Die Frau, die mich damals mobbte

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Gewalt Ungerechtigkeit Schule Arbeit

Ich war ein jahrelanges Mobbingopfer. Fast meine ganze Klasse beteiligte sich daran, mich zu schlagen und vor allem psychisch zu peinigen. Oft genug hatte ich keine Lust mehr in die Schule zu gehen, und mich jeden Tag aufs Neue beleidigen und herumschubsen zu lassen. Aber irgendwie biss ich mich durch, und schaffte es, wenigstens in der elften und zwölften Klasse einige Freunde zu finden, die mir gegen meine Peiniger zur Seite standen. Trotzdem blieb in mir ein unbeschreiblicher Hass zurück, zum einen auf meine Eltern, die das Problem immer herunterspielten, und mich für Besitztümer und Schulsachen, die meine Klassenkameraden mit Freude zerstört hatten, oft auch noch zusätzlich bestraften. Zum anderen natürlich auf meine Klasse selbst, allen voran zwei Jungen und ein Mädchen, die mich aus reiner Lust an der Grausamkeit schikanierten. Da das Mädchen wusste, dass ich mich bei ihr nicht wehrte, weil man Mädchen ja nicht schlägt, kassierte ich die meisten Hiebe von ihr. Die Jungen griffen mich jedoch nur in der Gruppe und seltener direkt tätlich an, da ich öfter mit der Not der Verzweiflung um mich schlug und sie daher alleine oft zuviele eigene schmerzhafte Treffer einstecken mussten, beziehungsweise ich nach einiger Zeit herausgefunden hatte, wohin ich schlagen musste, damit einem Gegner die Lust verging. Meines Hasses wegen, blieb ich sicherheitshalber von allen Klassentreffen fern, um dort nichts Unüberlegtes zu tun und brach den Kontakt zur Klasse komplett ab. Ich versuchte, im Allgemeinen mein Leben einigermaßen anständig und rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber zu führen. Leider holte mich meine Vergangenheit in dem Moment wieder ein, als ich in meiner Firma, ich bin mittlerweile Miteigentümer einer Immobiliengesellschaft, auf dem Gang plötzlich eben der Frau gegenüberstand, die mich früher so oft geschlagen und gepiesackt hatte. Ich hielt sie wirklich erst für eine Halluzination und glaubte das alles nicht, aber sie lächelte mich sehr verkrampft an, und begrüßte mich mit meinem Namen. In diesem Moment kam alles wieder hoch, der ganze Hass und meine Schamgefühle. Ich fragte sie wohl etwas unwirsch, was sie hier zu suchen habe. Sie wechselte mehrmals hintereinander die Farbe, während sie mir erklärte, dass sie schon seit einem Vierteljahr als Immobilienberaterin bei uns tätig sei. Ich nickte nur abwesend und verzog mich in mein Büro in dem ich erst einmal nur die Wand anstarrte, unschlüssig, was ich tun sollte. Mehrere Nächte lang schlief ich ziemlich schlecht, aber dann war ich wieder einigermaßen ich selbst, und beschloss das Ganze zu vergessen. Ich musste ja nichts mit ihr zu tun haben, die Firma war schließlich groß genug, außerdem dachte ich, dass sie eventuell sowieso aus Scham kündigen würde. Ein halbes Jahr lang ging das auch recht gut, wir sagten uns bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sich unsere Wege kreuzten gegenseitig Hallo, und die Situation war durchaus erträglich. Doch dann begannen Gerüchte die Runde zu machen, ich sei schwul. Das war mir zunächst vollkommen egal, weil ich nichts gegen Homosexualität habe, und die ganze Sache eher witzig fand. Später jedoch bemerkte ich, dass noch ganz andere Gerüchte die Runde machten, ich würde Geld veruntreuen, und zusammen mit meinem Partner die Angestellten ausbeuten und das Finanzamt betrügen.



Die Verursacherin des Ganzen stand für mich von Anfang an fest, ich getraute mich allerdings nicht gleich etwas zu unternehmen, weil mir vollkommen klar war, dass der Hass meine Sinne vernebelte. Mein Partner und ich baten jedoch, nachdem wir uns eingehend beraten hatten, die ganze Firma zum Einzelgespräch. Ich fasste langsam aber sicher den Plan, ihr einfach nur noch volle Breitseite gegen den Karren zu fahren. Mir war insgeheim vollkommen egal, ob sie etwas damit zu tun hatte oder nicht. Ich wollte sie einfach nur aus tiefster Seele fertig machen, außerdem war ich mir sicher, dass sie derlei Gerüchte zumindest dankbar weitertragen würde. An dem Tag, als sie bei mir im Büro saß, auf dem unbequemsten Stuhl den ich finden konnte, empfand ich tiefste Genugtuung. Sie sah aus, als hätte sie nicht viel geschlafen, und Spuren in ihrem Make-Up verrieten, dass sie geweint hatte. Ich ließ mir Zeit und studierte ihre Akte, die ich bereits auswendig kannte, während sie nervös auf dem Stuhl hin- und herrutschte. Meine Eröffnungsworte hatte ich vor dem Spiegel geübt, trotzdem schlug mir das Herz bis zum Hals als ich sie leise und fast berstend vor Hass fragte, was sie überhaupt für ein Mensch sei, und ob es ihr immer noch Spaß machte andere zu quälen und zu demütigen. Ich begann ihr aufzuzählen, wie oft sie mich in der Schule geschlagen und schikaniert hatte. Mit lauterer Stimme fuhr ich fort, ob ihr denn das nicht endlich mal reiche und sie sich denn überhaupt nicht weiterentwickelt habe. Sie starrte mich nur dumpf an. Ich starrte hasserfüllt zurück und sagte, dass ihre Kündigung, samt einer derartig schlechten Bewertung, dass sie in Zukunft nur noch als Putzfrau arbeiten könne, schon bereit liege. Darauf begann sie krampfartig zu weinen und zu schluchzen. Ich gab ihr ein Taschentuch und fragte sie dabei, ob sie allen Ernstes glaubte sie könne ewig so weitermachen ohne jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Sie weinte noch eine Weile und irgendwann ließ ich sie einfach gehen. Sie war nach dem Gespräch vier Wochen lang krankgeschrieben.


Dann bekam ich einen dicken Brief von ihr. Ich wollte mir ihr Rechtfertigungsgeschwafel eigentlich nicht durchlesen, aber irgendwie interessierte es mich dann doch und ich öffnete den Brief. Das Papier wirkte alt und die Schrift war etwas verblasst. Sie entschuldigte sich auf zwanzig Seiten für jedes einzelne Mal, bei dem sie mich in der Schule gepiesackt und geschlagen hatte. Kein Wort darüber, dass sie irgendwelche Gerüchte in der Firma verbreitet hatte. Der Brief schloss damit, dass sie in einen der beiden Jungen verliebt gewesen war, die mich am liebsten gemobbt hatten, und der naiven Meinung gewesen war, dass sie so seine Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Aber er hatte sie später wohl genauso verletzt wie sie mich. Der Brief war übrigens von 1997 datiert, also zwei Jahre nach meinem Abitur. Sie fragte mich, ob ich ihr jemals verzeihen konnte, und führte an, dass sie wisse, dass sie den Brief aus Feigheit und Angst, dass ich ihn wegwerfen könnte, sowieso nicht abschicken würde, sondern auf den passenden Moment im Leben wartete, wo sie mir all das persönlich sagen konnte. Das erschütterte mich zutiefst, obwohl ich ihr immer noch nicht verzeihen konnte, aber es zeigte, dass ich mich von meinen Gefühlen ihr gegenüber habe verleiten lassen, mich genau auf dieses Niveau zu begeben, was ich so fürchtete und verabscheute. Ich erwarte nicht, dass mich jemand versteht. Ich werde mich irgendwann noch einmal mit ihr Treffen, aber momentan bin ich einfach noch nicht bereit dazu. Der Verursacher der Gerüchte war übrigens ein junger Mitarbeiter, der sich von mir ungerecht behandelt fühlte.

Beichthaus.com Beichte #00029793 vom 10.02.2012 um 12:10:03 Uhr (44 Kommentare).

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Der Freund aus Kindheitstagen

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Eifersucht Fremdgehen Zwietracht Partnerschaft

Im Herbst 2004 bin ich mit meiner jetzigen Ex-Freundin zusammengekommen. Eigentlich war alles sehr schön zwischen uns, ich hatte das Gefühl, dass wir gut zusammenpassten und war auch wirklich schwer verliebt in sie. Dennoch störte es mich, dass egal wo wir hingingen und was wir taten, immer ihr bester Freund mitkommen musste. Die beiden kannten sich seit ihrer frühesten Kindheit und gingen dementsprechend vertraut miteinander um. Wenn sie sich untereinander über ihre vielen gemeinsamen Erlebnisse unterhielten und zusammen lachten, kam ich mir oft vor wie das fünfte Rad am Wagen. Ich war ziemlich eifersüchtig auf ihn, ließ es mir aber nicht anmerken, denn als ich meiner Ex gegenüber mal erwähnte, dass es mich störte, dass ihr bester Freund immer und überall dabei war, wurde sie sehr aufbrausend. Offensichtlich hatten sie auch irgendwelche Geheimnisse vor mir, denn oft warfen sie sich vielsagende Blicke zu, wenn jemand das Wort "Feuerwehr" erwähnte. Ich dachte erst, dass sie vielleicht als Kinder irgendetwas angezündet hatten, deswegen fragte ich nicht weiter nach. Eines Tages stellte der beste Freund meiner Ex uns seine neue Freundin vor. Sie war sehr hübsch, nur etwas schüchtern. Mir fiel allerdings ein ziemlich großer Stein vom Herzen, da ich dachte, ich hätte jetzt etwas mehr von meiner eigenen Freundin. Doch weit gefehlt. Wir trafen uns jetzt ständig zu viert. Meine Freundin und ihr bester Freund lachten die ganze Zeit und amüsierten sich, und wir beiden Anhängsel saßen stumm daneben. Ich versuchte zwar mit dem Mädchen ins Gespräch zu kommen, aber sie antwortete auf Fragen immer nur mit Ja oder Nein und erzählte nie etwas von sich aus. Nach dem vierten Treffen gab ich es auf, mit ihr reden zu wollen. Irgendwann begrüßte sie mich nicht einmal mehr und rannte eines Tages, als meine Freundin und ihr bester Freund mal wieder so richtig vom Leder zogen, einfach schluchzend aus dem Raum. Ihr Freund lief ihr nach etwa fünf Minuten hinterher und kam mit versteinerter Miene nach einer halben Stunde wieder zu uns um uns mitzuteilen, die beiden hätten sich getrennt. Anschließend hing er deprimiert in den Armen meiner Freundin, die beiden kuschelten, und ich wusste nicht was ich sagen oder tun sollte.


In derselben Nacht erhielt ich eine formatsprengende SMS von einer unbekannten Nummer, wie sich herausstellte, von dem Mädchen. Sie entschuldigte sich darin, dass sie nie wirklich mit mir gesprochen habe, aber ihr jetziger Ex-Freund hätte es ihr verboten. Beim nächsten Satz stockte mir jedoch der Atem. Sie wusste, was es mit dem Wort "Feuerwehr" auf sich hatte. Meine Freundin und ihr bester Freund hatten wohl beide ihr erstes Mal miteinander gehabt, im Geräteschuppen der örtlichen Feuerwehr. Mir hatte sie jedoch immer erzählt, ihr Ex vor mir habe sie entjungfert, mit dem sie allerdings nur zwei Monate lang zusammen gewesen war. Nach langem Überlegen zeigte ich meiner Freundin die Nachricht. Sie stritt natürlich alles ab, und wurde ziemlich schroff. Dann fragte sie mich, ob ich einer dahergelaufenen Tussi mehr Glauben schenken würde als ihr. Kurz darauf bekam ich jedoch mit, wie meine Freundin mit ihrem besten Freund telefonierte, ich verstand zwar kein Wort, aber ihre Stimme klang angespannt und nervös. Ab und an wurde sie laut. In den folgenden Wochen wuchs mein Misstrauen meiner Freundin und ihrem besten Freund gegenüber nahezu ins Unermessliche. Meine Freundin bemerkte das natürlich und reagierte darauf indem sie erst wahnsinnig zickig und nach einem heftigen Streit, in dem ich ihr androhte mich zu trennen, extra liebenswert wurde. Sie bemühte sich danach das erste Mal, mich nicht immer komplett links liegen zu lassen sobald ihr bester Freund in der Nähe war. Ich ließ mich einlullen und wir kamen wieder besser miteinander klar.


Dieser Zustand hielt so lange, bis ich bemerkte, dass meine Freundin seltsam unpünktlich bei Verabredungen wurde und oft stundenlang nicht an ihr Handy ging. Ihre Eltern begannen mich mitleidig anzusehen, wenn ich bei ihr zu Hause auf sie wartete, und eines schönen Tages, als ich sie zur Rede stellte, erzählte sie mir unter Tränen alles. Sie hatte seit Jahren eine Affäre mit ihm, aber er wollte keine richtige Beziehung mit ihr, da er die Freundschaft nicht zerstören wollte. Ich vermutete zwar eher, dass er darauf aus war, problemlos auch noch mit anderen Mädchen schlafen zu können und dass diese Behauptung nur Unsinn war, aber ich konnte es ja schlecht beweisen. Sie war nur mit mir zusammen, weil ich eine Art Trophäe für sie war, die ihr Ego pushte und gleichzeitig auch noch ihren besten Freund eifersüchtig machte. Bei der Vorstellung, dass unsere ganze Beziehung nur darauf beruhte, drehte sich mir der Magen um. Wir trennten uns natürlich. Mir ging es eine Weile wirklich schlecht, aber ich rappelte mich wieder auf. Bald erfuhr ich, dass meine Ex wieder mit jemandem zusammen war. Die Beziehung hielt jedoch erwartungsgemäß nicht lange und ihr bester Freund wurde anschließend von ihrem neuen Freund krankenhausreif geprügelt. Man munkelte, dass er die beiden in flagranti erwischt hatte. Sie suchte daraufhin Trost bei mir. Aber anstelle sie zu trösten schrieb ich ihr einfach eine lange Nachricht in der ich ihr darlegte warum sie genau das verdient hatte, was sie bekommen hatte, und dass ich nie wieder etwas von ihr und ihrem besten Freund hören wollen würde. Ich drückte mich teilweise sehr krass aus, und beleidigte sie an vielen Stellen der Nachricht auf das Übelste. Sie musste zur Therapie, ob nun nur meinetwegen weiß ich nicht, aber ich habe mit meinen Worten sicherlich einen größeren Beitrag dazu geleistet. Es tut mir aufrichtig Leid.

Beichthaus.com Beichte #00029792 vom 09.02.2012 um 13:34:41 Uhr (35 Kommentare).

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Das Mädel von der Studentenparty

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Fremdgehen Lügen Feigheit Last Night

Ich bin Student (21) und wohne mit einem Kumpel in einer Studentenbude. Vor circa sechs Wochen lud ein Typ, der im selben Kurs wie ich ist, uns zu einer kleinen Party ein. Seine Eltern waren über Weihnachten Ski fahren und er sollte aufs Haus aufpassen. Jedenfalls feierte er eine ziemlich wüste Party. Nicht ganz so schlimm wie in diesen amerikanischen Studentenfilmen, aber nah dran. Es waren eine Menge Leute da und ich hatte auch verdammt viel Spaß. Später am Abend habe ich dann eine ziemlich attraktive Dame entdecken können. Ich sehe nicht schlecht aus und bin auch eigentlich ganz sympathisch, allerdings fehlt mir häufig der Mut, auf Frauen zuzugehen. Ich hatte an diesem Abend aber verdammt gute Laune und die drei Bier machten mich lockerer. Ich habe das Mädel dann eine Weile beobachtet und sie schließlich angesprochen. Eigentlich war ich nicht wirklich auf ein Abenteuer aus. Aber sie machte mir eindeutige Andeutungen. Also sind wir zu ihr gefahren und den Rest kann man sich denken. Sie fragte mich noch, ob ich vergeben sei. Ich verneinte, was ja auch der Wahrheit entsprach. Als ich sie fragte, sagte sie ebenfalls Nein. Ich machte mir also keine Gedanken. Wir fuhren dann später wieder zur Party. Der Gastgeber lag mittlerweile im Bett. Ich blieb dann auch nicht mehr wirklich lange. Eine Woche nach der Party traf mich jedoch der Schlag. Das Mädel mit dem ich es getrieben hatte, war die Freundin des Kerls, der die Party geschmissen hatte. Das bestätigte mir mein Mitbewohner, der den Typen gut kannte. Sie hatte mich also astrein angelogen. Konnte mir ja eigentlich egal sein, aber der Kerl tut mir Leid. Er weiß nicht, dass seine Freundin fremd bumst. Sie hat die Tatsache, dass er besoffen im Bett lag, eiskalt ausgenutzt. Ich hasse Lügen wie die Pest. Aber ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass mich das ja auch nichts angeht, wie die Beziehung von den beiden läuft. Ich beichte also, dass ich zu feige bin, diesem wirklich netten Kerl zu sagen, dass seine Freundin ihn betrügt. Vor allem weil ich Angst habe, er würde mich zusammenschlagen. Ich meine, welcher Kerl will nicht die Affäre seiner Freundin windelweich prügeln, bevor er sie verlässt? Hoffentlich merkt er, dass sie ihn hintergeht, bevor mein Gewissen mich dazu bringt es ihm zu sagen.

Beichthaus.com Beichte #00029787 vom 07.02.2012 um 15:37:19 Uhr (17 Kommentare).

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Die Schwedin und das Hostel in Neuseeland

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Trunksucht Ekel Unreinlichkeit Urlaub Last Night Neuseeland

Ich (m) möchte etwas beichten, was schon gut ein Jahr zurückliegt und mein mit Abstand peinlichstes Ereignis in meinem 21-jährigen Leben beinhaltet. Ich habe nach dem Abi das Vergnügen gehabt, vor dem Studium, meinen Traum einer 6-monatigen Auslandsreise nach Neuseeland zu verwirklichen. Der vierte Monat war angebrochen und ich hatte zuvor sechs Wochen harte Drecksarbeit geleistet, um die Kasse wieder etwas aufzufüllen und machte mir nun ein schönes Leben, verprasste das Geld und genoss die Zeit. Jedenfalls befand ich mich an jenem Tag in einem Hostel in Auckland, in dem ich schon zwei Wochen verweilte und wachte vom Klingeln meines Handyweckers auf. Es war 9:45 Uhr morgens und ich hatte am Abend gut gefeiert, anscheinend zu gut. Mein Kopf dröhnte und ich hatte einen ekligen Geschmack aus Alkohol und Zigaretten im Mund, kurz gesagt: ich hatte den Kater meines Lebens. So fertig war ich am Tag danach noch nie und ich musste wohl ziemlich viel getrunken haben. Wilde Tanz- und Kussszenen mit dem Mädel im Bett gegenüber schossen mir durch den Kopf und ich musste grinsen. So lässt es sich leben.


Sie war Schwedin und hatte ein hübsches Gesicht, kleine straffe Brüste, die üppig abstanden, mit Nippeln, die einen sehr einladend anschauten (in Fachkreisen auch "Schlitten-Titten" genannt). Zwischen uns knisterte es schon seit ich im Hostel angekommen war und wir verstanden uns blendend - wir hatten sogar Pläne geschmiedet zusammen weiter zu reisen. Sie sah so unschuldig aus, war aber alles andere als das. Was für eine geile Sau. So sehr ich mich jedoch anstrengte, ich konnte den Abend nicht vollständig rekonstruieren und wusste nicht mehr, wie ich ins Bett gekommen bin.


Warum klingelte der Wecker? Ahja, um 10 Uhr ist Checkout-time und ich wollte noch eine weitere Woche bleiben und musste meinen Aufenthalt verlängern. Schlaftrunken stand ich auf und ging ins Bad, um mir die Zähne zu putzen und dachte mir noch "Hast aber gut geschwitzt in der Nacht!". Ich war in einem 4-Bett-Zimmer mit zwei Hochbetten. Der Typ im Bett unter mir steht jeden Morgen um 5:30 Uhr auf und geht zur Arbeit, er war also nicht da und die Schwedin war ebenfalls nicht im Zimmer - wahrscheinlich frühstücken - und der Typ unter ihr schlief noch tief und fest. Als ich von der Rezeption wieder kam und auf mein Bett klettern wollte, sah ich das Unglück: jeweils einen großen, nassen Kreis in meinem Bett und im Bett unter mir. Ich hatte ins Bett gepinkelt. Mich packte die Panik und ich wollte nur noch aus diesem Alptraum aufwachen, musste aber geschockt feststellen, dass das kein Traum war, sondern dass ich gerade wirklich mit 20 Jahren in einem Hostel ins Bett gemacht habe. Geht es noch peinlicher? Ich wollte nur noch sterben. Ich stand wie versteinert da und überlegte was ich tun sollte.


Nun zu meiner Beichte: ich ging zum Waschraum und nahm zwei frische Bettbezüge, ging zurück ins Zimmer und zog beide Betten ab, drehte die Matratzen um, bezog sie neu und brachte die nassen Bezüge zum Wäschekorb. Danach packte ich alle meine Sachen in Rekordzeit, ging zur Rezeption und versuchte mit irgendwelchen Ausreden mein Geld für die bezahlte Woche wieder zu bekommen, was auch klappte. Als das geschafft war, nahm ich ein Taxi ans andere Ende der Stadt und checkte in ein Hostel ein, um zu duschen und erst mal wieder runter zu kommen. Das Zimmer muss nach ein paar Tagen stark nach Urin gestunken haben und mir tun die unwissenden Menschen Leid, die in den beiden Betten schlafen mussten, bis irgendwann die Ursache für den Gestank rauskam. Aber mir war das so peinlich, dass ich mir sogar eine neue SIM-Karte fürs Handy kaufte, um mir Fragen nach meinem plötzlichen Verschwinden zu ersparen. Ich will mir gar nicht erst die Reaktionen auf dieses Missgeschick ausmalen.


Jetzt, ein Jahr später, bereue ich zutiefst einfach so weg gerannt zu sein. Sie war meine absolute Traumfrau und ich vermisse sie sehr. Sollte es so etwas wie Seelenverwandte geben, dann war sie meine. Ich habe bis heute vergeblich versucht die ganze Sache zu verdrängen, aber wenn ich abends versuche einzuschlafen, muss ich manchmal daran zurückdenken und werde vor Scham ganz rot und vergrabe mein Gesicht im Kissen. Ich hoffe ich kann irgendwann mal drüber lachen. Ich gelobe übrigens Besserung und habe danach nie mehr wieder so viel Alkohol getrunken und gehe nun jedes Mal vorm Schlafengehen brav aufs Töpfchen. Oh man, wie peinlich. Und das mit 21.


PS: Zum Glück ist der Typ unter mir schon um 5:30 Uhr aufgestanden und ich habe nicht ihn sondern nur sein Bett angepinkelt. Oder was noch schlimmer wäre: wenn sie unter mir geschlafen hätte und durch das Tröpfeln meines Weihwassers geweckt worden wäre. Oh Gott, ich hör lieber auf.

Beichthaus.com Beichte #00029786 vom 07.02.2012 um 12:27:56 Uhr in Neuseeland (Auckland) (12 Kommentare).

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Der Yoga-Lehrer

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Fremdgehen Eifersucht Verrat

Meine Freundin besucht seit einiger Zeit einen Yoga-Kurs mit zwei ihrer Freundinnen. Schon nach der vierten Stunde sagte sie mir, dass sie das Gefühl habe, einer der Lehrer machte sich an sie heran. Ich konnte mir das zunächst nicht wirklich vorstellen, da ich bis dato nur Gutes über die Yoga und Pilates-Schule gehört hatte, zu der sie geht. Sie erzählte mir aber von Mal zu Mal mehr Geschichten darüber, wie der betreffende Lehrer sie wiederholt an Stellen begrapschte, die ihr unangenehm waren, und in der Pause versuchte, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ich gab ihr den Rat, dem Lehrer unter vier Augen einfach mal zu sagen, was sie davon hielt. Leider wollte meine Freundin das nicht, weil sie fürchtete, dass sie dann bei dem Lehrer, beziehungsweise dem Team der Yoga-Schule in Ungnade fiel. Weiterhin legte sie mir ans Herz, ja nicht herumzuerzählen, dass sie sich von dem Lehrer belästigt fühlte.


Von Woche zu Woche jedoch steigerten sich seine Zudringlichkeiten, und in mir brodelte es bereits bedrohlich. Wir hatten mehrere Diskussionen in denen ich ihr nahelegte, entweder den Kurs zu wechseln, oder ein ernstes Gespräch mit dem Lehrer zu führen, doch sie wollte beides nicht und weigerte sich beharrlich irgendeinen Rat in der Sache von mir anzunehmen. Anstelle dessen ging sie dann irgendwann einfach dazu über mir nicht mehr zu erzählen, was beim Yogakurs so vor sich ging. Ich dachte so bei mir, dass sie dann wohl oder übel seine Grapschereien über sich ergehen lassen musste, obwohl mir das nicht passte, aber ich konnte sie ja schlecht zum Aufhören zwingen. Zwar zog ich die Möglichkeit in Betracht, den Lehrer mal selbst zur Seite zu nehmen um ihm ordentlich die Meinung zu geigen, aber das hätte sie sicher mitbekommen und dann hätte es wohl ein mittelgroßes Drama gegeben.


Stattdessen zog ich vorsichtig Erkundigungen über ihn ein, und siehe da, meine Freundin war bei weitem nicht die Einzige, die sich von ihm belästigt fühlte. Es gab wohl schon mehrmals Probleme dieser Art mit ihm, und sein Job hing daher auch am seidenen Faden, wie ich nach einiger Recherche erfuhr. Ich zögerte allerdings damit, ihn bei seinem Chef anzuschwärzen, da ich nicht wollte dass er wegen meiner Eifersucht seinen Job verliert. Außerdem war ich mir sicher, dass eine der anderen Frauen, an die er sich so heran schmiss, das schon erledigen würde.


Eines Tages bemerkte ich jedoch, dass sich meine Freundin ziemlich rege SMS mit jemandem schrieb. Mir fühlte nichts allzu Gutes, und als ich sie direkt darauf ansprach bestätigten sich meine Befürchtungen. Erst blockte sie ab, aber ich ließ nicht locker, und so gab sie irgendwann zu, dass sie sich mit ihrem Yogalehrer schrieb. Ich fragte sie daraufhin in sehr zynischem Tonfall ob man sie nur lange genug begrapschen und aufdringlich an ihr herumgraben müsse, damit sie Interesse bekam. Daraufhin rastete sie aus, und ich sagte ihr, dass ich unter diesen Umständen nicht bereit wäre, die Beziehung mit ihr weiterzuführen. Natürlich suchte sie direkt Trost in den Armen ihres Lehrers. Dummerweise stellte sich allerdings dabei heraus, dass der Gute in einer Fernbeziehung vergeben war und durchaus nicht bereit sich ihretwegen von seiner Freundin zu trennen. Sie stand also mit Nichts da außer einer Kurzaffäre, war allerdings viel zu stolz, um bei mir noch einmal angekrochen zu kommen, obwohl ich von ihren Freundinnen erfuhr, dass sie total fertig war wegen der Sache. Ich wollte mich aber noch unbedingt an ihrem Lehrer rächen, und so setzte ich einen ziemlich teuren Privatdetektiv auf ihn an, der einen knappen Monat Beweise für seine Affären mit Schülerinnen sammelte. Die entstandenen Fotos schickte ich anonym seinem Chef und seiner Freundin zu. Gestern habe ich offiziell erfahren, dass der Lehrer fristlos gekündigt worden ist und es bereitet mir tiefe innere Befriedigung. Meine Ex geht übrigens immer noch zum Yoga, das sie jetzt aber wahrscheinlich nötiger hat als je zuvor.

Beichthaus.com Beichte #00029778 vom 06.02.2012 um 11:14:29 Uhr (25 Kommentare).

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