Von Spionage und Hundekacke

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Zorn Unreinlichkeit Ekel Tiere

Ich beichte, dass ich nie die Scheiße von meinem Hund aufhebe, weil ich es eklig finde. Ich habe es schon oft probiert und beinahe mitten in der Öffentlichkeit gekotzt. Also habe ich das Ganze nach vielen Versuchen einfach aufgegeben. Ich habe immer darauf geachtet, dass ich an Orte gehe, wo sehr wenig Menschen sind. In der Nähe des Waldes irgendwo an abgelegenen Ecken - und ich habe immer darauf geachtet, dass mein Hund am Waldrand scheißt, oder irgendwo hin, wo es eh niemanden stört, weil das Gras so hoch ist, dass da eh keiner drüber läuft. Doch so, wie es sich in einem kleinen Dorf gehört, muss man ja etwas zum Reden haben und man hat mich deshalb verfolgt - wohl nur ein Mal, aber ich wurde heimlich dabei beobachtet, wie ich die Kacke nicht aufgehoben habe, wie es sich normalerweise gehört. Heute kam eine wutentbrannte Frau auf mich zu, als ich wieder meine große Runde starten wollte, und sagte mir, dass ich nie wieder diese Runde laufen soll, sonst gibt es Ärger. Sie hat mich angemault, und mir zwei Hundetüten in die Hand gedrückt, und nebenbei hat sie erwähnt, dass sie mich verfolgt und mir heimlich hinterherspioniert hat.


Ich habe sie nur böse angeschaut und genervt geantwortet - schließlich kann ich ja keine Szene machen, sonst gibt es ja noch mehr Gesprächsstoff über mich, obwohl ich sie gerne auch angepampt hätte. Ich habe mir dann gleich mal eine andere Route ausgedacht und bin dann einen anderen Weg gegangen, viele Möglichkeiten habe ich ja nicht gerade, weil ich sonst immer nur auf Schnell- oder Landstraßen laufen kann. Ich hasse diese Frau, jetzt kann ich meine Runde nicht mehr laufen und muss jedes Mal aufpassen, dass ich nicht auf der Straße überfahren werde. Ich sehe zwar ein, dass es falsch war, die Scheiße nicht einzusammeln, ich sehe aber nicht ein, dass man mir hinterherspioniert. Und ich frage mich, was schlimmer ist: Ein Stück Scheiße, das irgendwo im hohen Gras liegt, oder wenn ich wegen der Scheiße mitten auf dem Weg kotze? Naja, man kann es sich ja aussuchen. Ich habe einen riesigen Hass auf alle im Ort, sollen sie doch reden, wenn ihr Leben so langweilig ist, dass sie sich mit anderen beschäftigen müssen.

Beichthaus.com Beichte #00033729 vom 07.08.2014 um 17:38:17 Uhr (18 Kommentare).

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Flucht vor dem Taxifahrer

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Betrug Morallosigkeit Ungerechtigkeit Geld Last Night Hörstel

Ich möchte zwei Dinge beichten: erstens, dass wir - zwei Kollegen und ich - einen Taxifahrer geprellt haben und zweitens, dass ich es immer noch lustig finde, obwohl inzwischen drei Jahre vergangen sind. Wir wollten nach einer feucht-fröhlichen Nacht nach Hause. Wir hatten ziemlich viel getrunken und zusammen nur noch knapp zehn Schweizer Franken. Da wir keine Lust hatten, mit dem Zug nach Hause zu fahren, wollten wir ein Taxi nehmen. Wir haben also in dem Wissen, kein Geld mehr zu haben, jedes Taxi in der Schlange gefragt, wie viel die Heimfahrt kosten würde und sind dann zum Günstigsten - bei diesem haben wir dann nochmals den Preis heruntergehandelt. Das klingt jetzt vielleicht alles nicht so lustig, während ich diese Zeilen schreibe, bin ich jedoch schon wieder am Grinsen.


Die ganze Fahrt über haben wir uns gestritten, wer denn nun die Fahrt bezahlt und alle haben immer wieder erwähnt, kein Geld zu haben. Der Taxifahrer fuhr weiter. Auf halber Strecke kamen wir auf die glorreiche Idee, bei einer berühmten Fast-Food-Kette anzuhalten und etwas zu bestellen, wir haben also im Taxi unser Kleingeld zusammengekratzt und damit drei Hamburger gekauft. Der Taxifahrer fuhr weiter, obwohl ihm spätestens jetzt ein Licht hätte aufgehen müssen. Als wir in unserer Ortschaft waren, stritten wir schließlich darum, wen der Taxifahrer zuletzt nach Hause bringen sollte, denn schließlich konnten wir ihn nicht bezahlen. In der Nähe meiner Wohnung habe ich dann gesagt, dass ich hier wohnen würde, und dass er mich rauslassen könne - rundherum waren nur Firmengebäude, aber der Taxifahrer zeigte immer noch keine Reaktion. Bis dann die anderen Beiden ebenfalls ausgestiegen sind und wegrannten, alle in eine andere Richtung. Während meiner Flucht kamen drei Damen den Weg entlang, die mich lachend rennen sahen - verfolgt von einem Mann. Diese bekamen wohl fürchterliche Angst und rannten mit mir mit. Schon nur bei dieser Situation muss ich wieder lachen. Ich möchte mich bei dem Taxifahrer entschuldigen, obwohl er selten dämlich war, und ebenfalls bei den drei Damen, die völlig erschrocken waren.

Beichthaus.com Beichte #00033728 vom 07.08.2014 um 15:10:09 Uhr in Hörstel (9 Kommentare).

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Angst vor Umarmungen

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Engherzigkeit Manie Tod

Ich (w/23) beichte, dass ich tierische Angst vor der Beerdigung von meiner Oma habe, die in ein paar Tagen ansteht. Obwohl ich meine Großeltern sehr gerne habe. Es ist nicht aus dem Grund, dass ich Angst habe, zusammenzubrechen. Ganz im Gegenteil. Ich habe seit meiner Kindheit keine Träne vor anderen vergossen - ich kann vor anderen Leuten keine Gefühle zeigen - aber vor allem kann ich keine Umarmungen ertragen. Ich hasse es, wenn jemand mich umarmt. Und auf Beerdigungen macht man das ja. Ich liebe meinen Opa über alles, aber ich könnte es nicht ertragen, wenn er mich in der Trauer umarmt. Ich würde es so gerne können. Der einzige Mensch, der mich umarmen kann, ohne dass ich mich verkrampfe, ist mein Freund, bei ihm genieße ich es sehr. Ich habe Angst, als gefühlskalte Frau dazustehen.

Beichthaus.com Beichte #00033723 vom 06.08.2014 um 20:28:03 Uhr (10 Kommentare).

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Unerlaubte Liebe

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Vorurteile Dummheit Morallosigkeit Liebe Painten

Ich bin 19 Jahre alt und beginne bald mein Studium an einer pädagogischen Hochschule, da es mein Traum ist, Kindergärtner zu werden. Letztes Jahr absolvierte ich sozusagen als Vorbereitung ein Praktikum an einer Privatschule, wo ich eine Klasse mit Kindern im Alter von 10-13 Jahren betreute und beaufsichtigte. Wie so eine Art "Aushilfslehrer." Die Erfahrung war insgesamt unvergesslich. Mir boten sich vertiefte Einblicke in die Lehrerwelt und die Tipps der erfahrenen, netten Kollegen waren hilfreich. Bei den Kindern war ich beliebt, womöglich faszinierte sie mein vergleichsweise junges Lehreralter und mein Sinn für Humor. Wie alle Menschen waren auch die Kinder verschieden. Doch genau das war der Knackpunkt. Ein Mädchen, 13 Jahre alt und sehr frühreif, begegnete mir stets freundlich und respektvoll. Sie war das beliebteste und hübscheste Mädchen der Klasse und Schwarm der Jungs. Ihre Ausstrahlung war mehr als nur positiv.


Dieses Mädchen sollte der einzige, große Schatten dieses tollen Erlebnisses werden. Unbewusst begann ich, bei den Pausenaufsichten und im Unterricht stets in ihrer Richtung zu schauen. Als ich sie mit den Freundinnen sah, erzählte ich Witze, da man sie leicht zum Lachen bringen konnte. Am Abend nach der Arbeit kam ich zurück und dachte über dieses Mädchen nach. Ich sagte mir, dass die Gedanken vorübergehend sind. Doch es kam schlimmer. Die Kinder luden mich zum Klassenchat ein, da sie auch nach der Schule plaudern wollten. Ich ließ mich auf das Angebot ein, nur um die Nummer des Mädchens zu haben. Ich fing an, mit ihr zu schreiben und brachte sie zum Lachen. Sie erwiderte, dass ich ein netter, lieber Mann sei, dem sie alles anvertrauen würde. Meine Gefühle wurden stärker. Obwohl ich genau wusste, dass es doch falsch ist und sie sowieso in einem Klassenkameraden verliebt war. Jeden Tag bekam ich Beziehungsvisionen und weitere Tagträume von ihr, ohne Schuldgefühle aufzuweisen. So ging das bis zum Ende des Praktikums weiter.


Doch mir war mein Verhalten stets bewusst und genau deshalb kotzte ich innerlich. Ich kam mir regelrecht zurückgeblieben und gestört vor. Ich hatte mich doch tatsächlich als Lehrer in eine dreizehnjährige Schülerin verliebt! Mein Herz sagte mir, dass ich sie wollte. Mein Verstand hingegen stand wie eine moralische Wand, die diese verrückte Vorstellung blockte. Dann noch der Altersunterschied, die unerwiderte Liebe, die Eltern. Mir geschah so etwas Absurdes zum ersten Mal und mir rangen die Hände deswegen. Der Frust steckte tief in mir drin, doch die Geschichte behielt ich für mich allein, denn die Scham war einfach zu groß. Verzweifelt suchte ich nach Erklärungen für meine Verliebtheit. Mir war klar, dass ich im Mädchen eine Art Idealbild von Partner sah: eine junge, hübsche und unschuldige Person, deren Liebe natürlich ist. Das faszinierte mich am meisten. Auch bin ich ein sensibler Typ, der meist im Hintergrund steht. Bei Kindern hingegen kann ich mich viel leichter öffnen. Eine Freundin hatte ich nie. Ich kannte genug Frauen, doch bei denen, wo ich es ernsthaft versucht habe, kriegte ich reihenweise Körbe. Klingt jetzt übertrieben, doch die Geschichte ließ mein ganzes Leben Revue passieren. Ich fragte mich, ob ich noch normal sei. Gott sei Dank schwanden die Gefühle langsam und ich konnte das Mädchen vergessen. Mit ihr schreibe ich noch ab und zu, da sie sich bei Fragen auch an mich wendet.


Ich weiß wirklich nicht, ob für meine Gedanken Absolution erteilt werden kann. Glaubt mir, ich bereue es, mich in eine dreizehnjährige Schülerin verliebt zu haben. Will so etwas nie wieder erleben. Ich bereue es auch, den Kontakt zu ihr gesucht und die Gefühle intensiviert zu haben. Ich plante sogar, eine Beziehung mit ihr zu führen. Und ich bitte nochmals um Vergebung, da ich an der Verliebtheit an sich nichts Falsches sah. Wenn man sich verliebt, verliebt man sich. Ich wünsche mir nur, dass ich sie mit ein paar Jahren mehr auf dem Konto anderswo kennengelernt hätte. Das hätte vielleicht all diese Komplikationen erspart.

Beichthaus.com Beichte #00033719 vom 06.08.2014 um 00:52:28 Uhr in Painten (25 Kommentare).

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Erbrochenes aus dem fünften Stock

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Ekel Unreinlichkeit Trunksucht Feigheit Nachbarn Berlin

Mir ist etwas passiert, was mir bisher noch nie passiert ist! Ich hatte einen Tag lang recht wenig gegessen und war mit leerem Magen einkaufen. Als ich vom Einkaufen zurück war, hatte ich keinen Hunger mehr, sondern Durst auf Bier. Beim Bier ist es aber nicht geblieben, sondern ich fing an, noch ein paar Schnäpse zu trinken. So weit, so gut. Alles hatte seine Normalität, ich wurde müde und bequem, sodass ich auch keine Lust mehr auf Essen hatte. Doch dann passierte es: Da ich Raucher bin, habe ich mir noch eine Letzte anzünden wollen, bevor ich mich friedlich schlafen lege - und es kam mir ein Schwall hoch, als hätte ich zehn Kilo gegessen. Ich konnte es nicht mehr bis zum Klo halten und fand den Balkon ganz praktisch. Wenige Schritte, supernah dachte ich mir, Fenster auf und lautstark raus damit. Es wollte auch irgendwie nicht mehr aufhören. Es war ja auch dunkel, ganz praktisch. Also weiter raus damit und noch schön die Stehpositionen verändert, mal weiter rechts, mal weiter links, Dünger für die Pflanzen dachte ich mir, was soll da schon passieren?

Ja, was passiert ist, sah ich am nächsten Tag. Erstmal war mein Teppich auf dem Balkon voll und die Fenster verschmiert - und als ich raus sah, stockte mir der Atem, ich war vor Peinlichkeit so berührt, fast wollte ich schon Heulen. Fünf Stockwerke lang ging mein Erbrochenes von Balkonwand zu Balkonwand. Und ausgerechnet im zweiten Stockwerk gibt es ein Vogelhaus, und das war vollständig besabbert. Tja, dachte ich mir, bleibt zu hoffen, dass man bei sieben Stockwerken rätselt, wer es war. Wären nur nicht die Schleifspuren meines Erbrochenen zu sehen. An einem Samstag war dann an der Eingangstür ein Brief, darin hat sich Mieter XY für die Sauerei bedankt und wegen des Vogelhauses beschwert. Gut, ich hätte mich entschuldigt, wenn ich nicht mit meinem Bruder zusammenwohnen würde und dieser ausgerechnet dabei war. Damit war die Peinlichkeit besiegelt. Fein, dachte ich mir, vor meinem Bruder so einen Scheiß zugeben? Nie im Leben. Ich wollte also schweigen, aber mein Bruder hatte eine Idee, und weil da einiges anmaßend war, haben wir anonym eine Antwort geschrieben. Gestern aber dann das Ding, beide Briefe waren zerrissen und zerknittert in unserem Briefkasten, und Gott sei Dank habe ich das vorgefunden. Meinem Bruder habe ich nichts davon gesagt. Nun bin ich am Überlegen, ob ich doch das Vogelhaus ersetze. Aber hätten sie es nicht einfach abduschen können? War das zu viel? Als Mutter oder Vater hat man doch auch vollgeschissene Windeln gesehen, Sabber von den eigenen Kindern, etc. Es ist mir extrem unangenehm. Ich hasse dieses Schuldgefühl, es erdrückt mich richtig. Es kommt mir so vor, als hätte ich gemordet. Überall sieht man doch mal ab und an Erbrochenes. Ist doch so, oder? Kaum jemand macht Anstalten, aber dann ausgerechnet wegen eines Vogelhauses. Ich bin von mir selbst so enttäuscht, eigentlich zögere ich nicht, handle sofort und mache alles. Aber diesmal verstricke ich mich in Lügen und Schuld.

Beichthaus.com Beichte #00033709 vom 05.08.2014 um 02:02:28 Uhr in 12555 Berlin (Müggelheimer Straße) (11 Kommentare).

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