm ich ihn einfach mal an. Er schrieb in englischer Sprache, dass er mich schon seit über einen Monat suchen würde. Er nannte meinen vollständigen Namen, meine Adresse, mein Geburtsdatum, den Namen meiner Eltern usw. In dem Moment wurde ich etwas stutzig, hatte keine Ahnung, was der Typ wollte und schrieb ihm dann auch nicht weiter. Er schrieb, dass er mir unbedingt was schicken müsste, ehe es zu spät ist. Gleichzeitig schrieb ich mit meiner Freundin und erzählte ihr von dem Typen, der mich gerade hinzugefügt hat. Sie bat mich daraufhin, dass ich ihr seine MSN Adresse schicke, damit sie ihn mal etwas maßregelt. Ich hatte den Typen auf meiner Liste mittlerweile blockiert. Auch er schrieb ihr immer wieder, dass er etwas habe, was ich unbedingt sehen muss. Misstrauisch und skeptisch fragte sie mich, ob es für mich in Ordnung wäre, wenn sie es sich schicken lässt. Wohl war mir nicht bei der Sache, hätte ja auch ein Virus sein können. Ich schrieb ihr, dass sie es sich meinetwegen zuschicken lassen kann, es aber nicht unbedingt nötig ist. Gesagt getan - sie ließ es sich schicken.


Auf einmal schrieb sie mir "Ach du Scheiße! Das ist zu krass. Ich weiß nicht ob ich dir das einfach schicken kann, mein Herz. Es wundert mich woher er das weiß!" Mir pocherte das Herz allmählich so stark, dass ich in dem Moment wirklich Angst bekam. Daraufhin schickte sie mir die Datei. Ich öffnete sie nach langem Zögern. Es war ein Bild mit Paint gemalt: es zeigte ein Fenster vor dem ein Stuhl stand, in dem Fenster sah man noch zwei Beine, was so aussah als würde sich jemand kopfüber hinunterstürzen. Die Krönung war, dass dort noch ein Kalender und eine Uhr gemalt worden sind, die das Datum und die ungefähre Uhrzeit des Todes meines Opas zeigte. Es sah so simpel und gleichzeitig so unheimlich aus. Ich schaute noch auf die Eigenschaften der Datei, die anzeigte, dass sie circa einen Monat vor dem Todestag meines Opas erstellt wurde. Gerade DAS hat mich in dem Moment besonders geschockt. Meine Freundin schrieb dann noch, dass "Isaac" ihr geschrieben hätte, dass im Laufe des Jahres auch noch mein Vater aufgrund eines schweren Unfalls sterben würde. Ich war alleine schon wegen des Todes meines Opas so labil, wusste nicht mehr was ich glauben sollte. Ich glaube eigentlich nicht an Hellseherei, aber die Situation hat mir so den Rest gegeben, dass ich nicht mehr klar denken konnte, mich gefürchtet habe, geweint habe und innerlich so zerrissen war wie noch nie. Und ich habe mich immer wieder gefragt - wer tut sowas?


Nach diesem Tag schlief ich sehr unruhig, hatte Albträume, traute mich kaum noch aus dem Haus und fing in der Schule an zu weinen. Man muss sich die Situation einfach mal vorstellen - ich war schon so am Boden, allein der Anblick meines toten Opas war erschütternd genug - und nun das. Zum Glück habe ich Hilfe von anderen bekommen, bis es sich im Laufe der nächsten Woche nach und nach immer weiter aufdeckte. Am Ende kam es raus: meine Internetfreundin hat es geplant und "Isaac" war in Wahrheit ihr Bruder. Sie wusste von allen Details Bescheid, sie fanden es lustig. Hinterher erfuhr ich auch, dass sie ein riesiger Fan einer erfolgreichen Serie auf RTL II ("Heroes") ist, wo auch ein Isaac vorkommt, der anhand von gemalten Bildern anderen die Zukunft voraussagt. Das Erstellungsdatum der Paint-Datei konnte man ohne Probleme manipulieren indem man auf seinem PC einfach das Datum und die Uhrzeit umstellt. Meine Trauer wandelte sich seit der Erkenntnis in unendliche Wut, Hass und Zorn um. Das Mädel gab es weder zu, noch leugnete sie es. Wie krank muss man nur im Kopf sein, um sowas durchzuziehen?! Natürlich bin ich auch zur Polizei gegangen, da ich sonst für nichts garantieren konnte. Nach langem hin und her konnten die sich nicht entscheiden, ob sie die Strafverfolgung aufnehmen - erst wollten sie nicht, dann plötzlich doch, dann wieder nicht. Ich wollte hartnäckig bleiben, doch da ich noch 17 Jahre alt war, brauchte ich eine Einverständniserklärung der Eltern, um weiter für die Anzeige zu kämpfen. Die hatten irgendwann die Nase voll, wollten dass ich die Sache endlich von alleine vergesse und so ist die Anzeige im Sande verlaufen. Egal ob etwas dabei herumgekommen wäre oder nicht - das nehme ich meinen Eltern bis heute übel. Nach über 3 Jahren habe ich noch immer einen unbeschreiblichen Hass auf dieses Mädchen. Ich habe mir geschworen, dass ich mich eines Tages dafür rächen werde. Natürlich will ich keine Straftat begehen, weswegen ich noch nichts in die Tat umgesetzt habe, da jede Vorstellung von mir ein böses Ende nimmt. Ich will es nur einfach nicht hinnehmen, dass die beiden so tun können als wäre nichts passiert, während ich automatisch immer an diese Aktion denken muss, wenn ich eigentlich nur an meinen Opa denken will. Einfach vergessen kann ich es nicht und an manchen Tagen macht es mich immer noch komplett fertig: der Anblick meines toten Opas, die Aktion im Internet und das Davonkommen dieser zwei Psychos. Danke fürs Lesen, trotz des sehr langen Textes.

Beichthaus.com Beichte #00028689 vom 28.02.2011 um 19:44:26 Uhr in Emsdetten (45 Kommentare).

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“Beichte

Respekt vor meinem Vater verloren

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Hass Engherzigkeit Trunksucht Ignoranz Familie Herborn

Ich habe absolut jeden Respekt vor meinem Vater verloren und verachte den Penner einfach. Als ich noch klein war, hat den nie interessiert, was ich tue. Ich bin quasi bei Verwandten aufgewachsen, die sich um mich gekümmert haben und nur ab und zu hat er den Vater gespielt, was meistens darin resultierte, dass er gewalttätig wurde. Als ich 12 war hat er mir zum Beispiel eine Rippe und die Nase angebrochen, ich hab geblutet wie ein Schwein, weil ich meine Tante nach 50 Pfennig gefragt habe. Er kam oft besoffen heim und hat mich dann geweckt, obwohl ich den nächsten Tag in die Schule musste und hat mich genötigt entweder mit zu saufen oder einfach seinem ewigen Gequatsche zuzuhören, das ja angeblich jeder gegen ihn wäre. Da ich wenig Lust hatte das nüchtern zu ertragen hab ich mich meistens für die Sauferei entschieden. War wenigstens halbwegs erträglich.
Ich habe Ihn vor ein paar Jahren, als er wieder besoffen einen Freund der Familie niedergemacht und angegriffen hat mit einem Judo Fußfeger von den Beinen geholt und festgehalten. Dabei hab ich Ihn angeschrien ob er denn noch alle Nadeln am Baum hätte, das er einfach so Leute angreift und das das so natürlich nicht geht. Natürlich hat er das nicht eingesehen. Er war als Musiker lange Jahre unterwegs, auch mit wirklich bekannten Namen und hat sich meiner Meinung nach durch seine Sauferei und die Art wie er dann mit den Leuten umgeht alles selbst versaut, so das Ihn heute kein deutscher Musiker auch nur mit dem Arsch ansieht. Aber natürlich sind die anderen alle so fies und respektlos zu Ihm. Er ist natürlich nicht schuld.
Nebenbei hat er eine sehr gute Industrielle Ausbildung hat aber vor rund 15 Jahren beschlossen, dass er lieber professionell Musik machen will, was durch seine Art und sein Wesen aber grundsätzlich daneben ging.
Er liegt mittlerweile einfach nur jedem auf der Tasche. Mittlerweile bin ich verheiratet, hab einen Job und bin lange ausgezogen. Seit ich selbst nebenbei Musik mache, interessiert er sich auf einmal für mich. Was ein Hohn.


Seit ich ausgezogen bin, kommt er immer wieder mal an mit: "Warum meldest du dich nicht, schau doch mal rein" und solchen Dingen. Meinem Bruder geht er auch dauernd mit solchen Sachen auf die Nerven, der ebenfalls wenig bis keine Beachtung gefunden hat bisher. Auf einmal sind wir interessant, weil wir mittlerweile in einer recht erfolgreichen Band unterwegs sind und er sich nicht kümmern muss. Dann kommen so Sprüche wie: "Der Kleine meldet sich nie". Wen wunderts? Kein Mensch will wirklich was mit Ihm zu tun haben, da er fast immer Gewalttätig wird wenn er säuft und einfach noch nie wirklich was auf die Beine gestellt hat. Er hat sich einfach alles selbst versaut, sieht das aber nicht ein. Ich stelle meine Messenger mittlerweile auf stumm, weil ich am Anfang des Monats, wenn er Geld vom Hartz IV bekommt, keine Lust auf blöde Diskussionen habe, wenn er sich wieder volllaufen lässt.

Ich beichte hiermit, dass ich einfach einen Hass habe, dass er sich nie um uns gekümmert hat und nun auf einmal erwartet, dass wir uns für seinen Mist interessieren. Ich möchte einfach in Ruhe gelassen werden. Wer mit mir nichts zu tun haben wollte, wo ich klein war und wo man sich um mich hätte kümmern müssen, der kann mich heute mal am Arsch. Er weiß nichts davon, aber weder mein Bruder noch ich haben groß Lust uns mit ihm noch zu befassen. Ich hoffe das kann man halbwegs nachvollziehen.

Beichthaus.com Beichte #00028684 vom 26.02.2011 um 21:07:40 Uhr in Herborn (19 Kommentare).

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