Der anhängliche Fremde

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Lügen Falschheit Feigheit Hof

Ich muss etwas loswerden. Letztens habe ich (m) durch Zufall einen anderen Mann kennengelernt, weil ich mich bei Regen untergestellt hatte. Wir betrieben etwas Small Talk und gingen dann getrennte Wege. Ich habe mir dabei nichts weiter gedacht. Vorgestern habe ich ihn dann durch Zufall erneut in der Stadt getroffen und er wollte mit mir einen Kaffee trinken gehen. Ich glaube nicht, dass er schwul ist, aber er scheint sehr anhänglich zu sein. Weil ich überrumpelt war, haben wir Handynummern ausgetauscht und waren jetzt schon zwei Mal Kaffeetrinken. Jedes Mal waren Freunde von mir dabei. Aber er ist irgendwie seltsam und meine Freunde - mit denen ich sonst immer gemütlich ins Café gehe - wollen nicht mehr, dass ich ihn wieder mitbringe. Aber wenn ich ihm nicht schreibe, dann schreibt er mir immer. Ich will mit diesem Kerl nichts mehr zu tun haben. Meine Beichte ist, dass ich ihn immer heuchlerisch zu Treffen mitnehme, obwohl ich ihn nicht leiden kann. Wir arbeiten scheinbar in örtlicher Nähe und jetzt fragt er auch noch, ob ich mit ihm Mittagessen gehe, obwohl ich ihn kaum kenne und mit meinen Freunden allein sein will. Ich weiß wirklich nicht, wie ich ihm die Wahrheit sagen soll, ohne ihn zu verletzen.

Beichthaus.com Beichte #00033797 vom 21.08.2014 um 10:21:07 Uhr in 95030 Hof (Ossecker Straße) (18 Kommentare).

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Das Geld des großen Bruders

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Diebstahl Neid Rache Familie

Ich bin ab und zu ziemlich knapp bei Kasse, denn ich gehe noch zur Schule und habe leider keine Zeit für einen Nebenjob. Irgendwie ist mein Konto deshalb schon vor Monatsanfang leer. Es ist hauptsächlich das Ausgehen am Wochenende, das mir die Haare vom Kopf frisst. Mein älterer Bruder hingegen, der gerade seine Ausbildung abgeschlossen hat, hat eigentlich Kohle im Überfluss. Ich meine - was gibt es, das näher liegt, als ihn ab und zu etwas finanziell zu erleichtern. Ich hatte sowieso nie ein gutes Verhältnis zu meinem Bruder, ich war sehr temperamentvoll und leicht zu provozieren und mein Bruder hatte das gnadenlos ausgenutzt. Er hatte immer so einen großen Pott, der voll war mit Kleingeld und kleinen Scheinen. Als er im Urlaub war, habe ich mir dann mit einer Pinzette oder einer Haarklammer gegen Monatsende vielleicht zwanzig Euro geholt. Ich denke, er hat da nie etwas von gemerkt. Und wenn er mich in einem Wortgefecht oder so fertigmacht, nehme ich meinen Schlüssel und ziehe damit einmal schön am Rand seines Vehikels entlang. Es tut jedes Mal so unglaublich gut, als würde man auf Wolke 7 zurück in das Haus fliegen, einfach göttlich.

Beichthaus.com Beichte #00033785 vom 19.08.2014 um 16:47:05 Uhr (11 Kommentare).

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Meine Affäre mit einem US-Soldaten

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Morallosigkeit Dummheit Vorurteile Gesellschaft Schweigen-Rechtenbach

Ich (w/29) stecke in einem richtigen Dilemma. Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen und seit vier Jahren auch mit ihm verheiratet. Mein Mann ist rechts und ich war es bis vor Kurzem auch noch. Alles begann mit unserem Kennenlernen. Er hat mich sozusagen in die Szene gebracht und ich war überzeugt von den Ansichten und Tatsachen - dachte ich zumindest. Durch ihn habe ich dann begonnen, alles zu hassen, was auch nur annähernd ausländisch war. Vor 3 1/2 Jahren kamen stationierte US-Soldaten in unsere Gegend und meine beste Freundin, die nicht rechts ist, war neugierig und ist mit mir in die Bar gegangen, in der die Soldaten oftmals etwas getrunken haben. Sie hat mich dazu überredet, einfach mal die Ansichten meines Mannes zu vergessen und die Menschen, die er so hasst, kennenzulernen und mir selbst ein Bild zu machen.

Gesagt getan, ich habe mich mit einem Soldaten ziemlich gut verstanden, was schließlich damit geendet hat, dass ich mit ihm die Nacht verbracht habe. Allerdings habe ich ihm die Nummer meiner Freundin gegeben, aus Angst, dass mein Mann dahinterkommt und ihm wegen seiner Hautfarbe etwas antut. Wir führen seitdem eine Art "Fernaffäre." Ich liebe ihn wirklich und habe auch vor, in den nächsten Monaten die Scheidung einzureichen und dann zu ihm zu fliegen und mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Seine Familie habe ich im Übrigen im letzten Jahr bei meinem USA-Urlaub kennengelernt. Ich habe selten so eine herzliche und freundliche Familie ohne Vorurteile gesehen. Ich bin einfach super aufgeregt, endlich zu ihm zu kommen und meinem Mann endlich sagen zu können, dass er mit dieser Einstellung einsam sein wird. Ich bereue die 10 Jahre verschwendete Zeit, die ich mit diesem Mann verbracht habe.

Beichthaus.com Beichte #00033783 vom 19.08.2014 um 11:16:27 Uhr in Schweigen-Rechtenbach (22 Kommentare).

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Einsam

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Verzweiflung Falschheit Internet

Ich bin so einsam, dass ich ständig Selbstgespräche führe. Meinen Beruf kann ich zu einem großen Teil von Zuhause aus ausführen, darum lerne ich so auch niemanden kennen. Wenn ich mit Leuten zu tun habe, scheitert das sehr schnell. Ich denke, es liegt an mir. Ich bin immer seltsam und unangenehm und kann mich auf keine Themen einlassen. Trotzdem fehlen mir Nähe, Freundschaft und Liebe. Ich (27) habe auch keine leibliche Familie mehr. Aus meiner Studienzeit ist kein Kontakt übrig geblieben. Ich habe es sehr schnell beendet und irgendwie durch das ganze Lernen keine Zeit gefunden, um Freunde zu suchen und niemand mochte mich. Dann gehe ich in irgendwelche Chats und spiele eine andere, interessante Person und erfinde mir eine total faszinierende Geschichte dazu. Irgendwann schließe ich den Chat und weine mich in den Schlaf. Ich lüge sehr viel, erzähle ständig tolle Geschichten, wo der mal unsterblich in mich verliebt war, die unbedingt mit mir was unternehmen wollte und so weiter. Die Wahrheit ist: ich hatte noch nie Sex, hab keine Freunde und die meisten (außer es geht ums berufliche) vergessen mich sofort wieder. Es kotzt mich an, dass ich diese Lügengeschichten erfinde und ich mache es trotzdem immer wieder. Ich weiß nicht, was ich machen soll - aber tief in meinen Herzen denke ich, dass ich keinen Psychologen verdiene, die sind für Menschen mit echten Problemen reserviert.

Beichthaus.com Beichte #00033770 vom 16.08.2014 um 01:13:49 Uhr (22 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein verlorener Sohn

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Ignoranz Familie

Ich (m/60) hatte zu meinem Sohn, der mittlerweile 40 ist, eigentlich immer ein gutes Verhältnis. Wir haben zusammen schöne Urlaube gemacht und ich habe trotz meines Status als Alleinerziehender (Mutter früh verstorben) immer versucht, ihm alles zu ermöglichen, was er wollte und was in meiner Macht stand. Vielleicht war das manchmal nicht genug, aber es war damals alles, was ich ihm geben konnte. Es gab keine Schläge, kein Anschreien, ich habe wirklich alles für ihn getan. Als er 19 war, ist er nach mehrfachem Anlauf wieder durch die Abiturprüfung gefallen. Wir hatten, auch wegen anderer Dinge, damals ziemlich viel Streit. Es geht hierbei nicht um Vorwürfe wegen schulischer Leistungen, sondern um ganz andere Dinge. Irgendwann ist das Ganze auf einer emotionalen Ebene so eskaliert, dass er den Kontakt zu mir vollständig abgebrochen hat. Lange Zeit konnte ich das nicht verstehen, war deshalb in Behandlung und habe alles versucht, um wieder Kontakt aufzunehmen - doch alles blieb erfolglos. Er ist dann auch aus der Heimatstadt weggezogen und das Letzte, das ich von ihm hörte, war, dass er zur Bundeswehr gegangen ist. Ich hatte einen guten Freund, der in der Verwaltung dort gearbeitet hat. Ab und zu, wenn es mich arg gebeutelt hat, habe ich den Freund angerufen und gefragt, was er jetzt für einen Dienstgrad hat, wo er wohnt, wie der Familienstand ist - so kleine Dinge eben und so etwas hat mich dann wieder über das nächste Jahr gebracht.

Nach einigen Jahren ging das nicht mehr, weil die Akte gesperrt war und der Geheimhaltung unterlag. Ich habe daraufhin einen Privatdetektiv beauftragt, dieser konnte mir aber leider auch keine Informationen liefern. Sogar an einen bekannten Fernsehsender habe ich mich gewendet, der regelmäßig Familien wiedervereint. Es sollte eine Folge gedreht werden, da mein Sohn aber auch für diesen Sender nicht auffindbar war, wurde das Ganze gecancelt. Jetzt, nach 21 Jahren, hat sich ein Zufall ergeben, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Seit mehreren Jahren betreibe ich mit einem guten Freund eine Firma, die alles rund um das Haus macht. Wir haben Kräfte zum Putzen, die den Garten machen, sich um Elektronik oder Sanitärprobleme kümmern. Vor einiger Zeit haben wir einen neuen Auftrag für ein Haus in der Nähe von Frankfurt bekommen. Vor einigen Wochen rief ein Angestellter der dort gerade beschäftigt war an, er hätte durch Wasser einen Schaden am Boden verursacht. Ich fuhr sofort hin, um mir das Ganze anzuschauen, da die Hausbesitzer, ein Ehepaar nicht erreichbar waren. Vor Ort erwartete mich ein gut eingerichtetes Haus. Alles vom Feinsten mit einem riesigen Garten. Als ich drin war, habe ich auf Fotos, die dort hingen, meinen Sohn wiedererkannt. Der Name der Hausbesitzer ist mittlerweile ein ganz anderer, als der meines Sohnes früher.

Ich war einfach nur unglaublich froh, ihn wiedergefunden zu haben, hatte aber Angst, dass er, sollte er es merken, sofort den Auftrag kündigt, um mich dieses kleinen Fensters zu berauben. Einmal habe ich ihn auch gesehen, wie er von einem Fahrer der Bundeswehr abgeholt worden ist. Es freut mich, dass er offensichtlich den richtigen Weg für sich gefunden hat. Es tut mir leid, dass ich mich nicht an seinen Wunsch halte, sondern immer wieder mit diesen kleinen Aktionen unbemerkt in sein Leben trete.

Beichthaus.com Beichte #00033766 vom 15.08.2014 um 13:02:19 Uhr (17 Kommentare).

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