Schimmlige Äpfel in der Psychiatrie

7

anhören

Dummheit Verschwendung Unreinlichkeit Ekel

Mit 13 Jahren wurde ich in die Jugendpsychiatrie eingeliefert. Dort ging es mir nicht sonderlich gut - die Zustände waren zwar nicht unerträglich, aber auch nicht sehr schön. Ich fühlte mich äußerst unwohl und nahm irgendwann stetig ab. Weil ich sowieso schon recht dünn war und ich nach wenigen Wochen immer noch nicht zunahm, kamen die Ärzte irgendwann auf die Idee, etwas dagegen zu tun. Also wurden mir "Rationen" zugeteilt, also festgelegte Mahlzeiten, die eine bestimmte Kalorienzahl enthielten und die ich essen musste. Wirklich begeistert war ich natürlich nicht, und weil man nicht daran dachte, auf mich aufzupassen und mich teilweise alleine essen ließ, begann ich, einige Nahrungsmittel auszusortieren und in der ganzen Klinik zu verstecken. Den Saft kippte ich mitsamt einem Toast in den Blumentopf, den Apfel versteckte ich unter dem Sofa, die Gurken im Schrank, das Brot hinter dem Fernseher und so weiter - ich packte es wirklich überall hin, wo ich hinkam und wo es nicht sofort auffallen würde.


Auch wenn es echt knappe Momente gab, wo man mich fast erwischt hätte. Meine Mitpatienten haben das natürlich mitgekriegt und fanden das immer recht lustig, aber den Ärzten und Betreuern wäre es wohl etwas anders gegangen, hätten sie mich jemals auf frischer Tat ertappt. Zwar änderte sich mein Gewicht nicht, aber da dies nicht der Grund war, wieso ich eingeliefert wurde, und sich mein Zustand irgendwann besserte, wurde ich schließlich entlassen. Einige Zeit zuvor hatte es angefangen, in den Räumen unangenehm zu riechen und niemand wusste, woher dieser mysteriöse Geruch eigentlich kam. Kurz nach meiner Entlassung nahm ich übrigens wieder zu und meine Situation verbesserte sich erheblich, nachdem ich eine ambulante Therapie annahm. Heute geht es mir wieder gut und ich halte Normalgewicht - die Erinnerung bleibt aber trotzdem. Ich möchte mich hiermit bei dem Klinikpersonal entschuldigen, die sich zwar nicht immer gut verhalten haben, aber diesbezüglich nur ihren Job gemacht haben, sowie bei den Mitpatienten, die den Mief ertragen mussten und eventuell in absoluter Ahnungslosigkeit in einen schönen Schimmelapfelbrei gegriffen haben. Und allen voran möchte ich mich bei der Person entschuldigen, die den ganzen Gammel irgendwann mal aufsammeln durfte. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00032335 vom 03.12.2013 um 13:33:33 Uhr (7 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Mein reicher Gönner

42

anhören

Betrug Diebstahl Morallosigkeit Habgier Geld

Ich arbeite im Callcenter einer großen und bekannten Versicherung. Ich nehme täglich eine Vielzahl von Anrufen entgegen, von Kunden über Außendienstmitarbeiter bis hin zu Maklern. Meine Aufgaben reichen von Beratungsgesprächen, bis hin zu gewünschten Vertragsänderungen. Vor Kurzem erhielt ich den Anruf eines ziemlich arrogant wirkenden, jungen Mannes. Er hatte einen teuren Sportwagen bei uns versichert, jedoch bisher keinen Beitrag bezahlt. Nun flatterte ihm wohl der Brief des Straßenverkehrsamtes ins Haus, mit dem Hinweis, dass wir ihm den Versicherungsschutz entziehen. Er wollte wissen, was denn an Beiträgen offen sei. Da ich generell Unverständnis für die Leute hege, die ihre Rechnungen nicht bezahlen, ihre Mahnungen scheinbar ungeöffnet wegschmeißen und dann blöd nachfragen, was denn zu zahlen wäre, fragte ich ihn, ob er denn nicht bemerkt hätte, dass weder eine Abbuchung von unserem Unternehmen, noch eine Zahlung von ihm auf seinen Kontoauszügen verzeichnet wäre. Da erzählte er mir in großen Tönen, dass seine Eltern durch Immobiliengeschäfte steinreich geworden sind und er so viel Geld auf seinem Konto habe, dass er inzwischen den kompletten Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben verloren hat. Er gab mir seine Bankverbindung durch - mit der Bitte, dass wir künftig die Beiträge abbuchen. In diesem Moment kam mir eine ziemlich unmoralische Idee.


Ich schrieb mir nach dem Gespräch die Bankverbindung und den Namen des Kerls auf. Als ich abends im Internet bei einem bekannten Onlineversandhändler nach verschiedenen Artikeln surfte, gab ich statt meiner Bankverbindung seine an. Ich bestellte einen Artikel für knapp 30 Euro und betete, dass er es nicht merken würde. Den Artikel kam ein paar Tage später. Wochen vergingen. Der Onlinehändler meldete sich nicht bei mir bezüglich einer zurückgegangenen Lastschrift. Also bestellte ich wieder auf den Namen meines reichen, unfreiwilligen Gönners. Wieder passierte nichts. Und noch einmal. Von Mal zu Mal wurde ich mutiger. Inzwischen bestelle ich nur noch auf seine Rechnung, monatlich im Wert von knapp 200 Euro. Bisher kam weder eine Nachricht vom Händler, noch von sonst jemandem. Ich beichte also, dass ich mich, obwohl ich in meinem Beruf ganz ordentlich verdiene und mich auch sonst nicht über meinen Lebensstandard beschweren kann, auf Kosten eines fremden Mannes bereichere. Und ich habe wirklich Spaß daran.

Beichthaus.com Beichte #00032330 vom 01.12.2013 um 18:26:20 Uhr (42 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“Folge

Für eine tolerante Gesellschaft

47

anhören

Vorurteile Zorn Internet Gesellschaft

Mir gehen diese ewig-gestrigen Braunköpfe, die neuerdings überall im Netz ihre überholten und gleichen Tiraden verbreiten, so was von auf den Senkel. Diese Leute sollten nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist es nämlich, was sie zum Überleben brauchen. Sobald sich auch im Internet - wie im realen Leben - keiner mehr um sie kümmert und sie nicht mehr ernst genommen werden, wird ihnen hoffentlich auch hier langweilig und sie verziehen sich wieder. Ich beichte, dass ich diese Sorte Mensch zutiefst verachte und mir wünsche, sie würden endlich aussterben oder alle nach Neuschwabenland auswandern. Ich beichte, dass ich voller Überzeugung ein sogenannter "Gutmensch" bin! Und ich bin stolz darauf!


Ich beichte außerdem, dass mich Feste wie Weihnachten, Ostern und andere einen feuchten Kehricht interessieren, dass ich den Weihnachtsbaum nicht als deutsches Kulturgut anerkenne und es mir herzlich egal ist, ob er öffentlich aufgestellt werden soll. Ebenso ist es mir völlig egal, ob ich über einen Weihnachtsmarkt oder einen Jahresendmarkt flaniere, und ob es dort statt Glühwein und Bratwurst eben Döner mit Buttermilch gibt. Ich beichte, dass mir Schaumküsse mit Schokoladenüberzug und Schnitzel mit Balkangemüse immer noch genauso gut schmecken wie Negerküsse und Zigeunerschnitzel, und dass ich diesen Begriffen nicht hinterhertrauere. Ich beichte also, dass mir eine weltoffene und liberale, tolerante Gesellschaft wichtiger ist, als nationale Identität und ähnliche veraltete Denkweisen.

Beichthaus.com Beichte #00032326 vom 01.12.2013 um 17:43:33 Uhr (47 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Meine Flucht vor der Ex

13

anhören

Feigheit Peinlichkeit Trunksucht Last Night Ex

Ich (m/24) habe vor knapp einem halben Jahr mit meiner damaligen Freundin schlussgemacht. Eigentlich war das ein logischer Schritt, denn die Beziehung lief nach zwei Jahren doch ziemlich bescheiden. Wir haben uns meistens nur noch getroffen, um gemeinsam Fernsehen zu gucken und mehr lief auch nicht, es gab praktisch keinerlei Anziehung oder Körperkontakt mehr. Ich habe das mehrfach angesprochen, aber es hat sich nichts geändert. Als ich dann irgendwann auf das Thema Schlussmachen hinsteuerte, brach sie in Tränen aus und drohte sogar, sich etwas anzutun, sodass ich das Ganze noch ein paar Wochen ertrug. Es hat sich trotzdem nichts geändert und deshalb habe ich das Ganze irgendwann per SMS beendet. Dieser feige Schritt tut mir leid, aber Angesicht zu Angesicht habe ich das einfach nicht hinbekommen, weil sie jedes Mal ein enormes Drama veranstaltete, wenn ich damit anfing. Mir war aber klar, dass ich ihr danach nicht mehr persönlich begegnen wollte, sondern künftigen Kontakt lieber vermeiden wollte. Sie hat sich auch nichts angetan, sondern nur fast 20 Kilogramm zugenommen, wie ich irgendwann über gemeinsame Freunde erfahren habe.


Ein gutes halbes Jahr ging auch alles gut und ich begegnete ihr nicht - bis ich sie dann irgendwann in der Disco sah. Ich bin ihr den ganzen Abend aus dem Weg gegangen, weil ich eine Konfrontation unbedingt vermeiden wollte, und weil ich nicht wusste, wie ich mit ihr umgehen sollte. Ich hatte nämlich ein ziemlich schlechtes Gewissen wegen der Art und Weise, wie ich das Ganze damals beendet habe. Das Ganze ging auch ein paar Stunden gut, bis ich aus der Toilette kam und sah, dass sie mit ihren Freundinnen ebenfalls auf dem Weg dorthin war. Leider befindet sich die Toilette im ersten Stock und ist deshalb nur über eine schmale Treppe erreichbar. Weil ich ziemlich betrunken und feige war, habe ich dann den einzigen Ausweg genommen, der mir noch blieb. Da ich ihr auf keinen Fall begegnen wollte, hüpfte ich einfach kurzerhand über das Treppengeländer - knapp drei Meter in die Tiefe. Dabei habe ich mir den Fußknöchel gebrochen. Als ich von den Sanitätern aus der Disco getragen wurde, habe ich noch kurz in die Menge der Schaulustigen geguckt und dabei meine Ex entdeckt, die für mich nur ein abwertendes Lächeln übrig hatte. Ich möchte beichten, dass ich ein enormer Feigling bin und lieber in den Abgrund springe, als kurz meiner Ex zu begegnen.

Beichthaus.com Beichte #00032325 vom 01.12.2013 um 03:56:54 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Der asoziale Schmarotzer

27

anhören

Feigheit Neid Zorn Ignoranz

Seit einem halben Jahr habe ich (w/21) einen Freund, der einfach der größte Schmarotzer ist. Trotzdem beneide ich ihn irgendwie, weil es ihm einfach so gut geht. Ich mache zurzeit eine Ausbildung und studiere nebenbei - deshalb muss ich auf jeden Cent achten, während der Monsieur mit einem Minijob und seinem Arbeitslosengeld auf knapp 2.000 Euro monatlich kommt. Wir zoffen uns deshalb nahezu täglich - mir geht sein verschwenderisches und faules Verhalten einfach auf die Nerven. Er arbeitet nur drei Tage in der Woche, während ich jeden Tag Überstunden schiebe und danach noch den Haushalt schmeiße und seinen Dreck wegmache, obwohl ich eigentlich lernen sollte. Noch dazu zahle ich das Essen alleine und er wohnt generell quasi auf meine Kosten - er denkt nicht darüber nach, was passiert, wenn er jeden Tag eine halbe Stunde lang duschen geht oder die Fenster aufreißt, während die Heizung hochgedreht ist. Ich habe auch noch nie einen Cent von ihm gesehen. Wenn ich ihn bitte, etwas für mich zu erledigen, zettelt er einen Streit an, haut dann ab und gibt sein Geld für Alkohol und Marihuana aus, anstatt damit mal Lebensmittel kaufen zu gehen.


Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und musste schon immer auf mein Geld achten. Ich habe ständig Angst, pleitezugehen, weil ich von niemandem finanzielle Unterstützung bekommen würde, wenn etwas passiert. Ich bin auf mich alleine gestellt - aber mein Freund versteht nicht, warum ich an jeder Ecke spare. Aber das aller Schlimmste ist, dass er meine Arbeit überhaupt nicht schätzt. Er meckert jeden Tag rum, dass die Wäsche nicht gewaschen ist, warum kein Fleisch auf dem Teller liegt und beschwert sich auch, dass ich nicht oft genug die Beine breitmache. Ich hingegen erledige seinen Papierkram für die ganzen Ämter und die Polizei - was ziemlich oft nötig ist, da er so viel Scheiße baut. Ich habe ihm sogar mein ehemaliges WG-Zimmer überlassen, nur, damit er den Mietvertrag nicht unterschreibt und unter meinem Namen dort wohnt. Ich möchte beichten, dass ich total neidisch auf sein einfaches Leben bin, obwohl ich weiß, dass er ein asozialer Schmarotzer ist. Außerdem, dass ich nicht den Mut habe, ihn endlich rauszuschmeißen.

Beichthaus.com Beichte #00032323 vom 30.11.2013 um 17:26:21 Uhr (27 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht