Angst vor dem Coming Out

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Feigheit Verzweiflung Lügen Gesellschaft

Ich gestehe hiermit, dass ich seit meiner Pubertät eine Lüge lebe. Ich bin schwul. Allerdings spiele ich vor meinem Umfeld immer noch den Frauen angrabenden Hetero. Und das, obwohl ich seit Langem weiß, dass Frauen mich kalt lassen. Ich beichte hiermit auch, dass ich dabei ständig meine Freunde, Bekannte, Kollegen und vor allem meine Familie eiskalt anlüge, wenn es um den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht geht. Ich gebe mich als Macho aus, dabei hatte ich niemals intimen Kontakt mit Frauen. Einerseits lebe ich den Aufreißer, andererseits frisst es mich von Innen auf, immer noch Jungfrau zu sein und mich davor scheue, mit anderen Männern intim zu werden. Warum? Weil ich eine bescheuerte Angst habe, sämtliche engen Kontakte zu verlieren und auch davor, zu den "Anderen" zu gehören. Und ich hasse die Gesellschaft dafür. Ich finde, diese Abneigung hat vor allem die Kirche zu verantworten, insbesondere die katholische, die ich, offen gesagt, in all ihren Manifestationen abgrundtief verabscheue. Dennoch: Das ändert nicht, dass es irgendwann mal raus muss. Vor allem, seitdem ich mich total in einen Studienkollegen verknallt habe. Wenn ich mich ihm öffnen sollte und er nicht schwul ist, dann ist das Spielchen vorbei.

Beichthaus.com Beichte #00030727 vom 28.01.2013 um 23:56:45 Uhr (36 Kommentare).

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Schwerhörigkeit gegen Schläge

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Betrug Familie Gesundheit Berlin

Ich (w/33), beichte, dass ich meine Verwandten, Freunde und Bekannten, eigentlich alle, die mit mir zu tun haben, an der Nase herum führe. Am besten erzähle ich die Geschichte von Anfang an: Als Kind und Jugendliche bekam ich Zuhause oft Ohrfeigen. Manchmal von meiner Mutter, meistens aber von meinem Vater. Nicht eben mal schnell eine geklatscht, sondern meistens fünf oder sechs hintereinander, alle auf die gleiche Wange. Während meine Mutter immer nur genau auf meine Wange schlug, ging bei meinem Vater schon mal was in den Bereich von Mund, Augen und Ohren. Eines Tages, ich war schon 16 und wurde immer noch geohrfeigt, schlug ich sozusagen zurück. Nachdem ich wieder mal geohrfeigt worden war, tat ich später beim Abendessen so, als könne ich nicht richtig hören. Meine Eltern waren sehr erschrocken. Am nächsten Morgen beim Frühstück spielte ich das Spiel weiter. Ich sagte, mein rechtes Ohr sei in Ordnung, aber auf dem linken könne ich kaum etwas hören. Nach zwei Tagen ging ich mit meiner Mutter zum Ohrenarzt. Er sagte, er könne nichts feststellen, aber Schwerhörigkeit könne man kaum diagnostizieren, man müsse sich auf die Aussagen des Patienten verlassen. Ich bekam von nun an nie mehr Ohrfeigen und meine Eltern waren ziemlich bedrückt und schuldbewusst. Ich hatte erst vor, die Schwerhörigkeit auf meinem linken Ohr wieder verschwinden zu lassen, fand aber dann doch zunehmend Gefallen daran, denn es bot mir die schöne Möglichkeit, viele Dinge einfach zu überhören. Und jetzt lasse ich es, wie es ist.

Beichthaus.com Beichte #00030725 vom 27.01.2013 um 23:38:26 Uhr in Berlin (Landsberger Allee) (22 Kommentare).

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Die Schattenseiten der freudigen Ereignisse

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Unglaube Verzweiflung Falschheit Neurosen

Ich möchte beichten, dass ich Freude und Rührung komplett heuchele, wenn mir ein Paar beziehungsweise eine Person von einer Schwangerschaft / Verlobung / Hochzeit / Geburt erzählt. Ich setze mein strahlendstes Lächeln auf und selbst Tränen in den Augen vor Rührung bekomme ich im Zuge meiner schauspielerischen Meisterleistung problemlos hin. Das alles mache ich nur, da ich im Laufe meines Lebens die Erfahrung gemacht habe, dass es sich gehört, sich angesichts eines derartigen Anlasses zu freuen. Denn in Wirklichkeit finde ich es existenziell bedrohlich, wenn ein Kind auf dem Weg ist, und auch an eine glückliche Ehe glaube ich nicht. Diese Dinge sind für mich der Anfang vom Ende. Vielleicht wird sich meine Einstellung demgegenüber auch irgendwann ändern. Bis dahin "freue" ich mich für alle strahlenden Pärchen der Welt und heuchele Glückwünsche, während ich vor meinem inneren Auge schon Wochenbettdepression, Scheidung und Ehebruch kommen sehe.

Beichthaus.com Beichte #00030723 vom 27.01.2013 um 20:05:55 Uhr (18 Kommentare).

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Der traumatisierte Hund

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Tiere

Der traumatisierte Hund
Ich (m/24) beichte, dass ich wohl Schuld daran bin, dass der Hund meiner Schwiegereltern in spe jetzt traumatisiert ist. Das Ganze kam so: Die Eltern meiner Verlobten haben einen Hund. Irgendein Mischling, ziemlich klein, aber mit riesigem Spiel- und Jagdtrieb. Der Köter rannte wirklich allem hinterher, was sich bewegt hat und sprang es an, egal ob Katzen, andere Hunde, Fahrradfahrer oder Autos. Dabei hatte er auch überhaupt keine Angst, selbst wenn das gejagte Objekt sehr viel größer war als er selber. Auch ist er völlig unerzogen, weil meine Fast-Schwiegereltern total inkonsequent sind bei der Erziehung. Sie gehören zu der Art Hundebesitzer, die ihre Hunde mit Kindern verwechseln und sie total verhätscheln. Der Köter hat einen ganzen Schrank solcher alberner Hundemäntelchen und bekommt nur das teuerste Hundefutter und handgemachte Hundepralinen und so einen Quatsch. Mich nervte das Vieh, denn ständig rannte es einem um die Füße, sodass man immer aufpassen musste, nicht drauf zu treten, und biss einem in die Socken. Laut meiner Fast-Schwiegereltern ein Ausdruck von Zuneigung, meiner Meinung nach ein Ausdruck von Verzogenheit.

Zwischen Weihnachten und Silvester waren meine Verlobte, ihre Eltern und ich im Urlaub in einer Hütte am Waldrand. Der Köter musste natürlich mit und rannte den ganzen Tag kläffend am Zaun entlang, weil er wahrscheinlich ahnte, dass es in dem Wald hinter der Hütte etwas zum Jagen gab. Das ging mir nach einer Weile echt auf den Sack. Als ich an einem Abend noch mal alleine draußen war um eine zu rauchen, ging ich am Zaun entlang und entdeckte eine morsche Zaunlatte. Ich trat dagegen und der untere Teil der Latte zerbrach, sodass jetzt ein Loch im Zaun war. Groß genug für den Köter, um sich durchzuquetschen. Als der Hund am nächsten Tag wieder herausgelassen wurde, dauerte es natürlich nicht lange, bis der das Loch entdeckte und in den Wald abhaute. Zumindest kurzzeitig hatte ich Ruhe. Jedenfalls solange, bis das Verschwinden des geliebten Hundes bemerkt wurde. Danach war große Aufregung und wir mussten den ganzen Tag im Wald herumlaufen und nach dem Vieh suchen. Aber ohne Erfolg. Am Abend war eine Stimmung wie auf einer Beerdigung, aber wenigstens konnte ich endlich mal in Ruhe fernsehen, ohne Gekläffe und ständiges in-die-Socken-Gebeiße. Am nächsten Tag kam jedoch ein Anruf auf dem Handy meines Schwiegervaters in spe. Leider hatte jemand den Köter und auf dessen Halsband die Handynummer gefunden. Natürlich mussten wir sofort hinfahren, um ihn abzuholen. Allerdings wirkte der Hund irgendwie verstört, außerdem hatte er einen tiefen Kratzer am Hinterbein. Wahrscheinlich hatte er im Wald Tiere gejagt und sich da mit den Falschen angelegt, die ihm mal klar machten, dass nicht er der Boss ist. Seitdem will der Hund nicht mal mehr in die Nähe eines Waldes und jagt auch nichts und niemandem mehr nach. Jetzt hat er regelmäßig Termine bei einem bekannten Hundepsychologen.

Beichthaus.com Beichte #00030714 vom 24.01.2013 um 21:55:57 Uhr (31 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Perfider Diebstahl

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Diebstahl Arbeit Misstrauen Wuppertal

Ich, der beim Ausscheiden aus der alten Firma meine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit bescheinigt bekommen hat, war in Wirklichkeit ein ganz gewöhnlicher Dieb. Ich arbeitete in einem kleinen Großhandel, nur der Chef und ich, dann und wann eine Aushilfe. Zu den Tätigkeiten gehörten auch immer wieder Auslieferungsfahrten. Abends, eine Stunde vor Feierabend, wurde der LKW von dem Chef und von mir mit der bestellten Ware beladen für den Folgetag. Dann und wann suchte ich mir Sachen aus, die ich gerne haben wollte. Immer Artikel, die oft bestellt wurden und das in etwas größeren Mengen und die auch in großer Menge auf Lager waren, damit der Chef selbst mit seinem Computerhirn nicht den genauen Lagerbestand wusste. Es gab kein Warenwirtschaftssystem und keine Revision außer der Inventur. Wenn ich also wusste, ich würde den nächsten Tag fahren, machte ich Folgendes: zum Beispiel wollte ich den Artikel XL. Da hatte dann der Kunde B sechs Stück von bestellt, Kunde D acht Stück, Kunde F vier Stück und Kunde G zehn Stück. Nun ging ich her und überlud den Wagen. Ich wartete den richtigen Moment ab und nahm beispielsweise für Kunde D nicht acht sondern zehn Stück und legte sie in den LKW. Passierte der seltene Fall, dass der Chef seine Kartons genau hinter meine stellte und es merkte, konnte ich den Dummen spielen. "He, Herr M.! hier stimmt was nicht. Der Kunde bekommt doch acht Stück. Wieso sind hier zehn?" Darauf konnte ich mich dann gespielt ärgern. "Mist! Was ist denn das?. Ich muss mich besser konzentrieren." der Chef ließ noch eine verständnislose Bemerkung fallen und es ging weiter. Das passierte fast nie und wenn doch, legte ich eine lange Pause mit der Masche ein.


Funktionierte aber alles, fuhr ich den nächsten Tag los. Irgendwann war ich bei Kunde D und übergab natürlich nicht die eingepackten zehn Stück, sondern nur acht. Die zwei Stück zuviel versteckte ich im LKW hinter einer Verkleidung - es sah aus, wie dahinter gefallen. Selbst bei einem Unfall mit Totalschaden oder einem Blitz-Kontroll-Überfall hätte mir jeder geglaubt, dass die zufällig dahinter gefallen sind. Und wer weiß schon, wann und wem? Auf dem Weg zurück zur Firma konnte ich von der Autobahn aus einen Mini-Umweg fahren, der mich durch einen Wald mit kaum Verkehr führte. War ich allein auf der Straße, hielt ich an, nahm die zwei Stück und flitze zehn Meter in den Wald, wo ich die Artikel unter Laub versteckte. Ich merkte mir die Stelle genau. Dann ging es zurück zur Firma. Hatte ich Feierabend, fuhr ich im Privatwagen zurück zu der Stelle und sammelte die Artikel wieder ein. Nun war der Diebstahl perfekt! Nie ist etwas aufgefallen. Ein einziges Mal habe ich die Geschichte jemandem erzählt. Es war eine Person meines Vertrauens, die mir auch schon von eigenen Eskapaden berichtet hatte – ein Fahrer einer Zulieferfirma. Er hörte sich die Geschichte an und sagte die Sätze, die ich nie vergessen werde: "Wenn Du das so machst, hat der Alte keine Chance. Da hat er keine Chance!" Er hat bis heute dichtgehalten, ist jetzt in Rente und ich habe ihn seit sieben Jahren nicht mehr gesehen.

Beichthaus.com Beichte #00030709 vom 23.01.2013 um 15:43:55 Uhr in Wuppertal (Uellendahler Strasse) (14 Kommentare).

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