Der Alltag eines 22-Jänrigen

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Faulheit Engherzigkeit Selbstsucht Lügen

Ich bin 22 und männlich und will euch mal so meinen Alltag erzählen. Ich mache seit 1,5 Jahren meine Lehre als technischer Zeichner. Komme morgens in die Arbeit mache mein Zeichenprogramm auf und surfe dann die ganze Zeit bis um 5 Uhr auf einem kleinen Fenster im Internet. Ich wohne bei meiner Freundin und zahle keine Miete, das Essen kauft auch so gut wie immer sie. Ich mache nichts in der Wohnung von wegen aufräumen, rege mich aber immer tierisch auf, wenn es unordentlich ist. Am Wochenende gammele ich immer nur irgendwo rum und zocke, saufe, glotze fern oder stelle mir irgendwelche lustigen Drogen auf. Mein Handy ist gesperrt, weil ich meine Rechnungen seit einem halben Jahr nicht zahle.

Beichthaus.com Beichte #00023940 vom 03.06.2008 um 21:00:07 Uhr (22 Kommentare).

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Ein Klümpchen zwischen Pilzen

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Rache Ekel Ernährung Schule

Also ich will ehrlich sein: Ich würde keine 5-Min****-T******* von M**** mehr essen. Wir waren vor zwei Jahren mal von der Schule aus in deren Werken, wo man uns den Betrieb gezeigt hat. Die Führung war fast so langweilig wie die Busfahrt, und um 14:00 Uhr habe ich mich noch mehr geärgert, weil ich um diese Zeit normalerweise zu Hause gewesen wäre, aber immer noch in dieser doofen Fabrik rumgurken musste. Jedenfalls erzählte unser Führer da gerade irgendwas von wegen Kontrolle und Hygiene und ich stand in einer der hinteren Reihen und hätte nicht einmal zuhören können, wenn ich gewollt hätte. und neben mir stand so ein Bottich mit Pilzen, also gefriergetrocknete Pilze oder so. Jedenfalls bekam ich irgendwann eine Stinkwut und habe einen richtig schönen Gelben aus meiner Raucherlunge in den Pilzbottich gesetzt. Anschließend ging es mir schon besser. Auch wenn der Rest der Führung scheiße war, ich fand es lustig, weil ich die ganze Zeit an die Klümpchen zwischen den Pilzen denken musste.

Beichthaus.com Beichte #00023929 vom 03.06.2008 um 11:15:09 Uhr (3 Kommentare).

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“Beichte

Hilfe, ich gehöre zur Generation Doof!

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Ich muss beichten, dass ich (m/18) meine Generation hasse. Nicht, dass ich keine Freunde habe - ich bin sogar gerne mit diesen zusammen, aber im tiefsten Innern verachte ich sie alle für etwas, was ich nicht genau in einem Wort beschreiben kann. Ich nenne es jetzt einfach mal Dummheit, aber es ist nicht Dummheit in Bezug auf Intelligenz. Ich glaube, ich bin zwar auch nicht gerade auf den Kopf gefallen, aber in meiner Stufe (12. Klasse, Gymnasium) gibt es doch einige, die Zusammenhänge schneller erfassen und besser lernen als ich. Diese Dummheit zeigt sich vielmehr in einem scheinbar kollektiven Desinteresse, aus dem Unwissenheit und somit Manipulierbarkeit entstehen. Diese Leute scheinen sich für kaum etwas zu interessieren, aus dem sie nicht einen direkten und offensichtlichen Vorteil gewinnen. Am Deutlichsten zeigt sich das in extrem mangelhafter Allgemeinbildung: Wenn man in der gymnasialen Oberstufe nicht mal Berlin auf einer mit vorgezeichneten Ländergrenzen versehenden Deutschlandkarte anzeichnen kann oder noch nie etwas vom Attentat von Sarajewo gehört, frage ich mich echt, ob manchen Menschen gar nichts an Bildung liegt. Offenbar nicht, denn die oberste Maxime scheint wohl "So viel Spaß wie möglich!" zu lauten. Das ist zwar nicht direkt zu verurteilen, aber trotzdem extrem kurzfristig gedacht.

Aufgrund dieser Unwissenheit finde ich es oft anstrengend und geradezu langweilig, Gespräche mit Leuten im meinem Alter zu führen. Was ist das erste Gesprächsthema? Lästern über Menschen in ihrem Umfeld! Ich lästere zwar auch gerne mal, aber das kann doch nicht das dominierende und fast einzige Gesprächsthema sein!? Ab und zu wird auch mal über Autos, Sport oder PC-Spiele gesprochen - Dinge, die mich alle mehr oder minder interessieren, aber doch nichts essenzielles sind! An Geschichte, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft oder Religion/Philosophie etc. ist niemand interessiert. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin kein Streber, der meint, alle Leute müssten den ganzen Tag lernen. Ich mache selber nie Hausaufgaben und versuche stets mit minimalem Einsatz die bestmöglichen Noten rauszuholen, aber mich bringt es zur Weißglut, wenn jemand noch nie etwas von der aktuell laufenden Mindestlohndebatte gehört hat, dafür aber genau weiß, wer bei "Germanys Next Topmodel" im Halbfinale steht! Ich frage mich, wie man sich in diesem Fall fühlt, wenn man zufällig doch mal eine Zeitung in der Hand hält und keine Ahnung hat, von was da eigentlich die Rede ist - wahrscheinlich trotzdem ziemlich gleichgültig.

Dieses Widerstreben gegen alles, was in irgendeiner Weise anspruchsvoll zu verarbeiten sein könnte, zeigt sich auch in der Musik, die gehört wird: House. Langweiliges Computergedudel, das mit dem immer gleichen 4-to-the-floor-beat unterlegt ist und sich gegen jede Kreativität und Abwechslung wehrt, für grenzdebile Intelligenzallergiker - sollte man meinen! Aber von wegen: Das ist der Sound der deutschen Elite von morgen. Auch diejenigen, die jahrelang ein Instrument gespielt haben oder immer noch spielen und somit auch Ahnung von Harmonielehre etc. haben, sind davon nicht ausgenommen. Alles, bei dem eine etwas stärker verzerrte Gitarre zu hören ist und nicht von Linkin Park oder den Ärzten stammt, wird als Metal deklariert und ist somit verabscheungswürdig. Dass mindestens die Hälfte davon gar kein Metal ist, sondern allerhöchstens Metalcore (Ja, da besteht ein Unterschied!), und dass Metal sowohl für Musiker als auch für Zuhörer deutlich höhere Ansprüche stellt als diese akustische Vergewaltigung (lange nicht so hoch wie Klassik oder Jazz, aber deutlich höher als das normale radiotaugliche Zeug), stört die allerwenigsten. Auch mit Punk-Rock (kein musikalischer Anspruch, aber Texte mit Aussage!) kann kaum jemand etwas anfangen; zumindest nur so viel, dass das Geständnis, Punk zu hören, in etwa damit gleichkommt, seinen Wohnsitz als unter der Brücke anzugeben.

Den Charakter und Stellenwert, den Musik früher einmal hatte und in einigen Subkulturen immer noch hat, nämlich etwas Revolutionäres zu sein, mit dem man sich abgrenzen will, kennt überhaupt niemand mehr. Was das Besondere an Live-Musik oder einem virtuosen Instrumentalisten ist, scheint niemand zu verstehen. Und falls ihr es noch nicht wusstet: Instrumentalstücke, die nicht ausschließlich zum Tanzen gedacht sind, sind selbstverständlich langweilig. Natürlich ist mir klar, dass House-Musik im Prinzip nur eine Variable ist und von allem ersetzt werden könnte, schließlich suchen sich die Leute ja nicht aktiv aus, was sie hören wollen, sondern finden vielmehr gut, was sie zu hören kriegen. So ist es in vielen Bereichen: Solange es einfacher ist, sich damit anzufreunden, wird nichts hinterfragt. Ich könnte solche Beispiele noch länger fortführen, doch will ich es jetzt mal dabei belassen. Es ist für mich einfach nur eine scheiß Situation, immer so zu tun, als wäre ich einer von ihnen, obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes denke. Mit niemandem kann ich darüber reden, schließlich kommt das ja mega eingebildet und arrogant rüber. Und ich muss aufpassen, dass solche Gefühle, die ich tatsächlich von Zeit zu Zeit habe, nicht überhand nehmen. Ich hoffe nur, falls jemand überhaupt bis hier gelesen hat, dass man etwas Verständnis für mich entwickeln kann.

Manchmal wünsche ich mir, Ende der sechziger Jahre zu leben, als die Leute noch The Who und Jimi Hendrix gehört haben. Damals haben sich junge Menschen zwar scharenweise von ostasiatischen Demagogen und indischen Gurus fehlleiten lassen, aber sie hatten Ideale und wollten die Welt verbessern. Dieses Streben danach, etwas Neues zu schaffen, was besser ist als das, was die eigenen Vorfahren getan haben, fehlt mir bei meinen Mitschülern und Freunden, sodass ich jedem, der die heutige Jugend als "Generation Doof" bezeichnet, nur beipflichten kann und mich schäme, zu dieser dazuzugehören.

Beichthaus.com Beichte #00023928 vom 03.06.2008 um 08:35:43 Uhr (56 Kommentare).

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Schneiden sie das Kabel bei der Hälfte durch!

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Falschheit Lügen Telefon

Ich (m/17) beichte, dass ich vor einigen Jahren einmal eine ältere Dame angerufen habe und mich ihr gegenüber als Herr Mayer von der Telekom ausgegeben habe. Ich sagte ihr, sie solle doch bitte nachmessen, wie lang ihr Telefonkabel ist. Als sie mir schließlich nach 20 Minuten sagte, dass es etwa einen Meter lang sei, habe ich ihr gesagt, dass das leider nicht der Deutschen Bundes-Telefonnorm entspräche und sie doch bitte das Kabel bei der Hälfte durchschneiden solle, ich würde dann am selben Abend noch vorbei kommen und den Schaden beheben. Als die Verbindung plötzlich unterbrochen wurde, habe ich aufgelegt und bösartig gegrinst. Ich schäme mich dafür.

Beichthaus.com Beichte #00023918 vom 03.06.2008 um 05:26:16 Uhr (9 Kommentare).

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“Beichte

Mit Geistern gegen die Petze

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Engherzigkeit Morallosigkeit Falschheit Last Night

Mit Geistern gegen die Petze
Ich möchte heute beichten, dass ich einem Menschen mal so viel Angst gemacht habe, dass dieser deswegen in die Hose gepisst hat. Es war so: Mit siebzehn fand ich nach der Schule keinen Ausbildungsplatz. Als ich am Verzweifeln war, bot mir das Jugendamt einen Ausbildungsplatz an, der allerdings auch wieder mit einem Heimplatz verbunden war. Nach kurzer Bedenkzeit sagte ich zu. Nachdem ich im Haupthaus Probleme mit anderen Jugendlichen hatte, wurde ich auf eine sehr ruhige Außenwohngruppe verlegt. Dort hatten die anderen Jungs und ich ein sehr ruhiges, in Teilen sogar langweiliges Leben. Alle waren mindestens siebzehn Jahre alt oder älter. Bis eines Tages die Konzeption der Gruppe geändert wurde, weil auf einen Schlag drei Jungs gegangen waren. Nun kamen kurz hintereinander vier dreizehn bis fünfzehn Jahre alte Kinder daher, die sich aber eigentlich ganz gut integrierten. Bis auf Einen: Markus. (Name geändert) Markus war fünfzehn Jahre alt, hatte den geistigen Entwicklungsstand eines 11-Jährigen und den Körperbau einer Seekuh. Ein armes Schwein genau genommen, bei dem alles Negative zusammenfiel. Markus hatte allerdings noch eine andere, schlimmere Eigenschaft: Er war die Mutter aller Petzen. Kam ein Jugendlicher unter achtzehn Jahren nur fünf Minuten zu spät nach Hause, rannte Markus freudestrahlend und (wortwörtlich!) vor Petzgier sabbernd zu den Betreuern. Dort angekommen, stotterte er im übelsten Trottel-Stil los. Schnippte einer eine Kippe vom Balkon, Markus war schon im Büro. Nannte einer einen anderen im Spaß einen Deppen - Markus rannte freudig los.

Und so ging das bei jeder Kleinigkeit weiter. Von den wirklich petzwürdigen Vorgängen wie Saufereien und Rauchereien war er natürlich kategorisch ausgeschlossen, sodass er uns wenigstens da nichts konnte. Selbst die Erzieher waren nach wenigen Tagen total entnervt. Dieser Zustand musste ein anderer werden, und zwar schnell. Da Gewalt keine Lösung ist - und es außerdem Sitte war, Jugendliche dort zur Selbstanzeige zu zwingen - mussten wir mit einer List vorgehen. Man muss dazu wissen, dass Geistergeschichten, urbane Legenden und Geschichten über schwarze Messen in Heimen in der Zeit vor der globalen Vernetzung einen dankbaren Nährboden fanden. So erzählten wir Markus, dass es im Haus einen Geist gäbe. Dieser würde Jugendliche, die nach zehn Uhr am Abend nicht in ihren Zimmern waren, die Treppe herunterschubsen und man würde sie am nächsten Morgen mit gebrochenem Genick finden. Der Junge schlich nämlich auch nachts durchs Haus, um an Türen zu lauschen - z.B. "Der P. wichst gerade in seinem Zimmer! Verbieten sie ihm das!" Somit war er erst einmal aus dem Weg. Dann legten wir unser letztes Geld zusammen und bestellten bei einem Zulieferer für Theaterbedarf schwarze und weiße Theaterschminke und einige Blutkapseln. Dann nahmen wir uns Markus zur Brust, und erklärten, dass jeder Neue sich einer Runde Gläser rücken unterziehen müsse, quasi als Einweihung. Markus bekam schon wieder dieses petzgeile Funkeln in die Augen und sagte freudig zu. Er dachte, uns dranzukriegen, weil die Erzieher ihm erst kurz zuvor verboten hatten, zu petzen, wenn er das nicht beweisen könnte, so dachten sie, dem Problem Herr zu werden. Er hatte ja keine Ahnung, was auf ihn zukam.

Am betreffenden Abend gab es keine Nachtbereitschaft, also keinen auf Gruppe übernachtenden Erzieher, sondern nur einen alle zwei Stunden aus dem Haupthaus herüberkommenden Nachtdienst, der absolut berechenbar war. Wir hatten also zwei Stunden, um das Ding durchzuziehen. Ich, als Oberzeremonienmeister verkleidet, mit schwarz-weißem Gesicht eröffnete die Runde. Auf dem Tisch lagen Karten mit allen Buchstaben des Alphabets: "Ja", "Nein" und die Zahlen von eins bis zehn. Die erste Frage war natürlich, ob jemand da sei. Diese wurde vom Glas mit "Ja" beantwortet. Da es halbdunkel war und der Raum nur mit Kerzen beleuchtet war, sah M. nicht, dass ich die oben erwähnten Blutkapseln in den Haaren und den Handflächen versteckt hatte. Nach einigen Fragen fragte ich, was man mit Petzen tun sollte. Das Glas buchstabierte: Töten. Markus wurde schon merklich blasser. Dann verkündete ich, dass ich eine Anwesenheit spüren würde, die immer stärker würde. Plötzlich schlug ich mir die Hände vor das Gesicht und an den Kopf (dabei gingen wie geplant die Blutkapseln zu Bruch) und sprang vor ihm auf den Tisch. Ich schrie mit übelst verstellter Stimme, dass ich der Teufel sei, und ihn höchstpersönlich am Penis aufhängen und langsam häuten würde, wenn er nicht sofort aufhören würde, alles zu petzen. Man muss sich vorstellen, mein Gesicht war im The-Crow-Style geschminkt und mir lief Blut über Gesicht und Hände. Ich sah aus wie der Racheengel persönlich. Dann sagte ich ihm, dass ich ihm seine Seele rauben und sie in einen See aus Feuer einsperren würde, wo er für die Ewigkeit den Schmerz der Verbrennung erleiden müsse. In diesem Moment fing es an, stark nach Urin zu riechen. Ich packte ihn am Kragen und kreischte ihn an, ob er mich verstanden habe - meine Tonlage wechselte zwischen extrem tief und total hoch, aber nicht lustig klingend, das kann ich euch sagen - und dass er drei Tage absolutes Redeverbot hatte. Und dass er nie wieder petzen dürfe, sonst käme ich zurück.

Dann ließ ich mich vom Tisch fallen, was ziemlich weh tat, und tat so, als wäre ich weggetreten gewesen. Markus hatte sich inzwischen vollgeschissen. Ich fragte ihn, was los gewesen sei - mit normaler Stimme - und er schüttelte nur den Kopf. Dann schickte ich ihn zum Umziehen und ging ihm nach. Im Gang zeichnete ich ihm mit den blutigen Fingern noch ein X auf die Stirn und sagte wieder mit Teufelsstimme, ich würde ihn beobachten. Fazit: Er hat nie wieder jemanden verpetzt. Dennoch tut es mir heute leid, einem Menschen solche Angst eingejagt zu haben. Aber was sein musste, musste sein.

Beichthaus.com Beichte #00023917 vom 03.06.2008 um 05:19:31 Uhr (30 Kommentare).

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