Wasser aus dem vierten Stock

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Dummheit Feigheit Lügen Urlaub Frankreich

Ich habe im Urlaub mit meinen Eltern Wasser aus dem Fenster im vierten Stock gespuckt, schön auf einen Mann mit schwarzem Anzug und Aktenkoffer. Wie ich vorsichtig geguckt habe, stand dieser Mann noch 10 Minuten unten rum und hat auf mein Hotelzimmerfenster geguckt, in der Hoffnung, irgendwen zu sehen. Ich dachte eigentlich die Sache hätte sich geklärt, doch der Typ kam später u. a. auch zu meinem Zimmer und hat geklopft, um auf Englisch zu fragen, ob ich das Wasser aus dem Fenster geworfen hätte. Habe natürlich nein gesagt und dass ich auf dem Bett TV geguckt hätte.

Er hat nochmal gefragt, ob ich sicher wäre, worauf ich wieder mit Ja antwortete. Anschließend habe ich meine Eltern dazu gedrängt, nun doch endlich irgendwo essen zu gehen, damit der Typ nicht wiederkommt. Somit beichte ich, dass ich Schandtaten mache und nicht einmal dazu stehe. Der Mann schien anscheinend sogar in diesem Hotel zu arbeiten.

Beichthaus.com Beichte #00026414 vom 31.05.2009 um 18:30:37 Uhr in Frankreich (Nizza) (10 Kommentare).

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Die Leckereien dieser Welt

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Völlerei Manie Ernährung

Ich bilde mir ein, dass ich zu dick bin, obschon ich (m/181/74) es objektiv keinesfalls bin. Nachdem ich das Rauchen und Trinken aufgegeben, habe ich jedoch schwer zugenommen (86). Nach etlichen Diät-Versuchen habe ich festgestellt, dass Rauchen und Trinken mich vom Essen-Kochen und somit vom Zunehmen abhalten. Heute bin ich wieder halbwegs in Form (80). Allerdings war ich um einiges fitter, als ich nicht rauchte und trank. Moderner Großstadt-Lifestyle ist ungesund, und ich würde am liebsten auf einem Bauernhof leben, dick sein und den ganzen Tag mit Freude kochen, essen und einen Scheiß darauf geben. Natürlich könnte ich auch Sport treiben, aber das ist doch nun wirklich der größte Unsinn. Nach drei Monaten im Studio war ich bereit sämtliche Sporttreibenden, sich im Kreis drehenden, zu ermorden. Warum? Weil sie dieses unauslöschlich neurotische Dauergrinsen in der Fresse haben. Das, finde ich zumindest, ist noch ungesünder als das bisschen Rauchen und Wein am Abend. Außerdem können die alle nicht kochen und genießen. Es sei denn, sie machen sich "einen leckeren Salat" oder "Pute auf Reis mit einer superleckeren Soße", was so viel heißt wie Wasser auf Wasser mit Wasser.

Ich hingegen möchte Parmaschinken und Reggiano mit Mozzarella, dazu einige scharfe Blätter essiglastigen Rucola, leicht gesalzene Tomaten und Basilikum mit einem Tropfen Olivenöl, Pasta mit Bolognese, hausgemachte Pizza mit allem darauf und Doppelkäse, Speckpfläumchen, Gambas im Knoblauchbad, einen herrlichen Lammrücken, Blätterteig mit eingebackenem Feta und Spinat, Kalbsfilet mit auch mal (selbst gemachten) Pommes, Hühnchenbrust in radikalem Radieschenpüree auf Brandteigspitzen, Knödel, ein in Butter schwimmendes Steak mit Bohnen, durch welches das Messer gleitet wie Öl durch Wasser, dazu im selbigen Tellersud um Hilfe schreiende Bratkartöffelchen, vielleicht krosse Minischnitzel mit einem ordentlichen Spritzer Zitrone, selbst gemachte Burger, an deren Rand der süß-feurige Ketchup sabbert und die dänische Soße applaudierend sich über die darunter liegenden Kartoffelecken wirft und der Sahne-Kraut-Salat empört zurückschreckt, bevor er sich verliebt, gegrillten Lachs mit Spargel und Sauce Hollandaise, eine Lasagne mit dick Bechamelsoße mit Calamaris auf Feldsalat vorweg, danach eine bayrische Orangencreme, oder gleich Pana Cotta, Schwarzwälder-Kirsch-Torte, Karamell, Butter, Sahne.

Beichthaus.com Beichte #00026396 vom 29.05.2009 um 07:34:57 Uhr (66 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Eine ganze Packung Eis

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Ekel Unreinlichkeit Peinlichkeit

Vor ein paar Jahren habe ich mir zur späten Stunde noch eine ganze Packung Eis reingezogen. Ein ganzer Liter. Danach konnte ich gut schlafen. Am nächsten Morgen wollte ich zur Schule. Hatte aber dummerweise verpennt und musste mich tierisch beeilen, damit ich den nächsten Zug noch erwischte. Auf dem Weg zum Bahnhof grummelte es schon so im Magen, aber ich dachte das liegt nur am Hunger. Am Bahnhof wurde es dann immer schlimmer. Während ich auf den Zug wartete, merkte ich, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte - nämlich zu kacken. Ich dachte mir, gehst du halt in der Schule einen abseilen. Dummerweise braucht man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Stunde bis zum ersehnten Schacht. Im Zug wurde es dann immer schlimmer. Mir wurde fast schwarz vor Augen, so anstrengend war das Zurückhalten. Aber im Zug auf den Pott gehen? Niemals! Doch plötzlich kam der Gedankenblitz! Eben aussteigen und mit dem nächsten Zug zurück nach Hause. Bis zur Schule schaffst du es nie! Scheiß auf Schule!

Also direkt am nächsten Bahnhof raus aus dem verfluchten Ding und ab in den anderen Zug. Dachte ich. Der hatte natürlich derbe Verspätung und ich stand an so einem Minibahnhof, an dem nichts los ist. Ich dachte echt mein Arsch platzt gleich. Ich Idiot habe mir in dem Moment vorgestellt, wie gemütlich es auf dem heimischen Schacht wäre. Ab da ging nichts mehr. Einmal kurz umgedreht, ob irgendwelche Menschen in der Nähe sind und ab ging es: Hose runter und voll vor den Fahrkartenautomaten geschissen. Es bildete sich eine riesige braune Pfütze aus flüssiger Scheiße. Boah, war das widerlich. Schnell alles rausgedrückt, was ging, und Hose hoch. Der Zug kam ein paar Sekunden nach dem Geschäft an. Leider war nichts zum Abwischen in der Nähe, also mussten die Flecken vom Arsch sich mit der Hose anfreunden. Auf der ganzen Rückfahrt hat es im Zug volles Rohr nach Kacke gestunken. Zum Glück fuhren zu der Zeit nicht viele Leute. Zu Hause musste ich erst einmal ein ausgiebiges Bad nehmen. Ihr glaubt gar nicht, wie beschissen ich mich gefühlt habe. Seitdem muss ich jedes Mal, wenn ich an dem "beschissenen" Bahnhof vorbeikomme, auf den Boden vor den Automaten sehen. Anfangs sah man noch sehr gut die Umrisse von der Pfütze, aber leider ist mittlerweile alles verschwunden. Jetzt esse ich abends kein Eis mehr.

Beichthaus.com Beichte #00026273 vom 15.05.2009 um 23:22:27 Uhr (39 Kommentare).

Gebeichtet von hackbraten009
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Unfall ohne Führerschein

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Vandalismus Waghalsigkeit Auto & Co.

Ich (m/21) habe im Alter von 14 Jahren eine kleine Dummheit angestellt. Eines Abends kamen mein Kollege und ich auf die Idee, eine kleine Spritztour mit dem Auto meiner Mutter zu machen, da sie an diesem Abend nicht zu Hause war. Es war nicht das erste Mal, trotzdem können 14-Jährige, die das Autofahren nur von Games kennen, auf Dauer nicht unfallfrei fahren, wie ich heute weiß. Gut, aus der Garage raus, rückwärts die Ausfahrt hoch, alles kein Problem, da ja auf der anderen Seite der Ausfahrt eine große ebene Wiese ist. Auf einmal rannte mein Freund wild auf das Auto zu und in der nächsten Sekunde ein riesiger Knall! Am Rand der Wiese stand ein schwarzer Polo. War nachts leider nur schwer zu erkennen, durch eine alte Cabrio Kunststoff Heckscheibe. Der Polo war nahezu unverletzt, ein kleiner Kratzer an der Heckstoßstange, mehr nicht. Das Peugeot 306 Cabrio hingegen hatte eine fette Beule im Kofferraumdeckel und die Heckstoßstange hatte es auch eingedrückt. Nach einer ordentlichen Flucherei entschlossen wir uns, das Auto wieder in der Garage abzustellen und abzuwarten. Am darauf folgenden Tag bat mich meine Mutter in die Garage. Ich hatte übelst Angst, gleich richtig etwas zu hören zu bekommen. Da erzählte mir meine Mutter von einem Parkschaden, als sie heute Morgen beim Einkaufen war. Mein Gedanke war natürlich, oh mein Gott, was habe ich für ein Glück!

Der Schaden wurde von der Versicherung übernommen, was meinem Gewissen gut getan hat und mich dazu bewegte erst einmal nicht zu beichten. Damals nahm ich mir vor, es ihr zu erzählen, wenn ich den Führerschein mache. Diese Gelegenheit habe ich verpasst und es bis heute noch nicht erzählt. Ich nehme mir fest vor, es ihr demnächst zu beichten.

Beichthaus.com Beichte #00026237 vom 10.05.2009 um 12:40:12 Uhr (16 Kommentare).

Gebeichtet von Victorinox
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“Beichte

Die schlimmste Tagesmutter der Welt

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Ignoranz Kinder Maßlosigkeit Berlin

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre blind. So müsste ich das von mir verschwiegene Elend nicht sehen. Es gibt Momente, in denen ich mich verachte, schäme und vor mir selbst ausspucken möchte. Immer dann, wenn ich die 40 Treppenstufen hinauf in den vierten Stock steige. Denn ich weiß, dort wird Felix auf mich warten. Sprechen wird er nicht. Er wird mich einfach nur mit seinen leuchtend blauen Augen anschauen, die wie Sterne in der Nacht funkeln. Sein blonder Haarflaum wird wie Gold im Gegenlicht der Flurbeleuchtung schimmern. An den Fingern werden Krümelreste der trockenen Frühstücksbrezel kleben.

Dann spüre ich meine Sünde und weiß: Ich müsste die Behörden informieren. Erzählen, unter welchen Bedingungen Felix bei der Tagesmutter lebt. Keine Spaziergänge bei Sonnenschein. Weder eine arme Jacke noch Mützchen, wenn es stürmt. Drei Mal täglich mit seinen 15 Monate alten Beinchen 40 Treppenstufen erklimmen. "Tragen tue ich diesen schweren Brocken nicht!" so seine Tagesmutter. Es reicht, ihn an seinem kleinen Ärmchen zu zerren. Vielleicht ist es gut, dass sie ihn nicht trägt. So muss er den Atem nicht spüren, der ihrem Mund mit schwarzen, nach Fäulnis stinkenden Zahnstümpfen entweicht. Ich sehe noch mehr und meine Sünde ist, dass ich das Amt nicht informiere.

Beichthaus.com Beichte #00026217 vom 07.05.2009 um 00:16:49 Uhr in Berlin (Neukölln) (43 Kommentare).

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