Der Wunsch, ein Normalo zu sein

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Betrug Neid Boshaftigkeit Falschheit Geld

Ich muss gestehen, dass ich mich zu großen Teilen zu einem sehr schlechten Menschen entwickelt habe. Ich wurde stets so erzogen, ganz genau aufzupassen, dass ich nirgendwo übervorteilt werde und immer meinen Teil von allem bekomme und ja nie irgendwo benachteiligt bin. Das typische Einzelkind sagt das Klischee. Aber das ist leider nicht alles, ich bekam sehr früh mit, also noch im Grundschulalter, dass meine Eltern sich belügen, Affären haben und sich um große Summen betrügen. Ich kenne eigentlich keinen anderen Zustand als diesen. Inzwischen sind meine Eltern komplett getrennt - seit ich das Gymnasium besuchte - allerdings lebe ich jetzt schon seit über zwanzig Jahren mit Lügen, gegenseitigen Lästereien und den Versuchen, mich auf die Seite eines Elternteiles zu ziehen. Aber auch sonst war meine Kindheit nicht toll - körperliche Züchtigung gehörte schon mal dazu. Wir hatten zwar immer alles, meine Eltern - jeder für sich - haben viele Immobilien, die tollsten Autos und einen Haufen Schotter, aber es war trotzdem alles andere als perfekt. Nun bemerke ich, wie ich mich genau zu einem Ebenbild von ihnen entwickle, und schaffe es nicht, mich dagegen zu wehren.


Ich führe eine Beziehung mit einer sehr lieben Frau, der all diese Sachen fremd sind. Ich habe einen tollen Job und mit einem Kompagnon eine eigene Firma gegründet, den ich auch übervorteile und hintergehe - da ich stets in der Angst lebe, er tue weniger als ich für unser Geld. Ich lüge oft, um mich besser darzustellen, die "Notlüge" gehört für mich fast schon dazu. Bei jeder Gelegenheit bediene ich mich irgendwelcher Geschichten, um mich besser darzustellen. Das hat beruflich großen Erfolg mit sich gebracht, ich habe es auch zu einem großen Vermögen, Häusern und Autos gebracht. Ich renne nur in den teuersten Anzügen herum, fahre Porsche und tue teure und dumme Dinge, um mir eine kurzzeitige Bestätigung und Glücksgefühle zu holen. Ich wünschte mir aber, ich wäre ein ganz normaler Typ, der irgendwo als normaler Angestellter arbeiten geht, eine Familie gründen kann, ohne stets in der Angst leben zu müssen, dass wieder irgendeine Story "auffliegt". Ich beichte hiermit, dass ich eigentlich alle materiellen Voraussetzungen hätte, ein total erfülltes und glückliches Leben zu führen - und doch betrüge ich, belüge alles und jeden, nur, um noch mehr zu bekommen und noch reicher zu werden. Auch habe ich Angst, dass die Menschen mich als "Normalo" nicht mehr mögen würden. Ich nehme mir oft vor, einfach ganz normal zu sein, und offen und ehrlich zu werden - wenn ich dann aber in einer Situation bin, in der es darum geht, mich zu präsentieren oder anderen etwas einzureden, falle ich jedes Mal in andere Muster zurück. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal die Eier entwickele, dass ich mal ohne Lügen meinen Mann stehen kann. Ich bitte um Absolution, da ich die sehr guten Voraussetzungen meines Lebens nicht sinnvoll nutze und vielen Menschen, die mir vertrauen, dreist ins Gesicht lüge.

Beichthaus.com Beichte #00032158 vom 02.11.2013 um 15:26:36 Uhr (13 Kommentare).

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Geistiger Totalausfall

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Dummheit Peinlichkeit Boshaftigkeit Trunksucht Ernährung

Es ist schon über ein Jahr her, da ist mir etwas passiert, das mir heute noch manchmal in den Sinn kommt. Ich schäme mich sehr dafür und weiß noch, dass ich ein bisschen was getrunken hatte. Dementsprechend war ich ein wenig angeheitert und offener als sonst. Aber trotz allem war ich im "Vollbesitz meiner geistigen Kräfte", wie es so schön heißt. Deshalb kann ich meinen geistigen Totalausfall noch weniger nachvollziehen. Jedenfalls begab es sich, dass ich eine Freundin an diesem Abend zur Bahn brachte. Auf dem Weg dorthin fiel mir ein Paar auf, bei dem der Mann lief, als sei ihm gerade der Fuß eingeschlafen. In angeheitertem Zustand machte ich meine Begleitung darauf aufmerksam und äffte den Mann auf absolut bescheuerte Art und Weise nach. Die besagte Freundin wirkte leicht entgeistert und meinte nur, dass sie davon ausgeht, dass der Mann körperlich behindert ist. In diesem Moment wurde mir eiskalt und ich glaube, ich war sofort wieder ausgenüchtert.

Natürlich war mir sofort klar, dass sie recht hatte und es absolut unter aller Sau war, dass ich diesen Mann nachgemacht habe. Und das nur, weil ich dachte, dass er betrunken wäre. Das ist mir vor allem deshalb peinlich, weil meine Begleitung körperlich auch nicht auf dem besten Stand war und ich auch eine körperlich behinderte Großcousine hatte, die mittlerweile leider verstorben ist. Es tut mir unheimlich leid, dass ich mir auf die Kosten dieses Mannes einen Spaß erlauben wollte. Zumal ich unseren Mitmenschen mit Behinderung immer mit Respekt begegne. Jedes Mal, wenn ich an die Situation denke, kann ich mein Gesicht nur in purer Ablehnung für mich selbst verziehen und den Kopf schütteln. Ich hoffe, dass meine Begleitung von damals den Vorfall vergessen hat. Mir fällt dies allerdings nicht so leicht, und deshalb bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032057 vom 16.10.2013 um 14:28:58 Uhr (13 Kommentare).

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Frauen mit großen Koffern

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Faulheit Ungerechtigkeit Vorurteile Bahn & Co.

Frauen mit großen Koffern
Wenn ich mit dem ICE reise, sehe ich oft, dass Frauen mit großen Koffern einsteigen. Und ich finde es als Mann total interessant, Frauen zuzuschauen, wie sie ihr Gepäck in den Zug tragen. Oft setzen sie einen hilflosen Gesichtsausdruck auf, nur um Männer dazu zu bringen, ihnen das Gepäck in den Zug zu tragen. Ich meine, wenn eine der Frauen höflich fragen würde, ob ich ihr helfen kann, würde ich das selbstverständlich tun. Aber dass sie davon ausgehen, dass man einfach nur Mitleid erregen muss, damit Männer einer Frau "körperlich" helfen, finde ich eine Frechheit. Und wie dumm muss man sein, soviel einzupacken, dass man es nicht mal mehr heben kann?

Beichthaus.com Beichte #00032035 vom 11.10.2013 um 14:19:23 Uhr (30 Kommentare).

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Gewaltszenen gegen meinen Hass

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Hass Zwang Verzweiflung Dortmund

Normalerweise kann ich mir gewalttätige Filme nicht ansehen, ganz gleich welcher Art. Sei es körperliche Gewalt, sexuelle, oder auch verbale - insbesondere Szenen aus Horrorfilmen gehen gar nicht, ich schaue bei diesen Szenen auch nicht hin. Aber manchmal, etwa wenn ich etwas erledigen soll, das mir absolut zuwider ist, oder mir aus irgendeinem Grund Angst macht, baut sich in mir so eine Spannung auf, die kaum zu ertragen ist. Diese Spannung baue ich dann mit dem Ansehen solcher Gewaltszenen wieder ab. In solchen Momenten überkommt mich eine komische Gier - ich genieße es dann, zu sehen, wie jemand seelische und körperliche Qualen erleidet und gedemütigt wird. Am besten, bis ihm alles Menschliche genommen wurde - je wehrloser und gebrochener die Person ist, umso besser ist es. Danach fühle ich mich immer entspannt. Aber auch ausgebrannt, leer, taub und seelisch beschmutzt. Ich kann dann nicht mehr nachvollziehen, warum ich unbedingt so eine Szene ansehen musste, und frage mich, wie sich die Schauspieler wohl gefühlt haben. Die Bilder verfolgen mich dann tagelang, und wenn ich ein Geräusch höre, dass annähernd wie etwas aus einer dieser Filmszenen klingt, erinnere ich mich schlagartig an die grausigen Bilder.


Mir wurde von Kindesbeinen an klargemacht, nie meinen Unmut zu zeigen, nie zu widersprechen oder jemanden zu unterbrechen, niemandem wehzutun und mich auch dann noch zu entschuldigen, wenn ein anderer mir etwas angetan hat. Selbst bei den schlimmsten Erlebnissen wurde die Schuld immer mir zugeschrieben. Ich hätte lieber sein sollen, schlauer, stärker - ich habe zu spät begriffen, dass das Bullshit ist. Jedem Menschen widerfahren schlimme Dinge, dafür kann man nichts. Ich möchte einfach ein guter Mensch sein. Ich liebe vieles auf der Welt. Die Menschheit an sich bewerte ich trotz all dem Quatsch, den wir machen, als eine gute Sache. Aber manchmal - da habe ich einfach diesen Hass in mir, diesen ziellosen, überwältigenden Hass, von dem ich nicht weiß, wie ich ihn anders lösen sollte.

Beichthaus.com Beichte #00032011 vom 08.10.2013 um 06:31:49 Uhr in 44141 Dortmund (Deggingstraße) (8 Kommentare).

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Mit Angie in ein besseres Leben

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Verzweiflung Peinlichkeit Intim Politik Essen

Mit Angie in ein besseres Leben
Seit Neustem habe ich wieder eine Freundin. Zwar ist es noch nicht ganz offiziell, aber alles läuft super und dieses Ergebnis ist abzusehen. Wir verbringen nahezu jeden Tag mindestens einmal kurz miteinander und das Wochenende besteht aus purer Zweisamkeit. Selbstverständlich schlafen wir auch miteinander, wovor ich mich allerdings etwas gefürchtet hatte. Denn ich bin einer der Männer, die einfach viel zu schnell kommen. Das war seit meinem ersten Mal vor sieben Jahren so und änderte sich auch mit der Zeit nicht. Da mir drei Minuten Sex aber zu wenig sind, habe ich angefangen zu recherchieren.

Zuerst natürlich das "Vorher-Kommen" Prinzip. Das fand ich schon von der Überlegung her dämlich, da ich mir in Hektik einen runterholen sollte und dann am Besten direkt, wenn meine Freundin eintrifft, mit ihr ins Bett springe. Selbst als das Mal der Fall war, hat es dann irgendwie doch nicht seinen Zweck erfüllt. Dann ist da natürlich die Start-Stopp-Technik, bei der ich eben kurz vor dem Ende eine Pause einlege. Also direkt ausprobiert und festgestellt, dass das auch nicht das Wahre ist, da ich so viel zu viele kurze Pausen einlegen musste. Der nächste Tipp war, dass ich mir den Muskel am Damm trainiere. Darüber soll man die Prostata "steuern" können und mit entsprechenden Übungen über Tage und Wochen verteilt, soll das Ganze wirken. Das habe ich knapp einen Monat lang ausprobiert, doch das Ergebnis war genauso ernüchternd wie die vorherigen Versuche. In Rücksprache mit meinem Urologen, dem ich von dem Problem erzählt habe, habe ich dann zunächst betäubende Kondome getestet. Nachdem auch das enttäuschend endete, bin ich einen Schritt weitergegangen und habe mir Lidocain-Ähnliche Salben besorgt, die auch für den Penis geeignet sind. Auch hier war mein persönlicher Erfolg der, dass ich entweder keine Veränderung bemerkt habe, oder so betäubt war, dass ich nichts mehr gespürt habe und meine Erektion nicht halten konnte.

Dann, eines Tages und vollkommen aus Zufall, als ich mit meiner neuen Freundin Sex hatte, habe ich es geschafft, für meine Verhältnisse unfassbar lange durchzuhalten. Ich habe versucht, mir selbst den Druck zu nehmen, sie befriedigen zu müssen. Denn die Befriedigung der Frau steht bei mir an erster Stelle und die Erklärungen, warum ich nicht länger kann, wurden immer blöder und vor allem peinlicher. Wenn dann von der Frau gut gemeinte Worte wie "Das ist nicht so schlimm" oder "Es gibt wichtigere Sachen!" kamen, machte es das noch schlimmer. Es erschütterte einfach mein Selbstbewusstsein. Bis ich versucht habe, an etwas anderes zu denken - und da an jeder zweiten Laterne derzeit die Wahlplakate hängen, verfingen sich meine Gedanken bei der Wahl. Der Sex mit meiner Freundin lief genauso ab, wie immer - nur führte ich in meinem Kopf eine Debatte, in der ich als Vertreter von allen möglichen Parteien eine hitzige Diskussion mit Frau Merkel führte und sie politisch fertigmachte. Dabei ist mir aufgefallen, wie unattraktiv und unerotisch ich diese Frau finde. Länger als eine halben Stunde führte ich also eine Diskussion mit unserer Bundeskanzlerin und sprach mit ihr dabei über Philipp Rösler und das Konzept der FDP. Über die AfD, über Wirtschaftswachstum, über Einwanderer, über das deutsche Sozialsystem, über Subventionen und so weiter. Da ich gedanklich voll in Fahrt war, habe ich dies auch körperlich an meiner Freundin ausgelassen, was dazu führte, dass wir beide, als ich dann endlich kam, total nass geschwitzt waren. Laut meiner Freundin hatte sie den besten Sex ihres Lebens und mehrere Orgasmen. Seitdem haben wir an jedem Tag in Zweisamkeit mehrmals Sex, der mindestens eine halbe Stunde lang dauert, beim zweiten oder beim dritten Mal ist es dann sogar noch deutlich länger.

Früher fand ich Politik dermaßen uninteressant und langweilig, dass sich meine Fingernägel aufgedreht haben. Hätte ich damals nur schon gewusst, dass mir das Thema und die involvierten Personen eines Tages helfen, mein Sexualleben zu verbessern, hätte ich mich schon eher dafür interessiert. Also, auch wenn ich das Konzept der CDU nicht unbedingt befürworte und andere Parteien gewählt habe - auf die nächsten vier sexuell großartigen Jahre und vielen dank Angie, dass du in meinen Augen so unerotisch bist und mein Leben damit deutlich verbesserst. Alleine dafür werde ich dich bei der nächsten Wahl ankreuzen und hoffen, dass du ein gesundes, politisches Leben führst.

Beichthaus.com Beichte #00031936 vom 23.09.2013 um 10:17:37 Uhr in 45219 Essen (Gustavstraße) (30 Kommentare).

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