Die Folgen ihres Verschwindens
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Langsam aber sicher kippte, nach einer knappen Woche, die Stimmung. Gerüchte kamen auf, ich habe mich an ihr rächen wollen, weil sie nichts von mir wollte. Ich sei ihr doch schon seit der Grundschule hinterhergerannt. Bald gab es irgendwelche selbst ernannten Zeugen aus der Dorfjugend, die gesehen haben wollten, wie wir uns gestritten, beziehungsweise, wie ich sie hinter dem Geräteschuppen gegen ihren Willen begrapscht hätte. Das war mein Todesstoß. Ich wurde offen bedroht und schließlich vor dem Haus meiner Eltern zusammengeschlagen. Ich verlor zwei Zähne und kann seitdem meinen rechten Arm nicht mehr richtig bewegen, außerdem war meine Nase mehrmals gebrochen. Im Krankenhaus befragte mich dann die Polizei zu dem ganzen Fall. Ich erzählte ihnen alles, was ich wusste. Zwei Tage später rief mich meine Mutter an und sagte, sie hätten meine beste Freundin gefunden. Sie wäre mit ihrem neuen Freund, einem 32-Jährigen, durchgebrannt. Ihre Eltern hätten versucht, ihr die Liaison zu verbieten, außerdem wollten sie nicht, dass sie sich für ihr Studium eine Stadtwohnung zulegte. Damit war ich zwar plötzlich aus der Schusslinie, aber niemand entschuldigte sich bei mir. Weder die Jugendlichen, die mich zusammengeschlagen hatten, noch meine beste Freundin oder deren Eltern. Sie hätte sich ja wenigstens mal bei mir melden können. Ich war quasi der Kollateralschaden. Natürlich gab es für die Dorfjugend Ärger in Form von Anzeigen. Da sie sich allerdings gegenseitig Alibis zuschoben und auch ihre Eltern für sie aussagten, gab es nur für zwei der Typen verhältnismäßig niedrige Geldstrafen. Ich bin dann aus meinem Dorf weggezogen, und war in therapeutischer Behandlung.
Soviel zur Vorgeschichte. Jetzt zur eigentlichen Beichte. Ich habe mich gerächt. Am Jahrestag meines Gelynchtwerdens. An jedem Einzelnen. Einem Typen habe ich den kompletten Kompostbehälter seiner Eltern in das offene Cabrio gekippt. Dem anderen habe ich Getriebeöl über alle Autoscheiben geschmiert, rohe Eier in die Lüftung gekippt und ihm die Schlösser mit Sekundenkleber verklebt. Dem Dritten habe ich die Kette seiner Enduro abmontiert und den Auspuff komplett mit Bauschaum ausgeschäumt. Den anderen Dorfbewohnern, von denen ich sicher wusste, dass sie die Gerüchte zumindest mitverbreitet, oder wegen Alibis gelogen hatten, habe ich Unkrautsamen auf die Wiese gekippt und in einem Fall habe ich Estrich auf die Beete geschüttet. Ich weiß, dass diese Aktionen nicht in Ordnung gehen, aber ich kann mich emotional immer noch nicht mit der Schlägerei abfinden. Vor allem, dass mir teilweise gute Freunde derart heimtückisch in den Rücken fallen, kann ich bis heute nicht verkraften.