Meine todkranke Mutter

23

anhören

Verzweiflung Zorn Aggression Engherzigkeit Familie

Ich scme mich schrecklich für das, was ich gestern getan habe. Ich hätte nie geglaubt, dass ich so dumm und so furchtbar gemein sein nnte, wie ich es gestern war. Meine Mutter ist, dank eines riesigen Tumors in ihrem Kopf, ein Pflegefall. Keine Chance auf Besserung, geschweige denn auf Heilung. Seit letztem Jahr geht es rapide abrts mit ihr. Sie braucht bei allen Aktivitäten des tglichen Lebens viel Hilfe. An den Wochenenden fahre ich zu ihr und bernehme die Pflege. Seit sie krank ist, also seit 13 Jahren, hat sie sich immer mehr im Wesen verändert. Sie ist sehr depressiv, antriebslos und versteht eigentlich auch nicht mehr, was man ihr sagt. Sie ist eben leider komplett dement. Trotzdem ist sie ungemein widerspenstig. Wenn ihr irgendwas nicht passt, dann bockt sie herum, macht berhaupt nicht mehr mit und schreit ganz laut. Sie schreit wirklich einfach nur, weil sie auch nicht mehr sprechen kann. Das ist nicht nur wahnsinnig mhselig, das bringt mich auch zum Rasen.r /> Ich kann mich manchmal nicht mehr selbst daran erinnern, dass sie nun einmal dement und schwer krank ist, und nicht wei, was sie da macht oder wo sie berhaupt ist. Ich vergesse dann total, dass sie vollkommen hilflos ist. Dann kann ich mich oft nicht beherrschen und bin sehr ruppig und grob zu ihr, oder schreie sie an. r /> /> Aber gestern war der schlimmste Tag: /> Sie war extrem unleidlich. In dem einen Moment frage ich sie noch, ob wir zum Spazieren rausgehen wollen und sie sagt ja, also lege ich scne Klamotten raus, mache das Radio an und wollte sie fertigmachen, im nchsten Moment schreit sie lauthals, weil sie nun ptzlich keine Lust mehr zum Anziehen hatte. Dieses Schreien und dieser, wieder einmal, bockige Blick von ihr haben mich total zum Ausrasten gebracht. Ich habe sie angeschrien, dass ich es satt habe, an jedem meiner freien Tage zu ihr zu kommen und mir "dieses Elend reinzuziehen". Ich habe gesagt, dass ich nach fast der lfte meines Lebens mit "...aber meine kranke Mutter..." es so satt habe, und mir wnsche, dass es endlich vorbei ist. Ich habe auch zu ihr gesagt: "Stirb. Stirb einfach!" und das sogar mehrmals. Das klingt so furchtbar. Mir tut es wahnsinnig leid. Ich kann es seitdem nicht vergessen. Ich habe spter, damit sie, nach ewigem Kampf, endlich ihre eine Tablette nimmt, auf ihren eingewachsenen Zehennagel, der ihr sehr schmerzt, gedrckt, damit ich diesen Machtkampf gewinne und sie die Tablette endlich einnimmt. Ich scme mich so sehr, so etwas Barbarisches getan zu haben. Ich finde keine Entschuldigung für mein unmögliches Verhalten. Der Stress und der Kummer, das kann nicht der Grund sein, so mit seiner todkranken Mutter umzugehen. Bisher habe ich immer gedacht, der liebe Gott bestraft meine Mutter mit ihrer Krankheit dafür, dass sie fher manchmal ganz schön kaltherzig und egoistisch war, aber so etwas htte sie nicht getan. Und das hat sie auch nicht verdient.r /> Ich hatte mir zum Jahreswechsel vorgenommen, geduldiger mit meiner Mama zu sein. Der Schuss ist ja wohl voll nach hinten los gegangen. Ich hoffe, dass ich noch Gelegenheit haben werde, auch wenn sie es nicht mehr versteht, mich bei meiner Mutter zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00031190 vom 13.05.2013 um 23:18:25 Uhr (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Unser gefährliches Spiel an den Gleisen

7

anhören

Dummheit Vandalismus Neugier Kinder Penzberg

Im Alter von ungefähr neun Jahren hatten drei Schulkameraden und ich (m/34) Langeweile. Man kannte sich aus der eigenen Klasse oder aus den Parallelklassen und unternahm nachmittags immer mal wieder etwas zusammen. Eben was Jungen so machen. hlen bauen, etwas ankokeln, Rangeln, Sßigkeiten verputzen oder auch nur ganz wichtiges Zeug bequatschen.<br /> An diesem Nachmittag, nach den Hausaufgaben, trafen wir uns in einem ldchen nahe unseren Wohnusern. Neben dem Wald verlief das Bahngleis einer Regionalbahn, das frei zunglich und trotzdem Sicht gesctzt, also somit schwer einsehbar war. Jemand, ich wei nicht mehr wer von uns, kam auf die Idee kleine Metallautos auf das Gleis zu legen, weil die durch den Zug so scn platt gequetscht werden. Ein paar gepttete Autos spter legten wir dann die Steine auf das Gleis, mit denen normalerweise das Gleisbett gellt wird. Die Regionalbahn donnerte jedes Mal so dermaßen laut daber, dass es staubte und gewaltig splitterte. Wir hatten riesigen Spaß dabei. Mit jeder vorbeifahrenden Bahn wurde die Menge der Steine auf dem Gleis gröer, bis es am Ende mehrere Meter Steine hintereinander waren. Die Regionalbahn hat jedes Mal dauerhaft getutet, und wir haben uns zum Beobachten des Spektakels hinter den Bumen versteckt.r /> Nach rund zwei Stunden sahen wir aus Richtung Bahnbergang einen Bahnwrter oder Bahnpolizisten schnell auf uns zukommen. Zum Gck immer noch weit genug weg, um nicht erkennbar zu sein, rannten wir panisch in das Wldchen zurck. Durch den Wald verlief ein Fngerweg, bis zu dem Wir rannten. Und dort stockte uns dann der Atem. Polizeibus, Zivilfahrzeuge und Hundehrer mit jeder Menge schaulustigen Anwohnern im Schlepptau kamen den Weg entlang. Wir vier sind fast zeitgleich in ein Erdloch gesprungen, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden. Man hat uns jedoch gesehen, aber der Sache berhaupt nicht zugeordnet. Man dachte wohl, dass wir nur schaulustige Kinder sind.<br /> /> Wir blieben im Erdloch, bis die Karawane vorber war und rannten dann quer über den Fweg in die andere lfte des ldchens. Am Waldrand hinter den Häusern versteckten wir uns noch eine ganze Weile, bis wir in unmittelbarer Nhe keine Gefahr mehr vermuteten. Dann trennten sich unsere Wege. Nach Hause ging ich nur sehr zögerlich. Ich war keines von den Kindern, das solchen Unsinn vor den Eltern verheimlichen konnte. Und so erkannte meine Mutter an meinem Gesichtsausdruck, dass etwas im Busch ist. Ich fasse den Abend mit meinen Eltern mal kurz zusammen. Die Standpauke htte gßer nicht sein knnen, mein Vater hat mich, sicherlich auch zur Strafe, lange hingehalten, ob er mit mir irgendwann am Abend dann doch zur Polizei fahren rde und ich auch dort ein blaues Wunder erleben rde. Hat er dann aber doch nicht gemacht. So entuscht, fassungs- und hilflos habe ich meine Eltern meines Wissens nie wieder erlebt. Die anderen drei haben zu Hause nicht gebeichtet und auch sonst wurde die Sache zwischen uns nie mehr besprochen. Von offizieller Seite kam zum Glück auch nie etwas auf meine Eltern oder auf mich zu. Was wohl passiert wre, wenn sie uns erwischt tten? Das Graufgebot der Polizei lag daran, dass annglich, wenn man damaligen Gerüchten trauen darf, mehr hinter der Sache vermutet wurde, wie zum Beispiel ein Anschlagsversuch. Deshalb hatte die Polizeikarawane uns wohl auch nicht unter Verdacht und schlicht ignoriert. Warum es allerdings bei einem Anschlagsverdacht rund zwei Stunden dauerte, bis die Polizei kam und auf dem Gleis selbst auch nur ein Bahnwrter oder -polizist dem Tatort näher kam, leuchtet mir bis heute nicht ein.<br /> Das ist das mit grem Abstand dümmste, unnötigste und vor allem gefhrlichste, das ich je angestellt habe. Wre der Zug entgleist... Die Folgen bekommt man gedanklich schon nicht auf die Reihe. Mir hat das hinterher sehr leidgetan und ich habe mich oft gefragt, wie viel Panik und Angst die Menschen im Zug wohl gehabt haben. Meinen Eltern htte ich diesen Kummer und die Sorgen auch ersparen sollen. Obwohl ich im Grunde kein dummer Mensch war und bin, stelle ich mir heutzutage ab und an die Frage, welcher Teufel mich damals zu so etwas geritten hat. Zum Glück sind weder Menschen verletzt worden, noch sind andere Schden bekannt geworden.

Beichthaus.com Beichte #00031137 vom 06.05.2013 um 17:40:43 Uhr in Penzberg (7 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“Folge

Im a Barbie Girl...

11

anhören

Peinlichkeit Trunksucht Studentenleben

Im Jahre 2002 war ich frisch auf der Uni und wer selbst studiert hat, kennt ja sicher die Feiern zu Semesterbeginn, auf denen man eben seine Kommilitonen, Dozenten und Profs kennenlernt. Semesterparty, kurz gesagt. Jedenfalls ging es dort hoch her, und ich war schon ziemlich blau, als es im Wohnheim mit einigen Kommilitonen gleich weiterging. Erst st nachts und nach dem Genuss von einer, mehr als gren Menge, harten Alkohol sowie mehrerer Drogen war ich irgendwann doch auf meinem Zimmer. /> /> Ich erinnere mich noch bis heute, dass ich schlafen ging. Wie ich allerdings dazu kam, nackt und in voller Lautstrke zu &quot;Barbie Girl&quot; auf dem Schreibtisch zu tanzen, we ich bis heute nicht. Der Hausmeister, die sieben oder acht neugierigen Kommilitonen und die zwei Polizisten, die wegen der Lrmbelästigung wohl gerufen wurden und plötzlich im Zimmer standen, wussten das wohl auch nicht. Ist es ntig zu sagen, dass ich die Uni danach gewechselt habe und seitdem nie mehr Mischkonsum betrieben habe? Trotzdem konnte ich quasi von Anfang an selber daber lachen, nur meine Kommilitonen konnten es nicht so sehr. Falls hier jemand Parallelen zu dem Beichter, der als Rapunzel um ein Feuer im Wald tanzte, sieht, so hat er nicht ganz unrecht, das war mlich mein Bruder. Scheinbar haben wir dieselbe Unart, im Filmriss auf seltsame Weise kreativ zu werden. Und geschadet hat es ja keinem. Als er mir letztens davon erhlte und das er es hier veröffentlichte, habe ich beschlossen, es ihm gleich zu tun.

Beichthaus.com Beichte #00031088 vom 27.04.2013 um 18:02:36 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Nicht mehr als reine Lust

24

Missbrauch Sex Verzweiflung Familie Berlin

Ich (w/20) habe ein Problem. Ich bin sexuell gesrt. Ich kann beim Sex keine Gehle entwickeln, muss aber so oft und so viel glich geln. Ich war fher deswegen in Therapie, was aber nichts zu Tage gebracht hat, die Gnde waren mir schon vorher bekannt. []
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00031074 vom 25.04.2013 um 08:58:19 Uhr in Berlin (Adlergestell) (24 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Sponsoring mit besonderen Leistungen

23

Schamlosigkeit Prostitution Studentenleben Trebbin

Seit einem Jahr studiere ich (19) und als Student ist man ja immer auf der Suche nach finanzieller Unterstzung. Ich habe mich also ein bisschen im Internet umgeschaut und bin auf das Sponsoring gesten. Da ich - klingt jetzt eingebildet - recht attraktiv bin, dachte []
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00031067 vom 23.04.2013 um 10:00:42 Uhr in Trebbin (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

Lies neue Beichten und vote für die Veröffentlichung! Hilf mit im PRECHECK - Bereich!