Falsche Abrechnung beim Kellnern

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Diebstahl Falschheit Habgier Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich bei der Arbeit nicht immer ganz ehrlich bin, was das Trinkgeld und die Einnahmen angeht. Ich arbeite in der Gastronomie und war bis vor Kurzem eigentlich immer ehrlich und sehr korrekt, was meine Aufgaben anging. Meine Loyalität ist allerdings seit einem Vorfall mit meinen Vorgesetzten wie weggeblasen. Sie haben mich zu Unrecht fertiggemacht und wurden dabei auch sehr persönlich. Natürlich konnten alle Kollegen alles mithören...

Wir arbeiten mit einem elektronischen System und müssen alle Bestellungen und Zahlungen (geordnet nach Zahlart) buchen. Manchmal buche ich jedoch Getränke, bei denen Bestandsveränderungen schwer nachvollziehbar sind, einfach nicht wenn sie bar bezahlt werden und freue mich dann bei der Abrechnung über ein höheres Trinkgeld. Auch wenn ich mich eigentlich sehr schlecht dabei fühle, auf die Weise zu betrügen, habe ich den großen Verdacht, dass andere das auch des Öfteren machen. Denn sie buchen bestimmte Getränke erst, wenn der Gast zahlen möchte und nicht schon, wenn er etwas bestellt hat - so wie ich. Das Gute ist, dass ich schon eine neue Stelle woanders habe. Ich werde dort übrigens nicht dieselbe Nummer abziehen.

Beichthaus.com Beichte #00038617 vom 11.08.2016 um 04:04:44 Uhr (16 Kommentare).

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Horrorkinder beim Gitarrenunterricht

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Zorn Hass Maßlosigkeit Kinder

Horrorkinder beim Gitarrenunterricht
Ich möchte beichten, dass mich die neueste Generation Helikopter-Super-Eltern, und ihre Brut, wahnsinnig ankotzt. Seit über zwanzig Jahren bin ich nun Gitarrenlehrer und mir hat dieser Job immer überaus viel Spaß gemacht. Ich habe Kinder und Jugendliche unterrichtet, die in einigen Fällen mit ihrer Musik nationale und in zwei Fällen sogar internationale Bekanntheit erlangt haben. Normalerweise begegnet man mir daher auch mit dementsprechendem Respekt, zumindest innerhalb der Branche. Nicht so jedoch Helikopter-Mutti samt rotznäsigem ADHS-Nachwuchs. Es geht meist mit der Leier los, dass ausgerechnet ihr Kind wahnsinnig hochbegabt, unausgelastet und unverstanden sei, obwohl man dem Dreikäsehoch schon auf den ersten Blick ansieht, dass er die Sorte Kind ist, die es liebt, kleine Tiere zu quälen, wenn Mami mal nicht hinguckt, andere Kinder hänselt und mit Genuss die eigenen Popel verspeist.

Helikopter-Mom selbst erwartet indessen von mir ca. fünf Millionen unsinnige Referenzen: abgeschlossenes Hochschulstudium in Gitarre, Musikpädagogik, Psychologie und Lehramt auf Gymnasium, am Besten alle vier mit Dr.-Titel, Ersthelferkurs, Trainerlizenz, Führerschein, etc. Sie möchte dann aber trotzdem möglichst nicht mehr als zehn Euro pro 45 Minuten bezahlen. Überhaupt nimmt sie es mit dem Bezahlen nicht so genau: Sie verhandelt trotz geschlossener Verträge gerne mal nach und lässt sich monatelang Zeit damit, ihre längst überfälligen Rechnungen zu begleichen. Trotzdem erwartet sie vollste terminliche Flexibilität von mir, und dass ihr Wunderkind immer absolut vorrangig behandelt wird. Um das sicherzustellen, ruft sie auch schon mal am Sonntagnachmittag an und ist stocksauer, sollte man die irrwitzige Dreistigkeit besitzen, den Anruf nicht sofort zu beantworten. Dann wird auch gerne mal meine Adresse erstalkt, zu meiner Privatwohnung gefahren, Sturm geklingelt, bzw. schließlich einfach unbefugt das Haus betreten, falls die Terrassentür aufsteht. Das ist leider kein Witz.

Ihr Balg indessen schert sich einen feuchten Kehricht um elementarste Regeln. Da wird im Unterricht wild herumgesprungen, wegen jeder kleinen Aufgabe bis aufs Blut herumdiskutiert und selbst vor mutwilliger Beschädigung der Instrumente wird nicht zurückgeschreckt. Ich habe sogar schon erlebt, dass einer dieser Satansbraten einfach seine Zähne in das Instrument geschlagen hat. Lapidarer Kommentar der Mutter in diesem Fall war, dass ich doch einfach meine Versicherung bemühen sollte. Die Übermutter erwartet dabei natürlich auch, dass ihr kleiner Nerventod innerhalb eines halben Jahres das Instrument bis zur absoluten Perfektion beherrscht, trotz der offensichtlichen Tatsache, dass seine Begabung und Motivation sich darauf beschränkt, herauszufinden, wie sehr man eine Gitarrensaite spannen kann, bevor sie reißt.

Natürlich ist an den mangelnden Ergebnissen allein der unfähige, inkompetente Gitarrenlehrer schuld. Dass dieser aus der Vergangenheit eine ganze Menge Schüler vorzuweisen hat, die es zu etwas gebracht haben, wird dabei eiskalt negiert. Auch dass die Höllenbrut in der Schule permanent unangenehm auffällt, ist natürlich nur der Dummheit der Lehrer geschuldet, die mit so einer zehn Jahre alten Mischung aus Dalai Lama, Einstein und Ghandi nicht wirklich adäquat umgehen können. Solche unangenehmen Kunden habe ich vereinzelt bereits vor zehn Jahren gehabt. Mittlerweile ist die Ausnahme aber ganz offensichtlich zur Regel geworden. Über kurz oder lang werde ich mich daher wohl beruflich neu orientieren müssen. Übrigens sind besagte Horrorkinder von vor zehn Jahren mittlerweile die, die ihren Eltern mit Anfang zwanzig immer noch schön auf der Tasche liegen und bis jetzt nichts in ihrem Leben zustande gebracht haben. Das muss wohl an ihrem verkannten Genie liegen.

Beichthaus.com Beichte #00038603 vom 08.08.2016 um 18:21:46 Uhr (31 Kommentare).

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“Beichte

Auszuwandern war die beste Entscheidung meines Lebens!

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Begehrlichkeit Falschheit Geld

Auszuwandern war die beste Entscheidung meines Lebens!
Vor etwa einem Jahr bin ich nach Ostasien ausgewandert, weil ich mit knapp 30 Jahren keine Festanstellung in Deutschland finden konnte, mich von Job zu Job hangelte und es einfach leid war, trotz eines abgeschlossenen Studiums einen Lebensstandard wie ein Hartz-IV-Empfänger zu haben. Außerdem war ich in Deutschland Dauer-Single und litt sehr unter meiner Einsamkeit, auch wenn ich eine tolle Familie hatte und einige sehr gute Freunde. Alles in allem war es aber einfach kein Zustand mehr, in dem ich weiterleben wollte. Also habe ich den einzigen Ausweg genommen, der mir abgesehen von Selbstmord einfiel: Ich habe meine Sachen gepackt und bin in ein tropisches Entwicklungsland gegangen, wo ich eine Stelle bei einer internationalen Firma angenommen habe.

Mittlerweile verdiene ich etwa fünf bis sechs Mal mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung, muss nur zehn bis fünfzehn Prozent meines Lohns für Steuern abdrücken und habe daher netto genau so viel übrig, wie ich in Europa übrig hätte. Es gibt bloß einen Unterschied: Die Lebenshaltungskosten sind hier viel niedriger, sodass ich von allen Menschen hier als stinkreicher weißer Mann aus dem Westen wahrgenommen werde, obwohl das überhaupt nicht stimmt. Ich bin nur mäßig gut krankenversichert und habe keine Sozialversicherung, dafür kann ich es mir leisten, jeden Tag in feinen Restaurants essen zu gehen, mir ständig schicke Klamotten zu kaufen und fast nach Lust und Laune ganz Südostasien zu bereisen.

Auch privat hat sich bei mir etwas verändert - ich habe eine wunderbare Frau kennengelernt und denke gar nicht daran, sie für irgendetwas auf der Welt zu verlassen. Vielleicht wird sie irgendwann von sich aus den Wunsch haben, mit mir nach Deutschland zu gehen, aber solange das nicht der Fall ist, bleibt nur eines zu sagen: Liebe Eltern, liebe Familie, liebe Freunde - außer um Urlaub zu machen, werde ich nicht mehr nach Deutschland zurückkehren. Ich bin hier zwar schlecht abgesichert, fühle mich aber dafür frei, glücklich und genieße es, mich an jedem Tag selbst zu verwirklichen, neue Dinge zu essen, eine neue Sprache zu lernen, neue Aktivitäten auszuprobieren, neue Orte zu bereisen, Zeit mit meiner Freundin zu verbringen und mein Leben zu genießen.

Und sollte ich mit 60 oder 65, nach 30 oder 35 erfüllten Jahren nicht mehr arbeiten können und wegen der Entscheidung, die ich jetzt getroffen habe, nicht genug Geld haben, um mich um mein eigenes Wohl zu kümmern, und sollte es auch niemanden geben, der das für mich tut, wie z. B. meine Kinder oder Kindeskinder, dann werde ich nicht verzweifelt in irgendwelchen Müllcontainern nach Essen suchen. Eher würde ich mir, mit 60, 65 oder 70 nach 3-4 erfüllten Jahrzehnten aufrecht stehend selbst in den Kopf schießen, um meinem wunderbaren Leben ein würdiges selbstbestimmtes Ende zu setzen, als mit 90 in irgendeinem Heim in Deutschland dahinzuvegetieren und unglücklich darüber zu sein, dass ich nie die Chance ergriffen habe, mich auszuleben.

Ich bin glücklich hier und bereit, notfalls den Preis für das Risiko zu bezahlen, das ich auf mich nehme, wenn ich langfristig bleibe. Auch bin ich bereit, für mein neues Leben meine langjährigen Freundschaften in Deutschland zu opfern und meine Eltern, außer im Video-Chat, nur noch alle zwei Jahre zu Weihnachten oder zum runden Geburtstag zu sehen.

Beichthaus.com Beichte #00038596 vom 06.08.2016 um 20:15:35 Uhr (25 Kommentare).

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Generation Z

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Hochmut Vorurteile Dummheit Zorn Gesellschaft

Was ich (m/20) hier zu beichten habe? Ich verachte meine Generation. Wieso? Weil es mir vorkommt, als würde unsere Generation vollends verkommen. Was bitte sehr hat unsere Generation zu bieten? Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, sehe ich zu 80-90 Prozent junge, herangewachsene Leute, die nichts aus ihrem Leben machen. Was ich genau damit meine? Ich kenne extrem wenige Leute, die es parallel schaffen, sich geistig, körperlich und gleichzeitig in ihrem Charakter zu entwickeln. Es scheint mir die Devise "Wir sind gut so, wie wir sind" zu gelten. Solange wir unsere Likes bei Instagram und Co. bekommen, ist schließlich alles gut. Wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht?

Ich meine, ich kenne Leute, die sitzen stundenlang in ihren sozialen Netzwerken. Mein Gott, geht doch nach draußen und unternehmt was oder entwickelt euch weiter! Im "realen" Leben bekomme ich letzter Zeit häufig mit, dass unsere Generation sich aber innerlich ziemlich leer fühlt, Tausende Komplexe mit sich herumschleppt und orientierungslos durchs Leben stapft, was auch daran liegt, dass die wenigsten klare Werte und Ziele im Leben verfolgen. Ich verstehe ja, dass nicht alle das Glück haben können (so wie ich es hatte), in einer fabelhaften und finanziell gut gestellten Familie mit starkem familiären Band aufzuwachsen, dabei auch noch Modelqualitäten vorweisen zu können und ein mehr als gutes Selbstbewusstsein zu haben. Aber ist es denn so schwer, tatsächlich aus seinem Leben etwas zu machen und nicht nur mit einzelnen "Schnappschüssen" bei Instagram und einem Blenderleben zu strahlen?

Und diejenigen, die dann tatsächlich was auf dem Kasten haben, haben auch meistens einen Stock im Arsch und sind nicht einmal bereit, etwas aus sich rauszukommen oder etwas Verrücktes zu unternehmen, ohne sich dabei ihre Portion Mut antrinken zu müssen. Ich beginne langsam zu verstehen, warum so viele junge Leute leer und depressiv sind. Ich meine, hätte ich nicht meine Familie und einen Freundeskreis, der aus sehr wenigen Leuten besteht - die aber intelligent und gebildet sind und noch dazu das Temperament von Süd- und Osteuropäern (zu den ich gehöre) vorzuweisen haben, hätte ich mir schon längst die Kugel verpasst. Ich würde ja hier noch gerne die "Beziehungen" in unserer heutigen Generation thematisieren, aber das ist noch mal Stoff vom Feinsten, um eine zweite Beichte abzuliefern. Zusammengefasst muss ich sagen: Generation Z bedeutet 0 Prozent Niveau, 0 Prozent Spaßfaktor und 100 Prozent Enttäuschung. Ich bitte für meine Arroganz und meine hohen Ansprüche an unsere Generation um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00038591 vom 06.08.2016 um 00:45:13 Uhr (19 Kommentare).

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Die Tiere im Gartencenter

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Neugier Zwang Maßlosigkeit Tiere Osnabrück

Ich (w/23) beichte, dass ich nur wegen der vermeintlichen Haustiere der Mitarbeiter zum Gartencenter in der Nähe gehe. An sich ist das Center wirklich schön, es ist eher klein im Gegensatz zu den großen Centren, weil es noch direkt in der Stadt liegt. Da ich keinen Balkon und nur ein paar Pflanzen auf der Fensterbank habe, laufe ich also dort regelmäßig hin, um die gute Luft einzuatmen. Es ist so ein bisschen feucht-warm bis tropisch in dem Gartencenter selbst, weil es wie ein einziges großes Gewächshaus ist, und draußen gibt es es die schönsten Brunnen und größeren Gewächse. Innen ist die Luft sehr, sehr sauber. Ganz oft gehe ich aber eigentlich nur wegen der Atmosphäre hin und checke dann schon im Eingangsbereich ab, ob die schöne, pechschwarze Katze schon auf den Tresen an der Kasse liegt. Wenn nicht, gehe ich nur einmal durch, um zu genießen. Wenn sie dort liegt, dann kaufe ich meist eine Kleinigkeit, um sie nach dem Bezahlen an der Kasse streicheln zu können.

Heute habe ich herausgefunden, dass es dort noch ein Tier gibt, das scheinbar regelmäßig dort ist, aber ich habe es nicht sehen oder anfassen können. Folglich wird dem Gartencenter in den nächsten Tagen und Wochen solange ein Besuch abgestattet, bis ich weiß, was sich dort an schönen Tieren noch so während der Öffnungszeiten tummelt. Ich glaube, ich bin da echt bekloppt. Tierhaltung ist aber in meiner Wohnung verboten, deswegen bin ich permanent auf Entzug und nutze jede Gelegenheit, um mit Hund, Katze, Kuh, Pferd oder sonst was Kontakt aufzunehmen.

Beichthaus.com Beichte #00038590 vom 05.08.2016 um 23:29:34 Uhr in 49084 Osnabrück (Meller Straße) (13 Kommentare).

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