Ein harmloser Flirt

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Eifersucht Misstrauen Fremdgehen

Ich habe vor ein paar Jahren unabsichtlich die Beziehung meiner besten Freundin ruiniert. Man muss dazu wissen, dass meine beste Freundin es früher nicht so genau mit der Treue nahm. Sie hatte immer mehrere Typen am Start und schwärmte im Quartalstakt von neuen Männern. Sie brach dabei mit Sicherheit einige Herzen, aber auch ihr wurde mehrmals das Herz gebrochen. Nach jeder dieser Enttäuschungen suchte sie Trost bei mir. Wie man das dann eben als beste Freundin so macht, stand ich ihr bei, erklärte alle Männer zu Idioten und teilweise auch Schlimmerem. Oft genug war ihr Beitrag am Scheitern ihrer Kurzbeziehungen aber mindestens ebenso groß wie der der Männer. Sie war immer auf der Suche nach dem einen Traumtypen. Groß, sehr gut aussehend, schwarze Haare, muskulöse Gestalt. Dazu intelligent, begabt, wohlhabend, humorvoll, treu, ihr jeden Wunsch von den Augen ablesend, und so weiter. Ich erzählte ihr zwar, dass es absolut unrealistisch ist, so jemanden zu finden, zumal sie selbst auch nicht zwingend die ultimativen Modelmaße und den perfekten Charakter hat, aber sie ließ sich nicht davon abbringen.


Eines Tages begegnete ihr diese unrealistische Fantasie jedoch tatsächlich. Sie lernte genau diesen einen Typen kennen. Monatelang war sie in ihn verliebt, traute sich aber nicht, eindeutige Absichten zu bekunden. Selbst als er anfing, ihr den Hof zu machen, reagierte sie eher zurückhaltend, obwohl sie sich dann zu Hause vor Freude nicht mehr einkriegte. Irgendwann schaffte sie es jedoch trotzdem, ihn abzuschleppen. Die beiden waren ab da unzertrennlich und wirklich ekelhaft schnulzig verliebt. Ein halbes Jahr lang hatten wir nur recht wenig Kontakt, dann pendelte sich das Ganze aber wieder einigermaßen ein, als die akute Verliebtheitsphase vorbei war. Eines Tages waren wir mal wieder einen Kaffee trinken und der sehr attraktive Kellner begann, mit uns zu flirten. Meine Freundin ging in alter Manier erst darauf ein, dann bekam sie jedoch ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Freund. Sie meinte, sie wollte dieses Mal wirklich treu sein und nichts vermasseln. Ich sagte ihr jedoch, dass ein kleiner Flirt nicht gleich schaden würde - er würde das mit Sicherheit auch so machen. Sie wurde daraufhin sehr nachdenklich und ruhig, was mir aber nicht gleich auffiel. Ein paar Wochen später rief sie mich an, und meinte, dass es mit ihm nicht mehr so lief, sie habe sein Handy durchsucht, und er schreibe sich ab und an mit Arbeitskolleginnen und seiner Cousine. Sie sei deswegen sauer, aber traue sich nicht, ihm zu sagen, dass sie geschnüffelt hatte. Ich riet ihr, die ganze Sache zu vergessen, zumal ein harmloses SMS-Geplänkel ja kein Problem darstellen sollte. Sie verstrickte sich aber zunehmend in ihre Eifersuchtsmasche, fing an, überall Gespenster zu sehen, machte ihm Vorwürfe und Szenen, teilweise auch in der Öffentlichkeit. Schließlich kam es, wie es kommen musste: Er verließ sie. Wieder war ich da und tröstete sie, diesmal aber aus dem Wissen heraus, dass ich ihr wohl unbeabsichtigt den Gedanken eingepflanzt habe, er könnte untreu sein. Sie ist danach nie wieder wirklich fest mit jemandem liiert gewesen, auch eben aus der Angst heraus, die Typen könnten nicht treu sein. Die Bemerkung von damals tut mir echt leid, aber ich kann es eben nicht mehr rückgängig machen.

Beichthaus.com Beichte #00033012 vom 07.04.2014 um 11:05:47 Uhr (12 Kommentare).

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Technik-Spielzeug: Smartphone

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Zorn Maßlosigkeit Verschwendung Arbeit Telefon Much

Technik-Spielzeug: Smartphone
Ich möchte beichten, dass ich alle Smartphone-Begeisterten, vor allem aber die, die ihr aktuelles Produkt als "revolutionär" anpreisen, verachte. Ich arbeite als Schaltkreis-Entwickler für eine Firma, die als Zulieferer bestimmte Teile dieser Multimedia-Telefone produziert. In meiner Funktion weiß ich, unter welch enormem Kosten- und Zeitdruck die Teile für eine Gerätegeneration entwickelt werden. Dabei wird (nicht nur bei uns) auf Zuverlässigkeitstests quasi komplett verzichtet. Wenn das Telefon verkauft wird, arbeiten wir schon an den Teilen für die übernächste Generation, können dabei aber allenfalls das Feedback der vorherigen Generation einholen. Würde man den Release-Zyklus wie bei vielen anderen Produkten auf drei oder vier Jahre festlegen, könnten wir Telefone herstellen, die leistungsfähiger, sparsamer, zuverlässiger und billiger wären, zehn Jahre halten und zwischendurch vielleicht mal den Akku getauscht bekommen müssten. Die ganzen Smartphones sind wirklich allenfalls als Technik-Spielzeug zu bezeichnen. Und damit meine ich nicht die Schätze, die Familienväter gern in ihrem Hobbykeller hätten, sondern das billig importierte Zeug, das nach zwei Wochen sowieso im Abfalleimer landet. Obwohl der Smartphone-Hype meinen Job sichert, ist das Verhalten unserer ganzen Branche eine Sauerei. Nicht nur unseren Kunden, sondern auch der Umwelt gegenüber. Wir wollen, dass eure 500-Euro-Telefone nach ziemlich genau zwei Jahren nicht mehr zu gebrauchen sind - eine Reparatur durch die Hersteller oder gar die Kunden ist unerwünscht. Ich selbst habe übrigens kein Smartphone, da mich das die Motivation kosten würde, mich morgens zur Arbeit zu schleppen.

Beichthaus.com Beichte #00033010 vom 06.04.2014 um 18:43:19 Uhr in 53804 Much (Hauptstraße) (15 Kommentare).

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Chemo während des Auslandsjahrs

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Lügen Falschheit Gesundheit

Ich (w/19) muss hier etwas beichten, was mich wirklich sehr belastet. Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und wollte danach für ein Jahr nach Australien, was ich natürlich auch meinen Freunden und Verwandten erzählt habe. Ein paar Wochen vor meiner geplanten Abreise bekam ich jedoch beim letzten Arztcheck die Diagnose Darmkrebs. Für mich brach eine Welt zusammen, jedoch beschloss ich, erst einmal nur meinen Eltern davon zu erzählen. Ich bin mir sicher, dass einige meiner Freunde ihren eigenen Auslandsaufenthalt wegen mir abgesagt hätten, hätte ich ihnen davon erzählt. Ich wollte kein Mitleid und wollte auch nicht, dass sie sich Sorgen um mich machen. Also habe ich wie geplant meine Abschiedsparty gefeiert und bin anschließend in die Schweiz gegangen, wo ich immer abwechselnd Chemotherapie und Kur hatte. Den Kontakt zu meinen Freunden und Verwandten habe ich immer aufrechterhalten und regelmäßig Fotos von Australien aus dem Internet geschickt, sie als meine ausgegeben und mir die schönsten Geschichten ausgedacht, was ich angeblich alles schon erlebt habe und was für eine tolle Zeit ich habe. Mittlerweile geht es mir zwar schon wieder besser, mit der Chemo bin ich fertig, ich bleibe jedoch noch einige Monate hier auf Kur. Meine Haare wachsen mittlerweile wieder, ich werde meinen Freunden und Verwandten jedoch erzählen müssen, dass ich mir spontan eine Kurzhaarfrisur zugelegt habe. Es tut mir so unendlich leid, meine Liebsten so dreist zu belügen und in ein paar Monaten heimzukommen und so zu tun, als hätte ich gerade das Jahr meines Lebens in Australien verbracht. Aber ich will einfach nicht, dass die wichtigsten Menschen in meinem Leben wegen mir traurig sind, sich Sorgen machen und eventuell sogar ihre eigenen Pläne hinten anstellen würden, um mir beizustehen. Ich weiß, dass diese Lüge nicht zu entschuldigen ist, aber vielleicht versteht mich ja jemand.

Beichthaus.com Beichte #00033009 vom 06.04.2014 um 17:28:10 Uhr (13 Kommentare).

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Alleine im Forum

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Manie Maßlosigkeit Internet Freiburg

Ich habe mir im Internet ein eigenes Forum erstellt. Das Besondere daran ist, dass nur ich alleine mich da anmelden kann, sonst niemand. Neuregistrierungen habe ich abgestellt. Ich habe mehrere Accounts in diesem Forum und immer wieder logge ich mich mit einem anderen ein. Dann schreibe ich mit den anderen Mitgliedern des Forums, also quasi mit mir selbst. Ich stelle dann Fragen, wie zum Beispiel: "Wie geht es, was hast du heute gemacht?", und antworte dann mit einem meiner anderen Accounts darauf. Ich weiß, dass es sinnlos ist, aber es macht mir Spaß und ich kann nicht damit aufhören.

Beichthaus.com Beichte #00033002 vom 05.04.2014 um 18:24:13 Uhr in 79098 Freiburg (Rempartstraße) (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Hundefutter-Gulasch

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Ekel Morallosigkeit Trunksucht Ernährung

Das Ganze fing eigentlich damit an, dass wir damals viel Zeit auf dem Rathausplatz unserer Stadt verbracht haben. Dieser war sozusagen die Anlaufstelle für die Jugendlichen in der Innenstadt, die etwas Alternativer unterwegs waren. Irgendwann ging mal herum, dass einer eine Hausparty schmeißt, weil seine Eltern und der Hund weg sind. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich den Gastgeber, sowie drei viertel der Gäste nicht - was nicht schlimm war, da der Gastgeber die Leute selbst nicht kannte. Die Party fand dann am Wochenende in einem Vorort statt. Der erste Eindruck war super. Ein geiles Haus, fast wie im Film. Die Leute waren sehr easy, die Stimmung top und ein paar bekannte Gesichter, zu denen man sich setzen konnte, waren auch dabei. Wir waren jung, es floss abartig viel Alkohol, aber die Stimmung kippte nie ins Schlechte. Und wenn man jung ist und die Hormone verrückt spielen, sind die Kollegen ganz schnell verschwunden und kleben in irgendwelchen Gesichtern.

Da ich ein Mensch bin, der, wenn er Langeweile hat, zum Harlekin wird und ich zu dem Zeitpunkt gerne Koch werden wollte, fiel ich dann über die Küche her. Dort gab es alles für ein Gulasch wie von meiner Oma - außer das Fleisch. Wer sich noch daran erinnert, es gab in diesem Haus einen Hund, und dieser bekommt natürlich Hundefutter. Und ja, ich habe genau das gemacht, was ihr alle jetzt denkt, und während ich das hier schreibe, habe ich schon Bauchschmerzen vom Lachen! Lange Rede, kurzer Sinn - es war nach ungefähr drei Stunden ein verdammt gutes Gulasch. Als ich es dann von der Platte genommen habe, waren schon die ersten Leute da. Auch nach dem Hinweis, dass es sich um Hundefuttergulasch handelt, wollten diese Leute es trotzdem essen. Es war sogar noch übler - ein Gast wollte mir eine kleben, weil er dachte, das Gulasch wäre von der Mutter des Gastgebers und ich würde sie damit beleidigen. Ab dann habe ich mir gedacht, dass ich unbedingt Koch werden sollte. Allerdings bin ich das nur im kleinen Rahmen und meine größte Belohnung ist, dass all ein meiner Nähe fett werden - ganz ohne Hundefutter.

Beichthaus.com Beichte #00033000 vom 05.04.2014 um 13:15:45 Uhr (7 Kommentare).

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