Die dunklen Zeiten des Wirtschaftswunders

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Selbstverletzung Verrat

Im Alter von 14 Jahren fehlte es mir noch ziemlich an Verstand. Die ganze Welt drehte sich eigentlich nur um mich selbst. Für die Sorgen der Eltern und Geschwister mangelte es bei mir noch reichlich an Verständnis. Ich bin jetzt 58 Jahre alt und habe bis zum heutigen Tag immer noch nicht verkraftet, was 1966 geschah. Vor allem weil ich mir einen großen Teil an Schuld zuschreibe. Wir waren damals acht Geschwister und ich war das vierte Kind. Zwei Schwestern im Alter von 20 und 18 Jahren und einen Bruder, der bald seinen 16. Geburtstag feiern konnte. Die anderen vier Geschwister waren zwischen 12 und 5 Jahre alt. Obwohl heute vom großen Wirtschaftswunder gesprochen wird, ging es meiner Meinung nach an uns vorbei. Wir konnten uns nur das Nötigste leisten und meine Eltern arbeiteten von morgens bis abends, um uns durchzubringen. Erwähnen muss ich noch, dass damals die Volljährigkeit erst mit dem 21sten Geburtstag in Kraft trat. Meine beiden Schwestern mussten schon ab dem Schulabschluss ins Berufsleben treten. Von dem Gehalt durften sie 10 Prozent als Taschengeld behalten was ungefähr 30 DM waren, der Rest ging in den Familientopf. Natürlich waren beide mit diesem Deal unzufrieden und es gab ständig Streit zwischen meinem Vater und den Schwestern. Heute, da wir selbst Familie haben, können wir sein Handeln besser verstehen. Meine 18-jährige Schwester jedoch konnte sich nicht damit abfinden. Sie erzählte ihrer Arbeitskollegin, wie die familiären Verhältnisse sind. Diese gab ihr den Ratschlag zum Jugendamt zu gehen und zu erklären, dass sie unter diesen Umständen nicht weiterhin in dieser Familie leben wolle.

Meine Schwester erzählte mir davon und auch, dass sie schon am nächsten Tag einen Termin bei dem zuständigen Jugendamt hätte. Natürlich durfte ich das nicht verraten, dies musste ich ihr Versprechen. Und was habe ich getan? Nachdem sie beim Jugendamt war, ging ich zu meinem Vater und erzählte ihm alles. Er ist fast ausgeflippt und stellte meine Schwester zur Rede. Dies war an einem Freitag im November 1966. Aber nicht nur das. Er war so wütend und aufgebracht, dass er sogar handgreiflich wurde. Er verlangte von ihr, zum Jugendamt zu gehen, und alles zurückzunehmen. Sie versprach am Montag bei dem Jugendamt vorzusprechen, um alles zu widerrufen. Somit war erst einmal Frieden im Hause - übers Wochenende. Am Montagabend um 19:30 Uhr war meine Schwester immer noch nicht zu Hause. Mein Vater war schon wieder auf 180, als es an der Tür klingelte. Es war der Pfarrer, der uns mitteilen musste, dass sich meine Schwester vor einen fahrenden Zug geworfen hatte. An dem Tag, als mein Bruder Geburtstag hatte, wurde sie zu Grabe getragen. Bis heute gebe ich mir die Schuld daran, weil ich sie verraten habe.

Beichthaus.com Beichte #00026230 vom 09.05.2009 um 09:33:17 Uhr (28 Kommentare).

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Der Tag, an dem ich ein Haus anzündete

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Vandalismus Diebstahl Dummheit

Ich (m) bin 18 und die Scheiße, die ich gebaut hatte, passierte im Sommer 2006 - das war das Jahr unseres Lebens. Ich und meine Clique haben jeden Tag gechillt und Scheiße gemacht. Ich weiß nicht warum, aber wir wollten einfach nichts anderes machen außer Scheiße bauen. Nach dem Klauen bei Re** und anderen Dingen mussten wir etwas Größeres machen. Also beschloss ich mit meinem Freund ein Haus mit großem Garten zu erforschen. Der Garten war ungepflegt und die Rollläden waren unten. In dem Garten stand ein kleines Gartenhaus und dahin führte unser Weg. Wir fingen an, an der Tür herumzustochern und wollten die Hütte aufbrechen. Nach zehn Minuten Arbeit scheiterten wir und ich beschloss eine Eisenstange zu nehmen und sie in das an der Seite liegende Fenster zu werfen. Kaputt war sie und wir konnten rein, aber in dem Schuppen war nichts außer ein Rasenmäher und anderer Scheiß. Dann verließen wir den Garten und kamen ein paar Tage später wieder dahin, aber dieses Mal mit dem Großteil der Jungs. Wir fingen an, das Kellerfenster kaputt zu schlagen. Das Haus war schon ein bisschen älter und alles war etwas porös. Wir dachten, dass es leersteht. Als wir das Fenster offen hatten und im Haus drinnen waren, bemerkten wir, dass das Haus noch voll eingerichtet war. So als ob jemand einkaufen geht und alles liegen lässt.

Wir erforschten das ganze Haus und alles war noch eingerichtet und sauber. Wir fingen an die Schränke leer zu räumen und Wertgegenstände einzupacken. Wir fanden viel. Ich habe mir eine Tasche genommen und unter anderem Silberbesteck und Schmuck verschiedenster Art eingesteckt. Wir hätten alles mitnehmen können. Aber irgendwie waren wir blöd. Wir setzten uns auf die Sofas und berieten uns mit Zigarette, was wir machen sollen. Wir gingen wieder raus und guckten die weitere Tage ob irgendwas auffällt.

Aber nichts passierte. Wir gingen öfters rein und fanden immer mehr Wertgegenstände. Als wir am Ende keinen Bock mehr hatten, fingen wir an, da drin alles zu zerschlagen. Wir gingen raus und kamen die nächsten Tage nicht mehr hin. Aber das änderte sich, als ich abends bei mir zu Hause wieder mal den Film 8Mile guckte. Da brennen die doch auch ein Haus ab und das war mein Plan. Ich wollte es abfackeln und sagte das direkt am nächsten Tag meinen Freunden, die allerdings nicht mitmachen wollten. Wir sind wieder in das Haus reingegangen, aber dieses Mal nur zu dritt. Da das Haus noch völlig eingerichtet war, war auch alles vorhanden. Meine beiden Freunde nahmen ein riesiges Benzinfass aus der Garage und ich nahm mir Strohrum. Das Kellerfenster war sehr klein und eng, aber der einzige Weg rein und raus. Meine beiden Freunde gingen nach draußen und ich fing an, unten Gardinen und noch irgendwelche Wäsche anzuzünden. Es brannte. Ich war auf dem Weg nach draußen und in dem Moment fiel der Benzinkanister um und alles lief genau vor den Ausgang und da es Sommer war, war es heiß und ich hatte kurze Hosen an. Ich hatte Angst um mein Leben, überall brannte es. Ich kletterte schließlich aus dem Fenster und verbrannte mir meine ganzen Beinhaare, von denen ich nicht mal viele hatte. Mein anderer Freund hatte sich das Gesicht verbrannt. Ich kam also raus aus dem Fenster und begann nur noch zu rennen. Wir rannten um unser Leben.

Zwei Minuten später ging es los. Nur Sirenen in einer 13.000-Einwohner-Stadt. Wir hatten solche Angst wie nie zuvor. Aber die Zeit verging und niemand hatte was gemerkt bis zu dem Zeitpunkt, als ich auch Ärger in der Schule hatte und mit einer Psychologin und einem Polizeibeamten reden musste. Das war aber eine andere Geschichte. Auf jeden Fall musste ich mit aufs Revier und das komplette Programm machen. Komplett ausziehen, Fingerabdrücke, DNA-Speichelprobe, Fotos und so weiter. Und das brachte mich in die Lage. Da wir in dem Haus geraucht hatten, konnten sie mir so unter anderem das nachweisen. Ich weiß nur wie ich eines Abends nach Hause kam und meine Mom gesagt hat, die Kripo war da und damit war es dann geschehen. Ich musste die Schuld auf mich nehmen, weil sie alles von mir hatten und ich wollte meine Freunde nicht mit reinziehen. Ich wurde angezeigt wegen Folgendem: Hausfriedensbruch, Einbruch, schwere Sachbeschädigung, schwerer Diebstahl, Brandstiftung. Und vorbestraft war ich vorher auch schon. Damit war das mein Ende. Ich hatte unendlich viel Stress mit Polizei und Kripo. Das Ende vom Lied war, dass ich zwei Monate Strafe absitzen musste in meinem Alter! Das war mit eines meiner krassesten Erlebnisse. Da waren noch mehr, aber ich glaube, ihr habt kein Bock so viel zu lesen.

Beichthaus.com Beichte #00026145 vom 24.04.2009 um 10:11:31 Uhr (27 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die Verzweiflungstat auf dem Spielplatz

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Selbstverletzung Verzweiflung Dummheit Last Night

Die Verzweiflungstat auf dem Spielplatz
Als ich so 14 oder 15 Jahre alt war, hatte ich einen totalen Tiefpunkt im Leben, Pubertät halt. Ich dachte keiner mag mich, zu Hause hatte ich Stress, ich fand mich hässlich und überhaupt war alles zum Kotzen. Ich wusste, dass die Mutter einer Freundin Schlaftabletten im Badezimmerschrank aufbewahrte, und zwar so viele, dass es nicht auffiel, als ich eine Packung davon mitgehen ließ. Am selben Abend habe ich mich dann abends auf einen Spielplatz verzogen und mich erst mal ordentlich mit Alkohol zugekippt. Dann lag ich da auf dem Boden mit dem Blick in den Sternenhimmel und hatte die Tabletten in der Hand. Es war eine klare Nacht und die Sterne leuchteten ganz hell. Das fand ich in dem Moment so beeindruckend schön, dass ich mein Vorhaben total vergaß und nur noch zufrieden in den Himmel starrte. Irgendwann bin ich dann aufgestanden und nach Hause gegangen. Das habe ich noch nie jemandem erzählt und ich bin froh, dass ich damals nicht den Mut hatte, mein Leben zu beenden.

Beichthaus.com Beichte #00026143 vom 24.04.2009 um 09:20:26 Uhr (20 Kommentare).

Gebeichtet von tr35
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Lärm vs. zerstörte Schuhe

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Rache Vandalismus Zorn Nachbarn Uelzen

Vor Jahren lebte ich in einem süßen, kleinen Altbauappartment. Ich (w/37) war guter Dinge, da alle meine Nachbarn Friede, Freude, Sonnenschein verbreiteten. Ich bin sehr geräuschempfindlich und war unendlich froh, meine Nachtruhe ungestört genießen zu können. Dies sollte sich eines Tages schlagartig ändern. In die leer stehende Wohnung nebenan zogen neue Mieter und mir wurde ganz übel, als ich meinen Nachbarn lautsprecherboxenschleppend und bierkästentragend auf der Treppe begegnete. Mein beschauliches Leben war wohl ein für alle Mal vorbei.

Bis in die Morgenstunden dröhnte und schepperte es von nebenan. Es half kein gepflegtes Gespräch und keine Drohung mittels Hausverwaltung. Ich war verzweifelt - meine Nachtruhe endete um sechs Uhr - die lieben Nachbarn sorgten dafür, dass ich bis dahin kein Auge zu tat. Voller Zorn schlug ich mittlerweile regelmäßig gegen die Wand, drehte ab sechs Uhr - wenn nebenan geschlafen wurde - meine Lautsprecher auf und kam mir dabei total dämlich vor. Eines Nachts platzte mir dann der Kragen - irgendwo musste ich hin mit meiner Wut über den geraubten Schlaf. Auf mein Klingeln reagierte man längst nicht mehr. Berge von Damensandalen türmten sich vor der Nachbartür (wo die Herrenschuhe waren weiß ich bis heute nicht). Ich nahm eine Schere und schnitt kurzerhand sämtliche Riemchen an allen Schuhen kurz und klein und erlebte ein Gefühl von ungeheurer Befriedigung - was nicht heißt, dass ich mir später im Licht der Morgensonne ziemlich albern vorkam. Heute lebe ich glücklich und zufrieden in einer großen Wohnung mit schalldichten Wänden.

Beichthaus.com Beichte #00026114 vom 19.04.2009 um 14:16:55 Uhr in Uelzen (20 Kommentare).

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Mich kotzt jeder an!

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Aggression Hass Vorurteile Essen

Mich kotzt im Moment so ziemlich alles und jeder an. Angefangen bei meiner Arbeit. Der Job an sich ist ja schon eh kacke, aber wenn man sich den ganzen Tag mit zwei Hühnern als Kolleginnen rumplagen muss (ich bin selber w), die einen mit ihrem Diätwahn auf die Nerven […]
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Beichthaus.com Beichte #00026084 vom 15.04.2009 um 11:24:20 Uhr in Essen (11 Kommentare).

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