Kneipennacht am Donnerstag

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Trunksucht Maßlosigkeit Verschwendung Ekel

Vor ungefähr zwei Jahren war ich an der Kneipennacht in einer Stadt in der Nähe. Das Blöde ist, dass diese immer von Donnerstag auf Freitag ist und ich am nächsten Tag arbeiten muss. Da ich zu dieser Zeit noch als Auslieferer-Azubi bei einer großen Elektromarkt-Kette gearbeitet habe, hatte ich natürlich nicht viel Geld über. So gegen 22 Uhr zog ich los in die erste Kneipe und kippte einen Wodka-Bull. In der zweiten Kneipe versackte ich bis vier Uhr morgens und habe knapp 120 Euro in Stroh 80 mit Cola und Whisky-Cola investiert. Gegen vier Uhr schmiss der Wirt mich dann raus - der erste Zug zu meiner Arbeit fuhr aber erst um Sieben. Dann sah ich vor dem Kiosk einen Stapel Zeitungen liegen, der wohl an diesem Tag verkauft werden sollte. Irgendwie kam ich auf die dumme Idee, ein paar Zeitungen auf dem Boden auszulegen und mich mit dem Rest zuzudecken. Einen kleinen Stapel benutzte ich als Kissen. Ich stellte mir den Wecker an meinem Handy auf 06:50 Uhr, damit ich den Zug nicht verpasse. Natürlich habe ich den Wecker nicht gehört und bin erst gegen 08:15 von der Kioskbesitzerin und der Polizei geweckt worden.


Die "zerstörten" Zeitungen musste ich alle ersetzen, was mich noch einmal 40 Euro kostete. Bis die Prozedur erledigt war, hatte ich auch den nächsten Zug verpasst und fuhr mit dem Taxi für knapp 100 Euro zur Arbeit. Dort ging es mir natürlich richtig mies. Schnell beluden wir die Autos mit den Elektrogeräten und fuhren zum ersten Kunden, einer knapp 80-jährigen alten Dame. Nachdem ich ihr den Backofen in die Küche getragen hatte, überkam mich schon ein leichtes Gefühl, dass ich gleich erbrechen muss. Als ich im Keller am Sicherungskasten war, wurde es immer schlimmer und ich kotzte in eine Blumenvase. Das tat mir natürlich sehr leid, da die alte Dame besonders nett war und ein großzügiges Trinkgeld gab.


Am nächsten Morgen, nachdem ich meinen Rausch ausgeschlafen hatte, bin ich zum örtlichen Blumenhändler und habe der alten Dame einen riesigen Straus Blumen samt Vase schicken lassen. Der Blumenhändler hat geschaut wie ein Auto, als ich ihm sagte, er solle auf die Grußkarte schreiben: "Entschuldigung für die Kotze in der Vase." Hiermit beichte ich also, dass ich fast meine ganze Ausbildungsvergütung in einer Nacht verprasst habe, ein Haufen Leute keine Zeitung hatte und ich einer echt netten Frau in eine Vase gekotzt habe, was mir besonders leidtut. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037414 vom 17.01.2016 um 01:39:41 Uhr (11 Kommentare).

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Containern gegen das Leid der Welt

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Verschwendung Diebstahl Ungerechtigkeit

Ich beichte, dass ich einer größeren Gruppe von Menschen angehöre, die "containern" gehen. Kurz zur Erklärung, beim Containern wird Essen, was noch verpackt und essbar ist, bei dem aber das MHD abgelaufen ist, aus den großen Müllcontainern der Supermärkte geholt. Im rechtlichen Sinne ist es Diebstahl, aber ich war einmal in Nepal und habe das Leid und die vielen hungernden Kinder persönlich gesehen. Und es verändert einen total. Deshalb könnte ich jedes Mal ausrasten, wenn ich sehe, was bei uns alles im Müll landet. Auch hohe Zäune halten uns nicht davon ab, wir haben da schon unsere Mittel und Wege. Und wir machen weiter. Und wir lassen uns weder von irgendwelchen Gesetzen etwas vorschreiben, noch vom Personal und am wenigsten von der Staatsmacht.

Beichthaus.com Beichte #00037387 vom 12.01.2016 um 18:22:45 Uhr (22 Kommentare).

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Lebensmittel vor dem Verfallsdatum

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Falschheit Verschwendung WG

Meine WG-Mitbewohnerin hasst Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen. Aus meiner Sicht sind Lebensmittel, die zwei Tage vor dem "Verfall" stehen, aber noch vollkommen in Ordnung. Deshalb entferne ich seit ein paar Wochen die roten "Reduziert"-Sticker auf den Sachen. Sie hat noch nichts gemerkt. Ich weiß noch nicht, wann ich es ihr sagen werde, aber ich werde es ihr wahrscheinlich gestehen, wenn ich ausziehe.

Beichthaus.com Beichte #00037378 vom 11.01.2016 um 20:45:32 Uhr (16 Kommentare).

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Leuchtet das Licht im Kühlschrank immer?

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Verschwendung Maßlosigkeit Arbeit

Leuchtet das Licht im Kühlschrank immer?
Ich war einmal - vor vielen Jahren, nach dem Studium - bei einem Hausgerätehersteller im Produktdesign tätig. Dort habe ich einen Kühlschrank entworfen, welcher weit über eine Million mal gebaut wurde. Nichts Besonderes, ein Allerweltsmodell in Großserienfertigung halt und so etwas macht man mehr oder weniger nebenbei, weil wichtigere Projekte zu teureren Geräten im Vordergrund stehen, die mehr Zeit benötigen. Die Technik bei dem Ganzen ist eigentlich immer dieselbe, nur das Design ändert sich. Und so geht es darum, um die Technik herum ein Gehäuse zu planen, welches bei dem Modell für mich alleine keine Woche gedauert hatte, wobei man hingegen bei hochwertigeren Modellen mehrere Monate gemeinsam mit Kollegen zubrachte. Nachdem alle internen Kontrollstufen und Tests durchlaufen wurden, kam die Freigabe: Die Fertigung lief an und das Gerät verkaufte sich hervorragend, was die Absatzzahlen zeigten.

Eines Tages flatterte jedoch ein Brief ins Haus. Die Produktion lief da schon seit längerer Zeit. Ein, der Schreibschrift nach älterer Mann, wollte testen, ob das Licht im Inneren des Schrankes bei geschlossener Tür wirklich ausging. Es hatte ihm keine Ruhe gelassen und er hatte seine Videokamera auf Aufnahme gestellt, sie in das Innere des Gerätes gelegt und so aufnehmen können, dass das Licht im Inneren bei geschlossener Tür weiterleuchtet. Zuerst konnten wir es gar nicht glauben und testeten es selbst. Und es stimmte, die Lampe leuchtete bei geschlossener Tür weiter und damals bei den Prüfdurchläufen war es keinem aufgefallen. Es handelte sich um Millimeter. Ein Kollege hatte gleich eine Lösung parat, in dem wir auf die Stelle, an welcher die Tür den Schalter betätigt, ein 4mm dickes Stück Kunststoff klebten.

Das reichte aus, um den Schalter zu betätigen und das Licht auszumachen. Wir änderten sofort das Gehäuseinnere geringfügig für die Fertigung, damit es für alle zukünftig hergestellten Geräte wieder stimmte, und ließen zusätzlich mehrere 100.000 Stück Kunststoffrechtecke mit einer selbstklebenden Fläche auf der Rückseite auf Verdacht herstellen, falls sich noch mehr Leute melden sollten, damit diese das selbst einfach nachrüsten konnten. Diese wurden in ein Kuvert verpackt, mit einer Anleitung dazu, wie vorzugehen ist, damit das Licht im Kühlschrank ausgeht. Jedes dieser Kunststoffteile kostete fast zwei Mark, was bei der Stückzahl auch ein schöner Brocken war. Wenn man bedenkt, dass damals das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und ein Fax das Highlight der Kommunikation war, dürfte es sich nicht wirklich herumgesprochen haben, dass die Geräte unbeabsichtigt ein Dauerlicht hatten und wir blieben auf den Kunststoffteilen sitzen.

Da die Technik von dem Gerät ziemlich langlebig und zuverlässig war, dürften heute noch einige Geräte herumstehen, welche immer leuchten, vorausgesetzt die Besitzer tauschen die Glühlampe aus, wenn sie defekt wird. Mittlerweile bin ich selbstständig und habe mit Küchengeräten, außer wenn ich daheim etwas koche, nichts mehr am Hut. Ich schreibe diese Zeilen, weil ich ein paar dieser Kuverts mit den Kunststoffrechtecken beim Entrümpeln gefunden habe. Ich möchte hiermit beichten, dass ich aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit bei der Planung vielen Menschen einen geringfügig höheren Stromverbrauch beschert habe, als notwendig wäre. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037354 vom 07.01.2016 um 08:44:06 Uhr (13 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Weihnachten sollte auch den Armen Freude bereiten!

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Ungerechtigkeit Selbstsucht Verschwendung Weihnachten

Ich (w) möchte beichten, dass ich Weihnachten eigentlich nie wirklich leiden konnte. Jedes Jahr macht mich mein schlechtes Gewissen, für das ich eigentlich nichts kann, fertig. Wieso übertreiben es so viele Menschen in den reicheren Ländern mit Geschenken, anstatt den Armen zu spenden? Ich persönlich kaufe auch Jahr für Jahr Geschenke ein, und freue mich auf der einen Seite auf die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden, aber anderseits könnte ich mich schon wieder übergeben, wenn ich an die vielen Menschen denke, die Weihnachten alleine oder unter einer Brücke verbringen. Trotzdem allen hier schöne Weihnachten.

Beichthaus.com Beichte #00037285 vom 23.12.2015 um 22:14:20 Uhr (14 Kommentare).

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