Wie man sich Ausmustern lässt...
Beichthaus.com Beichte #00024037 vom 13.06.2008 um 15:56:32 Uhr (36 Kommentare).
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Komme also da an, schlurfe zitternd und unter Magenkrämpfen zum Empfang und frage nuschelnd, wo ich mich melden muss, werde bei der ersten Tante vorstellig und lege im Eingangsgespräch die Basis für meinen diabolischen Plan, den Staat um meine äußerst kompetente und gehorsame Wenigkeit zur "Friedenssicherung" in Afghanistan respektive Essen-auf-Rädern-Sklaven zu bringen.
Ich hätte oft Panikattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln, Warteschlangen und -zimmern, generell Situationen mit mir unbekannten Menschen, in denen mir der Fluchtweg erschwert bzw. versperrt wird. Ja, dies schränke meine soziale Interaktion enorm ein. Nein, Empathie empfand ich selten und wundere mich oft über mir unerklärliche Gefühlsregungen meiner Mitmenschen, wenn ich ihnen erkläre, ich könne nicht zum Public Viewing mitkommen, da meine Vorstellung von persönlicher Freiheit Absenz jeglicher Menschen im Umkreis von 100m sei. Der Vorteil, an der von mir auserwählten psychischen Krankheit, zeigt sich, als ich von den Sachbearbeitern gezielt um hunderte Mitleidende geführt und direkt zu den Untersuchungen geschleust werde, ohne auch nur zwei Minuten warten zu müssen. Der Nachteil ist, dass ich meine Story vor vier verschiedenen Psychologen wiederholen muss, bevor man mich endlich zur Ärztin führt, die ein paar rudimentäre, fahrige Tests mit mir durchführt, um auch meine labile Psyche nicht noch mehr zu strapazieren und mich mit den Nummern von drei Psychiatern entlässt und mit der Anordnung, mich bis dann und dann bei nem von der Bundeswehr beauftragten Psychologen melden soll, der mir dann meine Untauglichkeit attestiert. Hoffentlich.
Jetzt habe ich mir eine komplette Lebensgeschichte samt einschneidenden Erlebnissen in der Kindheit auszudenken und diese dann in ner Marathonsitzung mit dem Psychoheinz runterzubeten. Ich habe es anscheinend zu sehr übertrieben, aber wenn ich dann endlich meinen Ausmusterungsbescheid in der Tasche habe, werde ich es mal bei den Psychiatern versuchen, denn A) gefalle ich mir in der Rolle und bereitet es mir diebische Freude, andere Leute nach Strich und Faden zu verarschen und B) springen vielleicht Benzos oder so für mich bei der Sache raus. Eventuell werde ich Amateurhypochonder und eifere dem eingebildeten Kranken von Molière nach, jeder braucht schließlich ein Hobby.