Vier Dinge, die ich bereue

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Schamlosigkeit Engherzigkeit Selbstsucht Begehrlichkeit Fetisch

Ich habe in meinem Leben schon viel Mist gebaut, auch große Fehler gemacht, aber zumindest kann ich mir zu Gute halten, dass nichts (?) davon aus niederen Motiven geschah. Habe eigentlich immer versucht, mit den Menschen, die mir wichtig sind, gut auszukommen und den anderen nicht zu schaden, oder wenn es mich nicht zu viel gekostet hat, auch gerne zu helfen oder Gutes zu tun. Aber was hilft aller gute Wille, wenn man schlampig, chaotisch faul ist und es an manchen Stellen einfach an Selbstvertrauen mangelt? Die Dinge, die ich am meisten bereue:

1. Den Bio-Hefter einer Freundin nicht rechtzeitig zurückzugeben (weil ich ihn in meinem chaotischen Zimmer nicht wiedergefunden hatte), wodurch sie ihn nicht abgeben konnte und eine sechs dafür bekam (während ich meinen von ihrem abgeschriebenen abgegeben habe und eine 2 bekam) und zusammen mit den anderen Noten dann eine Fünf in Bio; da das nicht die einzige war, blieb sie deshalb sitzen.

2. Statt rechtzeitig zu sagen, was mir nicht passt, warte ich zu lange und dann endet es meist in einem langen Brief, in dem ich dem anderen gehörig die Meinung sage, aber da ich diese Briefe (heutzutage E-Mails) natürlich dann schreibe, wenn ich wütend bin, weil der Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht hat, sind es oft ziemlich übertriebene Briefe, die vermutlich sehr verletzend sind. Wird Zeit, dass ich endlich (bin nun fast 30) lerne, rechtzeitig mein Unbehagen kundzutun. Habe so gerade wieder zwei gute Freundinnen verloren.

3. Tja, und dann... dann habe ich zu Silvester meinen Dozenten, Chef und guten Bekannten in einer Person, der fast doppelt so alt ist wie ich, den ich einfach nur gerne mag, mit in mein Bett genommen und rumgeknutscht, ihm einen geblasen, und da er von meiner masochistischen Ader wusste, hat er mich auch ein bisschen gequält. Wir waren beide betrunken (und wie) und haben dann einfach geschlafen und gekuschelt. Das war schön. Aber ich will nicht mehr. Und nun meint eine gemeinsame Freundin, ich müsse mich drauf gefasst machen, dass er bestimmt mehr von mir will - hat er dann ja auch angedeutet, dass er sich mehr vorstellen könnte. Und ich will ihn nicht verletzen, wie gesagt, ich mag ihn doch. Das er professionell genug ist, um so etwas aus Bewertungen meiner Arbeiten rauszuhalten, hoffe und erwarte ich eigentlich von ihm. Aber nun hab ich ein superschlechtes Gewissen. Habe ihn einfach nur benutzt - ich brauchte das mal wieder, Nähe, Streicheln, bisschen Quälen und Schmerzen, mehr wollte ich gar nicht. Und kann das nicht einfach so sagen, kann ihm nicht sagen: Du, es war schön (das habe ich gesagt), aber ich will nicht mehr von dir. Ich mag dich, aber mehr halt nicht.

Ich kann doch nicht sagen: Du bist mir zu alt, nicht dominant genug und, und, und... In solchen Momenten hasse ich Alkohol, es ist mir schon so oft passiert, wenn ich betrunken genug bin, lasse ich mich von beinahe jedem abschleppen, Hauptsache mal wieder berührt werden, das Singleleben ist nichts für mich, aber bei aller Sucherei in den letzten Jahren war nix dabei. Fürs Beziehungsleben bin ich zu anspruchsvoll - fürs Bett ist es mir fast egal (wenn ich betrunken genug bin). Ich glaube, ich bin eine blöde Schlampe. Devot, masochistisch und blöd. Heute Abend bin ich alleine zu Hause - da werde ich mal wieder eine Flasche Wein trinken; kann ja dann nichts passieren, ist ja keiner hier.

Beichthaus.com Beichte #00023226 vom 07.12.2007 um 23:01:28 Uhr (9 Kommentare).

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Das Playmate 2007

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Begehrlichkeit Dummheit Last Night Stuttgart

Gestern war ich (m/30) in Stuttgart weg. Da hat mich ein Mädchen angemacht. Sie sah verdammt gut aus, aber weil ich in festen Händen bin, bin ich auch nicht drauf eingegangen. Wir haben nur etwas anzüglich getanzt. Danach kam ein Fremder zu mir und fragte: "Kennst du die Tussi?" Ich dachte, es wäre seine Freundin und jetzt ginge gleich die Rauferei los. Ich wollte mich schon entschuldigen und meinte nur: "Nö." Er schaute entgeistert und meinte: "Das ist das Playmate 2007!" Mist.

Beichthaus.com Beichte #00023225 vom 05.12.2007 um 04:43:23 Uhr in Stuttgart (15 Kommentare).

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“Beichte

Der Vollstreckungsbescheid meines Nachbarn

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Faulheit Trägheit Engherzigkeit Nachbarn

Im Erdgeschoss wohnt ein Typ, dessen Nachname ein ähnliches Schriftbild hat wie meiner. Das findet wohl auch der Postbote, denn er wirft hartnäckig dessen Post in meinen Briefkasten. Irgendwie habe ich nie Lust, dem Typ die falsch zugestellte Post einfach in seinen Briefkasten zu werfen, sondern nehme sie mit hoch. Mittlerweile stapelt sich eine Menge Korrespondenz von ihm bei mir, viele Schreiben von der Telekom, auch einige amtliche Briefe von der Stadt und einiges an Zeug, das irgendwie wichtig aussieht. Private Post bekommt der Langweiler jedoch nie, und zur Strafe wird er von dem Vollstreckungsbescheid erst erfahren wenn es zu spät ist. Ich weiß, ich bin gemein, aber ist mir egal.

Beichthaus.com Beichte #00023215 vom 02.12.2007 um 07:12:22 Uhr (13 Kommentare).

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Alte Leute am Bahnhof

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Hass Zorn Engherzigkeit Bahn & Co. 50+

Alte Leute am Bahnhof
Wenn ich aus meinem Zug aussteige, kommt es oft vor, dass alte Menschen - sorry, ist echt so - sich das Recht nehmen, als Erste auszusteigen, als Erste die Rolltreppe zu benutzen usw. Das hatte vor kurzer Zeit zur Folge, dass ich meinen Bus verpasst habe. Zehn Minuten haben nicht gereicht, um vom Zug zur Haltestelle zu gelangen, und zwar nur, weil so ein böses altes Ehepaar niemanden auf der Rolltreppe vorgelassen hat! Einen Tag später wieder dasselbe Spiel. Ein anderes altes Ehepaar steht auf der Rolltreppe - wo kommen die bloß immer her? Alle stehen brav dahinter. Als wir oben ankamen, meinten die auch noch, dass der Gang für sie reserviert wäre, und fingen an zu schimpfen, als jemand hinter ihnen drängelte. Da wurde ich wütend. Ich stürmte an ihnen vorbei. Dem alten Mann blieb vor Staunen der Mund offen. Die bösen Blicke warf ich zurück "Ich verpasse sicher nicht schon wieder meinen Bus! Ich habe heute nämlich noch was zu tun! Im Gegensatz zu ihnen!" Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich so böse war. Aber irgendwie finde ich es auch witzig.

Beichthaus.com Beichte #00023211 vom 30.11.2007 um 07:28:09 Uhr (26 Kommentare).

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“Beichte

Wie kurze Haare mein Leben veränderten

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Aggression Hass Gewalt Boshaftigkeit Marienhafe

Seit ich mir die Haare abgeschnitten habe, verspüre ich eine gewisse, mich beunruhigende Aggressivität. Ich habe mir die Haare damals auf Anraten meiner Freunde abgeschnitten, sie behaupteten, es würde meine freundlichen Augen betonen - wie sie sich doch täuschten. Seit meine schwarzen Locken weg sind, habe ich meinen Hamster getötet, er widerte mich einfach an - immer nachts dieses Knabbern, dieses Rascheln. Ich konnte es nicht mehr hören und habe ihn mit dem Bettkissen erstickt. Meinen schockierten Eltern habe ich damals erzählt, es sei ganz normal, dass Hamster nach drei Jahren sterben, sie glaubten mir. Später begann ich damit, andere und jünger Kinder in meiner Schule mit Prügeln zu drohen. Manchmal steckte ich sie auch einfach so in Mülleimer. Es wurde immer schlimmer mit mir, meine Lehrer wussten nicht mehr, wie sie mit mir zurecht kommen sollten.

Meine Mitschüler fürchtete mich und ich wurde nur einsamer und wütender. Wütend auf diese Gesellschaft, die es erlaubte, mich so werden zu lassen, die es nicht schaffte, den ehemals harmlosen Durchschnittsmenschen, der sich nun in einen innerlich zerrissen Dämonen verwandelt hatte, wieder zu besänftigen, ihn zu heilen. Die Jahre vergingen, es erfolgt nie eine Verurteilung oder gar eine Anzeige gegen mich, immer schaffte ich es, meine Ausbrüche zu verschleiern - oder zumindest ihre Folgen. So konnte ich ungestört eine Ausbildung beginnen und lernen mit meiner Wut umzugehen. Heute bin ich Beamter, verheiratet und habe zwei normale Kinder. Mein letzter Wutausbruch liegt nun genau ein Jahr zurück.

Beichthaus.com Beichte #00023207 vom 27.11.2007 um 01:06:46 Uhr in Marienhafe (19 Kommentare).

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