Almosen für den reichsten Mann im Dorf

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Falschheit Habgier Nachbarn

Almosen für den reichsten Mann im Dorf
Ich habe vor ca. zwei Jahren meinen Master in Biotechnologie gemacht und danach in meiner Garage ein kleines Labor eingerichtet. Ganz klassisch: Das Auto musste draußen parken und innen war alles voll mit Geräten, welche ich günstig aus zweiter Hand erstanden habe. Das Ganze lief auch offiziell und ich habe eine Firma angemeldet und da weitergemacht, wo ich mit der Masterarbeit aufgehört habe (an der Uni wäre das Thema sowieso nur im Schrank verschwunden). Ich wohne in einem sehr kleinen Dorf (ca. 200 Einwohner) und natürlich hat jeder mitbekommen, dass ich manchmal bis tief in der Nacht an meinem Projekt gearbeitet habe. Irgendwann hatte ich auch alles so weit perfektioniert und optimiert, dass ich ein paar Firmen gefragt habe, ob sie daran interessiert sind. Ich muss sagen, dass ich mit positivem Feedback gerechnet hatte, aber nicht mit so einer Begeisterung. Letztlich habe ich mir einen Anwalt geholt und richtig viel Geld bekommen.

Das war jetzt vor knapp einem Jahr. Ein bis zwei Stunden verbringe ich noch täglich in meinem Labor und spiele ein bisschen herum bzw. probiere neue Sachen aus, aber eigentlich bin ich nun die meiste Zeit in meinem alten Kinderzimmer und spiele Computerspiele. Natürlich haben meine Nachbarn bemerkt, dass ich in meinem Labor sehr inaktiv geworden bin und sie haben sich ihre eigene Geschichte zusammengereimt. Nach ihrer Auffassung habe ich ein Jahr lang alles gegeben, bin kläglich gescheitert und beziehe nun Geld vom Amt. Wenn ich zum Dorfmetzger oder Bäcker gehe, dann bekomme ich meistens eine Kleinigkeit umsonst draufgelegt und letztens hat mir meine Nachbarin 20 Euro zugesteckt: "Nachträglich für meinen Masterabschluss." Auf der letzten Kirchweih habe ich zwei oder drei Bier bekommen und alle halten mich für einen guten Jungen, der sein Bestes gegeben hat. Ich beichte hiermit, dass ich Almosen annehme, obwohl ich wahrscheinlich der reichste Einwohner im Dorf bin.

Beichthaus.com Beichte #00038678 vom 28.08.2016 um 19:27:41 Uhr (22 Kommentare).

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Der 18. Geburtstag meiner besten Freundin

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Fremdgehen Last Night

Ich muss beichten, dass ich eine Beziehung gefährdet habe, was mir im Nachhinein wirklich leidtut. Ich wurde von einer Freundin vor einiger Zeit zu ihrem 18. Geburtstag eingeladen und bin natürlich auch gekommen. Sie war zu der Zeit mit einem Kerl zusammen, mit dem ich mich super verstand und es gab absolut keine Probleme zwischen uns Drei. Die Party war allerdings etwas abgelegen, und da ich ein gutes Stück entfernt wohne, benötigte ich eine Schlafgelegenheit. So weit, so gut. Ich konnte bei der Freundin übernachten und alles schien perfekt. Als der Abend jedoch etwas weiter fortgeschrittenen war und die Gehirne der Anwesenden in einer gewissen Ethanollösung schwammen, kam es zum Streit zwischen der Freundin und ihrem festen Freund.

Die beiden zerstritten sich und ich hielt mich vollkommen heraus. Ich war immerhin auf den Schlafplatz angewiesen. Als das Geburtstagskind und ich bei ihr zu Hause ankamen, war die Laune natürlich im Keller. Wie sich herausstellte, schlief ich in dieser Nacht mit ihr in einem Zimmer und es kam, wie es kommen musste... Im Nachhinein tut es mir unglaublich leid, auf der Geburtstagsfeier einer Freundin mit ihr geschlafen zu haben, während sie ja eigentlich einen Freund hatte. Ich habe sie seither nicht mehr gesehen, weil ich etwas entfernt wohne, aber ich hoffe, dass ihre Beziehung wieder gut läuft. Es tut mir einfach unendlich leid.

Beichthaus.com Beichte #00038669 vom 27.08.2016 um 02:42:42 Uhr (15 Kommentare).

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Fliegen auf dem Arm

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Boshaftigkeit Ignoranz Dummheit Tiere

Ich habe, als ich ungefähr vier Jahre alt war, manchmal Fliegen in meinem Zimmer gefangen und sie am Flügel verletzt oder sogar einen ausgerissen, damit sie nicht mehr fliegen konnten. Dann habe ich sie mir über den Arm krabbeln lassen, weil ich das Kitzelgefühl auf der Haut dabei so toll fand. Im Nachhinein finde ich diese Taten grauenhaft. Inzwischen verletze ich kein Insekt mehr mutwillig. Seit Jahren werden alle Insekten und Spinnen in meinem Haus mit einem "Insektenschnapper" in die Freiheit entlassen. Vergebt mir, dass ich so ein grausames Kind war. Mir war nicht klar, was ich den armen Viechern damit antue.

Beichthaus.com Beichte #00038600 vom 08.08.2016 um 13:35:52 Uhr (16 Kommentare).

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Mein Mobber beim Vorstellungsgespräch

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Rache Zorn Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Schule

Vor mittlerweile fünfzehn Jahren wurde ich in der Mittelstufe von einem bestimmten Mädchen heftig gemobbt. Diese Plage kannte ich schon seit der Grundschule, weil sie im Nachbardorf wohnte. Unglücklicherweise besuchte sie dann dasselbe Gymnasium wie ich. Und der Spaß begann. Ich war zu diesem Zeitpunkt ein eher unauffälliger, stiller Schüler - also das ideale Opfer für dieses unmögliche Mädchen. Meine Eltern meinten immer, ich solle mich nicht wehren, sonst werde es nur noch schlimmer. Was für ein Unsinn. Die, nicht nur mich betreffende, Qual aus Sachen verstecken, Eigentum zerstören, Diffamieren und Denunzieren, Telefonterror und dergleichen hielt an, bis Madame das Gymnasium mit Beginn der Oberstufe verließ. Kinder sind grausam.

Mittlerweile bin ich privat und beruflich sorgenfrei aufgestellt, nenne eine wunderbare Familie mein Eigen und führe eine mittelgroße Firma, die derzeit beginnt, sich in einen internationalen Konzern zu verwandeln. Für Einstellungen ist unsere Personalabteilung zuständig, aber hin und wieder lasse ich mir Bewerbungen auf meinen Tisch legen, um mitzuentscheiden. Und tatsächlich bewarb sich oben erwähnte Plage mit einem Anschreiben voller Rechtschreibfehler, hineinkopierten Phrasen aus dem Internet - was an zwei verschiedenen Schriftarten klar ersichtlich war - sowie einem Lebenslauf, dessen Kern ein im dritten Semester abgebrochenes BWL-Studium war. Sie bewarb sich übrigens auf eine Stelle im unteren Management-Bereich, wofür sie tatsächlich nicht im Geringsten qualifiziert war.

Ich beichte, dass ich die Dame, als ich den krassen Zufall langsam als solchen akzeptierte, zum kurzen Kennenlerngespräch einlud. Sie fand sich in meinem Arbeitszimmer vor acht Personalern und mir wieder, wurde zwei Stunden gegrillt, wobei alle am Konferenztisch saßen und sie stand, kein Getränk angeboten bekam, nie ausreden konnte, anhand Partyfotos aus dem blauen F zerpflückt wurde, bescheuerte Tests absolvieren musste ("Was ist der 19. Buchstabe von hinten im Alphabet ohne Vokale") und ahnte bis zum Schluss, als ich mich vorstellte, nicht, was eigentlich abgeht. Ich unterbrach sie, als sie über irgendwelche meditativen Grenzerfahrungen in Laos schwurbelte, und erzählte den Personalkollegen ganz detailliert hässliche Episoden aus der Schulzeit, hatte sogar ein altes Lateinheft dabei, dass sie damals mit ekelhaften und schweinischen Drohungen verziert hatte, und ließ mich nicht von zunächst verwirrten, dann erbosten randomisiert eingeworfenen Beschimpfungen der Dame unterbrechen. Die Dame erlebte in insgesamt einhundertfünfundzwanzig Minuten, die durch einen Abgang mit Heulkrampf endeten, zwar nur einen kleinen Teil der Demütigungen, die ich damals im Gymnasium erlitt, ahnt aber nun, dass Karma wirklich eine ... ist.

Beichthaus.com Beichte #00038585 vom 05.08.2016 um 10:56:04 Uhr (32 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ich lebe wie eine Oma

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Trägheit Verschwendung

Ich (w/23) möchte beichten, dass ich - abgesehen von ein paar Dingen - das Leben einer Oma führe. Mit dem Lebensstil des Großteils meiner Gleichaltrigen kann ich persönlich wenig anfangen. Auf Partys gehe ich sehr selten, meistens fühle ich mich nicht wirklich glücklich dabei. Auf Festivals war ich erst drei Mal, ich kann es genießen jedoch bin ich kein Anhänger einer bestimmten Musikrichtung. Auf die Frage: "Welche Musik hörst du?" kann ich keine glaubhafte Antwort geben, da ich eigentlich vieles gerne höre. Momentan versuche ich jedoch, meinen Medienkonsum einzuschränken, da ich an die Theorie der Reizüberflutung glaube.

Eine Beziehung kriege ich auch nicht auf die Reihe, ich hatte nur eine einjährige Beziehung in meinem Leben. Am Aussehen liegt es nicht, erst heute wurde ich wieder auf der Straße für mein Aussehen gelobt (allerdings auf eine sehr primitive Art). Sehr gerne hätte ich ein geregeltes Leben mit Ehe und eigener Familie, dachte ich vor Kurzem. Nachdem ich mich nun mit meinem Singleleben abgefunden habe und alles andere dem Schicksal überlasse, geht es mir viel besser. Ich kann mir auch vorstellen, einfach so weiterzuleben. Ich bin berufstätig und studiere, bin also gut beschäftigt. In meiner Freizeit mache ich Sport und lese gerne Bücher. Freundschaften habe ich sehr wenige und auch räumlich getrennte, da ich nun in einer anderen Stadt wohne. Dafür langjährige und stabile.

Natürlich sehne ich mich manchmal nach "Action" aber ich könnte nicht jedes Wochenende auf der Piste sein. Mittlerweile genieße ich es einfach, in meinem Zimmer zu sitzen und mich zu isolieren. Nun werdet ihr euch denken: "Ist doch ok, was du mit deinem Leben machst." Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich irgendwie mein Leben verschwende, indem ich mich zu wenig auf das Leben einlasse. Dazu fühle ich mich jedoch energielos. Ich beichte somit, dass ich lieber in meinen eigenen vier Wänden sitze, statt mich auf Abenteuer einzulassen. Ich kann mir vorstellen, weitere Jahre als typische "Katzenoma" zu verbringen. Sollte es Gott geben (wovon ich persönlich überzeugt bin), so wird er sicherlich enttäuscht sein, dass ich meine Lebenszeit nicht gewinnbringender verbracht habe, indem ich mehr Menschen "geholfen" hätte.

Beichthaus.com Beichte #00038572 vom 31.07.2016 um 16:34:02 Uhr (22 Kommentare).

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