Die falsche Frage

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Gewalt Aggression

Ich wohne in einer Kleinstadt im Südwesten von Deutschland. Ich bin momentan auf den Busverkehr angewiesen, da ich mir kein Auto leisten kann, und demzufolge bin ich täglich am Hauptbahnhof. Nicht weit vom Bahnhof entfernt befindet sich ein Flüchtlingsauffanglager. Menschen unterschiedlichster Nationen leben dort, und da viele dieser Leute keine Arbeit finden, haben sie auch viel Zeit. Ein Großteil dieser Menschen hält sich die meiste Zeit des Tages am Bahnhof auf. Die meisten sind nett und freundlich, aber wie überall gibt es auch schwarze Schafe. Einige erfüllen das Klischee des "Gangster-Türken" voll und ganz. Das Ganze fing vor etwa zwei Jahren an. Ich stand damals seelenruhig am Bahnhof, als eine Gruppe halbstarker Jugendlicher, aus Richtung des Asyllagers kam. Ich beachtete sie nicht weiter, bis mich einer der Jugendlichen anrempelte und stehen blieb. Er sah mich mit finsterer Miene an und fragte mich, warum ich mich "so scheiße in den Weg stelle". Ich gab keine Antwort. Er schubste mich dann - ein paar Mal. Seine Kollegen schubsten mit. Nach einer Weile gaben sie auf, da ich nicht auf die Provokationen einging. Dieses Spielchen vollzog sich dann regelmäßig alle zwei bis drei Wochen. Ab und an wehrte ich mich, worauf ich eine kassierte. Hilfe von Außen konnte ich nicht erwarten, da es meist abends geschah und somit kaum einer am Bahnhof war. Ich beschäftigte mich zu der Zeit bereits mit dem Buddhismus und mir wurde nach einiger Zeit klar, dass ich diesen Konflikt anders angehen müsste. In der Folgezeit kam es allerdings immer seltener zu Angriffen.

Die Kerle verloren anscheinend das Interesse am Bahnhof und ließen sich bald gar nicht mehr blicken. Das Problem hatte sich anscheinend erledigt. Bis vor Kurzem, denn sie kamen wieder öfter zum Bahnhof. Anfangs erkannten sie mich nicht, aber schon nach kurzer Zeit ging das alte Lied wieder los. Ich wollte die Sache endgültig beenden und fragte den Chef der Gruppe, warum er eigentlich so aggressiv sei. Ich habe ihm nichts getan und wollte wissen, wo seine Probleme herkommen, die er auf diese Weise zu kanalisieren versuchte. Die Frage, ob es in seiner Familie vielleicht Probleme gebe, beantwortete er mir mit einem Faustschlag ins Gesicht bei dem er mir die Nase mehrfach brach. Ich erstattete daraufhin endgültig Anzeige. Zuvor hatte ich mich nicht getraut diesen Schritt zu wagen, da ich Angst hatte, daraufhin noch mehr belästigt zu werden. Man fasste den Kerl relativ schnell und er wurde zu vier Wochen Jugendarrest verdonnert, da er wohl vorher schon strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Danach war Ruhe. Ich sah die Kerle zwar noch, allerdings passierte nichts mehr. Erst später fand ich heraus, dass der Kerl wirklich familiäre Probleme hat. Er lebt mit seiner Mutter und vier Geschwistern im Asyllager, ohne Vater. Tja, er musste wohl Arbeit suchen. Diese Chance ist nun stark vermindert durch den Jugendarrest auf dem polizeilichen Führungszeugnis. Auf der einen Seite tut es mir Leid, da ich durch meine Anzeige dazu beigetragen habe, dass seine Familie nun weiterhin am Hungertuch nagt. Auf der anderen Seite ist er selbst schuld. Er hatte ja wissen müssen, dass sein Verhalten solche Konsequenzen haben wird. Trotzdem, ein wenig schuldig fühle ich mich schon.

Beichthaus.com Beichte #00029796 vom 13.02.2012 um 13:07:49 Uhr (49 Kommentare).

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Polizeiauto

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Trunksucht Schamlosigkeit Peinlichkeit Polizei Wedel

Ich (Schlagzeuger) war mal auf dem Rückweg vom Proberaum meiner Band so hart besoffen, dass ich es nicht mehr halten konnte und gegen ein parkendes Polizeiauto gepisst habe. Die beiden Beamten, die gerade Brotpause machten, sah ich erst, als sie das Licht im Inneren anschalteten und mir erst fassungslos, dann schamlos grinsend auf die Nudel schauten. Ich habe keinen Ärger bekommen, weiß allerdings auch den Rest des Rückweges nach Hause nicht mehr.

Beichthaus.com Beichte #00029795 vom 13.02.2012 um 12:56:30 Uhr in 22880 Wedel (18 Kommentare).

Gebeichtet von jo-reader
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Zufallsbeichte
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Die Frau, die mich damals mobbte

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Gewalt Ungerechtigkeit Schule Arbeit

Ich war ein jahrelanges Mobbingopfer. Fast meine ganze Klasse beteiligte sich daran, mich zu schlagen und vor allem psychisch zu peinigen. Oft genug hatte ich keine Lust mehr in die Schule zu gehen, und mich jeden Tag aufs Neue beleidigen und herumschubsen zu lassen. Aber irgendwie biss ich mich durch, und schaffte es, wenigstens in der elften und zwölften Klasse einige Freunde zu finden, die mir gegen meine Peiniger zur Seite standen. Trotzdem blieb in mir ein unbeschreiblicher Hass zurück, zum einen auf meine Eltern, die das Problem immer herunterspielten, und mich für Besitztümer und Schulsachen, die meine Klassenkameraden mit Freude zerstört hatten, oft auch noch zusätzlich bestraften. Zum anderen natürlich auf meine Klasse selbst, allen voran zwei Jungen und ein Mädchen, die mich aus reiner Lust an der Grausamkeit schikanierten. Da das Mädchen wusste, dass ich mich bei ihr nicht wehrte, weil man Mädchen ja nicht schlägt, kassierte ich die meisten Hiebe von ihr. Die Jungen griffen mich jedoch nur in der Gruppe und seltener direkt tätlich an, da ich öfter mit der Not der Verzweiflung um mich schlug und sie daher alleine oft zuviele eigene schmerzhafte Treffer einstecken mussten, beziehungsweise ich nach einiger Zeit herausgefunden hatte, wohin ich schlagen musste, damit einem Gegner die Lust verging. Meines Hasses wegen, blieb ich sicherheitshalber von allen Klassentreffen fern, um dort nichts Unüberlegtes zu tun und brach den Kontakt zur Klasse komplett ab. Ich versuchte, im Allgemeinen mein Leben einigermaßen anständig und rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber zu führen. Leider holte mich meine Vergangenheit in dem Moment wieder ein, als ich in meiner Firma, ich bin mittlerweile Miteigentümer einer Immobiliengesellschaft, auf dem Gang plötzlich eben der Frau gegenüberstand, die mich früher so oft geschlagen und gepiesackt hatte. Ich hielt sie wirklich erst für eine Halluzination und glaubte das alles nicht, aber sie lächelte mich sehr verkrampft an, und begrüßte mich mit meinem Namen. In diesem Moment kam alles wieder hoch, der ganze Hass und meine Schamgefühle. Ich fragte sie wohl etwas unwirsch, was sie hier zu suchen habe. Sie wechselte mehrmals hintereinander die Farbe, während sie mir erklärte, dass sie schon seit einem Vierteljahr als Immobilienberaterin bei uns tätig sei. Ich nickte nur abwesend und verzog mich in mein Büro in dem ich erst einmal nur die Wand anstarrte, unschlüssig, was ich tun sollte. Mehrere Nächte lang schlief ich ziemlich schlecht, aber dann war ich wieder einigermaßen ich selbst, und beschloss das Ganze zu vergessen. Ich musste ja nichts mit ihr zu tun haben, die Firma war schließlich groß genug, außerdem dachte ich, dass sie eventuell sowieso aus Scham kündigen würde. Ein halbes Jahr lang ging das auch recht gut, wir sagten uns bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sich unsere Wege kreuzten gegenseitig Hallo, und die Situation war durchaus erträglich. Doch dann begannen Gerüchte die Runde zu machen, ich sei schwul. Das war mir zunächst vollkommen egal, weil ich nichts gegen Homosexualität habe, und die ganze Sache eher witzig fand. Später jedoch bemerkte ich, dass noch ganz andere Gerüchte die Runde machten, ich würde Geld veruntreuen, und zusammen mit meinem Partner die Angestellten ausbeuten und das Finanzamt betrügen.



Die Verursacherin des Ganzen stand für mich von Anfang an fest, ich getraute mich allerdings nicht gleich etwas zu unternehmen, weil mir vollkommen klar war, dass der Hass meine Sinne vernebelte. Mein Partner und ich baten jedoch, nachdem wir uns eingehend beraten hatten, die ganze Firma zum Einzelgespräch. Ich fasste langsam aber sicher den Plan, ihr einfach nur noch volle Breitseite gegen den Karren zu fahren. Mir war insgeheim vollkommen egal, ob sie etwas damit zu tun hatte oder nicht. Ich wollte sie einfach nur aus tiefster Seele fertig machen, außerdem war ich mir sicher, dass sie derlei Gerüchte zumindest dankbar weitertragen würde. An dem Tag, als sie bei mir im Büro saß, auf dem unbequemsten Stuhl den ich finden konnte, empfand ich tiefste Genugtuung. Sie sah aus, als hätte sie nicht viel geschlafen, und Spuren in ihrem Make-Up verrieten, dass sie geweint hatte. Ich ließ mir Zeit und studierte ihre Akte, die ich bereits auswendig kannte, während sie nervös auf dem Stuhl hin- und herrutschte. Meine Eröffnungsworte hatte ich vor dem Spiegel geübt, trotzdem schlug mir das Herz bis zum Hals als ich sie leise und fast berstend vor Hass fragte, was sie überhaupt für ein Mensch sei, und ob es ihr immer noch Spaß machte andere zu quälen und zu demütigen. Ich begann ihr aufzuzählen, wie oft sie mich in der Schule geschlagen und schikaniert hatte. Mit lauterer Stimme fuhr ich fort, ob ihr denn das nicht endlich mal reiche und sie sich denn überhaupt nicht weiterentwickelt habe. Sie starrte mich nur dumpf an. Ich starrte hasserfüllt zurück und sagte, dass ihre Kündigung, samt einer derartig schlechten Bewertung, dass sie in Zukunft nur noch als Putzfrau arbeiten könne, schon bereit liege. Darauf begann sie krampfartig zu weinen und zu schluchzen. Ich gab ihr ein Taschentuch und fragte sie dabei, ob sie allen Ernstes glaubte sie könne ewig so weitermachen ohne jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Sie weinte noch eine Weile und irgendwann ließ ich sie einfach gehen. Sie war nach dem Gespräch vier Wochen lang krankgeschrieben.


Dann bekam ich einen dicken Brief von ihr. Ich wollte mir ihr Rechtfertigungsgeschwafel eigentlich nicht durchlesen, aber irgendwie interessierte es mich dann doch und ich öffnete den Brief. Das Papier wirkte alt und die Schrift war etwas verblasst. Sie entschuldigte sich auf zwanzig Seiten für jedes einzelne Mal, bei dem sie mich in der Schule gepiesackt und geschlagen hatte. Kein Wort darüber, dass sie irgendwelche Gerüchte in der Firma verbreitet hatte. Der Brief schloss damit, dass sie in einen der beiden Jungen verliebt gewesen war, die mich am liebsten gemobbt hatten, und der naiven Meinung gewesen war, dass sie so seine Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Aber er hatte sie später wohl genauso verletzt wie sie mich. Der Brief war übrigens von 1997 datiert, also zwei Jahre nach meinem Abitur. Sie fragte mich, ob ich ihr jemals verzeihen konnte, und führte an, dass sie wisse, dass sie den Brief aus Feigheit und Angst, dass ich ihn wegwerfen könnte, sowieso nicht abschicken würde, sondern auf den passenden Moment im Leben wartete, wo sie mir all das persönlich sagen konnte. Das erschütterte mich zutiefst, obwohl ich ihr immer noch nicht verzeihen konnte, aber es zeigte, dass ich mich von meinen Gefühlen ihr gegenüber habe verleiten lassen, mich genau auf dieses Niveau zu begeben, was ich so fürchtete und verabscheute. Ich erwarte nicht, dass mich jemand versteht. Ich werde mich irgendwann noch einmal mit ihr Treffen, aber momentan bin ich einfach noch nicht bereit dazu. Der Verursacher der Gerüchte war übrigens ein junger Mitarbeiter, der sich von mir ungerecht behandelt fühlte.

Beichthaus.com Beichte #00029793 vom 10.02.2012 um 12:10:03 Uhr (44 Kommentare).

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Der Freund aus Kindheitstagen

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Eifersucht Fremdgehen Zwietracht Partnerschaft

Im Herbst 2004 bin ich mit meiner jetzigen Ex-Freundin zusammengekommen. Eigentlich war alles sehr schön zwischen uns, ich hatte das Gefühl, dass wir gut zusammenpassten und war auch wirklich schwer verliebt in sie. Dennoch störte es mich, dass egal wo wir hingingen und was wir taten, immer ihr bester Freund mitkommen musste. Die beiden kannten sich seit ihrer frühesten Kindheit und gingen dementsprechend vertraut miteinander um. Wenn sie sich untereinander über ihre vielen gemeinsamen Erlebnisse unterhielten und zusammen lachten, kam ich mir oft vor wie das fünfte Rad am Wagen. Ich war ziemlich eifersüchtig auf ihn, ließ es mir aber nicht anmerken, denn als ich meiner Ex gegenüber mal erwähnte, dass es mich störte, dass ihr bester Freund immer und überall dabei war, wurde sie sehr aufbrausend. Offensichtlich hatten sie auch irgendwelche Geheimnisse vor mir, denn oft warfen sie sich vielsagende Blicke zu, wenn jemand das Wort "Feuerwehr" erwähnte. Ich dachte erst, dass sie vielleicht als Kinder irgendetwas angezündet hatten, deswegen fragte ich nicht weiter nach. Eines Tages stellte der beste Freund meiner Ex uns seine neue Freundin vor. Sie war sehr hübsch, nur etwas schüchtern. Mir fiel allerdings ein ziemlich großer Stein vom Herzen, da ich dachte, ich hätte jetzt etwas mehr von meiner eigenen Freundin. Doch weit gefehlt. Wir trafen uns jetzt ständig zu viert. Meine Freundin und ihr bester Freund lachten die ganze Zeit und amüsierten sich, und wir beiden Anhängsel saßen stumm daneben. Ich versuchte zwar mit dem Mädchen ins Gespräch zu kommen, aber sie antwortete auf Fragen immer nur mit Ja oder Nein und erzählte nie etwas von sich aus. Nach dem vierten Treffen gab ich es auf, mit ihr reden zu wollen. Irgendwann begrüßte sie mich nicht einmal mehr und rannte eines Tages, als meine Freundin und ihr bester Freund mal wieder so richtig vom Leder zogen, einfach schluchzend aus dem Raum. Ihr Freund lief ihr nach etwa fünf Minuten hinterher und kam mit versteinerter Miene nach einer halben Stunde wieder zu uns um uns mitzuteilen, die beiden hätten sich getrennt. Anschließend hing er deprimiert in den Armen meiner Freundin, die beiden kuschelten, und ich wusste nicht was ich sagen oder tun sollte.


In derselben Nacht erhielt ich eine formatsprengende SMS von einer unbekannten Nummer, wie sich herausstellte, von dem Mädchen. Sie entschuldigte sich darin, dass sie nie wirklich mit mir gesprochen habe, aber ihr jetziger Ex-Freund hätte es ihr verboten. Beim nächsten Satz stockte mir jedoch der Atem. Sie wusste, was es mit dem Wort "Feuerwehr" auf sich hatte. Meine Freundin und ihr bester Freund hatten wohl beide ihr erstes Mal miteinander gehabt, im Geräteschuppen der örtlichen Feuerwehr. Mir hatte sie jedoch immer erzählt, ihr Ex vor mir habe sie entjungfert, mit dem sie allerdings nur zwei Monate lang zusammen gewesen war. Nach langem Überlegen zeigte ich meiner Freundin die Nachricht. Sie stritt natürlich alles ab, und wurde ziemlich schroff. Dann fragte sie mich, ob ich einer dahergelaufenen Tussi mehr Glauben schenken würde als ihr. Kurz darauf bekam ich jedoch mit, wie meine Freundin mit ihrem besten Freund telefonierte, ich verstand zwar kein Wort, aber ihre Stimme klang angespannt und nervös. Ab und an wurde sie laut. In den folgenden Wochen wuchs mein Misstrauen meiner Freundin und ihrem besten Freund gegenüber nahezu ins Unermessliche. Meine Freundin bemerkte das natürlich und reagierte darauf indem sie erst wahnsinnig zickig und nach einem heftigen Streit, in dem ich ihr androhte mich zu trennen, extra liebenswert wurde. Sie bemühte sich danach das erste Mal, mich nicht immer komplett links liegen zu lassen sobald ihr bester Freund in der Nähe war. Ich ließ mich einlullen und wir kamen wieder besser miteinander klar.


Dieser Zustand hielt so lange, bis ich bemerkte, dass meine Freundin seltsam unpünktlich bei Verabredungen wurde und oft stundenlang nicht an ihr Handy ging. Ihre Eltern begannen mich mitleidig anzusehen, wenn ich bei ihr zu Hause auf sie wartete, und eines schönen Tages, als ich sie zur Rede stellte, erzählte sie mir unter Tränen alles. Sie hatte seit Jahren eine Affäre mit ihm, aber er wollte keine richtige Beziehung mit ihr, da er die Freundschaft nicht zerstören wollte. Ich vermutete zwar eher, dass er darauf aus war, problemlos auch noch mit anderen Mädchen schlafen zu können und dass diese Behauptung nur Unsinn war, aber ich konnte es ja schlecht beweisen. Sie war nur mit mir zusammen, weil ich eine Art Trophäe für sie war, die ihr Ego pushte und gleichzeitig auch noch ihren besten Freund eifersüchtig machte. Bei der Vorstellung, dass unsere ganze Beziehung nur darauf beruhte, drehte sich mir der Magen um. Wir trennten uns natürlich. Mir ging es eine Weile wirklich schlecht, aber ich rappelte mich wieder auf. Bald erfuhr ich, dass meine Ex wieder mit jemandem zusammen war. Die Beziehung hielt jedoch erwartungsgemäß nicht lange und ihr bester Freund wurde anschließend von ihrem neuen Freund krankenhausreif geprügelt. Man munkelte, dass er die beiden in flagranti erwischt hatte. Sie suchte daraufhin Trost bei mir. Aber anstelle sie zu trösten schrieb ich ihr einfach eine lange Nachricht in der ich ihr darlegte warum sie genau das verdient hatte, was sie bekommen hatte, und dass ich nie wieder etwas von ihr und ihrem besten Freund hören wollen würde. Ich drückte mich teilweise sehr krass aus, und beleidigte sie an vielen Stellen der Nachricht auf das Übelste. Sie musste zur Therapie, ob nun nur meinetwegen weiß ich nicht, aber ich habe mit meinen Worten sicherlich einen größeren Beitrag dazu geleistet. Es tut mir aufrichtig Leid.

Beichthaus.com Beichte #00029792 vom 09.02.2012 um 13:34:41 Uhr (35 Kommentare).

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Krieg und Frieden

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Zwietracht Aggression Gewalt Partnerschaft Greiz

Ich muss etwas beichten, das mich sehr belastet, und wegen dem ich mir seit langem selbst Vorwürfe mache. Vor einigen Jahren bin ich mit meiner zweiten richtigen Freundin zusammengekommen, nachdem mich meine erste Beziehung maßlos enttäuscht und ausgenutzt hatte. Ich schwebte eine Weile im siebten Himmel und anfänglich schien auch alles zu passen, wir waren unzertrennlich. Doch nach einiger Zeit fiel mir auf, dass meine Freundin ab und an wegen Banalitäten überreagierte und herumzickte. Zunächst dachte ich mir nichts weiter dabei, außer vielleicht, dass sie die bei Frauen üblichen Hormonschwankungen durchlitt und deshalb unleidlich war. Es wurde jedoch immer schlimmer. Nach einem Jahr begann sie mich regelmäßig anzuschreien, mit den Türen zu knallen und mir Geschirr vor die Füße zu werfen. Hinterher wurde sie immer lammfromm und entschuldigte sich teilweise unter Tränen bei mir, so dass ich es zunächst nicht übers Herz brachte, ihr die Ausbrüche übel zu nehmen. Sie schlug mich das erste Mal, nachdem wir etwas mehr als eineinhalb Jahre zusammen waren. Ich sagte ihr danach sofort, dass das inakzeptabel und ein Trennungsgrund sei, worauf sie wieder in Tränen ausbrach und ich es als einen Ausrutscher abhakte. Ungefähr ein halbes Jahr später schlug sie mich im Streit wieder, diesmal mehrmals und mit voller Kraft. Ich zog die Konsequenzen und trennte mich von ihr. Sie versprach mir sich zu ändern, wenn ich zu ihr zurückkommen würde. Nach einigem Zögern nahm ich sie zurück, und sie gab sich wirklich Mühe mit mir, doch bald schon begann sie wieder in ihre alten Muster zurückzufallen.


Eines Morgens, als wir gemeinsam im Bad waren und ich sie nur fragte wie sie geschlafen und was sie geträumt hätte, reagierte sie wieder äußerst gereizt und schrie mich an ich solle sie in Ruhe lassen und nicht mit sinnlosem Mist nerven. Ich zuckte die Achseln und begann mir die Zähne zu putzen, dabei kleckerte ich mit der Zahnpasta neben das Waschbecken. Ohne Vorwarnung rammte sie mir daraufhin meine Zahnbürste in den Rachen, was sehr schmerzhaft war und prügelte anschließend mit dem noch laufenden Haartrockner auf mich ein. Ich hatte derweil Mühe, meine Zahnbürste wieder herauszuziehen und blutete aus dem Mund, während sie den Haartrockner auf meinem Kopf zerlegte. Ein abgesplittertes Plastikteil schlitzte mir die Kopfhaut auf einer Länge von sechs Zentimetern auf und es begann sofort stark zu bluten, sie hielt jedoch nicht inne. Ich holte aus und schlug sie einmal mit der flachen Hand ins Gesicht. Sie kippte um und blieb bewusstlos liegen. In meinem Schock fuhr ich sie anschließend ins Krankenhaus, wo auch ich versorgt wurde. Die Schwestern glaubten mir allerdings kein Wort über den Hergang und so wurde ich noch im Krankenhaus von der Polizei befragt. Sie sagten mir dass meine Freundin mich angezeigt hätte. Ich glaubte erst kein Wort davon und wollte mit ihr reden, doch sie wollte mich nicht sehen. Einen Tag später jedoch rief sie mich an und weinte bitterlich. Die Polizei hätte ihr eine Version eingeredet in der ich sie zuerst geschlagen, und sie sich nur gewehrt hätte. Ich war bei ihrer Entschuldigung von Anfang an misstrauisch. Zu recht wie sich herausstellte, denn sie zog die Anzeige nicht zurück. Glücklicherweise stellte der Gutachter fest, dass sie nur einen Schlag abbekommen hatte, von dem sie ein Schädel-Hirn Trauma erlitt, ich aber mindestens vier bis fünf Schläge mit dem Haartrockner und tiefe Läsionen durch massive Gewalteinwirkung im Rachenbereich kassiert hatte, was eher für meine Version sprach. Es stand Aussage gegen Aussage, die Ermittlungen wurden eingestellt. Sie wollte mich trotzdem zurück und versprach mir hoch und heilig zur Therapie zu gehen, doch ich weigerte mich, weiterhin mit ihr zusammenzusein. Daraufhin erzählte sie in meinem Freundeskreis herum, dass ich ein gemeiner Schlägertyp wäre und ständig ausrasten würde. Meine Freunde wandten sich bis auf einige wenige von mir ab und ich stand alleine da. Ihr Vater bedrohte mich, er würde mich fertig machen. Ich sah keinen anderen Ausweg, als die Polizeifotos vom Zustand meines Kopfes und Rachens auszudrucken, allen meinen Freunden, und auch ihrem Vater per Post zuzustellen, inklusive der ausführlichen schriftlichen Analyse des Gutachters. Meine Ex versuchte sich daraufhin das Leben zu nehmen. Sie ist jetzt in psychiatrischer Behandlung und ihr geht es wohl wirklich nicht gut. Ich mache mir wegen des Schlages und der Aktion mit den Bildern große Vorwürfe und frage mich, wie ich die Situation anders hätte lösen können.

Beichthaus.com Beichte #00029791 vom 08.02.2012 um 12:01:23 Uhr in Greiz (37 Kommentare).

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