Die Überraschung im Schließfach

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Ekel Studentenleben Waghalsigkeit Meschede-Freienohl

Ich beichte, dass ich trotz meiner 25 Jahre einen sehr ausgeprägten Sinn für ziemlich kranke Streiche habe. Bei uns in der Unibibliothek funktionieren die Schließfächer entweder mit einem Eineurostück oder man kann sich, wenn man eine alte Plastikkarte übrig hat, diese an der Rezeption lochen lassen und damit das Schließfach benutzen. Letztens habe ich in einem freien Schließfach eine solche Karte gefunden, ein alter Schülerausweis eines gewissen Martin B. Da hat mich gleich meine tückische Streichlust gepackt. Ich habe heute zur Bibliothek drei vollgekackte Windeln meines Sohnes mitgenommen und, als ich gerade in einer verwinkelten Ecke bei den Schließfächern ungestört war, diese drei Windeln in ein Schließfach getan und es mit der gefundenen Karte abgeschlossen. Den Schlüssel behalte ich. Auf Schildern steht dort, dass die Schließfächer abends geräumt sein müssen, sonst schließt das Bibliothekspersonal sie auf und leert sie. Ich würde zu gern das Gesicht der Person sehen, die das Schließfach nachher bei Feierabend aufschließt. Ich weiß, dass mein Streich total krank ist und an meinem Verstand zweifeln lässt, aber andererseits muss ich bei der Vorstellung lachen. Ansonsten ist alles mit mir in Ordnung. Ich bin unauffällig, wirke brav und strebsam. Ich schäme mich aber für mein unnormales Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00030833 vom 27.02.2013 um 19:22:48 Uhr in Meschede-Freienohl (29 Kommentare).

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Die Schneeburg auf dem Marktplatz

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Fremdgehen Rache Auto & Co. Ex Bodenfelde

Die Schneeburg auf dem Marktplatz
Meine Ex-Freundin hat vor fünf Jahren unsere Beziehung dadurch beendet, dass sie eine Affäre mit einem ihrer besten Freunde anfing. Ich hätte das nie herausgefunden, wenn sie nicht immer versucht hätte, ihr Telefon krampfhaft vor mir zu verstecken und vollkommen paranoid wurde, was ihren PC anging. Trotzdem log sie mir immer heile Welt vor, sie liebe nur mich und das ganze Blablabla. Natürlich war ich stinkesauer, als ich ihres seltsamen Verhaltens wegen Nachforschungen anstellte und herausfand, was da lief. Der Typ ist übrigens ein stadtbekannter Unruhestifter, der weit davon entfernt ist, sein Leben auch nur einigermaßen auf die Reihe zu bekommen. Eigentlich war sie also mit ihm genug gestraft, aber schon aus Prinzip wollte ich mich für diesen Vertrauensbruch rächen, der verständlicherweise, stark an meinem Ego gekratzt hatte. Ich überlegte lange für einen wirklich guten Racheplan, aber mir wollte einfach nichts einfallen. Eines Abends im Winter kam mir jedoch eine hervorragende Idee. Ich wusste, wo sie den Ersatzschlüssel ihres Kleinwagens aufbewahrt, nämlich hinter einer Gummimatte im Radhaus. Diese Angewohnheit hatte sie, weil sie immer Mal ihre Schlüssel verschlampte. Ich schnappte mir also ein paar Kumpels und erklärte ihnen meinen Plan. Bei uns ist es Tradition, dass den Marktplatz im Winter immer einige Schneeburgen und -skulpturen zieren. Wir fuhren das Auto also in dunkler Nacht und im schlimmsten Schneegestöber auf den Marktplatz und begannen zu bauen. Erst begruben wir das Auto unter einer dicken Schicht Schnee, dann begannen wir, darauf eine wunderschöne Schneeburg zu errichten. Wir verfestigten das ganze Gebilde schließlich mit Eis, und waren sogar sehr stolz auf unser Werk, von dem ja leider niemand den Urheber kennen durfte.

Sogar unsere Lokalzeitung berichtete über die schöne Schneeburg auf dem Marktplatz und die Erbauer wurden gesucht. Lange meldete sich niemand, doch irgendwann schließlich bekannten sich ein paar Jugendliche dazu, und ließen sich grinsend vor der Schneeburg ablichten. Meine Ex meldete ihr Auto natürlich als gestohlen, hatte aber kein Geld, sich ein Neues zu kaufen und fuhr ab da eine Weile mit dem Bus. Irgendwann jedoch kam der Frühling und die ganze Pracht begann zu tauen. Die Jugendlichen bekamen ein mächtiges Problem, als das Auto meiner Ex unter der Burg auftauchte. Die Lokalzeitung berichtete sehr ausführlich darüber. Die Jugendlichen beteuerten ihre Unschuld, verstrickten sich dabei aber auch noch in Widersprüche. Das Ende vom Lied war, dass sie Sozialstunden ableisten mussten. Uns hat nie jemand verdächtigt, außer meiner Ex, die wohl irgendwie den Braten gerochen hatte. Beweisen konnte sie mir jedoch nichts. Rein rechtlich ist die ganze Nummer jetzt verjährt, was ich hier auf diesem Weg nutze. Vielleicht stolpert meine Ex da ja sogar mal drüber.

Beichthaus.com Beichte #00030824 vom 26.02.2013 um 11:30:38 Uhr in Bodenfelde (29 Kommentare).

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Enttäuscht von der besten Freundin

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Engherzigkeit Ignoranz Verzweiflung

Enttäuscht von der besten Freundin
Ich (w/18) habe einen ziemlich miesen Job bei der Justiz. Meine Arbeit besteht zu 90 Prozent darin, Protokolle abzuschreiben, in denen Frauen von ihren Männern verprügelt und Kinder von den Lebensgefährten ihrer Mütter vergewaltigt wurden. An sich eine interessante Arbeit und ich versuche, mich zu freuen, dass ich dadurch vielleicht etwas Gerechtigkeit in diese Welt bringen kann. Oder zumindest einen Teil dazu beitrage. Allerdings geht es mir manchmal schon ziemlich nahe. Letzten Sommer war eine Freundin bei mir und ich wollte mit ihr darüber reden. Ich hatte gerade mit einem wirklich ekelhaften Fall zu tun gehabt, der mich manchmal bis in meine Träume verfolgte. Leider habe ich ziemliche Hemmungen, anderen Menschen von meinen Gefühlen zu erzählen, deshalb haben wir zu zweit ganz schön was getankt, damit ich lockerer wurde. Die gewünschte Wirkung ließ nicht allzu lange auf sich warten: ich bekam einen depressiven Schub und habe ihr unter Tränen erzählt, was ich den ganzen Tag so mache, obwohl man eigentlich nicht zu viel davon erzählen darf. Ich dachte zuerst, sie würde mich trösten und für mich da sein. Aber was tat sie? Sie sagte, ich könne ja mit jemandem darüber reden. Sie checkte einfach nicht, dass ich genau das versuchte. Dann rief sie von meinem Handy aus meinen Freund an, drückte mir das Handy in die Hand und ging nach Hause. Sie wollte an diesem Abend noch Party machen. Mein Freund, der eigentlich auch auf einer Party war, hörte sich mein erbärmliches Gejammer an. Am nächsten Tag entschuldigte ich mich übrigens dafür, ihn vom Feiern abgehalten zu haben. Ich war total enttäuscht von besagter Freundin, weil ich ohnehin lange brauche, um jemandem zu vertrauen und ich sie zu diesem Zeitpunkt schon gut sechs Jahre kannte. Anscheinend war das immer noch zu wenig.
Der Vater dieser Freundin hat sich letzte Woche aufgehängt. Sie war natürlich total fertig mit den Nerven und echt am Ende. Ich wollte wirklich für sie da sein, aber ich bin weder auf dem Begräbnis gewesen noch habe ich versucht, sie aus ihrer Einsamkeit zu holen. Ich beichte, dass ich sie in der vermutlich beschissensten Situation ihres Lebens alleine lasse, weil ich noch immer so verletzt und enttäuscht von damals bin. Übrigens: Mein Freund und sein bester Freund hören mir zu und sie sind bis jetzt die einzigen zwei Menschen, von denen ich nicht enttäuscht wurde.

Beichthaus.com Beichte #00030806 vom 19.02.2013 um 19:20:48 Uhr (18 Kommentare).

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Verzweiflung nach dem EM-Spiel

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Trunksucht Diebstahl Verzweiflung Last Night Aachen

Nach dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Griechenland beschlossen ein Kumpel und ich, noch feiern zu gehen. Er musste am nächsten Tag arbeiten, weswegen wir uns darauf geeinigt haben, zwischen 2 Uhr und 3 Uhr nach Hause zu fahren. Um 2.15 Uhr war es dann so weit. Ich hatte meine Alkoholobergrenze erreicht und wollte nach Hause fahren, was ihm ja zeitlich hätte passen sollen. Jedoch wollte er noch alleine in der Disco bleiben. Allerdings war mir eine Taxifahrt alleine (ungefähr 35 Euro) zu teuer, weswegen ich einen Kumpel anrufen wollte, damit er mich abholt. Leider ging er, um die Uhrzeit verständlich, nicht an sein Telefon. Allerdings wusste ich immer noch nicht, wie ich nach Hause kommen sollte. In meiner Verzweiflung habe ich dann versucht, ein Fahrrad zu klauen, was mir aber nicht gelang, da alle Fahrräder verschlossen waren. In meiner Wut habe ich mit solcher Wucht an einem Rad gerissen, dass die Kette aufsprang und das Fahrrad frei war. Vielleicht war es auch nur nicht richtig abgeschlossen, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich bin dann, nur im T-Shirt, die 20 Kilometer nach Hause geradelt. Da ich sehr betrunken war, bin ich einige Schlangenlinien gefahren, was mir in dem Moment sogar bewusst war. Immer, wenn mir ein Auto entgegen kam, bin ich deshalb abgestiegen und habe das Rad geschoben, damit ich nicht von der Polizei erwischt werden konnte. Einen Kilometer vor dem heiß ersehnten Bett habe ich das Fahrrad dann entsorgt. Ich habe den Diebstahl gleich am nächsten Tag bereut, vor allem, weil es ein recht ordentliches Damenrad war. Mein Kumpel ist übrigens direkt von der Disco mit dem Taxi zur Arbeit gefahren.

Beichthaus.com Beichte #00030801 vom 18.02.2013 um 19:26:23 Uhr in Aachen (17 Kommentare).

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Der neue Mann an Mamas Seite

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Misstrauen Feigheit Familie Kinder

Der neue Mann an Mamas Seite
Ich möchte Beichten, dass ich im Alter von acht Jahren die Beziehung meiner Mutter zerstört habe. Sie war damals seit einiger Zeit von meinem Vater getrennt und sehnte sich nach einem neuen Mann an ihrer Seite. Es war nicht einfach für sie jemanden zu finden, aber irgendwann lernte sie durch eine Anzeige in der Zeitung einen Mann kennen, der es ernst mit ihr meinte. Er war ein etwas rauer Typ und ich war damals keine Vaterfigur gewöhnt und dazu noch wahnsinnig schüchtern und sensibel. Kurz gesagt: Ich hatte schreckliche Angst vor ihm. Wenn er zu Besuch war, versteckte ich mich und wenn wir übers Wochenende bei ihm waren, brachte ich kein einziges Wort hervor. Er war wirklich oft in meiner Nähe. Ich stand kontinuierlich unter Stress. In der Schule weinte ich deswegen und irgendwann gab es ein Elterngespräch, was dazu führte, dass meine Mutter sich von ihm trennte. Für mich. Heute ist sie übrigens mit einem Alkoholiker zusammen, der nicht einmal einen verständlichen Satz zustande bringt. Der Mann von damals kommt mir mittlerweile überhaupt nicht mehr Angst einflößend vor. Vielleicht wäre ein Kinderpsychologe damals die bessere Wahl gewesen, aber das macht es jetzt auch nicht mehr Rückgängig. Es tut mir Leid, Mama.

Beichthaus.com Beichte #00030796 vom 16.02.2013 um 01:00:18 Uhr (16 Kommentare).

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