Ein Montagmorgen in der Bahn

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Neulich stieg ich mit meinem MP3-Player in den Ohren in den Zug und setzte mich in ein Zwischenabteil, das nur aus zwei Viererplätzen bestand und das neben mir noch von einer alten Frau besetzt wurde. Ich wollte bloß noch das angefangene Lied zu Ende hören und dann in aller Ruhe etwas lesen, als diese alte Schachtel mich äußerst unhöflich fragte, ob ich einen Gehörschaden hätte, worauf ich sie in meinen Plan, lediglich dieses Lied noch zu beenden, einweihte und weiterhörte. Aber damit wollte sich diese runzlige Kuh nicht abfinden und sülzte mich von der Seite voll, woraufhin ich freundlich aber bestimmt fragte, ob sie denn einen Gehirnschaden hätte, weil sie die BILD vor sich ausgebreitet hat. Nun glaubte sie das Recht zu haben, mir ihre dümmlichen Beleidigungen an den Kopf zu werfen, die ich aber wegen meines MP3-Players nicht verstand.

Selbstverständlich schaltete ich ihn auf der ca. 50 Minuten dauernden Fahrt nicht mehr ab, obwohl ich eigentlich gar keine Musik mehr hören wollte, aber wenn irgendwelche alten Bastarde meinen, auf jegliche Anstandsregeln verzichten zu können, die sie von der Jugend stets einfordern, sollen sie ruhig ihre eigene Medizin zu schmecken bekommen. Der krönende Abschluss der Fahrt war allerdings, dass auf das heftige Gemecker hin jemand aus dem Nachbarabteil kam, um sich zu erkundigen, was denn hier vor sich gehe und auf die Aussage, ich höre zu laut Musik, entgegnete: "Ihn hört man im Nachbarabteil aber nicht, sie schon!" Damit war mein Montagmorgen gerettet. Ich beichte dies übrigens nicht, weil ich mich schäme, sondern weil ich auf mein Verhalten unheimlich stolz bin.

Beichthaus.com Beichte #00023038 vom 28.09.2007 um 07:09:15 Uhr (16 Kommentare).

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Das Weihnachtspaket für meine Ex

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Engherzigkeit Rache Ex Weihnachten

Ich möchte etwas kundtun. Zum besseren Verständnis muss ich noch sagen, dass ich mich vor sechs Tagen von einer Frau getrennt habe, die mich allem Anschein nach nicht geliebt hat, aber zu feige war sich das einzugestehen und die Beziehung dann mit ihrer passiven Haltung den Bach runter gehen ließ. Am Anfang tat sie noch so als würde sie ebenso viel Nähe wollen wie ich und ließ mich dann hängen, brauchte auf einmal viel Abstand und Freiraum. Ich hab sie nicht bedrängt sondern einfach abgewartet bis sich das wieder einrenkt. Tat es aber nicht also war ich irgendwann nicht mehr bereit aus mir unbekannten Gründen für den Erhalt einer Beziehung zu leiden die man kaum noch als solche bezeichnen kann. Nun es ist ja bald Weihnachten und da sie denkt das wir uns im guten getrennt haben wird sie auch das Weihnachtsgeschenk bekommen das ich ihr versprochen habe. Darin enthalten sind alle Briefe die sie mir schrieb, ein kleines Holzherz das sie mir zu meinem Geburtstag schenkte und auch sonst alle Sachen die mich an sie erinnern. Dazu noch ein gebrauchter Ladyshaver für ihre Intimzone die sie sich nie rasierte. Diese ganze Kleinigkeiten habe ich schön mit Verpackungsmaterial verdeckt und einen Brief oben drauf gelegt in dem ich ihr meine Verachtung für ihre Feigheit veranschauliche und am Rande noch erwähne das sie im Bett in etwa so aktiv und interessant ist wie eine Aufblasbare. Ich ergötze mich an der Vorstellung das sie das Paket voller Vorfreude öffnen wird da sie mich bis jetzt nur als einen ganz lieben Kerl kennt und mit einem Schlag auf dem Boden der Tatsachen landet. Was würde ich geben um am Heiligabend ihr Gesicht sehen zu können.

Beichthaus.com Beichte #00023033 vom 28.09.2007 um 04:51:17 Uhr (7 Kommentare).

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“Beichte

Die Austauschschülerin aus Ecuador

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Dummheit Vorurteile Familie Kinder

Die Austauschschülerin aus Ecuador
1994 hatte ich für etwa 6 Monate eine Affäre mit einer Austauschschülerin aus Ecuador, die damals für 1 Jahr in Deutschland in der Stufe meiner älteren Schwester war. Die Zeit mit ihr war intensiv, aufregend und spannend. Auch wenn wohl keine wirkliche Liebe zwischen uns herrschte, so haben wir uns doch sehr gemocht und Spaß miteinander gehabt. Im Zuge der Lust und wohl auch unserer Naivität - ich hatte zwar vorher schon einige Sexualpartnerinnen, trotzdem mit knapp 14 Jahren noch keinen genauen Durchblick von Verhütung, Verantwortung und Konsequenzen, sie war mit damals 18 Jahren noch Jungfrau und zudem sehr katholisch erzogen worden und somit auch nicht 100% im Bilde - haben wir nie verhütet und es kam, wie es kommen musste. Sie wurde schwanger und mein weiteres Leben in seinen Gründzügen erschüttert. Da Ihre Eltern auf keinen Fall davon erfahren durften (nicht mal, dass sie einen Freund hatte), gleichzeitig aber eine Abtreibung für sie nicht in Frage kam, hat sie letztendlich das Kind in Deutschland ausgetragen, es 'uns' (meinen Eltern und mir) überlassen und ist in die Heimat zurück. Versteht sie nicht falsch, sie war keine schlechte Person oder gefühlslos. Es hat sie schier wahnsinnig gemacht, Ihre neugeborene Tochter für immer alleine in Deutschland zurücklassen zu müssen. Aber ihr Umfeld lies ihr keine andere Wahl.

Naja, es steht außer Frage, dass ich ohne die Hilfe meiner Eltern und meiner beiden Schwestern es nie hinbekommen hätte, meine Tochter einigermaßen kindgerecht grosszuziehen. Nichtsdestotrotz war meine Jugend, meine Unbeschwertheit, meine Unbekümmertheit schlagartig wie weggeblasen. Es ist als Pubertierender kaum abzuschätzen, was es heißt, Verantwortung für ein eigenes Kind zu übernehmen, insbesondere wenn man als Mann (Junge) in den ersten Monaten nicht mal die Grundbedürfnisse seines eigenen Kindes befriedigen kann. Mal davon abgesehen, dass mein Tagesablauf nun nicht mehr dem eines normalen Teenagers mit Basketball spielen, Mädels kennenlernen, Mist bauen etc. entsprach, sondern mit wickeln, füttern, spazieren gehen und trösten ausgefüllt war - und welcher Freund hat in dem Alter schon Lust auf Kinderwagen schieben? Es haben sich zwar nicht alle abgewendet, aber zwangsläufig wurde mein Freundeskreis immer kleiner. Ich musste - ich weiß, es ist meine eigene Schuld - auf so vieles Verzichten, im Prinzip habe ich damals mit 14 Jahren meine Kindheit für immer verloren. Wie ich es im Einzelnen geschafft habe, meine Schule inklusive Abitur und mein Studium neben der Erziehung, dem Alltag und meinen Problemen zu bewältigen, weiß ich nicht mehr. Was ich allerdings weiß, dass viele Aspekte - gerade persönliche Entwicklungen, Freundschaften, Beziehungen zu anderen Mädels, Sport - kaum noch stattfanden und ich heute noch Defizite habe - einfach weil ich nie die Zeit oder Chance hatte, diese Dinge auszuprobieren. Das es auch im Alltag oftmals nicht leicht ist/war, zum Beispiel als 20 Jähriger seine 6 jährige Tochter einzuschulen und den ungläubigen, teils auch verachtenden Blicken der anderen Eltern und Lehrern standzuhalten, sollte nachvollziehbar sein. Das man von den schrecklichen Bürozimmertanten in den Behörden und Ämtern wie ein Verrückter und Bekloppter behandelt wird, der seiner Tochter eh nichts bieten kann und Ihr geradewegs den Weg in ein ähnliches Schicksal ebnet, habe ich im Laufe der Jahre zu akzeptieren gelernt. Das ich generell unter Verdacht stehe ein Rabenvater zu sein und auch so kritischer als normale Eltern angesehen und beurteil werde, kann ich auch mit umgehen. Das aber nahezu die komplette Gesellschaft einen jungen, allein erziehenden Mann mit einem Mischlingskind ausgrenzt, vorverurteilt und abstempelt, ist leider immer noch schwer zu verstehen. Und das teilweise sogar meine Tochter für etwaige Versäumnisse oder Fehler Ihrer Eltern herhalten muss, macht mich rasend! Und doch, trotz all der Einschränkungen, Probleme und Hindernisse, bin ich der glücklichste Mensch und vor allem Vater der Welt, wenn meine mittlerweile 13 jährige Tochter zu mir kommt und sagt, dass sie mich liebt und stolz auf mich ist. Das berührt mich jedes Mal so, dass ich hemmungslos anfange zu weinen. Mein Schatz, ich weiß das ich Dir nicht den besten Start ins Leben geben konnte und es viele Dinge gibt, die ich Dir unendlich gerne gegeben hätte (eine Mutter zum Beispiel), aber leider nicht konnte. Trotzdem möchte ich, dass Du weißt, dass ich Dich über alles liebe und immer für Dich da sein werde. Den Tag Deiner Zeugung sehe ich schon lange nicht mehr als Unfall oder Pech, sondern vielmehr als das grösste Geschenk, dass mir je gemacht wurde. Ich liebe dich.

Beichthaus.com Beichte #00023024 vom 27.09.2007 um 21:05:50 Uhr (100 Kommentare).

Gebeichtet von das_philipp
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Ich studiere seit fünf Jahren Poker

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Falschheit Lügen Schamlosigkeit

Ich täusche meiner Familie und meinen Mitmenschen seit nunmehr fünf Jahren vor, dass ich studieren würde. Dabei ist das Einzige, was ich mache, wenn ich zur Uni fahre, in den PC-Raum zu gehen und Poker zu spielen - oder ich setze auf Sportwetten. Ich habe auch überhaupt keine Lust, irgendwann mal einer geregelten Arbeit nachzugehen. Lieber schlafe ich bis mittags und bin dann bis spät in die Nacht wach.

Beichthaus.com Beichte #00023002 vom 27.09.2007 um 02:47:24 Uhr (8 Kommentare).

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“Beichte

Beichten auf der Wache

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Faulheit Trägheit

Ich lese während meines Dienstes auf einer großen Rettungswache immer die Beichten hier. In Zuge dessen passiert es schonmal, dass ich meinen FME regelrecht überhöre, da ich so intensiv am Lesen bin. Tut mir leid für meine Kollegen, die mich dann immer holen müssen und weshalb sich die Ausrückzeit nach hinten verschiebt.

Beichthaus.com Beichte #00022994 vom 26.09.2007 um 23:53:00 Uhr (1 Kommentare).

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