Na, mache ich heute krank?

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Lügen Falschheit Faulheit Arbeit

Ich kann kräftig anpacken, wenn es nötig ist, und bin sozial kompetent. Das Team-Verhältnis zu den Kollegen ist nicht perfekt, aber professionell und ich komme mit allen gut ins Gespräch. Beste Freunde werden wir wohl nie, aber das muss ja auch nicht sein. Auch auf der Chefetage komme ich mit jedem gut aus. Ich mache oft Überstunden und das Geld passt auch für meine Verhältnisse. Kurzum, eigentlich ein Job, wo man freudestrahlend hingehen müsste, das tue ich aber nicht. Hin und wieder nehme ich morgens eine Münze und treffe so die Entscheidung, ob ich arbeiten oder zum Arzt gehen soll. Nicht weil ich mich schlapp und krank fühle, oder etwas vor habe. Einfach nur so.


Der Tag wird komplett verschenkt. Es tut mir leid, dass ich meine Kollegen im Stich lasse und dass meine Chefs Probleme haben, ihre Tagesziele zu erreichen. Ich mache das inzwischen so oft, dass ich dachte, dass ich euch das beichten sollte. Vielleicht gibt es hier ja jemanden, dem es genauso geht. Ist es nicht krass, dass man sich eigentlich glücklich fühlen müsste, es aber nicht akzeptieren kann? Vielleicht bin ich nur gelangweilt und will erwischt werden? Oder ich bin depressiv.

Beichthaus.com Beichte #00036424 vom 22.08.2015 um 17:07:08 Uhr (4 Kommentare).

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Die geplatzten Träume der Flüchtlinge

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Vorurteile Ungerechtigkeit Engherzigkeit

Ich (m/57) arbeite ehrenamtlich in einer Flüchtlingsunterkunft, weil ich mich moralisch dazu verpflichtet fühle. Seit Jahren bin ich auf Jobsuche, finde aber nichts. Keiner stellt im IT-Bereich alte Säcke ein, da sie noch aus der "alten Schule" sind. Das ist natürlich Unsinn, schließlich habe ich mich dauernd fortgebildet. Nun ja, nach jahrelanger Arbeitslosigkeit und Rumgammelei wollte ich mal etwas Sinnvolles tun. Von den Nachrichten bekam ich das Versorgungschaos mit, sodass ich gleich am nächsten Tag mit anpacken wollte. Die Arbeit macht mir an sich Spaß, weil ich mit Flüchtlingen ins Gespräch komme. Oft erzählen sie mir von der strapazierenden Flucht durch den Balkan, was mich ehrlich gesagt sehr mitnimmt. Einige hingegen bringen ihre Zukunftspläne zu Wort. Ein Großteil der Flüchtlinge möchte Arzt, Anwalt oder Ingenieur werden. Woher diese hanebüchenen Wünsche herkommen, weiß ich nicht.

Wahrscheinlich hat denen ein Schleuser was von einer rosaroten Kuschel- und Spaßzukunft in Deutschland erzählt. Schleuser müssen ja auch werben. Jedenfalls bringe ich jeden dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Versteht mich nicht falsch, klar kann jeder irgendwann seine Ziele erreichen. Nur sind einige teilweise über 20 Jahre alt, können nur gebrochenes Englisch und sind nicht sehr intelligent. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie so jemand mal ein Studium beginnen soll. Dafür müsste man erst mal noch die allgemeine Hochschulreife erlangen. So kommt es halt, dass ich den glühenden Fantasien der Flüchtlinge ein Ende setzen muss. Ich will sie nicht kränken, trotzdem passiert genau das ziemlich oft. Ungeachtet dessen gebe ich aber Vorschläge. Den Immigranten rate ich eine Ausbildung im Handwerksbereich, da wir in Deutschland diese Stellen nicht vollständig besetzen und diese Berufe geistig weniger anspruchsvoll sind. Gerade in den Pflegeberufen mangelt es an Azubis.


Irgendwie fühle ich mich nach solch einem Gespräch immer schlecht, obwohl ich eigentlich geholfen habe. Man merkt meinen Gesprächspartnern an, dass für sie ein Traum geplatzt ist. Aber so ist das Leben. Deutschland ist kein Schlaraffenland. Selbst ein topausgebildeter IT-Spezialist wie ich findet keine Arbeit. Ich beichte hiermit, regelmäßig Flüchtlinge zu enttäuschen, obwohl sie nach einer schlimmen Reise nettere Worte bräuchten.

Beichthaus.com Beichte #00036414 vom 21.08.2015 um 20:33:59 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Persönliche Vorlieben in der Gutmenschen-Gesellschaft

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Vorurteile Engherzigkeit Misstrauen Gesellschaft

Ich habe zwar insofern keine Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft, Kultur oder Hautfarbe, würde aber niemals einen Mann daten und zum Partner wählen, der nicht kaukasisch bzw. weiß oder westlicher, moderner Kultur ist. Selbst mit einem gläubigen Christen hätte ich schon so meine Probleme als Atheistin. Ich finde schwarze Menschen, Südländer oder Asiaten persönlich einfach nicht attraktiv und fühle mich im Kulturkuddelmuddel bei Religionen generell unsicher. Ich beichte das, weil man heute für seine Vorlieben und Abneigungen sowie für eigene Prinzipien gleich wieder abgestempelt wird, in der Gutmenschen-Gesellschaft.

Beichthaus.com Beichte #00036413 vom 21.08.2015 um 18:27:09 Uhr (19 Kommentare).

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Notorischer Schwarzfahrer

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Habgier Zwang Bahn & Co.

Als ich mein zweites Ausbildungsjahr anfing, musste ich für mein Bahnticket selbst aufkommen. Wir leben in einer ruhigen Gegend und ich musste nur wenige Stationen mit der Bahn fahren. Da die Halsabschneider von der Bahn fast ein Drittel meines Monatsgehalts für die Bahnkarte wollten und ich sie nur ein Mal in der Woche gebraucht hätte, habe ich mich geweigert, diese 140 Euro zu zahlen. Die Bahnfrau am Schalter meinte nach einem kurzen Gespräch, dass es nicht möglich sei, meinen Preis zu reduzieren. Also fuhr ich diese 40 Minuten in der Woche, ein halbes Jahr lang, schwarz. Danach ich mein Auto und war seitdem nicht mehr auf die Bahn angewiesen.

Beichthaus.com Beichte #00036400 vom 19.08.2015 um 19:04:57 Uhr (21 Kommentare).

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71 Euro Monatslohn

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Diebstahl Selbstsucht Habgier Familie Hamburg

Ich (m/18) mache eine Ausbildung über eine Maßnahme, wo ich nur - weil mein Vater zu gut verdient - 71 Euro monatlich kriege. Alles andere Bezahlen meine Eltern. Meine Eltern haben so ein kleines Portemonnaie im Schrank, wo hier und da mal eine Münze drin landet. Ich möchte beichten, dass ich meine Eltern, seit ich 15 Jahre alt bin, bestehle und mir aus diesem Portemonnaie einfach Geld rausnehme, nur um mal zum Bäcker zu können oder mir hier und da etwas zu gönnen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Ich weiß, dass es falsch ist, und doch kann ich damit nicht mehr aufhören. Ich bin leider ein kleiner Dieb geworden. Zum Glück tue ich dies nur zu Hause.

Beichthaus.com Beichte #00036399 vom 19.08.2015 um 15:24:45 Uhr in 22415 Hamburg (Georg-Clasen-Weg) (10 Kommentare).

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