Das Wochenend-Ritual

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Trunksucht Last Night

Damals habe ich noch in einem Kinderdorf gewohnt. In diesem Kinderdorf war es schon fast eine Art Ritual, jedes Wochenende in den Heimatort zu laufen, weil da viele Freunde von uns waren, die auch immer gut Alkohol im Haus hatten. Es war mal wieder Ritualzeit und so zogen wir gen Nachbarort, um uns ein wenig dem feuchtfröhlichen Vergnügen hinzugeben. Nach einigen Stunden hat sich dann gezeigt, dass unsere Mission Erfolg hatte, und so zogen wir Gefährten zurück ins Kinderdorf. Wir waren natürlich alle gut dabei, haben unglaublich hirnlosen Müll geredet und derlei Sachen, wie es ja jeder kennt. Auch ich war sehr sehr gut dabei, sogar so gut, dass ich die ganze Zeit meinen Mageninhalt zurückhalten musste. Nun ja, nach einigen Strapazen auf unserer Reise kamen wir dann irgendwann an. Vor der Tür, bevor wir klingelten, haben wir eine kurze Strategie ausgemacht, die vorsah, dass die Nüchternsten ganz vorne sind und der Rest hintenrum durchschlüpft, während die Nüchternen die Betreuer ablenken. Alles lief perfekt, der Betreuer war perfekt in ein Gespräch vertieft, als ich auf einmal spürte, wie sich mein Mageninhalt seinen Weg nach oben bahnte. Direkt auf den Flur. Der Betreuer hat mich angeguckt, ich habe versucht, zurückzugucken, und bin dann irgendwie umgekippt. Am nächsten Morgen habe ich dann erfahren, dass mein Kumpel, der eigentlich einen Ekel gegen Schmutz, also erst recht gegen Magensäure und diverse andere Mageninhalte hat, meine körperlichen Nebenprodukte aufwischen musste. Dafür möchte ich mich wirklich aufrichtig, auch online, entschuldigen, persönlich habe ich es natürlich schon lange getan und wir lachen auch heute noch. Man dankt fürs Lesen!

Beichthaus.com Beichte #00027948 vom 30.06.2010 um 23:11:58 Uhr (18 Kommentare).

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Süße Vorstandssitzung

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Boshaftigkeit Rache Arbeit Chef

Süße Vorstandssitzung
Ich war in einem großen Unternehmen als Sekretärin tätig. Oft hatte ich es mit Menschen zu tun, die ich gar nicht mochte. Es waren jene, die meinten, sie wären wer weiß wie wichtig und ließen regelmäßig den Chef heraushängen. Das waren auch die, die mich und alle anderen normalen Mitarbeiter behandelt haben, wie Menschen zweiter Klasse. Das Problem war, das ich trotzdem freundlich bleiben musste, bestand diese Liga zumeist aus der "oberen Etage", also Vorstandsmitglieder und dergleichen. Einmal habe ich mitbekommen, wie einer dieser tollen Menschen zu jemandem sagte: "Ja weißt du, wenn da jetzt mal eben 1000 Familienväter auf der Straße stehen (arbeitslos werden) dann ist das ein Thema für meine Sekretärin, aber doch nicht für mich." Ich habe gedacht, ich fange gleich an zu hyperventilieren. So ein ... . Viel konnte ich gegen dieses Ekel ja nun wirklich nicht tun. Als einmal wieder eine Besprechung anstand und ich den Tisch decken musste, habe ich sämtliche Wasser- und Colaflaschen geschüttelt wie ein Teufel und wieder schön auf ihren Platz gestellt. Als dann etwas später, nachdem die Besprechung angefangen hatte und ich von meinem Chef angerufen wurde, weil ich ganz viele Tücher bringen sollte, hätte ich mich schlapp lachen können. Das größte Ferkel von allen hat wirklich volle Granate Cola auf seinen ach so teuren Anzug bekommen und hat geklebt wie ein Bonbon.

Beichthaus.com Beichte #00027945 vom 30.06.2010 um 13:52:00 Uhr (38 Kommentare).

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“Beichte

Meinen besten Kumpel verprügelt

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Fremdgehen Gewalt Aggression Ex Frankfurt

Ich (m/23) bin nicht der Typ, der viele Freundinnen hat. Mit 20 hatte ich dann meine erste Freundin. Es lief richtig gut und wir hatten Spaß zusammen. Bis mein bester, wirklich bester Kumpel mit ihr geschlafen hat. Als ich das erfuhr war ich völlig von Sinnen. Ich wusste zwar, das besagter Kumpel solche Dinge schon bei anderen Freunden gemacht hat, hätte aber damals nie gedacht, dass er dies auch bei mir tut. Schließlich gingen wir durch dick und dünn. Aber zurück zu dem Tag an dem ich erfuhr, was er getan hat. Nach der tollen Botschaft fuhr ich zu ihm, habe an seiner Tür geklingelt und sofort zugeschlagen. Er konnte nicht mal Hallo sagen. Ich habe mich damals wirklich nicht zurückgehalten, sondern so lange in ihn rein geprügelt bis er nichts mehr sagen konnte. Da überall Blut war habe ich noch den Krankenwagen gerufen und bin dann abgezischt. Angezeigt hat er mich nie, Kontakt hatten wir auch nie wieder. Zu der damaligen Freundin von mir habe ich auch keinen Kontakt mehr. Ich habe heute erfahren, dass er daraus nichts gelernt hat und immer noch ähnlich Aktionen abzieht.

Beichthaus.com Beichte #00027940 vom 30.06.2010 um 01:59:55 Uhr in Frankfurt (53 Kommentare).

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Schizophrene Psychose

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Engherzigkeit Falschheit Ungerechtigkeit Gesundheit Liebe

Ich (m/29) habe etwas getan, was ich sehr bereue. Es ist mittlerweile lange her - 11 Jahre. Ich komme darüber nicht hinweg. Ich kann es zeitweise vergessen, aber es kommt immer wieder hoch. Es war so, dass ich mit meiner großen Liebe zusammen war. Es war wohl für uns beide, etwas wirklich großes, wenn nicht das größte, denn für uns beide war es die erste Beziehung. Das erste mal Sex. Ich habe sie geliebt, als wenn es kein morgen mehr gibt. Ich wusste, und fühlte, dass es Liebe war!

Es war dann so, dass ich im Jahre 2000 in etwas reingerutscht bin. Ich wusste damals nicht, was es ist. Irgendetwas veränderte mich, mein fühlen, mein denken. Erst später habe ich, durch Krankenhausaufenthalte und Therapie mit Medikamenten (Antidepressiva, Antipsychotika), herausgefunden, dass ich eine "schizophrene Psychose" hatte und wohl genetisch dafür empfänglich bin. Das heißt, Mitte/Ende 2000 veränderte sich mein Fühlen und Denken durch die Psychose. Ich dachte, ich liebe sie nicht mehr. Ich dachte, und fühlte, sie liebte mich nicht mehr. Das war aber alles quatsch. Wir waren circa 11 Monate zusammen, es waren die schönsten Monate meines bisherigen Lebens.
Ich machte dann einfach mit ihr Schluss. Per E-Mail. Wie grausam, wie dumm kann man sein. Damals, war es mir egal, ich fühlte mich so stark, so selbstsicher, ich bräuchte sie nicht, ich fühle nichts mehr für sie, ich müsste mich "frei" machen, die Abhängigkeit auflösen. Ich wusste ja nicht, dass die Veränderung in mir selbst liegt. Alle Gefühle waren ausgeblendet und weg. Ihre Reaktion auf meine E-Mail war extrem, was für ein gefühlsloser Arsch ich sei, sie hasste mich, sie war todunglücklich, die nächsten Wochen waren sehr schwer für sie. Ich fühlte nichts. Ich fühlte mich "so stark." Es war falsche Stärke.


Wir trafen uns in der nächsten Zeit noch, sie weinte in meinen Armen, ich fühlte nichts. Die Psychose, die mittlerweile mit Halluzinationen und Denkveränderungen gepaart war, ließ nichts zu meinem Innern durch. Wir hatten noch ein paar mal Sex. Ich fühlte zwar die Lust, aber keinerlei Gefühle mehr zu ihr. Ich orientierte mich neuen Freundinnen entgegen, das war aber mehr ein weglaufen vor mir selbst. Ich konnte immer weniger zur Ruhe kommen, wurde immer hektischer und unsensibler. Wollte mir das natürlich nicht eingestehen. Erst ein halbes Jahr, nachdem ich mit ihr Schluss gemacht hatte, wurde mir bewusst, was ich getan hatte. Nachdem mein gesundheitlicher Zustand auch immer schlechter wurde, ich Depressionen, Wahnvorstellungen, Panikattacken hatte und nicht mehr arbeiten konnte. Ich habe höllische seelische Schmerzen erlebt, weil ich nun FÜHLTE, was ich getan hatte.

Es dauerte 3-4 Jahre, bis ich - mit Medikamenten - wieder auf der Höhe war, und wieder arbeiten konnte. Werde für mein Leben lang Medikamenten nehmen müssen, das ist aber nicht weiter schlimm, vertrage sie sehr gut. Ich habe es bis heute nicht verwunden, dass mich "etwas in mir" seelisch abgetötet hat, ich das aller schönste in meinem bisherigen Leben weggeworfen habe, nichts dabei gefühlt habe, ihr so weh getan habe.


Wie sehr wünschte ich mir, eine zweite Chance zu erhalten, noch einmal die Zeit mit ihr, ohne die Krankheit zu erleben, und wahrhaft frei entscheiden zu können, ohne durch innere "Monster" gezwungen zu werden. Ich war diesbezüglich auch in psychotherapeutischer Behandlung, es half etwas, aber es ist nicht weg. Meine Ärztin sagte, dass ich das nicht verwunden kann, angesichts der Historie der Dinge, sei nur verständlich. Es tut mir Leid. Ich wollte es nicht. Ich weiß, das ganze ist bescheuert, da es so lange zurück liegt. Aber die Zeit mit ihr war "Geborgenheit im Geborgensein", es war Liebe und es war Leben. Ich weiß nicht, wie ich das ganze verwinden soll. Vermute, es wird mir nie gelingen. Ich war diesbezüglich auch schon in psychotherapeutischer Behandlung, meine Ärztin sagte mir, es sei absolut verständlich, dass ich so fühle, angesichts der Abläufe.

Manchmal wünschte ich mir, diese Erinnerungen aus meinem Gehirn reißen zu können. Ich weiß natürlich nicht, ob wir noch zusammen wären. Höchstwahrscheinlich sogar nein. Aber wer weiß es. In jedem Fall wäre der Ablauf der Trennung emotional EHRLICH gewesen. Ich hätte niemals so Schluss gemacht. Ich hätte gleich Schmerzen gefühlt. Ich hätte es verarbeiten können, und es wäre nicht unterdrückt und weg gewesen. Es tut mir so Leid. Ich habe mittlerweile ein neues Leben, aber das alte kriecht hinter mir her und verfolgt mich und tränkt mich in Schmerzen und Reue. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Beichthaus.com Beichte #00027918 vom 21.06.2010 um 15:00:10 Uhr (29 Kommentare).

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Loch im Garten

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Gewalt Vandalismus Dummheit Waghalsigkeit Ronnenberg

Hinter unserem Haus ist ein Grundstück, das noch nicht bebaut ist. Trotzdem hat früher der Besitzer dort regelmäßig den Rasen gemäht, sodass ich mir die Wochentage ein tiefes Loch gebuddelt habe und kurzerhand Äste und Sträucher drüberlegte. Am nächsten Tag versteckte ich mich in der Hecke und hab zugeguckt wie der Mann mit dem Rasenmäher in das Loch gefahren ist. So schadenfroh wie ich war hab ich natürlich gelacht und wurde entdeckt. Er hat mir dann erzählt, dass angeblich sein Bruder so ein Bein verloren hat, er ist wahrscheinlich Rasenmäher in dritter Generation. Jedenfalls hat nur der Zaun zwischen uns mich vor weiterer Strafe geschützt, denke ich. Heute weiß ich als erfahrener Rasenmäherführer, dass das ziemlich gefährlich war, auch wenn die Falle ziemlich gut war. Tut mir Leid.

Beichthaus.com Beichte #00027917 vom 21.06.2010 um 14:48:57 Uhr in Ronnenberg (24 Kommentare).

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