Ich will nur meine Ruhe

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Lügen Falschheit Verzweiflung Zivi & Bund Partnerschaft

Ich bin nun seit drei Jahren mit meiner Freundin zusammen, jedoch geht sie mir in letzter Zeit einfach nur noch auf die Nerven, da wir bereits zusammenwohnen. Ich muss morgens sehr früh zur Arbeit fahren und bin erst gegen Abend wieder zu Hause. Ich bin bei der Bundeswehr und habe daher nicht den entspanntesten Job. Wenn ich dann mal zu Hause bin, wartet meistens noch ein großer Teil der Hausarbeit auf mich, obwohl Madame nur einen 600 Euro Job macht, da sie aktuell noch auf einen Studienplatz wartet. Nach der Arbeit bin ich aber so gerädert, dass ich da keinen Bock mehr drauf habe. Deswegen kriselt es in letzter Zeit recht häufig und ich war bereits dabei meine Tasche zu packen, jedoch konnte ich das nicht über mein Herz bringen. Normalerweise würde ich zu meinen Eltern oder meinen Freunden gehen, um zu entspannen, aber dann ruft sie mindestens einmal in der Stunde an, um zu erfahren, was ich mit wem gerade mache. Nun habe ich mich freiwillig für einen Afghanistaneinsatz gemeldet, damit ich mal für vier Monate meine Ruhe habe. Sie weiß natürlich nicht, dass ich mich freiwillig gemeldet habe und das wird sie auch nie erfahren.

Beichthaus.com Beichte #00031690 vom 03.08.2013 um 18:28:58 Uhr (24 Kommentare).

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Das Leiden des Kätzchens

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Dummheit Verzweiflung Gewalt Tiere

Ich (w/19) möchte beichten, dass ich das Schlimmste getan habe, was ein Mensch machen kann: Ich habe ein absolut wehrloses Tier gequält, ein ganz junges Katzenbaby. Vor zwei Tagen hat unsere Katze fünf Junge geworfen, davon waren drei nicht lebensfähig: Sie tranken nicht, hatten starke Atemprobleme und haben Geräusche gemacht, die klangen, wie Husten und Niesen gleichzeitig - besonders das größte Kätzchen, ein kräftiger roter Kater. Es sah aus, als würde er an seiner eigenen Zunge ersticken. Trotzdem ist er nicht wie die anderen beiden bald gestorben, sondern hat weitergekämpft, immer noch geschrien und sich gequält. Das einzig Richtige wäre gewesen, ihn einschläfern zu lassen - das haben wir aber nicht gemacht, ich weiß nicht, warum nicht. Nachdem heute Mittag das zweite der drei kranken Kätzchen gestorben war und das rote Katerchen immer noch japste und sich zwischen Leben und Sterben befand, habe ich ihn in die Hand genommen und ihn in unserem Teich zu ertränken versucht. Ich habe ihn etwa eine Minute, vielleicht auch kürzer, unter Wasser gehalten. Er hat in meiner Hand gestrampelt und gekämpft und so sehr gelitten, wie man es nicht erklären kann. Er muss schreckliche Qualen und Todesangst durchlitten haben. Dann kam meine Mutter und hat mich laut weinend dazu gebracht, ihn aus dem Wasser zu nehmen - und das Kätzchen hat immer noch gelebt und geschrien! Meine Mutter wollte jede weitere Gewaltanwendung nicht zulassen, aber ich habe meinen Vater gebeten, das Katzenbaby umzubringen, was er dann auch getan hat. Ich glaube, er hat ihm das Genick gebrochen, und danach hat er auch geweint, was er sonst wirklich niemals tut.


Ich kann das, was ich getan habe, nicht für mich behalten, und ich möchte klarmachen, dass es keine mutige und keine gute Tat, sondern etwas Abscheuliches war: Ich wollte natürlich das Leiden des Kätzchens beenden, aber das habe ich nicht. - Ich habe es noch viel schlimmer leiden lassen. Ich habe versucht, es grausam zu ertränken, statt es in Ruhe an Schwäche sterben und einschlafen zu lassen. Und ich habe meinen Vater gezwungen, das Kätzchen endgültig zu töten, was sicher auch nicht ganz schnell und schmerzlos gegangen ist. Ich ekle mich vor meiner rechten Hand, in der ich das zappelnde Kätzchen unter Wasser gehalten habe. Nein, nichts ist schnell und schmerzlos gegangen. Es hätte so viel weniger gelitten, wenn ich es nie angefasst hätte. Ich verstehe auch nicht, wie ich so etwas machen konnte und es für das Richtige halten konnte. Ich will auf keinen Fall Absolution von irgendjemandem. Man kann auch nicht alles verzeihen. Ich werde es mir nie verzeihen, aber davon hat das Kätzchen nichts. Ihr sollt mir harte Worte schreiben, damit ich ein kleines bisschen büßen kann - aber vor allem bitte ich euch: Bitte, BITTE tut das niemals einem Tier an! Damit könnt ihr jede Qual nur schlimmer machen. Wenn ihr ein Tier habt, das im Sterben liegt, lasst es einschläfern, und wenn das nicht geht, seht zu, dass ihr es irgendwie betäubt - aber quält das Tier nicht noch mehr! Das könnt ihr niemals rückgängig machen.

Beichthaus.com Beichte #00031689 vom 03.08.2013 um 15:12:11 Uhr (59 Kommentare).

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“Beichte

Ich ziehe meine Freunde vor

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Lügen Falschheit Engherzigkeit Familie

Ich (w/26) belüge seit ungefähr zwei Jahren meine Familie, um mich vor Familienfeiern zu drücken. Ich habe eine große Familie, ständig hat jemand Geburtstag und fast jeden Samstag ist dann irgendeine Geburtstagsfeier. Mir ging das schon jahrelang auf den Keks. Es ist doch fast jedes Mal das Gleiche: man hockt zwischen den Verwandten, hört sich zum hundertsten Mal deren Geschichten an, wird ständig gedrängt, doch noch etwas zu essen und guckt der Verwandtschaft zu, wie sie sich betrinken und endlose, sinnlose Diskussionen führen. Als junger Mensch möchte man seine freie Zeit doch meist lieber mit Freunden verbringen und ich bin eh kein großer Familienmensch, für mich bedeuten solche Treffen eher Stress. Als ich noch bei meinen Eltern lebte und doch mal einen Samstag lieber mit Freunden rumhing, anstatt mit der Familie, musste ich mir dann noch tagelang Vorwürfe anhören, was mir denn einfalle, meine Freunde der Familie vorzuziehen.


Dann beendete ich aber mein Studium und zog aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt, sie war ungefähr eine Stunde Fahrzeit von meiner Heimatstadt entfernt. Kurz darauf sollte ich wieder mal bei einer Familienfeier antanzen. Da ich eine stressige Woche hinter mir hatte und absolut keine Lust verspürte, griff ich zu einer Notlüge und behauptete, dass wir auf der Arbeit viel zu tun hätten. Deshalb musste ich am Samstag leider arbeiten und wäre danach sicher zu erschöpft, um noch den langen Weg auf mich zu nehmen. Es funktionierte, meine Familie glaubte mir meine Lüge und ich musste mir keine Vorwürfe anhören. Seitdem muss ich unglaublich oft samstags arbeiten, und wenn ich doch mal zu wichtigeren Anlässen wie Geburtstagen von Eltern, Großeltern oder irgendwelchen runden Geburtstagen auftauche, dann behaupte ich, dass ich meinen Chef nur schwer überzeugen konnte, mir diesen Samstag freizugeben. Das ist natürlich alles gelogen. Wir arbeiten nur in Ausnahmefällen samstags und dann nur ein paar Stunden, die wir dann im Laufe der nächsten Woche wieder absetzen. Und falls man wirklich mal etwas vorhat, kann man problemlos mit Kollegen tauschen. Ich beichte also, dass ich meiner Familie vorlüge, ich müsste hart arbeiten, weil ich keine Lust habe, Zeit mit ihnen zu verbringen. Und dass ich meine Samstage stattdessen mit Freunden oder alleine auf der Couch verbringe.

Beichthaus.com Beichte #00031683 vom 02.08.2013 um 00:32:34 Uhr (21 Kommentare).

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Das verquere Weltbild

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Dummheit Ignoranz Engherzigkeit Bahn & Co. Halberstadt

Das verquere Weltbild
Aufgrund des tragischen Zugunglücks in Santiago de Compostela in Spanien ist mir kürzlich eine Situation aus meiner Kindheit eingefallen. Ich weiß nicht mehr genau, wann das Zugunglück von Eschede genau war, aber ich erinnere mich, wie ich davon erfuhr. Ich (1989 geboren) saß zu dem Zeitpunkt bei meinen Großeltern auf dem Teppich und sah mit ihnen die Abendnachrichten. Meine Großeltern waren natürlich bestürzt, als sie von der Tragödie erfuhren, ich für meinen Teil fand es jedoch toll, dass so viele Menschen gestorben sind. Und dass nur, weil ich am Tag zuvor irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es immer mehr Menschen auf der Welt gäbe und dass die Erde das nicht länger verkraften könne. Ich bitte um Vergebung für meine damalige Engherzigkeit, glaube aber daran, dass es einfach am Alter lag. Und im Grunde wollte ich mit meinem verqueren Weltbild nur das Beste für die Welt.

Beichthaus.com Beichte #00031681 vom 01.08.2013 um 14:31:43 Uhr in 38820 Halberstadt (Straße der Opfer des Faschismus 29) (19 Kommentare).

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Der Abriss meines alten Dorfes

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Boshaftigkeit Hass Aggression Rache

Ich (m/34) habe vor etwa 15 Jahren in einem kleinen Dorf gelebt. Damals war es für mich das Paradies, jeder kannte jeden, jeder war hilfsbereit und man musste sich nachts nicht fürchten, wenn man die Tür nicht abgeschlossen hatte. Meine Familie besaß ein kleines Gastronomiegeschäft, angelegen an das Ferienhotel eines Bekannten. Natürlich war nichts so pompös ausgestattet, wie in einer Großstadt, aber wir waren zufrieden mit dem, was wir hatten. Meine große Schwester zog dann jedoch bald für ihr Studium in eine größere Stadt, und so fiel die Aufmerksamkeit auf mich - ich sollte irgendwann das Geschäft fortführen. Doch dann kam es anders. In einer Nacht wurde unser Geschäft durch ein Feuer abgebrannt. Die Brandursache war, nach Angaben der Polizei, das Anzünden der Toiletten, die sich dicht neben dem Restaurant befanden. Das Feuer wurde gelegt, so viel stand fest. Von wem, war jedoch unklar. Zunächst bedauerten uns alle Einwohner des Dorfes. Sagten, dass die Touristen aus den Großstädten das getan haben müssen. Viele halfen uns - wofür wie sehr dankbar waren. Wir wussten nicht mehr weiter, wir bekamen keine großsummige finanzielle Hilfe, da die Zahler immer einen Grund fanden, uns selbst die Schuld anzuhängen. Irgendwann sollte es jedoch anders kommen. Ich lauschte einmal einem Gespräch der Hotelbesitzer und hörte mit, wie sie sagten, dass deren Geschäft nun nichts mehr im Weg stünde. Sie lobten sich selbst, dass sie beim Legen des Feuers so vorsichtig waren. Sofort verstand ich, was Sache war. Ich habe es meinen Eltern erzählt und diese haben die Verdächtigen sofort zur Rede gestellt. Jedoch stritten sie alles ab und verbreiteten dann auch noch das Gerücht, dass wir das Feuer wahrscheinlich selbst gelegt hätten. Plötzlich war das ganze Dorf gegen uns, nur noch wenige hatten Verständnis für unsere Situation. Selbst die Polizei glaubte uns nicht. Irgendwann zogen wir dann weg.

Ich fing ein Studium der Ingenieurwissenschaft an, bekam einen wunderbaren Abschluss, und fand auch kurze Zeit später eine Stelle in einer nicht sonderlich spektakulären Firma. Diese wurde dann von einer Größeren geschluckt, sodass wir ein Tochterunternehmen wurden. Wir sind für die Produktion einer bestimmten Sache verantwortlich, genau wie für die Dienstleistungen, die dieses Gut betreffen. Außerdem lässt die Firma strategisch sinnvolle und Ressourcen-technisch ideale Orte abreißen, um dort dann Bauindustrien zu erbauen. Ich weiß, unmenschlich. Irgendwann stieg ich dann auf und wurde mit größeren Projekten betreut, bis ich die Leitung eines Projektes übernahm, bei dem mir fast die Augen rausfielen: Es ging um mein altes Dorf. Dieses sollte abgerissen bzw. "verlegt" werden. Die Abfindung, die die Bewohner bekommen würden, war so lächerlich, dass es fast schon wieder witzig war. Es lag zwar nicht in meiner Hand, ob es abgerissen wird, oder nicht, aber es bedarf meiner Zustimmung. Ich beichte, dass ich den Zustimmungsvertrag mit Freuden unterschrieben habe und ziemlich bald auch die Diskussion um die Standortleitung führen werde.

Beichthaus.com Beichte #00031679 vom 01.08.2013 um 07:31:48 Uhr (14 Kommentare).

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