Selbst verschuldete Fehlgeburt

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Falschheit Engherzigkeit Morallosigkeit Schwangerschaft

Eine gute Freundin, die ich (m/25) seit dem Sandkasten kenne, hatte vor drei Wochen eine Fehlgeburt. Ihr geht es natürlich mies. Ich bin für sie da, genauso wie andere Freunde von uns. Wir hören ihr zu, nehmen sie in den Arm. Doch irgendwie habe ich immer den Gedanken im Kopf, dass meine Freundin die Fehlgeburt zu einem großen Teil selbst verschuldet hat! Sie ist seit einigen Jahren Binge-Eaterin (140 Kilo schwer und 178 cm groß), hat Depressionen und kümmert sich nicht mehr richtig um sich selbst. Sie ist auch verschuldet. Der Vater des Kindes wohnt in Norddeutschland, wir in Bayern. Sie hat ihn über Skype kennengelernt und er hat sie um sehr viel Geld gebracht, belogen und betrogen. Sie ist in Behandlung bei einem Psychologen, hat einen Berufsbetreuer. Wir, ihre Freunde, helfen ihr oft und gerne. Ihre Familie ist leider zerrüttet.


Sie hat sich jedoch geweigert, Folsäure zu nehmen. Sie hat sich nicht an den Essensplan gehalten. Sie hat nur ganz unregelmäßig gespritzt - sie hatte Schwangerschaftsdiabetes - und aß total unregelmäßig. Manchmal aß sie zwei Tage lang gar nichts und dann so viel auf einmal, dass ein Außenstehender echt geschockt ist. Das ist ja grundsätzlich schon ungesund, aber eben vor allem wenn man schwanger ist. Wir haben sie ständig daran erinnert, aber dann wurde sie bockig. Einerseits denke ich, dass der liebe Gott einfach sagte: "Es soll jetzt nicht sein. Du bist erst 25, werde in Ruhe gesund und finde dann deinen Herzbuben, mit dem du glückliche Kinder haben wirst." Und andererseits denke ich, hätte sie das getan, was der Arzt gesagt hat, wäre Krümelchen vielleicht auf die Welt gekommen - so hat es nie die Chance dazubekommen. Ich zeige ihr das natürlich nicht und bin immer für sie da - aber ich schäme mich, dass ich diese Gedanken habe.

Beichthaus.com Beichte #00034515 vom 05.12.2014 um 19:03:35 Uhr (7 Kommentare).

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Kein Mitleid mit den Patienten

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Engherzigkeit Ignoranz Ungerechtigkeit Gesundheit Arbeit Hamburg

Ich (m/29) arbeite schon seit einigen Jahren in einem Gesundheitsberuf. Ich hatte noch nie ein zartes Gemüt und Blut oder abstehende Gliedmaßen, Tote etc. machen mir nichts aus. In meiner Ausbildungszeit hatte ich "Kontakt" zu einem 18-jährigen Patienten. Da ich immer recht neugierig bin und immer alles wissen möchte, fragte ich so gleich die Stationsschwester, warum der Junge sich wie ein 1-jähriges Kind benimmt, das nur brabbelt und sabbert. Entgegen meiner Erwartung, dass dieser eine Behinderung hat, antwortete sie, dass er mit Drogen gedealt hatte. Dabei wurde er von der Polizei erwischt und sollte vor Gericht gestellt werden. Dazu kam es nur nie, da sich der junge Mann vorher mittels einer Insulinüberdosis das Leben nehmen wollte. Er hatte es wohl falsch dosiert und sich "nur" das Gehirn zerschossen, seitdem sei er so, wie er ist.


Zu meiner Beichte: Ich hatte damals schon zum Ausdruck gebracht, dass ich mit solchen Leuten kein Mitleid habe, egal wie alt sie sind. Das heißt jetzt nicht, dass ich kein Mitleid mit deren Angehörigen, Freunden etc. habe, nur ist meine Schmerzgrenze sowieso schon sehr hoch, bevor mir ein fremdes Schicksal an die Nieren geht. Außerdem zeige ich nicht jedem x-Beliebigen, wie sehr mir die Sache manchmal am Arsch vorbeigeht, wenn es selbst verschuldete Sachen sind. Viele empfinden es als krank oder gestört von mir, dass ich solche Ansichten habe wie im eben genannten Beispiel aus meinem Leben. Ich schäme mich sehr dafür, aber kann es irgendwie auch nicht ändern. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Mensch, der wenig Emotionen zeigt.


PS: Ich erledige meine Arbeit immer professionell, egal wer da "liegt." Also es braucht keiner Angst zu haben, dass Patienten zu schaden kommen oder schlecht behandelt werden, nur weil ich kein Mitleid empfinde.

Beichthaus.com Beichte #00034510 vom 05.12.2014 um 12:42:14 Uhr in 22765 Hamburg (Goetheallee) (18 Kommentare).

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“Beichte

Ein befreiender Faustschlag

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Aggression Zorn Gewalt Rache Dorsten

Ich (w/27) bin das, was man allgemein als "Schaf" bezeichnen kann. Oder mit den Worten meines Mannes: Ich habe das Gemüt eines Golden Retriever. Ich kann eigentlich nie "Nein" sagen, was dazu führt, dass ich ständig die Drecksarbeit anderer erledige, seelischen Mülleimer für diverse Freundinnen spiele oder in meiner knappen Freizeit noch bei diversen Unternehmungen helfe. Trotzdem werde ich mich in der zweiten Januarwoche vor Gericht für schwere Körperverletzung verantworten müssen. Ich habe einer Bekannten die Nase und das Jochbein gebrochen. Ich könnte schon wieder losweinen, weil ich mich so sehr dafür schäme, dass ich mich so vergessen habe. Die Eskalation hat sich in den letzten zwei Jahren langsam aufgebaut: Nach acht Jahren Beziehung haben mein jetziger Mann und ich vor zwei Jahren beschlossen, dass wir gerne ein Kind bekommen würden. Nach ein paar Monaten war ich schwanger und wir waren extrem glücklich. Während dieser Zeit machte eine Freundin von mir gerade eine eher unschöne Phase durch, in der sie sich mit einem verheirateten Mann einließ, ihren damaligen Freund betrog und ihre zweite Ausbildung abbrach.
Täglich hörte ich mir ihre Sorgen an, fuhr mit ihr zu verschiedenen Terminen und redete mit Engelszungen auf sie ein, die Finger von dem verheirateten Kerl zu lassen.


Dann kam Weihnachten, ich war inzwischen im vierten Monat schwanger, hatte immer noch mit Übelkeit zu kämpfen und war mehr als froh, als wir am 1. Weihnachtstag abends endlich zu Hause auf der Couch lagen. Da klingelte mein Handy, die besagte Freundin war dran: Alles wäre rausgekommen, sie hätte sich die Pulsadern aufgeschnitten und wüsste nicht mehr weiter. Den Rettungsdienst alarmiert, ins Auto gesprungen und zu ihr gefahren. Es hat bis vier Uhr nachts gedauert, bis sie der Aufnahme in einer psychiatrischen Einrichtung zugestimmt hatte. Aber als sie dann entlassen wurde, ging es erst richtig rund. Ich sah mich mit dem Vorwurf konfrontiert, ihr immer ein Alibi gegeben zu haben und ständig kamen weitere Lügen raus, in die sie mich mit reingezogen hat. Anstatt irgendwann die Notbremse zu ziehen, habe ich trotzdem immer noch zugehört und Ratschläge gegeben. Mitte Januar bekam ich auf einmal Blutungen und wollte gerade los zum Arzt, als die besagte Freundin anrief und mir weinend erzählte, dass sie wohl schwanger sei, nicht wüsste von wem und was sie nun tun könne. Ich habe sie abgewimmelt und ihr gesagt, dass ich wegen Blutungen dringend zum Arzt müsse. Es kam, wie es kommen musste, ich hatte eine Fehlgeburt.


Ich habe mich danach total eingeigelt und monatelang niemanden außer meiner Familie an mich rangelassen. Im März kam dann noch eine Mail dieser "Freundin", in der sie mir mitteilte, dass sie abgetrieben habe und sie sauer wäre, dass ich sie in ihrer schweren Zeit alleine gelassen habe. In der ganzen Zeit bin ich nicht einmal wütend, ausfallend oder unfreundlich geworden. Ich traf sie dann aber im letzten August auf einem Stadtfest wieder und sie erzählte mir freudestrahlend, dass sie und ihr Freund nun auch probieren würden, Kinder zu bekommen. Als sie dann auch noch durchblicken ließ, dass die Tatsache, dass ich bisher nicht wieder schwanger geworden bin, "Karmasache" sei, bin ich ausgerastet. Ich habe ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen, mich umgedreht und bin gegangen. Das war das allererste Mal in meinem Leben, dass ich jemanden geschlagen habe und ich hoffe, es war auch das letzte Mal. Sie hat mich angezeigt, ich werde mich vor Gericht verantworten. Ich schäme mich so furchtbar, aber manchmal, wenn ich nachts im Bett liege, muss ich doch ein wenig lächeln.

Beichthaus.com Beichte #00034501 vom 04.12.2014 um 17:00:46 Uhr in 46286 Dorsten (Alte Landstraße) (40 Kommentare).

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Peinliche Szenen in Titanic

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Peinlichkeit Dummheit Familie Medien

Ich will etwas Peinliches aus meiner Kindheit beichten. Damals hatten wir den Film Titanic zu Hause auf Kassette - und aus irgendeinem Grund musste der Film bei jedem Verwandtenbesuch vorgeführt werden und ich musste zugucken. Irgendwann aber kam die Stelle, an der DiCaprio und Winslet im Auto Sex hatten und mir als Kind war das natürlich sehr peinlich. Also erfand ich immer dumme Ausreden, genau in dem Moment aus dem Zimmer zu müssen oder ich versuchte schnell, ein Gespräch über irgendwas anderes zu beginnen. Damals schien das ganz gut zu klappen, aber heute bin ich sicher, dass alle wussten, was da vor sich ging. Das macht es im Nachhinein peinlicher, als wenn ich einfach zugeguckt hätte. Ich bitte um Vergebung für meine Dummheit und Scham.

Beichthaus.com Beichte #00034494 vom 04.12.2014 um 01:05:11 Uhr (4 Kommentare).

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Mein Horror-Praktikum

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Zorn Engherzigkeit Kollegen Arbeit

Zwischen dem Abi und dem Studium hatte ich etwas Zeit, die ich teilweise mit einem zweimonatigen Praktikum gefüllt habe. Geld und Erfahrung wurden mir in Aussicht gestellt und demzufolge begann ich engagiert, motiviert und freundlich meine Praktikumsstelle. Das Gute daran war, so empfand ich es zumindest am Anfang, dass es ein kleiner Betrieb war, der auf alle Hände angewiesen war. Man konnte mich also nicht einfach die ganze Zeit mit Kaffeekochen abspeisen, was ich eh nicht auf Anhieb gekonnt hätte, da ich keinen Kaffee mag und deshalb nie welchen zubereitet habe. Bald habe ich aber gemerkt, dass in dem Betrieb ein ganz mieses Arbeitsklima herrschte. Jeder hatte was gegen jeden, gelacht wurde nicht einmal im Keller und ich wurde behandelt, als wäre ich geistig behindert. Die Damen im Betrieb behandelten mich wie ihren Arbeitssklaven, den sie herumkommandieren konnten wie es ihnen passte. Die Herren versuchten zwar, kumpelhaft zu wirken, aber am Ende war ich nur der Depp, der alles falsch machte. Dass das vielleicht daran lag, dass ich ohne Vorkenntnisse Aufgaben erledigen sollte wie ein voll Ausgebildeter, war anscheinend nicht naheliegend genug. Obwohl ich grundsätzlich Spaß an dem Beruf hatte, hat mir diese Stelle die Lust darauf verdorben. Anstatt kreativ nachzudenken, was in dem Beruf gefordert ist, musste ich mich immer mehr darauf konzentrieren, nicht auch in dieses Loch der depressiven Spaßbefreiung zu fallen. Nach dem ersten Monat war es so weit. Ein Teil der Belegschaft verließ den Betrieb und wurde gegen andere ausgetauscht. Es handelte sich dabei um Studenten, die zeitweise arbeiteten und studierten und sich dabei abwechselten.


Meine neue Hauptkollegin war für den Beruf gar nicht geeignet, das konnte man sofort merken. Zuerst kam sie mir nett vor, weswegen ich versuchte, ihr so gut es ging zu helfen. Aber dann wurde auch sie plötzlich patzig und arrogant zu mir. Da hatte ich genug. Den Rest des Monats hatte ich das Glück, dass der Chef viel weg war oder mich auf Dienstfahrt schickte. Ich nahm mir also das Motto: "Ich arbeite so, wie ihr mich bezahlt und behandelt", zu herzen - nämlich sehr schlecht bis gar nicht. Da ich auch viel Zeit in einem Einzelbüro verbrachte, tat ich einfach so, als würde ich arbeiten, was ich aber nicht tat. Zugegebenermaßen war das sehr schwer. Es war schwerer als die schwerste Aufgabe, einfach jeden Tag dazusitzen und acht Stunden lang nichts zu tun. Oder eben gerade noch so viel, dass es nicht auffiel. Klar schäme ich mich für mein Verhalten, aber ich sehe es einfach nicht ein, für so einen Mistbetrieb die Finger krumm zu machen. Eine letzte Genugtuung erfuhr ich, als ich wenige Tage vor meinem Praktikumsende mitbekam, wie der Betrieb langsam in Zahlungsschwierigkeiten kam. Viele der wenigen Mitarbeiter wurden gefeuert, Firmenwagen veräußert und so weiter. In den letzten Tagen sah der Chef sehr schlecht aus und war merklich geknickt. Ich konnte mich nicht darüber ärgern. Als ich mir den vereinbarten Lohn geben ließ, konnte ich bei jedem Geldschein die Schmerzen des Chefs über den Verlust spüren. Als ich das Geld dann ausgegeben habe, habe ich mich besser gefühlt, als je zuvor beim Geld ausgeben. Ach ja, falls einer auf die irrwitzige Idee kommen sollte, ich sei schuld am Scheitern des Unternehmens - vergesst es. Wer ernsthaft einen ungelernten Praktikanten beschuldigt, der nur zwei Monate da ist und von allen sehr eindringlich gesagt bekommen hat, dass seine Arbeit einfach ungenügend ist, das Unternehmen ruiniert zu haben, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Beichthaus.com Beichte #00034492 vom 04.12.2014 um 00:48:30 Uhr (2 Kommentare).

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