Misanthrop - Der Menschenhasser

80

anhören

Hass Morallosigkeit Engherzigkeit

Ich bin 22 und ich hasse Menschen seit ich 13 bin. Das hat kein bestimmtes Ereignis verursacht, es war vielmehr ein Zusammenkommen von allem, was man so mitbekommt. Das System, die Menschen, die darin leben, wie sie darin leben.

Ich könnte kotzen! Wenn ich Menschen sehe könnte ich kotzen. Wenn ich Menschenmengen sehe, könnte ich schießen. Sie widern mich an, allesamt. Alle angeglichen wie Puppen vom selben Hersteller, mit beschränkten Funktionen und ohne Denkvermögen. Gäbe es den berühmten roten Knopf, um die Menschheit auszulöschen - ich würde nicht zögern und auf das Ding einschlagen, dass es ja richtig funktioniert.


Beichten möchte ich etwas anderes: Vor zwei Jahren bin ich Zeuge eines schweren Autounfalls geworden. Die Polizei war innerhalb kürzester Zeit vor Ort und hat uns etwas vom Geschehen weggebracht (wie üblich halt). Trotzdem hatte ich immer noch freie Sicht auf einen schwer Verletzten Mann mittleren Alters, der neben seinem Autowrack auf der Straße lag und dort versorgt wurde. Er lag seitlich zu mir und hatte auch seinen Kopf in meine Richtung gewandt, sodass ich sein Gesicht sehen konnte. Offensichtlich war er bei Bewusstsein, denn er bewegte sich.

Er hatte mich vor dem Eintreffen der Polizei gesehen, als er von anderen aus dem Auto gezogen wurde und erinnerte sich wohl auch, denn er sah mir die ganze Zeit direkt in die Augen, wenn nicht gerade die Ärzte mit ihm redeten, oder seine Augen untersuchten. In diesem Augenblick, als um mich herum die ganzen Schaulustigen bibberten und flüsterten, dass ja keiner sterben solle, und sich entsetzt die Hände über die Münder schlugen kam in mir ein unbändiger Hass auf. Ich realisierte, dass ich inmitten einer Masse von widerlichen Kreaturen stand und eventuell vor meinen Augen einer von den Pissern von diesem Planeten verschwinden könnte.


Als er mir wieder direkt in die Augen sah vergrub ich mich quasi darin und formte mit meinem Mund die Worte "Ich will dich jetzt sterben sehen". Nur wenige Sekunden später hörte offenbar sein Herz auf zu schlagen, denn die Ärzte begannen zu reanimieren. Ich genoss den leeren Blick seiner Augen kurz bevor sie seinen Kopf zur Beatmung drehten. Offenbar kam das überraschend, normalerweise bekommt man doch sofort eine Atemmaske um. Als die Leute um mich herum begannen zu weinen und die Ärzte die Reanimationsversuche aufgaben, fühlte ich mich so gut, wie noch nie zuvor. Mein Herz schlug schneller, ich war aufgeregt. Ich weiß noch, dass mich eine Frau neben mir fragte, warum ich lächelte, aber ich antwortete nicht darauf. Es war unbeschreiblich. Es war unglaublich. Ein absolutes Hochgefühl in meinem Leben, wie eine Droge.

Ich beichte, dass ich es seitdem noch nicht geschafft habe, mir wieder so etwas Gutes zu tun.

Beichthaus.com Beichte #00027805 vom 13.05.2010 um 22:08:32 Uhr (80 Kommentare).

In WhatsApp teilen Wikipedia über Misanthropie

Der falsche Soldat

28

anhören

Lügen Falschheit Nachbarn Köln

Die Müllcontainer stehen bei uns etwas entfernt von den Wohnhäusern auf einem Hof und werden von allen Parteien der Wohnhäuser genutzt. Ich wohne hier jetzt schon circa 5 Jahre, aber habe mich nicht sonderlich in die hier vorherrschende Nachbarschaft integriert. Das Wohngebiet hier wird vom Land verwaltet und gewährt nur Landesangestellten und insbesondere Bundeswehrangehörigen Wohnrecht. Dementsprechend sitze ich hier als überzeugter Kriegsdienstverweigerer in einem eher strengen Umfeld. Die Wohnungen sind toll und auch die Umgebung hier ist für Stadtlage wirklich toll, ich bin sehr zufrieden. Dadurch, dass ich mich nicht auf Wohnpflegschaft und jährliche Säuberungsaktionen der Grünanlagen einlasse, habe ich Dementsprechend auch wenig Kontakt mit den Nachbarn und diese kennen mich nicht wirklich. So kommt es aber, dass ich immer wieder beim Müll rausbringen, besser gesagt bei der etwas mühseligen Arbeit des Mülltrennens) von Nachbarn angesprochen werde. Da die Recyclingcontainer auf einem Garagenhof stehen, herrscht dort reger Verkehr. Ich werde dann oft gefragt, ob ich hier wohne und damit auch berechtigt bin dort Müll rein zuschmeißen. Das regt mich so auf, ich verstehe zwar den Gedanken dahinter, bei steigendem Müllaufkommen, steigen auch die Abfallgebühren die alle zahlen müssen, aber das ich immer gefragt werde, obwohl ich da in Hausschlappen und somit keine 5 km gelaufen sein kann, stehe, regt mich auf.


Ich hatte mir schon überlegt ein Schild umzuhängen: "Ja, ich wohne hier!", habe mir aber was Netteres überlegt. Seit neustem antworte ich mit englischem Akzent, wenn ich gefragt werde. Wenn das Gespräch dann weitergeht, erzähle ich, dass ich aus New Hampshire hierhin versetzt worden bin und in einer Spezialeinheit der Bundeswehr im Rahmen der Europäischen Zusammenarbeit zu dienen. Ich sei häufig auf Auslandseinsätzen, deswegen sieht man mich nicht so oft hier. Seitdem ich die Geschichte erzähle, werde ich weniger gefragt und häufiger gegrüßt.

Beichthaus.com Beichte #00027776 vom 05.05.2010 um 12:18:01 Uhr in Köln (28 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Die Büromöbel meines Chefs

35

anhören

Diebstahl Hass Boshaftigkeit Chef Arbeit Leinefelde

Mein Chef ist ein Arsch! Ich kann und muss ihn einfach nicht mehr sehen, aber mein Hass auf ihn ist immer noch gewaltig. Aber nun erst mal alles der Reihe nach: Ich war bis vor kurzem in einem Logistikunternehmen als Fahrer angestellt. Wir liefern quasi alles für andere Firmen. Vor gut 6 Monaten trafen mich und einige meiner Kollegen eine Gehaltskürzung. Grund war der Mangel an Aufträgen, was soweit noch nachvollziehbar gewesen sein mag. Doch unser Chef kam darauf rasch auf die Idee, die Einsparungen im Firmenhaushalt, die nun scheinbar seit der Gehaltskürzung schon überschüssig waren, in sein Büro zu investieren. Als er dann sein Luxus-Büro komplett eingerichtet hatte (inklusive vergoldetem Wasserspeier im Wert von mindestens 2.000 €), verbündete ich mich mit einem Kollegen gegen unseren Chef und wir beschlossen uns wiederzuholen, was er nun nicht mehr in uns sondern in sein Büro investierte. Das fing damit an, dass wir von Zeit zu Zeit bei den Lieferungen erhebliche Mengen an Waren verschwinden ließen. Das fiel soweit kaum auf. Ich habe mittlerweile ein riesiges Lager im Keller von riesigen Papierstapeln über etliche Autoersatzteile bis hin zu einer Reihe Flachbildfernseher. Mein Kollege hortete ebenfalls bei sich im Keller die ein oder anderen Reichtümer.

Dann zwei Monate später war unser Chef im Urlaub und nur seine Sekretärin hatte einen Schlüssel. Von langer Hand haben wir vorbereitet, ihr diesen "auszuborgen" und eine Kopie davon zu machen, was uns auch reibungslos geglückt ist. Sie hat nichts bemerkt und hatte den Schlüssel wieder rechtzeitig in ihrer Handtasche (ein Vorteil unserer Garderobe...).
Im Vorfeld war uns bekannt, dass in der darauf folgenden Woche, an deren Ende der Chef wieder kommen sollte, eine Lieferung ausgehen sollte, die aus einem uralten Mobiliar einer alten Dame stammte. Wir fuhren die Lieferung auf unser Firmengelände und mein Kollege und ich räumten das gesamte Büro unseres Chefs aus. Hinein kamen die alten Möbel. Der Herr bei der Anlieferadresse guckte nicht schlecht, als er die Luxusmöbel vorgesetzt bekam, machte aber keine Anstalten, sich darüber zu beklagen - im Gegenteil: Er dankte und teilte uns mit, er würde Sie sofort weiter verladen und an einen mir unbekannten Ort liefern. - Jedenfalls unerreichbar für unseren Chef.
Als unser Chef dann zurück kam, wollte er sofort wissen, wer das gewesen sei. Leider hatten die anderen Kollegen handfeste Alibis. Die Folge für uns war nicht nur eine Anzeige sondern gleich auch der Arschtritt vom Chef. Von den Fernsehern und Papierstapeln usw. die über die letzte Zeit verschwunden waren, bemerkte keiner etwas, so konnten wir uns etwas trösten. Dennoch war unser Zutun gerecht. Keiner sollte so mit seinen Mitarbeitern umspringen!

Beichthaus.com Beichte #00027713 vom 15.04.2010 um 13:03:13 Uhr in 37327 Leinefelde (Bahnhofstraße) (35 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Beim Fußball in den Schritt gekniffen

22

anhören

Gewalt Falschheit Sport Schliengen

Beim Fußball habe ich meinem nervigem Gegenspieler so unsanft in den Schritt gegriffen,
das dieser anschließend minutenlang liegenblieb und später sogar ausgewechselt werden musste.
Es hat niemand etwas gemerkt und ich habe das Unschuldslamm gespielt. Ich schäme mich heute noch dafür.

Beichthaus.com Beichte #00027625 vom 16.03.2010 um 17:07:04 Uhr in Schliengen (22 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Bio ist leichter

18

anhören

Faulheit Shopping

Ich beichte, dass ich immer nur Bio-Gemüse kaufe, weil es in den Discountern einfach in kleineren Verpackungseinheiten vertrieben wird und ich zu faul bin größere Mengen zu schleppen. Eigentlich ist es mir egal, ob es Bio ist oder nicht. Aber weniger Gewicht tragen zu müssen ist einfach viel angenehmer.

Beichthaus.com Beichte #00027585 vom 04.03.2010 um 22:51:55 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000