Liebesentzug als Erziehungsmaßnahme

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Verzweiflung Familie

Ich beichte, dass ich (w/45) und mein Mann unserem Sohn, der mittlerweile schon erwachsen ist und studiert, mal aus lauter Enttäuschung zwei Wochen lang Liebesentzug gegeben haben. Also pures Ignorieren, er bekam nur das Nötigste, also Essen und ein Dach über dem Kopf, aber wir haben mit ihm nicht gesprochen und ihn nicht wahrgenommen. Er war damals etwa zehn Jahre alt und ich habe mitbekommen, wie gemein er und sein Kumpel einen anderen Jungen behandelt haben. Der Junge war neu an der Schule, wollte mitspielen und wurde von den beiden mit: "Verpiss dich, du Fettsack" und anderem beschimpft, was wirklich grausam war. Das Kind war dermaßen traurig und eingeschüchtert, und es war eben leider nicht das erste Mal, wie mir andere Kinder sagten. Das war nicht mein Sohn! Ich habe ihn nach Hause gekarrt und mein Mann war ebenso entsetzt und enttäuscht von ihm.


Die zwei Wochen taten uns beiden sehr weh, aber in dem Moment wollten wir das einfach nur durchziehen. Er hat natürlich mehrfach mit uns gesprochen, wollte auch abends öfter mit mir kuscheln oder mit meinem Mann spielen, aber dann sind wir einfach gegangen. Nach den zwei Wochen haben wir ihm alles erklärt. Der Kumpel war wohl die treibende Kraft - nicht gerade tolle Familie, alleinerziehende Mutter ohne Zeit, keine Vaterfigur - aber mein Sohn hat genauso mitgemacht. Mein Sohn hat sich dann entschuldigt. Er hat dem anderen sogar geholfen, Freunde zu finden. Sie selbst haben sich akzeptiert, aber eine Freundschaft ist nicht entstanden. Das fand mein Sohn zwar schade, letztlich fand er den Jungen doch ganz "cool", aber der Junge wollte nach den Aktionen nicht mehr. Das musste mein Sohn aber auch akzeptieren. Heute stelle ich fest, wie sehr er solche Gemeinheiten verurteilt. Ich weiß aber trotzdem, dass dieser lange Liebesentzug nicht richtig war.

Beichthaus.com Beichte #00037766 vom 07.03.2016 um 22:40:43 Uhr (13 Kommentare).

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Zwei linke Hände

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Peinlichkeit

Ich beichte etwas, das zwar niemandem schadet, aber trotzdem sehr peinlich ist. Ich (m/31) bin extrem schusselig. Ich rutsche auf Glatteis aus, während alle anderen nicht schlittern. Ich verlege meinen Schlüssel, den ich 30 Sekunden zuvor noch gesehen habe, und schnalle nicht, dass er vor mir liegt. Ich gehe in ein Geschäft, um zwei Dinge zu besorgen, vergesse das Zweite, laufe noch einmal hin, sehe etwas anderes und vergesse wieder das, was ich eigentlich kaufen wollte. Und zwei sehr, sehr linke Hände habe ich auch. Da ich Physiker bin, muss ich natürlich mit manchen lieb gemeinten, aber doch manchmal nervigen Sprüchen leben. Letztens ist mir wieder etwas furchtbar Peinliches passiert: Ich war beruflich unterwegs und hatte zwischendurch wenig Zeit. Da ich bemerkte, dass ich vergessen hatte, mir etwas zu Trinken einzupacken, bin ich in einen Kiosk gegangen und habe dort Capri-Sonne gesehen, die ich schon Jahre nicht mehr getrunken hatte. Totale Jugenderinnerung - ich musste mir ein paar Päckchen kaufen.

An der Straßenbahnhaltestelle wollte ich dann ein Päckchen trinken und habe es nicht geschafft, den Strohhalm in die Öffnung zu stecken. Nach ein paar Versuchen kam ein Junge, der maximal in der zweiten Klasse war, und hat mir geholfen. Um mich herum grinsten einige Leute, die wahrscheinlich dachten: "Bestimmt so ein Studierter, der überall zwei linke Hände hat." Und leider sehe ich eben auch wirklich aus, wie sich viele einen Wissenschaftler vorstellen. Ich habe mich bedankt und war so froh, als ich endlich aus dieser Straßenbahn aussteigen konnte. Meine linken Hände beschränken sich aber seltsamerweise - oder auch zum Glück - "nur" auf mein Leben außerhalb der Arbeit.

Beichthaus.com Beichte #00037757 vom 06.03.2016 um 17:23:19 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meine Eltern ließen mich hungern!

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Verzweiflung Diebstahl

Ich (m/29) beichte, dass ich im Alter von etwa sechs bis elf Jahren wie ein Rabe geklaut habe. Und zwar aus Hunger. Das soll keine Entschuldigung sein, es war aber der Grund dafür. Mein Vater hat getrunken, seit ich mich erinnern kann, und meine Mutter war ihm hörig. Die Wohnung war dreckig und die Sozialhilfe wurde für Alkohol verwendet. Es gab oft nichts zu essen und wir Kinder haben in Supermärkten und an den Auslagen vor Lebensmittelläden unseren Hunger gestillt. Leider ist es nicht immer bei dem Mundraub aus Hunger geblieben und wir haben auch das eine oder andere Spielzeug mitgehen lassen - um auch mal etwas zum Spielen zu haben, denn von Hause bekamen wir kein Spielzeug. Zum Glück gab es dann eines Tages eine wachsame Nachbarin und so sind wir dann doch in einer lieben Ersatzfamilie untergekommen - und haben unseren Weg gefunden. Für das Ladenpersonal, das sich für die fehlende Ware erklären musste, tut es mir so leid.

Beichthaus.com Beichte #00037747 vom 03.03.2016 um 23:27:17 Uhr (7 Kommentare).

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Sicherheitsdienst im Flüchtlingsheim

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Zorn Vorurteile Misstrauen Gesellschaft Berlin

Ich arbeite bei einem Sicherheitsdienst. Das ist wirklich viel spannender, als die meisten glauben. Die Bezahlung ist nicht die Beste, aber es ist wirklich schön. Ich arbeite neben meinem Studium, da ich vor diesem zufällig die nötige Ausbildung abgeschlossen habe. Vielmehr war sie das. Aufgrund gewisser aktueller Gegebenheiten arbeite ich, wie auch viele andere Kollegen, nun hauptsächlich in Flüchtlingsheimen. Es ist eine Katastrophe, diese Menschen sind unglaublich furchtbar. Es kommt auch auf das Heim selbst an, aber grundsätzlich ist es einfach so, dass ich mich völlig begeistert dafür gemeldet hatte. Ich dachte, ich könnte diesen Menschen helfen und bin positiv eingestellt zur Arbeit gegangen. Schon am ersten Tag hatten wir einen halbtoten Tschetschenen, der von einem Syrer verprügelt wurde, weil er ein Salamibrot im Zimmer neben dem Moslem gegessen hat. Nun ist natürlich nicht jeder Moslem so. Grundsätzlich verhalten sich die meisten Männer ab 50 Jahren, die Frauen und die weiblichen Kinder recht angemessen und die könnten auch hierbleiben.


Aber wirklich daneben benimmt sich die Mehrzahl der Männer zwischen vier und 40 Jahren. Sie missachten einfach so ziemlich alle Regeln. Es gibt Verfolgung anderer Flüchtlinge aufgrund von Religion und sie werden so oft in Handschellen zurück ins Heim gebracht, dass wir das schon gar nicht mehr aufschreiben. Ich muss es endlich einmal loswerden, denn ich komme gerade von der Nachtschicht. Ich musste heute ein Kind ins Krankenhaus begleiten, da sein einziger Verwandter hier in Deutschland, sein Vater, ihn so hart verprügelt hat, dass er operiert werden musste, weil er mit einem Nicht-Moslem gespielt hat - er meint ein asiatisches, buddhistisches Kind.


Zu dieser Familie sei gesagt, dass seine Mutter und seine beiden Schwestern noch in Syrien sind. Über die Männer aus den anderen Ländern will ich gar nicht erst sprechen. Die Toiletten sind ein Albtraum, das Verhalten unmöglich, die eigenen Kinder werden vernachlässigt und verprügelt. Vor allem die Frauen tun mir erst so richtig leid. Es geht immer erst los, wenn die Sozialarbeiter, die Verwaltung und diese dummen freiwilligen Helfer raus sind. Dass ich selbst mal so naiv war... Wir tun was wir können, aber wir haben mittlerweile 72 Stunden Wochen, weil es einfach nicht mehr genug Wachen gibt. Einige kündigen lieber, als dort noch weiter zu arbeiten. Vielleicht schließe ich mich dem an. Das ist es einfach nicht wert und Hilfe hat in den Heimen fast keiner verdient. Die Auftragslage für unsere Firma war noch nie besser und trotzdem sind die Hälfte der Kollegen weg oder dauerhaft krank.

Beichthaus.com Beichte #00037742 vom 03.03.2016 um 10:32:02 Uhr in 10365 Berlin (Ruschestraße) (31 Kommentare).

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Mein Vater hat sich in ein Monster verwandelt

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Verzweiflung Hass Zorn Mord Familie

Mein Vater (50) ist an einer relativ seltenen Form von Demenz (FTD) erkrankt, durch die er sich in ein abstoßendes Arschloch verwandelt hat. Ich (w/17) habe ihn immer geliebt, doch seit er sich verändert hat, hasse ich ihn! Er war ein liebender Vater und Ehemann, der immer für mich, meine Geschwister und natürlich auch für meine Mutter da war. Ein zurückhaltender, freundlicher Mann, der nur im äußersten Notfall die Stimme erhob, und dem beim besten Willen keine Schimpfwörter über die Lippen kamen. Ich hätte mir keinen besseren Vater wünschen können, doch so sollte es nicht bleiben.

Wie schon erwähnt ist er an einer Demenz erkrankt, die sich vor allem in einer Persönlichkeitsänderung äußert. Er ist nicht mehr der nette Vater, sondern ein kaltes, gefühlloses Monster. In seinen Augen gibt es nicht mehr den warmen Glanz. Sie sind nur noch starre, kalte Löcher, die mir jedes Mal, wenn ich ihn ansehe, Schauer über den Rücken jagen. Er legt auch keinen Wert mehr auf Hygiene und stinkt dementsprechend. Doch das Schlimmste ist, dass er jeden und alles lautstark beschimpft! Es ist egal, ob das ein Mensch im Fernsehen ist, oder im realen Leben. Er beschimpft uns. Er beschimpft mich, mit einem Hass und einer Inbrunst, die ich noch nie zu spüren bekommen habe. Anfangs saß ich nur stumm da und habe geheult, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass er mich so derartig verletzt. Einfach so, ohne Grund so heftig beschimpft zu werden, ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Nach einigen seiner Beschimpfungsorgien habe ich es nur noch ertragen, wenn ich ihn ebenfalls angeschrien habe. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir den Auslöser für sein abartiges Verhalten noch nicht.

Ich habe angefangen ihn zu hassen und es ging mir von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, immer schlechter, ebenso meinen Geschwistern und meiner Mutter. Wir leiden sehr unter den Wut- und Zornausbrüchen, die immer heftiger werden und teilweise mit physischer Gewalt einhergehen. Dann kam jedoch die Diagnose und ich hasste mich dafür, dass ich meinen Vater so sehr verabscheute, denn schließlich war es eine Krankheit, die ihn zu diesem Monster hatte werden lassen. Es hätte die Last von mir nehmen sollen, doch stattdessen bin ich zerrissener als jemals zu vor. Da es keine Heilung dieser Krankheit gibt, wird es darauf hinauslaufen, dass er irgendwann willenlos in einem Altenheim vor sich hinvegetiert. Und die Diagnose ändert auch nichts an seinem Verhalten. Sie ändert nichts daran, dass wir alle leiden. Deshalb habe ich mich schon mehrfach dabei ertappt, die Wutausbrüche meines Vaters zu provozieren. Ich bestrafe mich damit, dass ich ihn für etwas hasse, für das er eigentlich nichts kann. Außerdem habe ich erschrocken festgestellt, dass sich noch ein ganz anderer Hintergrundgedanke dazugesellt hat.

Wenn ich ihn so weit provoziere, dass er auf mich losgeht, dann muss ich mich schließlich wehren und was gäbe es für eine leichtere Lösung, um unser aller Leid zu beenden, als ihn womöglich aus Notwehr zu töten?! Er ist schließlich stärker als ich, und wenn er in seinem "Rausch" ist, dann habe ich keine reelle, gewaltlose Chance gegen ihn. Ich kann das Leid und die Traurigkeit in den Augen meiner jüngeren Geschwister und meiner Mutter nicht mehr ertragen. Und mein Vater ist nicht mehr mein Vater, sondern nur noch das Monster Demenz, das sich seine körperliche Hülle übergestreift hat. Ich wünschte, er wäre tot. Ich wünschte, es würde zu dieser "Notwehr"-Situation kommen, doch gleichzeitig weiß ich, dass diese Wünsche unfassbar falsch sind. So verabscheuungswürdig, dass ich sie niemandem erzählen kann, und so grausam, dass ich es nicht über mich bringe, meinen Vater noch einmal zu provozieren, weil ich mich schon mit einem blutverschmierten Messer auf dem Boden sitzen sehe. Bitte verzeiht mir diese unmenschlichen und abscheulichen Wünsche und Gedanken.

Beichthaus.com Beichte #00037738 vom 02.03.2016 um 16:30:00 Uhr (22 Kommentare).

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