Die verheimlichte Schramme

17

anhören

Feigheit Lügen Auto & Co. Familie

Ich beichte, dass ich unbeabsichtigt einen kleinen Autounfall mit dem Auto meiner Großeltern hatte und es verschwiegen habe. Ich hatte ganz frisch den Führerschein und habe mir das Auto geliehen, um kurz zur Videothek zu fahren. Mit der Gangschaltung hatte ich ziemliche Probleme und habe es deshalb öfter abgewürgt. Ich hätte merken sollen, dass ich mit dem Auto nicht klarkomme. Als ich wieder parken wollte, habe ich mich total im Abstand verschätzt und touchierte eine Wand ganz knapp. Ich war voll geschockt und habe sofort nachgesehen. Vorne am Auto an diesem Plastik-Teil waren ein paar Schrammen zu sehen. Ich hatte so Angst das zu beichten, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, dass es nie rauskommt. Eine Weile später hat mich meine Oma dann darauf angesprochen, dass sie Kratzer entdeckt hätten und ob mir das passiert wäre. Sie hätten mich sicher nicht geköpft, aber ich habe mich nicht getraut, es zuzugeben, weil ich ja tagelang nichts gesagt hatte.
Ich fühle mich auch heute noch schlecht deswegen.

Beichthaus.com Beichte #00031716 vom 08.08.2013 um 15:11:06 Uhr (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Meine Strategie für den Büroalltag

28

anhören

Faulheit Trägheit Lügen Feigheit Arbeit

Ich (m/25) hocke jetzt seit zwei Monaten jeden Tag während der Arbeitszeit vor dem Rechner und surfe nur sinnlos herum, besonders im Beichthaus. Eigentlich hätte ich etwas zu tun, aber ich werde so grottenschlecht bezahlt, dass mir das egal ist. Honoriert sowieso keiner. Der Trick, nicht erwischt zu werden, ist einfach: Man lasse ein Programm mit vielen Daten im Hintergrund offen, also zum Beispiel eine Excel-Tabelle und switcht, wenn jemand kommt, einfach schnell dahin und tut beschäftigt. Zum Glück habe ich ein Einzelbüro, eigentlich ist es für zwei Leute gedacht, aber meine Ex-Kollegin hat schon den Job gewechselt und ist jetzt Verkäuferin, weil sie dort mehr verdient.


Meine Beichte ist, dass ich anfangs so dumm und bescheuert war, zu glauben, dass die eigene Arbeit wichtig ist. Aber nein, dem Chef ist man egal, die Bezahlung ist unterirdisch und bei Fehltritten ist man sofort der Arsch, wenn es gut läuft, dann wird man ignoriert oder andere holen sich die Lorbeeren. Also mache ich keinen Finger mehr krumm, surfe herum und mache immer ausgedehnte Pausen, wobei ich dann, wenn jemand fragt, angebe, denn Programm X muss noch die Daten Y verarbeiten. Dabei habe ich mir extra eine Datei mit ausgedachtem Ladebildschirm programmiert, welche bis zu zwei Stunden imaginäre Abläufe durchgeht. Wenn wer fragt, sage ich, dass ich furchtbar viel zu tun habe und noch dieses oder jenes mache, dabei lasse ich mich hier richtig gehen. Ich hasse diese Bagage und habe schon ab und zu erschreckende Gedanken: Das Gebäude abfackeln, die Kreditkarte des Chefs entwenden, über den Parkplatz schlendern und dem Auto dieses gut verdienenden Sesselfurzers eine schöne neue Gravur mit einem Schlüssel oder einem Eispickel verpassen. - Oder ganz einfach in sein Großraumbüro zu gehen, die Einrichtung zu zertrümmern und ihm unter brennenden Ohrfeigen meine Kündigung ins Ohr schreien. Warum ich das nicht mache? Weil ich ein verdammter Feigling bin. Und warum ich nicht einfach kündige? Ich habe schon daran gedacht, aber meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind ziemlich schlecht. Und Hartz-IV will ich nicht. Nein - nicht aus moralischen Gründen, damit könnte ich gut leben und würde sogar mehr Geld bekommen als jetzt. Ich mache es nur nicht, weil ich stinkefaul geworden bin und keinen Bock habe, jedes Mal zum Amt zu rennen und diese Anträge auszufüllen. Oh scheiße, wenn ich das alles nochmal lese dann frage ich mich, wohin der ambitionierte, weltoffene und freundliche junge Mann verschwunden ist, der ich vor gefühlten Jahrzehnten mal war.

Beichthaus.com Beichte #00031711 vom 08.08.2013 um 11:03:44 Uhr (28 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“35.000

“Folge

Die Zugtoilette

15

anhören

Ekel Unreinlichkeit Feigheit Morallosigkeit Bahn & Co. Regensburg

Ich (w) möchte beichten, dass ich heute wahrscheinlich eine Zugtoilette verstopft habe und nicht Bescheid gegeben habe. Ich war aus geschäftlichen Gründen mit dem Zug unterwegs, allerdings wurde mir nach kurzer Zeit übel. Ich ging zur Toilette und wollte mir eigentlich nur kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, aber bei dem Anblick des ohnehin schon überlaufenden Klos und dem penetranten Uringeruch in der Luft kam es in mir hoch. Der Kanister des WCs war vielleicht einfach nur voll, aber der Urin stand bereits im unteren Viertel. Um zu verhindern, dass ich etwas abkriege, schmiss ich, so schnell ich konnte, einen Haufen Papier hinein und übergab mich. In meiner schlechten Verfassung war ich nicht mal in der Lage, den Knopf zum Runterspülen zu finden. Das wäre vermutlich eh nutzlos gewesen, denn wenn es vorher nicht schon verstopft war, dann war es das jetzt garantiert. Weil ich einfach nur zurück zu meinem Platz wollte und ich mich unheimlich geschämt habe, machte ich den Klodeckel zu, wusch mein Gesicht und begab mich so unauffällig wie möglich zurück auf meinen Platz, in der Hoffnung, dass mich niemand mit dem verstopften Klo in Verbindung bringt. Es tut mir Leid für die Leute, die das sauber machen müssen.

Beichthaus.com Beichte #00031706 vom 06.08.2013 um 21:03:53 Uhr in 93047 Regensburg (Bahnhofsstraße) (15 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Unsere lesbische Freundschaft

17

anhören

Falschheit Dummheit Feigheit Lügen München

Ich war damals 14 Jahre alt und hatte zu der Zeit eine beste Freundin, wie alle anderen auch. Die Beziehung konnte ich nie definieren, denn mir scheint es, dass diese beste Freundin mich sehr mochte. Eben auf eine andere Art und Weise. Ich wusste da noch nicht, wie mir geschah, denn ich wusste nicht, was genau Homosexualität ist. Ich hielt ständig ihre Hand, weil ich dachte, dass beste Freundinnen das so machen. Ich schrieb ständig, wie sie, auf diese kitschige Art und Weise, wie sehr ich sie liebte. Es ging immer so weiter, mehr wurde jedoch nie daraus. Eines Tages sprach mich jemand darauf an und fragte, ob wir eine lesbische Beziehung führten. Ich war total verwirrt und konnte mir nicht zusammenreimen, woher diese Idee kam. Nach einigen Überlegungen war es dann aber offensichtlich, wie sie auf diese Idee kamen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, und das ist meine Beichte, denn ich beendete die Freundschaft - per E-Mail. Ich sagte ihr nie, wieso ich die Freundschaft beendet habe. Heute sehen wir uns ab und zu und ich schulde ihr immer noch eine Erklärung, die sie wahrscheinlich nie bekommen wird. Es tut mir leid, dass ich diese Freundschaft so kaltblütig beendet habe und sie wahrscheinlich sehr verletzt habe.

Beichthaus.com Beichte #00031700 vom 06.08.2013 um 01:32:58 Uhr in 80333 München (Weinstrasse) (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Meine Zahlenblindheit

16

anhören

Feigheit Peinlichkeit Lügen Geld

Ich (19) möchte beichten, dass ich unter Dyskalkulie leide und nie fähig war, entsprechend auf meine Umwelt zuzugehen. Für alle, die es nicht wissen: Dyskalkulie wird auch Zahlenblindheit oder Rechenschwäche genannt. Es ist zwar meistens so, dass Betroffene einer solchen Beeinträchtigung Meister des Versteckens sind und unangenehme Situationen bewusst vermeiden, aber dennoch hätte ich etwas tun sollen. Zuvor war mir dies allerdings nie so bewusst, ich habe mich einfach instinktiv von "gefährlichen" Situationen ferngehalten. Dies gelang mir auch, bis ich sechzehn wurde. Denn ab diesem Zeitpunkt bestand meine Oma darauf, dass ich mir ein Konto für das monatliche Taschengeld zulege, das ich von ihr erhielt. Ich sagte zu, hatte aber niemals die Absicht, mir ernsthaft ein Konto einzurichten.


Ein paar Monate vergingen und ich konnte den Fragen meiner Oma, bezüglich meines Kontos, immer ausweichen. Irgendwann beschloss sie dann spontan, mit mir zur Bank zu gehen und eines anzulegen. Ich hatte keine Chance, dem zu entkommen. Unruhig ließ ich mir dann Tausende Zettel geben, die ich ungesehen unterschrieb. Es war eine Sache von zehn Minuten und man sagte mir, ich würde demnächst Post bekommen und dass ich mich bei Fragen gerne melden könne. Jedenfalls bekam ich dann meine PIN und meine Karte. Damit war die Sache für mich erledigt. Immer, wenn meine Oma mich dann fragte, ob das Taschengeld überwiesen wurde bzw. ob ich nachgeschaut hätte, sagte ich Ja und irgendwann verlief das Ganze im Sand. Aber nach einiger Zeit bekam ich Post von meiner Bank, in der meine Kontoauszüge waren. Die Ersten paar öffnete ich noch, war aber völlig überfordert und bunkerte sie in meinem Zimmer. Ich glaube, für Außenstehende klingt das ziemlich dumm, aber was Solls. Es wurde zur Gewohnheit, diese Kontoauszüge in einen Karton zu werfen und mich nicht um mein Konto zu kümmern. Mir wurde zwar bewusst, dass ich jetzt weniger Bargeld hatte, für mich damals das einzige Geld, aber mit zehn Euro in der Woche, die ich mit Nachhilfe in Deutsch verdiente, kam ich ganz gut über die Runden.


Jedenfalls, vor gut drei Monaten, ließ ich dann endlich die Bombe platzen. Dass ich schon immer Probleme im Fach Mathematik hatte, war meiner Familie bewusst, doch als ich ihnen gestand, wie viele Probleme mir Zahlen allgemein machten, waren wir fest entschlossen, einen Test zu machen. Dieser fiel dann tatsächlich positiv aus und ich bin jetzt in Therapie bei einem speziellen Dyskalkulietherapeuten. Dort habe ich auch besagtes Konto erwähnt und er brachte mich dazu, es meiner Mutter zu erzählen. Also setzten wir uns zusammen und sie erklärte mir die Grundzüge der Kontoführung. Danach gingen wir meine Kontoauszüge durch und stellten fest, dass ich knapp 1.300 Euro angespart hatte. Zugegebenermaßen war mir das relativ egal, denn die Strapazen, die ich damit hatte, waren ziemlich schwerwiegend. Das ist meine Beichte. Ich war zu feige, um mich meinem schwerwiegenden Zahlenproblem zu stellen und log unverfroren alle in meinem Umfeld an. Nicht nur diese Tatsache setzt mir zu, sondern alles, was mit ihr zusammenhängt. Jetzt habe ich zwar eine Anzahlung zum Führerschein, aber ich habe immer noch starke Bedenken. Ich hoffe, in der Therapie baut sich mein Selbstbewusstsein wieder etwas auf. Danke fürs Lesen.

Beichthaus.com Beichte #00031675 vom 31.07.2013 um 12:45:12 Uhr (16 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge