Die rosa Brille meines besten Freundes

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Feigheit Vorurteile Faulheit Engherzigkeit

Ich möchte hiermit beichten, dass ich einem meiner besten Freunde nicht die Meinung sagen kann. Es fing alles damit an, dass sich seine Frau am Anfang des Jahres von ihm überraschend getrennt hat. Die beiden haben seit einem Jahr ein Kind zusammen und waren schon seit der Mittelstufe miteinander liiert. Er war also auch entsprechend am Boden, hat aber jegliche Hilfe von seinen Freunden abgelehnt. Er war zu diesem Zeitpunkt seit knapp drei Wochen arbeitssuchend, hat allerdings bereits vier Wochen später wieder eine Anstellung gefunden. In dieser Zeit hat er viel unternommen, um seine Frau zurückzugewinnen, nach einiger Zeit hat er sich aber mit der Situation arrangiert, da seine Frau auch bereits einen anderen Partner hatte. Nun fing er an, Kontakt zu Frauen auf bekannten App-Plattformen zu suchen, was auch zu einigen Dates geführt hat. Er hat uns natürlich immer über seine neuen Bekanntschaften informiert und uns um Rat gefragt. Anscheinend stieß das aber irgendwann bei ihm auf taube Ohren und er hat sich entgegen unserer Empfehlungen mit einer Frau getroffen und ist mit ihr nun seit zwei Monaten zusammen.

Die beiden sind nun letzte Woche in eine gemeinsame Wohnung gezogen und als guter Freund hilft man natürlich - auch beim Auszug der neuen Freundin aus ihrer alten Wohnung. Genau da hat mich dann der Schlag getroffen! Ich war bereits zwei Mal bei dieser Freundin und schon da ist mir der Zustand der Wohnung aufgefallen: unaufgeräumt, staubig, insgesamt nicht so blitzeblank. Eben wie man sich eine klassische Singlewohnung eben vorstellt. Als die Möbel allerdings von uns demontiert und aus der Wohnung geschafft wurden, wollte ich nur noch nach Hause und duschen: Unter dem Sofa und an den Teilen des Sofas wimmelte es nur so vor Hundehaaren. Dazu kamen noch eine gewaltige Staubansammlung, Kronkorken und Scherben. Mir dämmerte, dass die Frau es nicht so genau nimmt mit der häuslichen Hygiene. Der Grund stellte sich auch schon kurze Zeit später heraus: Sie war bereits erledigt, als sie 10 Kisten aus der Wohnung in den Flur trug und ihre 45-qm-Wohnung fegen und wischen musste. Genauso ging es beim Einzug weiter.

Den größten Teil der Schlepparbeiten haben wir gemacht, während von ihr und anderen die Kisten in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Die meiste Zeit wurde aber mit Rumlaufen und Schauen verbracht. Anfang der Woche habe ich die beiden besucht und mein Freund hat mir erzählt, er sei nun wegen schwacher Auftragslage bei seiner neuen Stelle gekündigt worden. Die Woche zuvor hat er wegen des Umzugs von seinem neuen Chef eine Woche Auszeit erbeten. In der Probezeit. Wir in seinem Freundeskreis vermuten nun, dass er uns auch bereits da angelogen hat und alles nur noch durch eine rosa Brille sieht. Diese Frau tut ihm nicht gut, aber wir haben einfach nicht den Mut dazu, es ihm zu sagen, aus Angst unsere Freundschaft könnte zerstört werden.

Beichthaus.com Beichte #00038224 vom 12.05.2016 um 17:05:53 Uhr (4 Kommentare).

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Die Babys meiner Farbratten

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Verzweiflung Mord Morallosigkeit Tiere

Meine Tat liegt schon etwa zehn Jahre zurück, ich kann mich aber noch erinnern, als wäre es gestern passiert. Damals war ich ganz vernarrt in Farbratten und wollte mir so schnell wie möglich welche zulegen, ganz egal wie oder woher. Also bin ich in einen normalen Zooladen gegangen, habe mich dort beraten lassen und auch gleich zwei süße Exemplare erstanden. Als Käfig empfahl man mir, was viele vermutlich von euch als Hamsterkäfige kennen, also relativ klein und viel Plastik. Heute weiß ich, dass das die denkbar schlechteste Behausung war, die man einem Tier antun kann, aber damals habe ich blind den Verkäufern vertraut.

Um das Ganze etwas zu verkürzen: Ich habe ein paar Wochen später erfahren, dass die beiden weiblichen Ratten schwanger waren. Sie gebaren zusammen etwa 25 kleine unbehaarte Rattenbabys und sind auch kurz darauf verstorben. Der Arzt meinte, dass sie viel zu jung trächtig wurden und ihre Körper zu schwach waren, um die Geburt zu überstehen. Außerdem riet er mir, niemals Tiere aus Zooläden zu kaufen, da die Zustände dort meistens immer so sind.

Trotz meiner Bemühung, die Babys bei Hilfsorganisationen unterzubringen, wollte sie keiner übernehmen. Ich war so extrem verzweifelt, dass ich etwas getan habe, für das ich mich bis heute schäme. Ich habe die Kleinen in einen Karton gepackt und sie ausgesetzt. Vermutlich mussten sie nicht lange leiden, ehe sie starben, da es sich noch um sehr junge Tiere handelte. Aber der Gedanke, aktiv schuld an dem Tod eines Tieres zu sein, weil ich so dumm war, treibt mir bis heute die Tränen in die Augen. Seitdem hatte ich auch nie wieder Haustiere.

Beichthaus.com Beichte #00038223 vom 12.05.2016 um 16:41:43 Uhr (10 Kommentare).

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SMS an meine Ex

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Engherzigkeit Eifersucht Morallosigkeit Begehrlichkeit Ex

Ich (m/24) habe meiner Ex-Freundin gerade - sechs Jahre, nachdem sie mich verlassen hat - eine SMS unter falscher Nummer geschrieben, in der ich mich als Affäre ihres aktuellen Freundes ausgegeben und mich für den Seitensprung mit ihm entschuldigt habe. Ich weiß, das war absolut idiotisch, aber ich bin eben verzweifelt. Seit damals war ich in keiner Beziehung mehr und ich liebe sie auch immer noch. Ich wünsche mir nichts mehr, als mit ihr zusammen zu sein!

Beichthaus.com Beichte #00038211 vom 10.05.2016 um 17:58:30 Uhr (13 Kommentare).

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Nutzt die Aushilfen nicht aus!

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Diebstahl Zorn Ungerechtigkeit Kollegen Arbeit

Ich arbeite bei einer bekannten Supermarktkette und das eigentlich auch ziemlich gerne. Das Kollegium ist nett, ich verstehe mich mit allen gut und es ist insgesamt ziemlich entspannt. In letzter Zeit jedoch bin ich teilweise unfassbar genervt. Nicht nur, dass die Arroganz und Dummheit mancher Kunden an den Grenzen meiner sozialen Kompetenz kratzt und ich mich mitunter sehr zusammenreißen muss, stets freundlich und zuvorkommend zu bleiben und nicht meinem Hang zum Sarkasmus zu erliegen, nein, seit einiger Zeit nerven mich auch meine Kollegen. Zu erwähnen ist, dass ich nur aushilfsweise dort arbeite, weil es mir eigentlich lediglich darum geht, etwas Struktur in meinem Leben zu haben, bevor ich kommendes Semester mit dem Studium beginne. Und ich als Aushilfe habe in aller Regel kein Problem damit, den Festangestellten, die seit 25 Jahren in diesem Unternehmen beschäftigt sind, gewisse Privilegien zuzugestehen. Jedoch gibt es ein, zwei Kandidaten, die meine zuvorkommende Art ausnutzen und überstrapazieren. Ich würde mich zu sehr in der Beschreibung einiger Beispiele verlieren, weswegen ich solche an dieser Stelle einfach auslasse.

Fakt ist: Ich bin ein totaler Knecht und Laufbursche dieses Unternehmens geworden, weil es mir merkwürdigerweise am Herzen liegt. Und in den meisten Fällen mache ich diese Arbeit wirklich gerne, da es, zumindest mit dem Großteil meiner Kollegen, Spaß macht und man zum Teil auch interessante Menschen kennenlernt. Es hat aber tatsächlich ein Maß angenommen, das nicht mehr ganz normal ist. Ich fange sogar schon an, im Vorbeigehen fremde Filialen zu sortieren, wenn ich dort mal einkaufe. Was ich aber eigentlich beichten will, ist Folgendes: Gestern war ich so unfassbar genervt und einfach echt richtig angepisst von der Kollegin, die sich in Sachen "Ich bin Festangestellte und darf deshalb alles!" unangefochten am meisten rausnimmt, und musste dann auch noch fast zwei Stunden länger arbeiten als eingeplant war, weil eine Mitarbeiterin krankheitsbedingt früher gegangen ist und es zum Abend hin so "voll" wurde. Voll deshalb in Anführungszeichen, weil die Definition dieses Wortes nach seinem Gebrauch für die gestrige Situation eindeutig noch einmal überdacht werden muss. Aber wenn voll bedeutete, dass ich auf meinem Drehstuhl an der Kasse minutenlang Karussell spielen kann, weil einfach keine Kunden da sind, die ich bedienen könnte, dann war es zweifelsohne echt total voll.

Mich hat das alles so genervt und ich fühlte mich auch ein wenig ausgenutzt, weil ich ohnehin schon jeden Mist für die mache und eigentlich nicht einmal hätte bleiben müssen, aber natürlich nicht Nein sage, wenn ich gefragt werde. Deswegen habe ich, nur aus Trotz, heimlich eine Schachtel Zigaretten eingesteckt und mitgenommen, ohne dafür zu bezahlen. Und dabei rauche ich nicht mal.

Beichthaus.com Beichte #00038209 vom 10.05.2016 um 12:53:10 Uhr (12 Kommentare).

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Angst vorm Arbeiten

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Faulheit Trägheit Verschwendung

Ich (m/21) beichte, ein sehr fauler Mensch zu sein. Meine Faulheit fand ihren Ursprung vor ein paar Jahren. Nach meinem Realschulabschluss habe ich mich dazu entschieden, keine Ausbildung zu machen, sondern gleich ins Arbeitsleben einzusteigen - bei einem sehr bekannt Versandhändler, bei dem sicher jeder schon etwas bestellt hat. Die Arbeit war sehr hart und nach nicht einmal einem Jahr war ich ausgebrannt. Die Weihnachtszeit hat mir den Rest gegeben. Als ich gekündigt habe, verlangten meine Eltern von mir, dass ich eine Ausbildung anfange oder mich schulisch weiterbilde. Also bin ich auf das berufliche Gymnasium gegangen und habe drei Jahre durchgechillt. Nun ja, jetzt habe ich schon seit einem Jahr mein Abitur und mache gar nichts. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Angst vor dem Arbeiten habe, sehr große Angst sogar. Viele Leute reißen mir bestimmt an dieser Stelle den Kopf ab, aber ich habe mich für drei Ausbildungen beworben und bei allen direkt eine Zusage erhalten. Doch aus Angst vor der Arbeit habe ich abgelehnt.

Ich liebe mein derzeitiges Leben. Jeden Tag zocken, bis der Arzt kommt und dabei grüne Medizin bis zum Anschlag konsumieren. Das Schlimme ist, dass ich meinen Kumpel mit meinem Lebensstil angesteckt habe. Wir wohnen in einer, wie wir es so gern nennen, Hartz-IV-WG. Was ich aus meinem Leben machen will? Keine Ahnung. Ich habe außer dem Zocken keine Hobbys und keine Interessen. Wenigstens habe ich beim Zocken schon viel gerissen und war schon in sehr hohen Ligen vertreten, mein Kumpel ebenfalls. Wir sind auch keine Unbekannten in der Gamerszene. Ja, ich bin stolz darauf und ich bitte deshalb um Absolution. Auch dafür, dass es einen weiteren Loser in unserem Land gibt, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiß. Entschuldigung Deutschland - für die ungeborenen Kinder, für den fehlenden Beitrag zum Wirtschaftswachstum und die Verschwendung von Steuergeldern.

Beichthaus.com Beichte #00038202 vom 09.05.2016 um 13:32:37 Uhr (20 Kommentare).

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