Misanthrop - Der Menschenhasser
Beichthaus.com Beichte #00027805 vom 13.05.2010 um 22:08:32 Uhr (80 Kommentare).
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Ich könnte kotzen! Wenn ich Menschen sehe könnte ich kotzen. Wenn ich Menschenmengen sehe, könnte ich schießen. Sie widern mich an, allesamt. Alle angeglichen wie Puppen vom selben Hersteller, mit beschränkten Funktionen und ohne Denkvermögen. Gäbe es den berühmten roten Knopf, um die Menschheit auszulöschen - ich würde nicht zögern und auf das Ding einschlagen, dass es ja richtig funktioniert.
Beichten möchte ich etwas anderes: Vor zwei Jahren bin ich Zeuge eines schweren Autounfalls geworden. Die Polizei war innerhalb kürzester Zeit vor Ort und hat uns etwas vom Geschehen weggebracht (wie üblich halt). Trotzdem hatte ich immer noch freie Sicht auf einen schwer Verletzten Mann mittleren Alters, der neben seinem Autowrack auf der Straße lag und dort versorgt wurde. Er lag seitlich zu mir und hatte auch seinen Kopf in meine Richtung gewandt, sodass ich sein Gesicht sehen konnte. Offensichtlich war er bei Bewusstsein, denn er bewegte sich.
Er hatte mich vor dem Eintreffen der Polizei gesehen, als er von anderen aus dem Auto gezogen wurde und erinnerte sich wohl auch, denn er sah mir die ganze Zeit direkt in die Augen, wenn nicht gerade die Ärzte mit ihm redeten, oder seine Augen untersuchten. In diesem Augenblick, als um mich herum die ganzen Schaulustigen bibberten und flüsterten, dass ja keiner sterben solle, und sich entsetzt die Hände über die Münder schlugen kam in mir ein unbändiger Hass auf. Ich realisierte, dass ich inmitten einer Masse von widerlichen Kreaturen stand und eventuell vor meinen Augen einer von den Pissern von diesem Planeten verschwinden könnte.
Als er mir wieder direkt in die Augen sah vergrub ich mich quasi darin und formte mit meinem Mund die Worte "Ich will dich jetzt sterben sehen". Nur wenige Sekunden später hörte offenbar sein Herz auf zu schlagen, denn die Ärzte begannen zu reanimieren. Ich genoss den leeren Blick seiner Augen kurz bevor sie seinen Kopf zur Beatmung drehten. Offenbar kam das überraschend, normalerweise bekommt man doch sofort eine Atemmaske um. Als die Leute um mich herum begannen zu weinen und die Ärzte die Reanimationsversuche aufgaben, fühlte ich mich so gut, wie noch nie zuvor. Mein Herz schlug schneller, ich war aufgeregt. Ich weiß noch, dass mich eine Frau neben mir fragte, warum ich lächelte, aber ich antwortete nicht darauf. Es war unbeschreiblich. Es war unglaublich. Ein absolutes Hochgefühl in meinem Leben, wie eine Droge.
Ich beichte, dass ich es seitdem noch nicht geschafft habe, mir wieder so etwas Gutes zu tun.