Die Frau, die mich damals mobbte

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Gewalt Ungerechtigkeit Schule Arbeit

Ich war ein jahrelanges Mobbingopfer. Fast meine ganze Klasse beteiligte sich daran, mich zu schlagen und vor allem psychisch zu peinigen. Oft genug hatte ich keine Lust mehr in die Schule zu gehen, und mich jeden Tag aufs Neue beleidigen und herumschubsen zu lassen. Aber irgendwie biss ich mich durch, und schaffte es, wenigstens in der elften und zwölften Klasse einige Freunde zu finden, die mir gegen meine Peiniger zur Seite standen. Trotzdem blieb in mir ein unbeschreiblicher Hass zurück, zum einen auf meine Eltern, die das Problem immer herunterspielten, und mich für Besitztümer und Schulsachen, die meine Klassenkameraden mit Freude zerstört hatten, oft auch noch zusätzlich bestraften. Zum anderen natürlich auf meine Klasse selbst, allen voran zwei Jungen und ein Mädchen, die mich aus reiner Lust an der Grausamkeit schikanierten. Da das Mädchen wusste, dass ich mich bei ihr nicht wehrte, weil man Mädchen ja nicht schlägt, kassierte ich die meisten Hiebe von ihr. Die Jungen griffen mich jedoch nur in der Gruppe und seltener direkt tätlich an, da ich öfter mit der Not der Verzweiflung um mich schlug und sie daher alleine oft zuviele eigene schmerzhafte Treffer einstecken mussten, beziehungsweise ich nach einiger Zeit herausgefunden hatte, wohin ich schlagen musste, damit einem Gegner die Lust verging. Meines Hasses wegen, blieb ich sicherheitshalber von allen Klassentreffen fern, um dort nichts Unüberlegtes zu tun und brach den Kontakt zur Klasse komplett ab. Ich versuchte, im Allgemeinen mein Leben einigermaßen anständig und rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber zu führen. Leider holte mich meine Vergangenheit in dem Moment wieder ein, als ich in meiner Firma, ich bin mittlerweile Miteigentümer einer Immobiliengesellschaft, auf dem Gang plötzlich eben der Frau gegenüberstand, die mich früher so oft geschlagen und gepiesackt hatte. Ich hielt sie wirklich erst für eine Halluzination und glaubte das alles nicht, aber sie lächelte mich sehr verkrampft an, und begrüßte mich mit meinem Namen. In diesem Moment kam alles wieder hoch, der ganze Hass und meine Schamgefühle. Ich fragte sie wohl etwas unwirsch, was sie hier zu suchen habe. Sie wechselte mehrmals hintereinander die Farbe, während sie mir erklärte, dass sie schon seit einem Vierteljahr als Immobilienberaterin bei uns tätig sei. Ich nickte nur abwesend und verzog mich in mein Büro in dem ich erst einmal nur die Wand anstarrte, unschlüssig, was ich tun sollte. Mehrere Nächte lang schlief ich ziemlich schlecht, aber dann war ich wieder einigermaßen ich selbst, und beschloss das Ganze zu vergessen. Ich musste ja nichts mit ihr zu tun haben, die Firma war schließlich groß genug, außerdem dachte ich, dass sie eventuell sowieso aus Scham kündigen würde. Ein halbes Jahr lang ging das auch recht gut, wir sagten uns bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sich unsere Wege kreuzten gegenseitig Hallo, und die Situation war durchaus erträglich. Doch dann begannen Gerüchte die Runde zu machen, ich sei schwul. Das war mir zunächst vollkommen egal, weil ich nichts gegen Homosexualität habe, und die ganze Sache eher witzig fand. Später jedoch bemerkte ich, dass noch ganz andere Gerüchte die Runde machten, ich würde Geld veruntreuen, und zusammen mit meinem Partner die Angestellten ausbeuten und das Finanzamt betrügen.



Die Verursacherin des Ganzen stand für mich von Anfang an fest, ich getraute mich allerdings nicht gleich etwas zu unternehmen, weil mir vollkommen klar war, dass der Hass meine Sinne vernebelte. Mein Partner und ich baten jedoch, nachdem wir uns eingehend beraten hatten, die ganze Firma zum Einzelgespräch. Ich fasste langsam aber sicher den Plan, ihr einfach nur noch volle Breitseite gegen den Karren zu fahren. Mir war insgeheim vollkommen egal, ob sie etwas damit zu tun hatte oder nicht. Ich wollte sie einfach nur aus tiefster Seele fertig machen, außerdem war ich mir sicher, dass sie derlei Gerüchte zumindest dankbar weitertragen würde. An dem Tag, als sie bei mir im Büro saß, auf dem unbequemsten Stuhl den ich finden konnte, empfand ich tiefste Genugtuung. Sie sah aus, als hätte sie nicht viel geschlafen, und Spuren in ihrem Make-Up verrieten, dass sie geweint hatte. Ich ließ mir Zeit und studierte ihre Akte, die ich bereits auswendig kannte, während sie nervös auf dem Stuhl hin- und herrutschte. Meine Eröffnungsworte hatte ich vor dem Spiegel geübt, trotzdem schlug mir das Herz bis zum Hals als ich sie leise und fast berstend vor Hass fragte, was sie überhaupt für ein Mensch sei, und ob es ihr immer noch Spaß machte andere zu quälen und zu demütigen. Ich begann ihr aufzuzählen, wie oft sie mich in der Schule geschlagen und schikaniert hatte. Mit lauterer Stimme fuhr ich fort, ob ihr denn das nicht endlich mal reiche und sie sich denn überhaupt nicht weiterentwickelt habe. Sie starrte mich nur dumpf an. Ich starrte hasserfüllt zurück und sagte, dass ihre Kündigung, samt einer derartig schlechten Bewertung, dass sie in Zukunft nur noch als Putzfrau arbeiten könne, schon bereit liege. Darauf begann sie krampfartig zu weinen und zu schluchzen. Ich gab ihr ein Taschentuch und fragte sie dabei, ob sie allen Ernstes glaubte sie könne ewig so weitermachen ohne jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Sie weinte noch eine Weile und irgendwann ließ ich sie einfach gehen. Sie war nach dem Gespräch vier Wochen lang krankgeschrieben.


Dann bekam ich einen dicken Brief von ihr. Ich wollte mir ihr Rechtfertigungsgeschwafel eigentlich nicht durchlesen, aber irgendwie interessierte es mich dann doch und ich öffnete den Brief. Das Papier wirkte alt und die Schrift war etwas verblasst. Sie entschuldigte sich auf zwanzig Seiten für jedes einzelne Mal, bei dem sie mich in der Schule gepiesackt und geschlagen hatte. Kein Wort darüber, dass sie irgendwelche Gerüchte in der Firma verbreitet hatte. Der Brief schloss damit, dass sie in einen der beiden Jungen verliebt gewesen war, die mich am liebsten gemobbt hatten, und der naiven Meinung gewesen war, dass sie so seine Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Aber er hatte sie später wohl genauso verletzt wie sie mich. Der Brief war übrigens von 1997 datiert, also zwei Jahre nach meinem Abitur. Sie fragte mich, ob ich ihr jemals verzeihen konnte, und führte an, dass sie wisse, dass sie den Brief aus Feigheit und Angst, dass ich ihn wegwerfen könnte, sowieso nicht abschicken würde, sondern auf den passenden Moment im Leben wartete, wo sie mir all das persönlich sagen konnte. Das erschütterte mich zutiefst, obwohl ich ihr immer noch nicht verzeihen konnte, aber es zeigte, dass ich mich von meinen Gefühlen ihr gegenüber habe verleiten lassen, mich genau auf dieses Niveau zu begeben, was ich so fürchtete und verabscheute. Ich erwarte nicht, dass mich jemand versteht. Ich werde mich irgendwann noch einmal mit ihr Treffen, aber momentan bin ich einfach noch nicht bereit dazu. Der Verursacher der Gerüchte war übrigens ein junger Mitarbeiter, der sich von mir ungerecht behandelt fühlte.

Beichthaus.com Beichte #00029793 vom 10.02.2012 um 12:10:03 Uhr (44 Kommentare).

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Krieg und Frieden

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Zwietracht Aggression Gewalt Partnerschaft Greiz

Ich muss etwas beichten, das mich sehr belastet, und wegen dem ich mir seit langem selbst Vorwürfe mache. Vor einigen Jahren bin ich mit meiner zweiten richtigen Freundin zusammengekommen, nachdem mich meine erste Beziehung maßlos enttäuscht und ausgenutzt hatte. Ich schwebte eine Weile im siebten Himmel und anfänglich schien auch alles zu passen, wir waren unzertrennlich. Doch nach einiger Zeit fiel mir auf, dass meine Freundin ab und an wegen Banalitäten überreagierte und herumzickte. Zunächst dachte ich mir nichts weiter dabei, außer vielleicht, dass sie die bei Frauen üblichen Hormonschwankungen durchlitt und deshalb unleidlich war. Es wurde jedoch immer schlimmer. Nach einem Jahr begann sie mich regelmäßig anzuschreien, mit den Türen zu knallen und mir Geschirr vor die Füße zu werfen. Hinterher wurde sie immer lammfromm und entschuldigte sich teilweise unter Tränen bei mir, so dass ich es zunächst nicht übers Herz brachte, ihr die Ausbrüche übel zu nehmen. Sie schlug mich das erste Mal, nachdem wir etwas mehr als eineinhalb Jahre zusammen waren. Ich sagte ihr danach sofort, dass das inakzeptabel und ein Trennungsgrund sei, worauf sie wieder in Tränen ausbrach und ich es als einen Ausrutscher abhakte. Ungefähr ein halbes Jahr später schlug sie mich im Streit wieder, diesmal mehrmals und mit voller Kraft. Ich zog die Konsequenzen und trennte mich von ihr. Sie versprach mir sich zu ändern, wenn ich zu ihr zurückkommen würde. Nach einigem Zögern nahm ich sie zurück, und sie gab sich wirklich Mühe mit mir, doch bald schon begann sie wieder in ihre alten Muster zurückzufallen.


Eines Morgens, als wir gemeinsam im Bad waren und ich sie nur fragte wie sie geschlafen und was sie geträumt hätte, reagierte sie wieder äußerst gereizt und schrie mich an ich solle sie in Ruhe lassen und nicht mit sinnlosem Mist nerven. Ich zuckte die Achseln und begann mir die Zähne zu putzen, dabei kleckerte ich mit der Zahnpasta neben das Waschbecken. Ohne Vorwarnung rammte sie mir daraufhin meine Zahnbürste in den Rachen, was sehr schmerzhaft war und prügelte anschließend mit dem noch laufenden Haartrockner auf mich ein. Ich hatte derweil Mühe, meine Zahnbürste wieder herauszuziehen und blutete aus dem Mund, während sie den Haartrockner auf meinem Kopf zerlegte. Ein abgesplittertes Plastikteil schlitzte mir die Kopfhaut auf einer Länge von sechs Zentimetern auf und es begann sofort stark zu bluten, sie hielt jedoch nicht inne. Ich holte aus und schlug sie einmal mit der flachen Hand ins Gesicht. Sie kippte um und blieb bewusstlos liegen. In meinem Schock fuhr ich sie anschließend ins Krankenhaus, wo auch ich versorgt wurde. Die Schwestern glaubten mir allerdings kein Wort über den Hergang und so wurde ich noch im Krankenhaus von der Polizei befragt. Sie sagten mir dass meine Freundin mich angezeigt hätte. Ich glaubte erst kein Wort davon und wollte mit ihr reden, doch sie wollte mich nicht sehen. Einen Tag später jedoch rief sie mich an und weinte bitterlich. Die Polizei hätte ihr eine Version eingeredet in der ich sie zuerst geschlagen, und sie sich nur gewehrt hätte. Ich war bei ihrer Entschuldigung von Anfang an misstrauisch. Zu recht wie sich herausstellte, denn sie zog die Anzeige nicht zurück. Glücklicherweise stellte der Gutachter fest, dass sie nur einen Schlag abbekommen hatte, von dem sie ein Schädel-Hirn Trauma erlitt, ich aber mindestens vier bis fünf Schläge mit dem Haartrockner und tiefe Läsionen durch massive Gewalteinwirkung im Rachenbereich kassiert hatte, was eher für meine Version sprach. Es stand Aussage gegen Aussage, die Ermittlungen wurden eingestellt. Sie wollte mich trotzdem zurück und versprach mir hoch und heilig zur Therapie zu gehen, doch ich weigerte mich, weiterhin mit ihr zusammenzusein. Daraufhin erzählte sie in meinem Freundeskreis herum, dass ich ein gemeiner Schlägertyp wäre und ständig ausrasten würde. Meine Freunde wandten sich bis auf einige wenige von mir ab und ich stand alleine da. Ihr Vater bedrohte mich, er würde mich fertig machen. Ich sah keinen anderen Ausweg, als die Polizeifotos vom Zustand meines Kopfes und Rachens auszudrucken, allen meinen Freunden, und auch ihrem Vater per Post zuzustellen, inklusive der ausführlichen schriftlichen Analyse des Gutachters. Meine Ex versuchte sich daraufhin das Leben zu nehmen. Sie ist jetzt in psychiatrischer Behandlung und ihr geht es wohl wirklich nicht gut. Ich mache mir wegen des Schlages und der Aktion mit den Bildern große Vorwürfe und frage mich, wie ich die Situation anders hätte lösen können.

Beichthaus.com Beichte #00029791 vom 08.02.2012 um 12:01:23 Uhr in Greiz (37 Kommentare).

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“Beichte

10 Affären

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Ehebruch Fremdgehen Lügen Partnerschaft

Die Mutter meiner Kinder habe ich vor 25 Jahren kennen gelernt. Bis jetzt leben wir noch zusammen. Bis zum Jahr 2000 ging es ganz gut mit uns. Ich hatte bis dahin zwar auch schon eine Affäre, aber trotzdem hat die Beziehung überlebt. Jedenfalls habe ich im Jahr 2000 einen neuen Job angefangen. Seit dem hatte ich mit insgesamt zehn Frauen ein Verhältnis. Mit der jetzigen ist es meiner Meinung nach schon eine Beziehung. Wir kennen uns jetzt zwei Jahre. Mit ihr brennt einfach das Leben. Sie hat und macht all das, was meine jetzige Frau noch nie gemacht hat. Das Leben leben und mit dem großen Löffel essen.
Es ist meiner Frau mehr als unfair gegenüber. Ich belüge und betrüge sie von vorne bis hinten. Sie hütet die Kinder und ich mache Party. Unfair ist ein viel zu mildes Wort dafür. Das weiß ich selber. Das da etwas ist, weiß sie und sie ahnt was da ist. Ich versuche nun schon seit einem Jahr den Mut aufzubringen, ihr es zu sagen. Ich sage es nicht, wegen der Konsequenzen. Nur ich weiß auch eins, so kann es nicht weiter gehen. Daran gehen sonst alle Beteiligten kaputt.

Beichthaus.com Beichte #00029790 vom 08.02.2012 um 09:20:37 Uhr (30 Kommentare).

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Keine Emotionen

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Ignoranz Morallosigkeit Unfall

Ich (w) habe letztes Jahr mein Studium in Erlangen begonnen und bin deswegen auch dort hin gezogen. Zurück blieben nur wenige Freunde in meiner Heimatstadt, darunter auch eine sehr gute Freundin die letzten Monat bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Zu dieser Zeit war ich in Erlangen und habe es erst am nächsten Tag erfahren als mich ihre Mutter anrief und mir unter Tränen die schreckliche Nachricht mitteilte. Ich fühlte nichts. Rein gar nichts. Ich sprach ihr tröstende Worte aus und sagte ihr, dass ich zur Beerdigung erscheinen würde und legte auf. Im Laufe des Tages bekam ich immer mehr Anrufe von gemeinsamen Freunden die völlig aufgelöst waren. Irgendwann bin ich nicht mehr ans Handy gegangen. Nicht weil ich es nicht mehr ertragen konnte über den Tod von ihr nachzudenken, nein, sondern weil, so hart es jetzt auch klingen mag, ich es nicht nachempfinden konnte. Ich spürte weder Schmerz, noch Trauer, noch sonst eine Emotion. Irgendwann ging mir das ständige Geheule einfach auf die Nerven.


Auf der Beerdigung habe ich mein Bestes gegeben und ein trauriges Gesicht aufgesetzt. All die trauernden Menschen um mich rum. Mittendrin ich. Ich kam mir so fehl am Platz vor. Es war als hätte ich mich in einen Kreis eingeschlichen zu dem ich eigentlich keinen Zutritt hatte. Ich stand vor ihrem Grab. Ich empfand immer noch nichts. Ich war einfach nur froh als es vorbei war. Ich verstehe, dass etwas schlimmes passiert ist. Ich verstehe, dass ich normalerweise hätte traurig sein müssen, dass ich wenigstens etwas empfinden hätte müssen. Doch ich tat es nicht. Ich konnte einfach nicht. Ich kann es einfach nicht nachempfinden. Das konnte ich noch nie. Ich habe schon überdurchschnittlich viele geliebte Menschen verloren. Trotzdem habe ich dabei nie etwas empfunden. Diese Gleichgültigkeit begleitet mich schon mein halbes Leben. Ich verletze Menschen emotional, psychisch. Nicht absichtlich. Nein. Sobald ich merke, dass ich wieder etwas schreckliches getan habe, tue ich mein Bestes um es wieder gerade zu biegen. Das gelingt mir nicht immer, doch ich versuche es. Ich beichte hiermit dass ich ein gleichgültiger, verletzender und unehrlicher Mensch bin.

Beichthaus.com Beichte #00029789 vom 08.02.2012 um 00:30:04 Uhr (28 Kommentare).

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Letzte Wahl

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Begehrlichkeit Zwietracht Rache

Ich habe auch eine Beichte aus der Friend-Zone. Zweieinhalb Jahre lang bin ich meiner "besten Freundin" hinterhergerannt, hab ihr unter anderem Valentinstags-Geschenke gemacht, sie zum Essen eingeladen, und ihr bei Problemen immer zur Seite gestanden. Einmal habe ich ihr zwei Konzertkarten für ihre Lieblingsband geschenkt, die sie mir freudestrahlend aus der Hand genommen hat, um anschließend mit irgend so einem Volltrottel, den sie damals grade toll fand, hinzugehen. Sie hat immer nur genommen, und nie irgendwas zurückgegeben. Ich durfte mir aber im Gegenzug gefallen lassen, dass sie mich mit fadenscheinigen Ausreden versetzte, ihre schlechte Laune an mir ausließ und mir auf der Tasche lag. Mindestens fünf Mal hat sie sich von mir ins Kino einladen lassen, und ich Trottel hab natürlich immer brav bezahlt, weil ich dachte, dass ich so früher oder später ihr Herz gewinnen würde. Aber Pustekuchen, Madame traf sich immer mit irgendwelchen Deppen, die sie mies behandelten und obendrein noch fremd gingen. Zum Ausheulen hatte sie ja dann mich. Sie blieb nach mehreren herben Enttäuschungen schließlich bei einem Typen hängen, dessen Freizeitbeschäftigungen vorwiegend aus kiffen, zocken und schlecht Skateboarden bestanden. Ich hatte keine Ahnung, was sie an ihm fand, denn er war weder besonders intelligent, noch besonders gut aussehend, noch besonders durchtrainiert. Was er aber definitiv war: besonders eifersüchtig. Deshalb verbot er mir und ihr den Umgang. Das stellte sich allerdings als Vorteil für mich heraus, weil ich mich so besser von ihr lösen konnte. Da sie seinen Lebensstil bald teilte, rauchte, trank und den ganzen Tag Chips aß, ruinierte sie sich relativ schnell die Figur und ihr sehr hübsches Gesicht. Ich erfuhr immer mal sporadisch, durch heimliche SMS, die sie mir ab und an schrieb, dass ihr Beziehungsalltag geprägt war von Langeweile, sinnlosen Streitereien und schlechtem Sex. Ihre Larmoyanz wurde mir bald zuwider und ich war kurz davor zu fragen, warum sie dann statt ihn nicht mich genommen hatte, ließ es aber bleiben.


Die Jahre zogen ins Land, ich ging ins Fitnessstudio, begann noch etwas mehr auf mein Äußeres zu achten, hatte Glück in meinem Job und sammelte unabhängig von ihr auch meine Erfahrungen mit Frauen. Irgendwann schickte sie mir eine SMS, dass wir uns unbedingt treffen müssten, mit ihrem Freund wäre Schluss, und es ginge ihr richtig mies. Ich war natürlich neugierig und traf mich mit ihr. Sie war ziemlich rund und unförmig geworden, hatte Augenringe, die auch ihr Make-up nicht verbergen konnte, und sah allgemein, trotz der Tatsache, dass sie sich ordentlich aufgebrezelt hatte, nicht besonders gut aus. Wir unterhielten uns über dies und das, und mir fiel auf, dass sie die ganze Zeit nervös an sich herum zupfte, mir ihren Ausschnitt unter die Nase hielt und mich öfter anfasste, als es eigentlich so ihre Art war. Sie versuchte das Treffen in die Länge zu ziehen und ich musste ihr versprechen, dass wir uns so schnell wie möglich wiedersehen. Mir wurde bewusst, dass sie mich jetzt wohl doch wollte. Diese Annahme bestätigte sich, als sie bald anfing über den Facebook-Chat mit mir zu flirten und mir per Mail ein Aktfoto von sich schickte, auf dem man leider aber sehr deutlich sehen konnte, wie gründlich ihre Figur gelitten hatte. Ich ließ ihre Annäherungsversuche zunächst unkommentiert. Nach einiger Zeit jedoch wurde sie immer offensiver, bis sie sich dazu steigerte zu behaupten, sie wisse doch ganz genau, dass ich auf sie stünde, schließlich wäre ich ihr schon vor fünf Jahren hinterhergerannt. Darauf antwortete ich nur, dass diese Zeiten längst vorbei seien. Eine Stunde später stand auf Facebook in ihrem Status, dass alle Männer gleich wären, nämlich Vollidioten. Mich packte in diesem Moment die pure Wut auf ihr selbstgerechtes Getue. Ich schrieb ihr eine Nachricht in der ich ihr jedes einzelne Mal aufzählte bei dem sie mir gegenüber egoistisch war, mich benutzt oder mies behandelt hatte, und an das ich mich noch erinnern konnte. Zusammenfassend schrieb ich außerdem, dass ich das alles ja nicht so schlimm fände, wenn sie einfach nicht mitbekommen hätte, dass ich in sie verliebt war, aber das hatte sie ja gerade eben erst zugegeben. Sie hatte mich also ganz bewusst ausgenutzt, und jetzt sei ich einfach nur die laue fünfte Wahl für sie, weil sie wisse, dass sie mit ihrem Aussehen schon lange nicht mehr Punkten könne. Andere Werte habe sie ja nicht wirklich. Was sie dabei aber völlig übersehe wäre, dass ich schon lange nicht mehr in ihrer Liga spielte, beziehungsweise sie nicht mehr in meiner. Diesen Text schickte ich ihr und lud ihn gleich noch als Blog hoch. Den Link zum Blog fügte ich in einem Kommentar unter ihrem Status ein. Bereits nach einer halben Stunde hatte ich über dreißig Likes. Leider hat sie ihren Status dann gelöscht. Wir haben derzeit keinerlei Kontakt mehr, und ich beabsichtige es dabei zu belassen.

Beichthaus.com Beichte #00029785 vom 07.02.2012 um 11:30:04 Uhr (35 Kommentare).

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