Früher war alles besser!

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Begehrlichkeit Sucht Falschheit Gesellschaft

Ich muss beichten, dass ich einen beachtlichen Teil meiner Zeit damit vertrödele, mir vorzustellen, im Amerika der 50er Jahre zu leben und dafür auch die eine oder andere Verpflichtung aus dem echten Leben verschiebe oder vergesse. Statt auszugehen oder mich zu verabreden, liege ich gemütlich im Bett und fantasiere oder schreibe Geschichten. Es wäre nur einfach so viel schöner, in einer Welt zu leben, die keine brutalen Religionskriege, keine militanten Veganer, keine halben T-Shirts und zerrissenen Hosen zum vollen Preis kennt. Weiße Zäune, eine kleine Familie, einen tollen Wagen. Ich kann die Leute, die sagen, dass früher alles besser war, voll und ganz verstehen. Wie es scheint, war es das nämlich. Heute hängt jeder am Smartphone, damals hat man wenigstens miteinander gesprochen oder telefoniert, statt Apps gab es Gesellschafts- oder Ballspiele. Ein weißer Zaun wäre sofort von irgendwelchen Kiddies mit Spraydosen besudelt.

Manchmal fühle ich mich schlecht, wenn ich Freunden absage, aber bevor ich einen ganzen Tag damit verbringe, die Wohnung in Ordnung zu bringen und ihnen Snacks und Getränke zu kaufen, von denen am Ende das meiste überbleibt, esse ich doch lieber für mich allein, flüchte mich in Gedanken und trinke nur für mich einen schönen Tee, ein Glas Sekt oder eine Tasse Kaffee.

Beichthaus.com Beichte #00038166 vom 30.04.2016 um 21:24:11 Uhr (19 Kommentare).

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Nebelschlussleuchte bei Sonnenschein

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Engherzigkeit Kinder Auto & Co.

Ich habe, als ich so ca. 13-14 war, in unserem Auto (als Beifahrer natürlich) hin und wieder mal die Nebelschlussleuchte ohne Grund eingeschaltet. Das starke rote Leuchten fand ich cool und besser zu viel als zu wenig Licht, dachte ich mir damals. Meine Mutter hatte ich davon überzeugt, dass dies so schon richtig sei. Heute weiß ich natürlich, dass es ziemlich asozial war, denn es blendet ja ordentlich und ist nicht umsonst verboten.

Beichthaus.com Beichte #00038165 vom 30.04.2016 um 20:43:16 Uhr (11 Kommentare).

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Hilfe, meine Eltern sind Rassisten!

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Vorurteile Zorn Ungerechtigkeit Peinlichkeit Familie

Hilfe, meine Eltern sind Rassisten!
Meine Eltern sind Rassisten und ich schäme mich dafür. Vor ein paar Monaten war ich mit meinem Vater in Amerika. Alle Leute dort waren sehr freundlich und man hätte keinen Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen finden können. Und obwohl uns auch Schwarze sehr weitergeholfen haben, hat er noch am selben Abend gemeint, in Amerika würde alles viel besser laufen, wenn man die ganzen "Neger" rauswerfen würde. Dann schaute er Fox News und wetterte sofort gegen die Mexikaner, obwohl er, denke ich, noch nie mit einem gesprochen hat. Aber wenn Fox News das sagt, muss es ja stimmen. Er hofft, dass Trump Präsident wird, weil dann endlich Schluss mit den Mexikanern und der weichen Einwanderungspolitik ist. Auf dem Flughafen beschwerte er sich dann mehrfach über die anwesenden Inder und Araber und hatte ernsthaft bedenken, dass sie im selben Flugzeug mitfliegen könnten. Ich denke, in seinem Kopf gibt es eine sehr klare Klassifizierung von Ländern mit guten und Ländern mit schlechten Menschen. Zurück in Deutschland regt er sich jeden Tag über Merkel und den viel zu seichten Umgang mit Kriminellen auf - und dass man nicht so viele "Kanacken" reinlassen darf. Berlin hasst er wegen der ganzen Türken dort.

Meine Mutter ist nicht besser. Sie ist grundsätzlich gegen alle, die nicht europäisch aussehen. Zuletzt, als wir Oma auf dem Land besuchten, kam ein arabisch aussehender Mann ins Dorf und wartete dort an der Bushaltestelle. Meine Mutter beobachtete ihn durchs Fenster, bis er wieder fort war, und bekundete ununterbrochen, dass so einer gar kein Recht hat, ins Dorf zu kommen und dass die Oma ab sofort bessere Schlösser wegen der Diebe braucht. Es überrascht sicher nicht, dass beide bei der letzten Wahl AfD gewählt haben. Mir geht es anders. Ich studiere in einer Großstadt und da ist es normal, allen Menschen gleich gegenüberzutreten. Allerdings erzähle ich dort nicht viel von meinen Eltern und lade auch nie jemanden zum Besuch ein, denn dann könnten meine Freunde mitbekommen, wie ausländerfeindlich meine Eltern sind und das will ich nicht.

Beichthaus.com Beichte #00038162 vom 30.04.2016 um 02:04:29 Uhr (32 Kommentare).

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Wie soll ich nur mit ihm Schluss machen?

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Fremdgehen Begehrlichkeit Falschheit Feigheit Partnerschaft

Ich (w/21) glaube, ich habe mich in eine ziemlich blöde Situation manövriert. Ich bin seit fast vier Jahren mit meinem Freund zusammen, er war sozusagen meine erste große Liebe. Er ist wirklich einer der liebevollsten Menschen, die ich kenne und ich denke, dass die wenigsten Mädchen das Glück haben, einen derartig lieben, verständnisvollen und rücksichtsvollen Freund zu haben. Wir sind dann vor etwa zwei Jahren zusammengezogen und unser Zusammenleben funktioniert großteils auch wunderbar. Blöderweise ist er sehr lasch erzogen und in vielen Dingen einfach unzuverlässig oder schlampig. Er unterstützt mich kaum im Haushalt, obwohl er nicht Vollzeit arbeitet, er verspricht immer dies und jenes zu erledigen, aber wenn ich nach Hause komme, liegt er auf der Couch und es ist nichts geschehen. Dass das frustrierend ist, brauche ich hoffentlich nicht erklären. Diese Arbeiten sind dann an mir hängen geblieben und ich habe das dann meist aufs Wochenende verschoben, weil ich unter der Woche arbeite und abends oft im Training bin.

Wenn ich dann aber am Wochenende keine Lust hatte, zu seinen Eltern zu fahren oder irgendwohin mitzugehen, weil ich stattdessen lieber die Wohnung putzen wollte, durfte ich mir anhören, ich sei viel zu pingelig und sollte mich doch auch mal entspannen. Schön, das sagt sich natürlich leicht bei einer 15-Stunden-Woche. Wir haben deswegen schon oft diskutiert und danach besserte sich die Situation auch, zumindest für ein, zwei Wochen. Danach ging es weiter wie bisher. Mittlerweile denke ich auch schon oft darüber nach, einen Schlussstrich zu ziehen, aber ich tue es nicht. Ich habe Angst vor den negativen Aspekten, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, alleine in einer Wohnung zu leben, so hätte ich dann kein Auto mehr und vermutlich viel weniger Geld zur Verfügung. Aber nüchtern betrachtet bin ich mit ihm zusammen, weil es eben so ist. Das soll aber nicht entschuldigen, was ich getan habe.

Vor einiger Zeit habe ich im Training jemanden kennengelernt. Alleine vom Optischen her ist der Mann ein Traum. Wir sind irgendwann ins Plaudern gekommen und ich habe bald gemerkt, dass er sich auch für mich interessiert. Wir haben zwar nie miteinander trainiert, aber standen meist in derselben Ecke, haben herumgealbert und er hat mich oft gekitzelt. Kurz darauf habe ich erfahren, dass er die anderen fragte, wo ich denn bleibe, wenn ich mal keine Zeit hatte ins Training zu gehen. Nach einigem Hin und Her haben wir uns mal getroffen und es war wirklich wie in einem kitschigen Film. Wir sind stundenlang in der Bar gesessen, am Ende schon sehr alkoholisiert, wir hatten wirklich viel Spaß. Er hat sogar die komplette Rechnung bezahlt. Danach sind wir zu Fuß durch die halbe Stadt und er hat mich bis zur Haustür begleitet. Zum Abschied hat er mich sogar geküsst. Ich habe ihm nämlich nie erzählt, dass ich einen Freund habe.

Mittlerweile habe ich ihm das gebeichtet, aber ihm ist das natürlich egal, dass ich vergeben bin. Es fällt mir zwar sehr schwer, aber ich blocke körperliche Annäherungsversuche seinerseits ab, so gut es geht, es gibt kein Anfassen, kein Küssen und schon gar keinen Sex. Ich will diese neue Geschichte nicht mit Fremdgeherei beginnen. Man betrügt seinen Partner nicht, auch nicht, wenn es für einen selbst schon vorbei ist. Ich habe ihm die Situation - so gut es eben geht - erklärt, und er sagt, ich solle Schluss machen. Und ich will auch Schluss machen, aber ich kann meinen Freund nicht so verletzen. Er sagt mir immer wieder, wie sehr er mich liebt und dass er mich nicht verlieren will, aber für mich ist es halt einfach nicht dasselbe. Ich mag ihn, sehr sogar, aber einfach nicht mehr so wie früher. Wie auch immer. Im Endeffekt bin ich doch selbst schuld. Mein Freund hat so etwas nicht verdient.

Beichthaus.com Beichte #00038145 vom 26.04.2016 um 20:52:06 Uhr (23 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das Mädchen, das Zuckerwatte aus meinem Kopf machte

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Rache Begehrlichkeit Waghalsigkeit Last Night

Es sind nun schon ein paar Jährchen ins Land gezogen, seit das Vergehen, das ich heute gerne beichten möchte, stattgefunden hat. Zur Entschuldigung sei gesagt, dass ich jung, naiv und wohl in mancher Hinsicht auch etwas verschroben war, zugegebenermaßen. Ich verliebte mich in die Schönheit unseres Dorfes. Ein Mädchen mit Alabasterhaut, einem Gesicht und einer Figur wie aus Stein gemeißelt. Blonde Locken, blaue Augen, Sommersprossen, Beine bis zum Himmel und sogar noch ein Stück weiter. Sie verdrehte reihenweise Köpfe. Zu meinem Verdruss bemerkte ich jedoch bald, dass dieses engelsgleiche Wesen leider schon einen Freund hatte. Ich dachte bei mir, dass sie mit ihm nun nicht gerade den besten Geschmack bewies, allerdings nannte er stolz ein Auto sein eigen. Ich hingegen besaß nur das alte Fahrrad meiner Mutter. Immerhin mit Gepäckträger.

Die Zeit zog ins Land, und ich schmachtete sie aus der Ferne an. Ach was, schmachten ist noch zu wenig gesagt! Ich betete den Boden an, auf dem sie wandelte, hätte ihr dreckiges Badewasser leergesoffen und mich für sie mit verbundenen Augen an einen Stuhl gefesselt mit einem der Klitschkos geprügelt. Meinetwegen sogar mit beiden. Kurz, mein Resthirn bestand ihretwegen aus vollkommen nutzloser Zuckerwatte. Eines Tages erfuhr ich durch meine rastlosen unermüdlichen Nachforschungen im Fall Alabasterhaut, dass es in der Beziehung Stress gab, da ihr Freund ihr wohl fremdgegangen war. In meiner Welt war das natürlich die absolute, ultimative Blasphemie. Wie konnte er nur?! Ich war außer mir und überlegte mir einen teuflischen Racheplan.
Ich dachte daran, ihm in den Tank zu urinieren, aber das war noch zu wenig. Auch eine fiese Fäkalgranate, bestehend aus gesammeltem Hundekot, und aus dem Hinterhalt auf ihn abgefeuert, war nicht genug. Es musste perfide sein. Gemein, böse, und vor allem eine Lektion, die er niemals vergessen würde - und wenn er hundert Jahre alt und stocksenil wurde.

Meine Wahl fiel nach langen, sinisteren Überlegungen auf Strom. Ich würde sein Auto mit einem Weidezaun-Stromgerät verkabeln, und wenn er es öffnen wollte, würde er ein schönes, schmerzhaftes Tänzchen veranstalten. Abends hinter dem Jugendclub nahm mein Plan Gestalt an. Ich brauchte zwar zwei Kabeltrommeln, und einen knappen Viertelkilometer Weidedraht, aber schließlich gelang es mir, die Karre unter Strom zu setzen. Zwar holte ich mir dabei auch zwei ziemlich heftige Stromschläge, aber das war mir die Rache ohne Weiteres wert. Schließlich trat mein Opfer aus dem Jugendclub. Hackedicht, und verfolgt von zwei seiner Freunde, die ihn davon abhalten wollten, noch mit dem Auto zu fahren. In der lebhaften Diskussion vernahm ich aus meinem Versteck heraus folgende kausalen Zusammenhänge: Fräulein Alabasterhaut hatte sich offensichtlich endlich aus den Fängen dieses üblen Widerlings befreit, und er sich wohl ordentlich einen auf die Lampe gegossen.

Also stand er nun vor seinem Auto, mit beachtlicher Schlagseite, und suchte nach seinen Schlüsseln, während ihn seine Kumpels bequatschten, er solle doch lieber laufen. Davon wollte er jedoch nichts wissen, er habe ja auch nur einen halben Kilometer zu fahren. Dann kam der große Moment, in dem er tatsächlich an sein Auto fasste. Alles funktionierte nach Plan. Er bekam mächtig eine geschossen und hüpfte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Bein ums Auto herum, sich die Hand haltend. Da sein Pegel aber kein besonders gut koordiniertes Hüpfen zuließ, landete er bereits nach knappen drei Sekunden im Dreck, von wo aus er sich beim Aufstehen am Auto festhalten wollte. Natürlich bekam er wieder eine gefeuert und führte einen wahren Affentanz im Liegen auf. Seine Kumpels fragten sich natürlich was los war und fassten kurz nacheinander ebenfalls an das Auto, worauf eine beeindruckend asynchrone Ausdruckstanzveranstaltung stattfand.

Einer vermutete daraufhin statische Elektrizität, der andere spekulierte auf Kurzschluss der Batterie. Meine hervorragend versteckte Litze fand jedoch keiner. Sie standen, bzw. lagen noch eine Weile diskutierend herum. Dann verdrückten sie sich schließlich im Schleudergang nach Hause. Das war also die ganze Show. Ich hatte sie mir in meiner Fantasie zugegebenermaßen wesentlich spektakulärer vorgestellt, und war ziemlich enttäuscht. Ein wenig mehr Funkenflug, und Elektrischer-Stuhl-Flair wäre immerhin ganz nett gewesen, aber man konnte ja nicht alles haben. Ich baute also meine Teufelsmaschinerie ab und verzog mich nach Hause. Einige Zeit danach erfuhr ich im Übrigen, dass nicht er sie, sondern sie ihn betrogen hatte. Im Zuge dessen bekam ich dann auch mit, dass Fräulein Alabasterhaut zwar schön anzuschauen, aber charakterlich eher eine Mischung aus Pech und Schwefel war. Seitdem bereute ich dann die dämliche Nummer mit dem Strom. Immerhin hat das Ganze ihren Ex davon abgehalten, im Suff nach Hause zu fahren. Fräulein Alabasterhaut ist übrigens später zum Studieren ins Ausland gegangen, und ward fortan nie mehr gesehen.

Beichthaus.com Beichte #00038138 vom 26.04.2016 um 11:10:50 Uhr (9 Kommentare).

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