Wenn Zugfahren zu schwierig ist

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Falschheit Engherzigkeit Bahn & Co. Beckstetten

Als das Schönes-Wochenende-Ticket eingeführt wurde, waren fast alle Züge immer proppenvoll mit Leuten, die vom Bahnfahren keine Ahnung hatten. So auch an einer Fahrt von Buchloe nach Kaufbeuren. Der Zug war grad erst richtig in Schwung gekommen, da fragten mich zwei Mädchen, wie sie nach Memmingen kommen. Sie hätten in Buchloe umsteigen müssen und saßen schon im falschen Zug. Ich dachte mir, wie dämlich kann man sein und wollte auf die dämliche Frage eine dämliche Antwort geben, ohne ihnen ernsthaft zu schaden oder zu lügen.

Also habe ich gesagt, sie müssten in Buchloe nach Memmingen umstiegen. Das stimmte zwar, aber dass der Zug vorher noch 65 Kilometer nach Füssen und zurück fährt, habe ich weggelassen. Ich habe noch gesagt, es dauert etwas, aber sie müssen nur lange genug sitzen bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00040366 vom 26.09.2017 um 01:45:20 Uhr in Beckstetten (8 Kommentare).

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Angelutschte Nüsse

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Ekel Feigheit Arbeit Ernährung Kaufbeuren

Vor vielen Jahren hatte eine Schokoladenmarke damit geworben, dass in jeder Tafel Schokolade soundsoviel Nüsse mindestens enthalten sind. Um dies zu kontrollieren, habe ich eine Tafel während meiner Arbeit gegessen und immer um die Nüsse herumgelutscht, diese dann wieder ausgespuckt und in einem Schälchen gesammelt. Tatsächlich waren sogar ein klein wenig mehr Nüsse enthalten wie versprochen. Anschließend ließ ich die Schale mit den angelutschten Nüssen auf meinem Schreibtisch stehen. Ein paar Stunden später kam ein Handelsvertreter und naschte an den Nüssen, während er mit mir verhandelte. Um das Geschäft nicht zu gefährden ließ ich ihn weiter knabbern und sagte nicht, dass ich die Nüsse schon abgelutscht hatte.

Beichthaus.com Beichte #00028857 vom 22.04.2011 um 22:49:41 Uhr in 87600 Kaufbeuren (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte


You Are The One That I Want

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Verzweiflung Eifersucht Zorn Liebe Kaufbeuren

Ich (m/30) möchte beichten, dass ich auch nach Jahren immer noch an meiner Jugendliebe hänge, dabei auch noch eifersüchtig auf meinen Schwager bin und Mittwoch nicht mehr arbeiten konnte.

Mit etwa 14 lernte ich ein wunderbares Mädchen kennen. Wir sahen uns und es war in der ersten Sekunde als würden wir uns schon ein Leben lang kennen. Wir konnten uns vom ersten Moment an unsere intimsten Geheimnisse anvertrauen. Es ist schwer zu beschreiben, aber unsere Blicke trafen sich und man hatte das Gefühl mit dem Gegenüber aufgewachsen zu sein.
Jahre lang war es eine rein platonische Freundschaft bis zum Sommer 1997. Beim Rumtollen im Freibad kam es zu ein paar zärtlichen Berührungen. Am selben Abend waren wir noch im Kino und hatten uns "Grease" angeschaut. Kurze Zeit später hatte sie Geburtstag. Diesen feierte sie mit ihrer besten Freundin zusammen und auch ich war eingeladen. Geplant war eine große Party. Ich kam dort an und stellte fest, außer ihrer besten Freundin und deren Freund war keiner da. Nunja, dann halt zu viert. Im Laufe der Party waren meine Freundin und ich auch öfters am Balkon zum Rauchen. Jedes mal drucksten wir herum, viel reden, aber nichts sagen halt. Im Nachhinein weiß ich, dass sie genauso wie ich Angst hatte unsere intimste und schon fast geschwisterliche Freundschaft für eine Liebesbeziehung aufs Spiel zu setzen. Im Verlauf der Party kam es dann zu einer Kissenschlacht. Eins der Kissen traf den Lichtschalter im Zimmer. Ich versuchte mich zum Lichtschalter vorzutasten und fand auf dem Weg meine Freundin. Ich fand nicht nur sie, sondern auch unsere Lippen fanden sich. In diesem Moment gab die Stereoanlage das Lied "You are the one that I want" aus "Grease" von sich. Das war ein Zeichen. Und da wusste ich es. Es ist nicht nur die beste Freundin, die ich je haben könnte, es ist "mein Mädchen".

Die Wege des Herren sind unergründlich. Kurze Zeit später trennten wir uns einvernehmlich. Wir waren schließlich fast wie Bruder und Schwester und da darf einfach nicht mehr passieren. Vielleicht war es das Beste für uns, vielleicht aber auch nicht. Das weiß nur der Herr. Es ist dann irgendwie alles seinen normalen Weg gegangen. Sie lernte einen Neuen kennen. Ich war mit ihm schon im Kindergarten und der Grundschule sehr gut befreundet, man hatte sich aber dann etwas aus den Augen verloren, ich aufs Gymnasium, er weiter auf der Hauptschule. Ich habe mich für ihn gefreut. Die Beiden haben auch ein Kind gezeugt. Lange Rede kurzer Sinn: Das Ganze ging irgendwann schief und sie trennten sich wieder. Aber die Beiden waren ja offensichtlich in der Kiste. Was hätte ich dafür gegeben mit ihm zu tauschen. Ein paar Jahre später kommt meine Schwester an, sie möchte uns ihren neuen Freund vorstellen. Juhuuu, sie kam mit ihm zur Tür. Vögelt der also nicht nur meine große Liebe, sondern auch noch meine Schwester.


So langsam sollten wir aber zum letzten Punkt kommen. Warum konnte ich Mittwoch nimmer arbeiten? Ich habe die Geschichte in den ganzen Jahren eigentlich gut verarbeitet. Ich hatte meine große Liebe inzwischen auch aus diversen Gründen aus den Augen verloren, inzwischen geheiratet, eigene Kinder gezeugt, mich scheiden lassen und mein Leben nach einem derben Absturz nun wieder in halbwegs normale Bahnen gelenkt. Habe einen guten Job als Oberkellner in einem Restaurant und habe mich irgendwo wieder gefunden. Die ganze Geschichte oben war aus meinem Gedächtnis inzwischen verbannt. Auf jeden Fall kommt meine alte Liebe am Mittwoch bei uns ins Lokal, ihren Aktuellen im Schlepptau, und bestellt das Candle-Light-Menü. Schon als sie zur Tür rein kam war mir schummerig. Nach der Bestellung konnte ich einfach nicht mehr. Sämtliche Gefühle für sie kamen hoch, am liebsten hätte ich ihrem Freund verdorbene Ware serviert oder aus versehen ein Glas über ihn verschüttet. Mit diesen Gedanken bin ich nicht mehr fertig geworden. Bin sofort zu meiner Chefin und habe ihr erzählt, dass ich gerade übelsten Durchfall bekommen habe, was in der Gastronomie schnell mal eine Arbeitsunfähigkeit darstellt und ich bis zuar ärztlichen Klärung daheim bleibe. Seit dem sitze ich zu Hause, zieh mir einen Ouzo nach dem anderen rein und denke an den Sommer 1997, wie glücklich ich doch war und was aus uns hätte werden können. Katrin, ich liebe Dich noch heute.

Beichthaus.com Beichte #00028486 vom 07.01.2011 um 03:51:55 Uhr in 87600 Kaufbeuren (29 Kommentare).

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Ich habe mein Singleleben aufgegeben

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Verzweiflung Begehrlichkeit Kaufbeuren

Ich bin seit einigen Wochen in dem gefangen, was andere eine Traumbeziehung nennen würden. Ich bin auch zufrieden und liebe ihn. Es ist nur so, dass ich den Eindruck habe, dass er einfach nicht verstehen kann, weshalb ich ihm vertraue und dass ich ihm überhaupt vertraue. Es beschäftigt mich sehr, dass er nicht zu verstehen scheint, wie sehr ich die Zeit mit ihm zu schätzen weiß. Ich habe es satt, nicht in der Lage zu sein, der zu sein, den er braucht. Jedes Wort von mir, jede Geste ruft in ihm ein schlechtes Gewissen hervor. Es macht mich wahnsinnig, ständig Rechtfertigungen für sein Leben hören zu müssen, nach denen ich nie frage. Er muss sich nicht rechtfertigen. Ich wollte ihn doch, ich wusste doch, auf wen ich mich da einlasse. Was soll das denn?

Ich interessiere mich sehr für ihn, sein Leben, seinen Beruf. Aber warum muss er sich rechtfertigen? Es gibt doch keinen Grund dafür? Ebenso gibt es keinen Grund, die Beziehung zu beenden. Ich weiß nur nicht, wie ich ihm klarmachen soll, dass er so wie er ist genau richtig ist und dass ich die Beziehung mehr als nur ernst nehme. Ich habe mein heißgeliebtes Singleleben aufgegeben und lasse mich zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft auf jemanden ein. Ich merke, wie sich die Prioritäten einfach verschieben und mir ein Wort von ihm am Tag wichtiger ist, als Millionen Komplimente von irgendwelchen Kerlen. Er selbst und seine Liebe ist doch bereits ein Kompliment! Ich weiß nicht weiter. Ich will doch nur, dass er mit mir zusammen glücklich ist.

Beichthaus.com Beichte #00017654 vom 23.09.2006 um 08:16:05 Uhr in Kaufbeuren (2 Kommentare).

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