Das Luxusleben unserer Nachbarn

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Neid Vandalismus Nachbarn Kipfenberg

Ich (m/36) wohne mit meiner vierköpfigen Familie jetzt seit fünf Jahren auf dem Dorf. Vier Jahre nachdem wir in unser Haus eingezogen waren, kam es auf dem Nachbarsgrundstück zum Baubeginn. Dieses Grundstück ist riesig und hat bereits groß gewachsene Obstbäume. Diese sind auch erhalten worden, die Leute haben somit einen großen Garten und pflegen ihn sehr. Er ist Arzt und sie ist Lehrerin. Als ich das gehört habe, haben mir bereits die Haare zu Berge gestanden, denn so etwas wünsche ich wirklich niemandem. Die Grundstücke liegen so, dass man sich immer über den Weg laufen muss, es lässt sich gar nicht vermeiden.

Was ich befürchtet habe, ist eingetroffen. Die Nachbarin erzählt meiner Frau immer am Zaun, wie schön sie es doch haben, denn die letzte Schiffsreise sei toll gewesen und im Herbst will man nach Dubai und lauter solche Dinge. Er stellt jeden Samstag seine Harley vor sein Haus und poliert sie, dann steht sie dort, bis er sie am Abend wieder reinschiebt. Wenn er sich mit mir unterhält, dann achtet er immer darauf, dass ich auch seine sündhaft teure Uhr sehe und erzählt von seinen Markenklamotten. Als ich ihm einmal gesagt habe, dass ich von solchen Angebereien rein gar nichts halte, meinte er, dass ich mal zwei Wochen warten solle, mal sehen, was ich dann sage. Letztens waren die zwei Wochen vorbei und er hat extra geklingelt, um mir sein neues Jaguar-Cabrio zu zeigen. Als es die letzten Tage so schön war, sind wir draußen gesessen und haben die Nachbarn gefragt, ob sie nicht auf ein Bier rüberkommen wollen. Es wollten beide schon kommen, aber sie würden ihren eigenen Rotwein mitbringen, so hieß es. Diese Pulle wurde dann natürlich vor dem Öffnen bis zum Abwinken gewürdigt. Selbst der Pfeifentabak des Nachbars wäre von außerordentlich hochwertiger Qualität und wird natürlich direkt bei einer Manufaktur bestellt. Als wir dann sagten, dass wir im Sommer gelegentlich grillen, meinte der Nachbar, dass sie ihr Grillfleisch anliefern lassen und dabei darauf achten, dass es nur höchste Qualität gibt. Als seine Frau dann meinte, dass man bei ihnen drüben kein Grillfest machen könnte, denn es würde ja den Rasen zu stark belasten, ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe mich verabschiedet und kurz darauf kam auch meine Frau, der die Angebereien auch auf den Keks gegangen sind. Meine Frau hatte gesagt, dass wir kein Wert auf Luxus legen würden und auch so glücklich sind. Da musste sie sich tatsächlich fragen lassen, wie man sich den in einem solchen Minigarten wohlfühlen könne.

Ich habe jetzt unter der Woche mehrere sehr lange kupferne Nägel besorgt und diese gestern Abend, als die beiden im Theater waren, in alle Bäume geklopft. In ein paar Jahren werden die Bäume abgestorben sein, denn das sollen anscheinend die kupfernen Nägel bewirken. Jetzt muss ich allerdings im Nachhinein sagen, dass es mir um die Bäume doch wirklich sehr leidtut, denn diese können absolut nichts für ihre Besitzer. Ich bereue es und bitte um Absolution, aber die Nägel bleiben drin.

Beichthaus.com Beichte #00035291 vom 21.03.2015 um 14:23:57 Uhr in Kipfenberg (19 Kommentare).

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Verschwundene Bücher in der Bib

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Aggression Hass Zorn Selbstsucht Studentenleben

Ich muss beichten! Zwar habe ich noch nicht explizit gehandelt, werde aber demnächst wohl zu körperlicher Züchtigung meiner Kommilitonen greifen - wir schreiben gerade eine Hausarbeit und seit Montag ist auf mysteriöse Weise eines der Bücher aus dem Präsenzbestand, also eines, das man nicht ausleihen kann, verschollen. Egal, zu welcher Zeit man danach sieht, es ist nie im Regal, auch unmittelbar zur Öffnungszeit nicht, und das sagen die befreundeten Kommilitonen, die dort ebenfalls gern mal reinsehen würden, auch. Am letzten Donnerstag habe ich es kurz in den Händen gehalten, und nachdem wir es wieder an seinen Platz stellten, war es dann fort. Aufregen tut mich das, weil man jetzt, wo man in der Bibliothek praktisch lebt, mitbekommt, dass Leute die Bücher bunkern. Wenn man die Bib verlässt oder in die zweistündige Mittagspause geht, stellt man das Material doch wieder zurück, wenn man so lang schon einen der raren Plätze blockieren muss.


Aber nein, es wird dann bei den Kumpels untergebracht, bis man wiederkommt, oder bleibt offen auf den Tischen liegen - das Personal geht natürlich dann davon aus, dass da jemand sofort wiederkommt, und räumt das nicht wieder ein, zumal man die Bücher ja auch selbst wieder wegpackt. So viel Unkollegialität macht mich unglaublich aggressiv und wenn ich das das nächste Mal mitbekomme, gibt es eine Nackenklatsche. Und ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass so fiese Leute eine grottige Hausarbeit schreiben! Oder bestenfalls wegen Plagiaten oder so etwas null Punkte erhalten. So viel Egoismus kapiere ich nicht, denn wir sitzen ja alle im selben Boot.

Beichthaus.com Beichte #00035272 vom 18.03.2015 um 14:51:35 Uhr (14 Kommentare).

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Die Freuden des Bahnfahrens

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Hass Zorn Aggression Gesellschaft Bahn & Co.

Ich (m/29) beichte, dass ich mittlerweile selbst zu einem egoistischen und fast komplett rücksichtslosen Menschen mutiert bin. Es fing damit an, dass ich einen Job hatte, zu dem ich einen Firmenwagen mit Tankkarte bekommen habe. Heißt so viel wie nach der Arbeit kostenfrei fahren. Auch im Urlaub oder am Wochenende eine tolle Sache. Wenn man allerdings morgens durch den Berufsverkehr fahren muss, ändert sich das ganz schnell. Für die Strecke habe ich mal in der Nacht gemessen, wie viel Zeit ich benötige - 25 Minuten, und das, wenn ich sehr langsam fahre. Morgens sind es mindesten 50 Minuten gewesen, eher aber 90. Es wird geschlichen, gedrängelt, bei Spursperrungen jeder Hinweis ignoriert, um dann am Ende einzuscheren und alle aufzuhalten. Es wird nicht reingelassen, aber sich selbst reingezwängt in jede noch so kleine Lücke. Auf dem Heimweg noch viel schlimmer. Nur um vermeintlich ein paar Minuten zu sparen, lässt man alle anderen warten. Eben dieses "Hauptsache ich". Dadurch hatte ich auch wenig Lust am Wochenende irgendwo hinzufahren. Ich habe dann nach etwas mehr als einem Jahr meinen Job gewechselt und kann nun mit der Bahn fahren. Was für eine Befreiung, dachte ich.


Jeden Morgen fahre ich jetzt mit Bus und Bahn knapp 30 Minuten zur Arbeit. Anfangs war es wirklich stressfrei und entspannt, aber mittlerweile habe ich auch hier einen großen Hass entwickelt. Die Leute sind unaufmerksam, rücksichtslos und dämlich. Das fängt an mit dem "zwei Stationen vorher aufstehen" und vor die Tür stellen, damit man auch ja nicht die Haltestelle verpasst. Dann gibt es die Kandidaten, die unbedingt als letztes einsteigen müssen. Gut, wenn die als Erstes rausmüssen, weil sie eine Station fahren und ihren Anschluss bekommen müssen, kann ich das nachvollziehen. Gerade wenn es morgens oder nachmittags richtig voll ist. Aber nein, es geht nur um das an der Tür stehen. Von Aussteigen oder Platz machen bei den Haltestellen kann hier keine Rede sein. Dann gibt es diejenigen, die sich kaum auf den Beinen halten können und sich an die Haltestangen lehnen. Wenn man dort seine Hände hat, ist das vollkommen egal, Hauptsache die dicke Mutter mit Kinderwagen kann sich anlehnen. Auch schön - zwischen 6 und 9 sowie 16 und 19 Uhr darf man keine Fahrräder mitnehmen. Doof nur, wenn sich keiner daran hält. Ganz besonders klasse sind aber die Idioten, die auf den Treppen (welche in zwei Richtungen gehen) die schmale Gasse nutzen müssen, welche eigentlich für die Leute gedacht ist, die in die andere Richtung gehen, während der Großteil der Treppe in eine Richtung läuft und einen dann noch pampig anquaken, warum man keinen Platz macht. Vielleicht weil man es wagt, einen Bruchteil des Platzes zu beanspruchen, um seine Bahn zu erwischen? Von den Kaspern, die dann die Türen aufhalten, damit irgendein Schleicher noch die Bahn bekommt und nicht fünf Minuten warten muss, fange ich gar nicht erst an, ebenso wenig wie von drei Arten der Menschen, die es gibt - die, die lieber duschen, die, die lieber baden, und die, die Bahn fahren. Wenn man dann mal eine Bahn erwischt und aussteigen will, haben dann wiederum einige Leute Probleme Platz zu machen. Da wird dann versucht, direkt gegen den Strom einzusteigen, anstatt ein paar Meter zur Seite zu gehen und kurz zu warten. Die Bahn könnte ja direkt losfahren, wenn alle ausgestiegen sind. Rücksäcke nicht abnehmen ist auch sehr gerne genommen, besonders wenn es richtig voll ist.


All dieses Verhalten hat mich mittlerweile so abstumpfen lassen, dass ich quasi ohne Rücksicht auf Verluste einfach weitergehe und rempele oder beiseiteschiebe. Einzige Ausnahmen sind hier kleine Kinder, ältere Menschen und Tiere. Auch sie Smartphone-Glotzer, die nicht mehr nach vorne gucken, werden nicht verschont, es dürfte mittlerweile schon eine zweistellige Anzahl sein, die auf den Boden gescheppert ist. Auf Rolltreppen frage ich einmal höflich, ob ich mal vorbei darf, anschließend wird bei denen, die nicht hören, einfach Platz verschafft. Der Höhepunkt war nun letzte Woche auf der Rückfahrt der Arbeit. Es waren alle Sitze belegt - aber die Gänge waren frei. Ich hatte einen einzelnen Sitzplatz. Es steigt eine korpulente Frau ein und guckt zielgerichtet mit bösem Blick in meine Richtung. Ich nehme die Kopfhörer ab und werde angekeift, ob ich nicht Platz machen will. Da ist mir der Kragen geplatzt und ich habe ihr nur gesagt "Sorry, Sie sind nicht alt, sondern einfach nur fett" und habe die Kopfhörer wieder aufgesetzt. Warum sollte gerade ich Platz machen? Warum fragt die Wachtel nicht höflich? Ich habe dann bei der nächsten Station Platz für eine ältere Dame gemacht und das Keifen der Tonne eh kaum hören können. Ich fürchte nur, das wird nicht besser, und in der Hoffnung, dass mich jemand versteht, bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00035264 vom 16.03.2015 um 13:29:53 Uhr (23 Kommentare).

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Die Wahrheit hinter Hotelzimmertüren

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Ehebruch Rache Zorn Arbeit

Ich (w/19) mache jetzt seit über einem halben Jahr meine Ausbildung in einem renommierten Gasthof in Süddeutschland. Das Haus ist mehrfach für Service und Küche ausgezeichnet worden, liegt wunderbar idyllisch und ist ein beliebter Tagungsort, unter der Woche kommen hier regelmäßig ausgesuchte Spitzenkräfte namhafter Firmen zusammen. Die wenigsten Leute jedoch wissen, wie es hinter geschlossenen Türen bei diesen Spitzenkräften aussieht. Das heißt - kaum jemand, außer den Zimmerdamen. Das Prinzip ist meistens dasselbe: Verheirateter Angestellter mietet für sich allein ein Doppelzimmer, für seine Sekretärin ein Einzelzimmer, und sobald die Kollegen außer Sicht sind, geht es los. Das Ergebnis sind Kondome im Klo, "vergessene" Eheringe, unberührte Einzelzimmer im Vergleich zu der Katastrophe, die diese Hormonbolzen in ihren Liebesnestern hinterlassen. Dafür weist die Firmenrechnung jedoch das perfekte Alibi auf, nämlich das Einzelzimmer der Sekretärin.


Die Häufigkeit, mit der diese Vorfälle passieren, ist schockierend und hat zu zweierlei geführt: Erstens habe ich begonnen, Buch zu führen, heimlich Beweisfotos zu machen, und mir die Daten der Kunden im Computer herauszusuchen. Zweitens ekelt mich die Hotellerie mittlerweile einfach an, nicht nur wegen dieser Vorfälle, sondern auch und gerade, weil die Chefs sich völlig im Klaren darüber sind, was in ihrem Haus vorgeht. Sie ignorieren es nicht einfach, nein, sie fördern es, wo sie können, indem sie "ansprechendere Räumlichkeiten" schaffen - dafür, dass diese Männer mit ihren Sekretärinnen schlafen können. Da ich mich in meiner Freizeit ohnehin mittlerweile mehr mit PHP, HTML und CSS beschäftige, als gut für mich ist, wechsele ich schnellstmöglich das Fach. Und dann gehen vielleicht ein paar hübsche Ehen zu Bruch, wenn ich die gesammelten Daten verschicke.

Beichthaus.com Beichte #00035258 vom 14.03.2015 um 18:29:41 Uhr (22 Kommentare).

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“Beichte

Die geniale Erfindung des Kollegen

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Habgier Selbstsucht Geiz Kollegen

Seit 22 Jahren arbeite ich (m) in einem Werkzeugbauunternehmen als Konstrukteur im Prototypenbereich. Genau zeitgleich ist damals mit mir ein Werkzeugbauer eingestellt worden, mit dem ich seit diesem Tag zusammengearbeitet habe. Wir haben als Team gearbeitet und hatten unser eigenes kleines Reich. Es muss erwähnt werden, dass ich ihn als Arbeitskollegen akzeptiert habe, darüber hinaus mochte ich ihn nicht sonderlich, denn als Serbe war er nicht sehr interessiert an Integration und konnte nie richtig deutsch. Aber das spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Irgendwann, nach etwa 10 Jahren fing er an, in der Pause Zeichnungen anzufertigen, aber immer so, dass sie niemand sehen konnte. Ich habe ihn einmal gefragt, was er da tut. Er will etwas erfinden, dass seiner Familie ein schöneres Leben finanziert. Er ist Alleinverdiener für eine siebenköpfige Familie. Die Leute leben in einer Sozialwohnung. Das hat mich weiter nie interessiert, bis jetzt.


Der Mann ist vor zwei Wochen urplötzlich verstorben. Ich habe dafür einen jüngeren Mitarbeiter bekommen, also alles so weit in Ordnung. Da wir in einem speziellen Teil des Unternehmens praktisch für uns sind, wurde ich gebeten, seinen Schreibtisch auszuräumen und persönliche Dinge der Familie zuzusenden. Beim Zusammensuchen seiner persönlichen Habseligkeiten aus dem Spind ist mir eine ganze Schuhschachtel Zeichnungen entgegengekommen. Ich wollte sie zuerst wegschmeißen, doch dann habe ich mir die Dinge aus Zufall genauer angesehen. Es handelt sich dabei um die Konstruktion mehrerer Spritzgussformen. Schwierig waren die handschriftlichen Notizen auf serbisch, aber ich habe mir Hilfe geholt. Diese Formen sind extrem kompliziert und wurde über Jahre hinweg verfeinert. Die Konstruktion muss erst in den letzten Wochen fertiggestellt worden sein, denn es ist alles komplett durchdacht. Das daraus entstehende Spritzgussteil ist eine reine Sensation. Ich hätte niemals gedacht, dass ein einfacher Mensch ein so unfassbar durchdachtes Teil konstruiert. Wenn dieses Teil in Serie geht, revolutioniert es eine ganze Branche.


Selbstverständlich werde ich von dieser Entdeckung keinem Menschen etwas sagen. Mein Plan ist, die Idee an einen Branchenriesen zu verkaufen und an jedem produzierten Teil mitzuverdienen. Ich werde reich, und zwar innerhalb von kurzer Zeit. Die Familie meines Arbeitskollegen musste einen Kredit aufnehmen, um den Toten nach Serbien zu überführen, in unserer Firma wurde sogar dafür gesammelt. Ich gebe zu, meine Spende von fünf Euro hätte etwas üppiger ausfallen können, aber ich bin eben ein sparsamer Mensch. Das tut mir im Nachhinein aber schon etwas leid, daher beichte ich die Angelegenheit jetzt auch.

Beichthaus.com Beichte #00035254 vom 13.03.2015 um 16:21:21 Uhr (24 Kommentare).

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