Karla Kolumna

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Boshaftigkeit Dummheit Nachbarn Last Night Frankfurt

Ich (w) leide ab und zu unter Schlaflosigkeit und gehe dann nachts spazieren. Um das Ganze interessanter zu gestalten, habe ich vor einiger Zeit angefangen, mir mit einem Etikettendrucker Namensschildchen auszudrucken. Diese klebe ich dann bei meinen Nachbarn über ihre richtigen Klingelschilder. Ich verpasse allen einen neuen Namen - auch mir selbst, um nicht aufzufallen. Ich finde es einfach spannender, neben Leuten zu wohnen, die Anne Theke, Andi Wand oder Karla Kolumna heißen. Wenn ich die Leute kenne, die in der Wohnung wohnen, dann benenne ich sie schon mal nach Charaktereigenschaften. Meine Nachbarin, die jeden Samstag die Fenster putzt wird, zu Ata Saubermann und die schrullige Oma wird mit ihrer kläffenden Fußhupe zur Wohngemeinschaft M. Eckerliese G. Iftzwerg. Mit meinen nächtlichen Aktionen erhalte ich unterschiedliche Reaktionen. Manche finden das super lustig. Jemand aus meinem Haus hat sogar das Schildchen unter sein eigenes geklebt, weil er es so witzig fand. Andere finden es einfach schwachsinnig. Ich mache damit weiter, denn mir versüßt es den Abend. Der einzige, der mir leid tut, ist der Briefträger, der die richtigen Anschriften nicht findet, wenn die zutreffende Person den Aufkleber nicht rechtzeitig entfernt. Ich denke, so ist anfangs der ein oder andere Brief zurück an den Empfänger gesendet worden, aber inzwischen hat auch er sich dran gewöhnt.

Beichthaus.com Beichte #00030431 vom 05.11.2012 um 20:06:57 Uhr in Frankfurt (Am Erlenbruch) (17 Kommentare).

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Die Bekehrungen meiner Religionslehrerin

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Hass Rache Hochmut Selbstverletzung Schule

Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass sich meine frühere Religionslehrerin das Leben genommen hat. Und so wie es aussieht, bin ich wohl nicht ganz unschuldig an dem, was geschehen ist. Als ich die 10. Klasse meines Gymnasiums besuchte, haben wir zum Halbjahreswechsel eine neue Religionslehrerin bekommen, frisch aus dem Studium und noch voller Tatendrang. Ich war noch nie gläubig und bin aus der Kirche nur noch nicht ausgetreten, da es meiner Mutter sehr wichtig ist und ich damit keine größeren Probleme habe. Jedenfalls habe ich mich nie besonders am Religionsunterricht beteiligt, doch gestört habe ich ihn auch nicht und so waren alle zufrieden. Doch diese Lehrerin hatte ein Problem damit. Sie war sehr sehr religiös und hat mitbekommen, dass mir die ganze Sache ziemlich egal war und hat sich in den Kopf gesetzt, mich zu bekehren.
Eigentlich war sie ein herzensguter Mensch, hat immer an das absolute Gute im Menschen geglaubt, im Gegensatz zu mir. Mein Vater ist Alkoholiker und meine Mutter war größtenteils nur in Krankenhäusern und hat gegen den Krebs gekämpft. Ich war mein Leben lang allein und wurde von allen herumgeschubst. Aufgewachsen zwischen Gewaltverbrechern und Drogendealern lag ich als kleines Mädchen oft wach und hab die Schreie um mich rum gehört, wenn unser Nachbar seine Frau mal wieder halb tot prügelte. Jedenfalls geriet ich früh auf die schiefe Bahn, Alkohol/Zigaretten mit 12, Drogen mit 13. Dazu kamen noch verschiedene Verbrechen wie Einbruch, Diebstahl, Erpressung etc. Ich konnte nie an einen Gott glauben, doch ich respektierte immer die Meinung von anderen und lies sie glauben, an was auch immer sie wollten. Solange man auch meine Einstellung dazu respektierte, war für mich alles in Ordnung.


Doch sie tat es nicht. Sie fing mich nach der Schule immer wieder ab, versuchte auf mich einzureden. Sie merkte, dass ich Probleme habe und sagte mir Gott könne mir helfen. Er könne mir helfen Vergebung für meine Sünden zu finden. Ich versuchte ihr aus dem Weg zu gehen, so gut ich konnte. Doch irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Dieses penetrante Auftreten und dieser Unwille einzusehen, dass nicht alle Menschen gut sind, dass nicht alles im Leben rosarot ist, machte mich rasend. Besonders da sie, trotz einiger eindeutiger Warnungen meinerseits, nicht locker lassen wollte, brachte mich schließlich dazu ihre Welt zerstören zu wollen. Ich wollte ihr einen Aspekt der Welt zeigen vor dem sie so lange die Augen verschlossen hat. Und ich wusste auch, wie ich das machen würde.


Während unserer Gespräche hat sie mir oft von einem Mädchen erzählt, das angeblich auch so war wie ich, doch dem sie helfen konnte. Sie hätte mit den Drogen aufgehört und wäre umgezogen, würde einen guten Job haben. Ich wusste, wen sie meinte. Und ich wusste, dass das eine Lüge war. Ich bot meiner Lehrerin also an, uns eines Abends zu treffen, um mehr reden zu können. Wir trafen uns im Viertel der Stadt, um das man lieber einen Bogen macht. Ich sagte ich wolle ihr etwas zeigen. Wir gingen also los, bis wir in eine Gasse kamen in der Junkies sich gerne etwas spritzten. Und dort zeigte ich ihr die Person, von der sie all ihre Hoffnung ins Gute hatte. Nichts weiter als ein Junkie. Ein Junkie auf der Straße lebend und der fast alles machen würde für die nächste Dosis. Diesen Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen. Ich hab auf sie eingeredet, ihr gesagt, dass alles, woran sie glaubte, nur eine Lüge gewesen sei. Ich erzählte ihr von den schlimmen Dingen, die auch andere Menschen aus ihrer Umgebung gemacht haben. Ich habe ihr ins Gesicht gelacht und ihr erzählt was ihr Vorzeigemädchen alles macht, um an Stoff zu kommen. Ich habe nicht aufgehört. Ich weiß nicht warum. Ich sah, dass ich es geschafft hatte, sie zu brechen. Sie weinte schrecklich. Sie sackte zusammen. Ich lies sie in der Gasse sitzen und ging.


Sie kam nicht mehr in die Schule zurück. Uns wurde gesagt sie hätte sich versetzen lassen, aufgrund persönlicher Probleme. Ich dachte nicht mehr daran. Ich habe auch bis vor ein paar Tagen nicht an sie gedacht. Doch dann bekam ich einen Anruf von ihrer Schwester. Ich habe sie nie gesehen und verstand auch nicht wer das war zuerst. Doch dann begriff ich. Sie erzählte mir meine frühere Lehrerin habe Selbstmord verübt. Sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Anrufen würde sie mich nur, da sie noch einen Brief für mich hat von ihrer Schwester. Sie hat ihn nicht geöffnet. Morgen bringt sie mir den Brief vorbei. Ich weiß nicht was ich denken soll. Ich weiß, dass ich zu weit gegangen bin, damals. Ich weiß, dass das vielen nicht schlimm erscheinen wird. Doch ihr hat es eine Menge bedeutet. Und ich habe ihr das genommen. Das wirklich zynische an der Sache ist, dass sie recht hatte. Menschen können sich ändern. Ich habe mich geändert, ich bin raus aus dem ganzen Mist, bin weg, studiere jetzt.
In dem Moment damals tat es mir nicht leid. Ich weiß auch nicht genau, ob es mir jetzt leidtut. Das Einzige was ich dabei empfinde ist eine Art dumpfer pochender Schmerz. Sollte sie wirklich Selbstmord wegen mir begangen haben? Ich weiß auch nicht. Doch es tut mir leid. Ich weiß nicht, ob mich irgendjemand versteht, aber ich hoffe, dass es vielleicht doch einer tut.

Beichthaus.com Beichte #00030423 vom 01.11.2012 um 23:18:03 Uhr (42 Kommentare).

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Mit Lügen zur Beziehung

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Betrug Lügen Partnerschaft Internet

Ich (m/23) beichte, dass meine aktuelle Beziehung auf einer Lüge basiert. Vor etwa einem Jahr lernte ich ein nettes Mädel kennen und ich war ziemlich schnell in sie verschossen. Allerdings kam dann von ihr die übliche Leier, dass sie gerade erst aus einer Beziehung kommt, mich zwar sehr mögen würde, aber ihr eine Freundschaft erst mal lieber wäre. Um der Friendzone zu entkommen, wollte ich sie eifersüchtig machen. Nun bin ich nicht gerade ein Frauenheld und so erstellte ich ein wirklich gutes Facebook-Profil eines hübschen Mädels, gab sie als eine Kollegin aus und flirtete auf meiner Pinnwand mit mir selbst. Das Ganze war so eingestellt, dass nur mein Schwarm und mein Fake-Profil alles sehen konnten, damit ich bei Freunden nicht Rede und Antwort stehen musste. Und es hat dann auch tatsächlich funktioniert. Kaum bemerkte sie, dass eine Andere an mir Interesse haben könnte, wollte sie mich wieder treffen und meinte auf einmal, ich wäre ja doch so ein süßer Kerl und sie wolle es doch mal mit mir probieren. Zum Glück kam besagte "Kollegin" nie mehr zur Sprache und wir sind jetzt schon fast ein Jahr zusammen. Es tut mir leid, dass die Beziehung nur durch diese Lüge zustande kam, aber wir sind beide glücklich, also was solls.

Beichthaus.com Beichte #00030416 vom 01.11.2012 um 01:25:35 Uhr (21 Kommentare).

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Aus Frust betrogen

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Fremdgehen Engherzigkeit Morallosigkeit Partnerschaft

Ich habe eine Freundin, die ich wirklich liebe, aber ich habe heute ein Gespräch über Sex mit ihr geführt, das nicht so lief, wie ich es erhofft hatte. Ich wusste, dass sie noch Jungfrau ist und damit es zu keinen Missverständnissen kommt, wollte ich in Ruhe mit ihr über das Thema reden. Sie brach das Gespräch allerdings ziemlich schnell ab, nachdem sie mir sagte, dass sie zuerst noch eine Spritzentherapie gegen Gebärmutterhalskrebs bekommt (was ich wirklich befürworte) und sie in der Zeit keinen Sex haben darf (auch in Ordnung für mich). Aber diese Therapie dauert, wenn sie sie angefangen hat, mindestens sechs Monate. Ich habe sie aus Frust, dass sie das Gespräch so schnell abgebrochen hat und dass das so lange dauert, am selben Abend noch betrogen. Ich bereue es nicht einmal wirklich, da ich es wirklich mal genossen habe, mich richtig mit einer Frau einzulassen. Ich überlege sogar stark, mit meiner Freundin Schluss zu machen. Schließlich ist das eigentlich ziemlich unfair ihr gegenüber.

Beichthaus.com Beichte #00030415 vom 31.10.2012 um 23:10:41 Uhr (30 Kommentare).

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Schmerz gegen die Enttäuschung

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Selbstverletzung Verzweiflung Liebe

Ich (w/23) kriege einfach keinen Mann ab. Ich hatte noch nie einen richtigen Freund und bin noch Jungfrau. Ich habe absolut keinen Schimmer, warum das so ist. Ich finde eigentlich nicht, dass ich schlecht aussehe oder eine zu verachtende Figur hätte. Ich bin auch nicht vollkommen hohl, immerhin studiere ich. Ich weiß, das muss noch nichts heißen, aber immerhin habe ich es so weit gebracht. Eigentlich finde ich mich echt ganz gut und ich bekomme auch regelmäßig von außen bestätigt, dass ich nicht total zu verachten bin. Aber dabei bleibt es dann auch meistens. Immer, wenn sich so etwas wie eine Beziehung mit jemandem anbahnt, dann ist es plötzlich nach kurzer Zeit schon wieder vorbei. Ich treffe mich einige Wochen oder sogar Monate mit jemandem und plötzlich geht dieser jemand zurück zu seiner Ex, meldet sich plötzlich nicht mehr, oder trifft sich parallel mit einer Anderen und entscheidet sich für diese. Auch kommt es vor, dass er mir sagt, dass es nicht gefunkt hat und so weiter. Seit Jahren und seit gefühlten 100 Männern ist es immer wieder dasselbe Spiel. Vor gut zwei Wochen habe ich mal wieder einen Korb bekommen. Ich möchte hiermit beichten, dass ich vor zwei Jahren, nachdem ich mich sehr heftig in jemanden verliebt hatte, dieser sich einfach nicht mehr bei mir gemeldet hat und ich im Nachhinein erfahren habe, dass er wieder mit seiner Ex zusammen ist, mich zum ersten Mal selbst verletzt habe. Ich habe dabei kein Messer oder ähnliches benutzt, sondern habe dieselbe Stelle immer wieder mit meinen Fingernägeln traktiert. Davon trage ich immer noch eine Narbe. Ich habe davon nie jemandem erzählt, habe es seitdem auch eigentlich nie wieder getan, weil ich weiß, dass es mir nicht weiterhilft. Doch seit letzter Woche merke ich, wie ich teilweise wieder ein Verlangen nach dem körperlichen Schmerz habe. Er erleichtert einfach das seelische Leid darüber, dass mich offensichtlich niemand liebenswert findet. Ich weiß, dass sich das alles furchtbar jämmerlich anhören muss und eigentlich bin ich nicht so. Wie gesagt, niemand weiß davon und ich würde das auch niemals freiwillig zugeben, was da Heftiges in mir vorgeht.

Beichthaus.com Beichte #00030411 vom 31.10.2012 um 00:34:25 Uhr (43 Kommentare).

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