Smombies in der Bahn

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Engherzigkeit Schamlosigkeit Sucht Bahn & Co.

Smombies in der Bahn
Neulich ist mir etwas passiert, worüber ich heute nachdenken muss. Ich muss viel mit der Bahn reisen, und wie das eben so ist, ist diese häufig auch ziemlich voll. Da heutzutage jeder nur mit seinem Smartphone daddelt und nichts mehr ohne es unternimmt, kommt es eben zwangsläufig vor, dass man mal in die Richtung einer Person schaut, die gerade damit zugange ist. Ich bin echt nicht der Typ Mensch, den andere Nachrichten interessieren und ich bemühe mich auch redlich, immer in eine andere Richtung zu schauen, wenn ich sehe, dass ein Smombie mir mal wieder sein Handy fast unter die Nase hält. Das Problem ist nur, dass die ja mittlerweile überall sind. Vor einem, hinter einem, neben einem und aus dem Fester schauen geht auch nicht, da die meistens schon belegt sind. So bleibt mir halt nichts anderes übrig, als stur auf einen Fleck zu gucken und selbst dann wird man noch böse angeguckt, weil der Gegenüber denkt, man würde ihn anstarren. Mal ehrlich, ich will meine Zugfahrt nicht immer nur dumm auf den Fußboden blickend verbringen.

Aber jetzt zu dem Tag, den ich beichten möchte. Ich hatte mal wieder eine längere Fahrt vor mir, als sich ein Teenie-Junge neben mich setzte, den ich auf ca. 13 Jahre schätzen würde. Erst mal verbreitet dieser Junge einen extremen Gestank nach billigem Parfüm, sodass mein armes Sinnesorgan quasi abgestorben ist und dann hörte er mit seinem zweiten Handy auch noch lautstark schlechten Hip Hop á la "Ich ficke deine Schwester und dein Vater guckt zu", ohne Kopfhörer und in einer unnormalen Lautstärke. Natürlich war auch er eifrig mit seinem Smartphone zugange. Diesmal wollte ich aber nicht so lange auf den Boden starren und setzte mich so Richtung Fenster, dass ich auch noch etwas Lüftung abbekam. Die erste Zeit war alles okay und es gab keine Probleme, aber als der Junge aussteigen wollte, wandte er sich zu mir, baute sich aggressiv auf und fing lautstark an, mich zu beschuldigen, auf sein Handy gestarrt zu haben. Die anderen Gäste verfolgten dieses Schauspiel und ich habe wirklich nicht auf sein dummes Handy geguckt. Ich stand also erbost auf und gab Kontra.

Ich sagte dann, dass mich sein Blödsinn überhaupt nicht interessieren würde und ich Besseres zu tun habe, als einem unterbelichteten Kind, das zwar noch keine Haare am Sack, aber den Kamm schon in der Tasche stecken hat, aufs Handy zu glotzen. Außerdem solle er erst einmal ein bisschen duschen, er stinke nämlich wie ein überfahrenes Stinktier. Er wurde dann ganz kleinlaut und bekam Tränen in den Augen. Die anderen Fahrgäste lachten darüber und er zog Leine. Zuerst fühlte ich mich gut, doch jetzt, reflektierend darüber nachgedacht, bin ich zu weit gegangen. Schließlich ist er selbst nur ein Opfer der Neuzeit und vermutlich, so schätze ich anhand seines Auftretens, ein Kind, um das sich niemand richtig kümmert. Woher sollen die auch lernen, wie man sich in der Gesellschaft verhält, wenn die Eltern genau solche Menschen sind. Trotzdem tut es mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00038571 vom 30.07.2016 um 16:06:20 Uhr (13 Kommentare).

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Hoffentlich ist ein Anderer gestorben!

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Engherzigkeit Selbstsucht Familie Tod

Hoffentlich ist ein Anderer gestorben!
Ich habe vor ein paar Stunden mit meiner Mutter telefoniert, wie jeden Tag. An ihrer Stimme merkte ich, dass wieder etwas passiert sein muss, und vermutete schon, dass jemand gestorben sein muss. Und leider war es auch so, mein Cousin hat sich totgefahren. Meine Beichte? In den paar Sekunden, bevor sie sagte, dass er es ist, hatte ich panische Angst, es könnte meine Schwester, mein Bruder, mein Neffe, mein Schwager, meine Schwägerin oder Stiefvater sein. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als sie den Namen meines Cousins sagte. Das hat sie mir sicherlich nicht angemerkt, aber ich schäme mich für diese paar Sekunden doch sehr. Mein Onkel und meine Tante haben damit jetzt schon das zweite Kind verloren. Beim Ersten hat es schon Jahre gedauert, bis sie wieder einigermaßen klarkamen. Ich fürchte, das wird sie zerstören. Und ich egoistischer Arsch denke natürlich erst einmal nur an mich.

Beichthaus.com Beichte #00038570 vom 30.07.2016 um 13:29:38 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Man konnte ihr nur den Tod wünschen

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Engherzigkeit Morallosigkeit Familie Tod Bad Homburg

Ich (w) beichte, dass ich es unterlassen habe, zur Beerdigung meiner Oma zu gehen und überhaupt kein Verständnis für die Trauer meiner Verwandten habe. Meine Oma war schon länger sehr schwer krank und konnte in letzter Zeit nur noch auf dem Bett liegen. Sie litt stark und hat schon immer gesagt, dass sie in einem Zustand, in dem sie nur noch von anderen abhängig ist und starke Schmerzen hat, nicht leben möchte. Als sie dann gestorben ist, war ich ehrlich gesagt froh, während alle anderen anfingen zu weinen und zu trauern, als hätten sie niemals damit gerechnet. Dabei war es zum einen klar, dass sie in den nächsten Tagen sterben wird. Zum anderen wollte sie so ohnehin nicht leben und daher konnte man ihr in ihrem Interesse nur den Tod wünschen. Nach der Beerdigung, zu der ich nicht hingegangen bin, weil ich meine letzten Worte zu ihr schon gesprochen hatte und mir nicht das sinnlose Trauern der anderen antun wollte, kam ihr Mann (mein Opa) für eine Woche zu uns.

Schon bevor er ankam, wies man mich mehrmals darauf hin, dass er sehr empfindlich sei und ich doch bitte Rücksicht nehmen solle - unerträglich. Als er dann ankam, weinte er immer sofort, wenn über sie gesprochen wurde. Meine Eltern gingen besser damit um, waren aber in der Anwesenheit des Opas immer still, was mich echt ankotzte! Er und wir alle konnten doch froh sein, dass die Oma nun nicht mehr leiden muss. Und jetzt kann man doch nichts an der Situation ändern und sollte an die Zukunft denken! Ich habe deshalb ganz unauffällig damit angefangen, in den unterschiedlichsten Situationen das aktuelle Gesprächsthema auf sie zu lenken. Anfangs musste mein Opa immer sofort weinen, doch mittlerweile reagiert er immer stumpfer darauf. Auch die Situation in der Familie hat sich verbessert. So sind meine Eltern nicht mehr "aus Rücksicht" die ganze Zeit still.

Ich fand dieses Verhalten meiner Familie total sinnlos. Was ich aber sehr bedenklich finde, ist, dass ich es irgendwie lustig fand, wie leicht man andere Menschen beeinflussen und zum Weinen bringen kann. In diesem Moment fühlt man sich so, als könnte man diese Menschen kontrollieren. Mir kam sogar schon der Gedanke, wie es wäre, wenn mein Opa stirbt und ich dasselbe mit meinen Eltern tue. Das finde ich fast schon beängstigend. Von meiner Familie ahnt keiner etwas, da ich es, wie gesagt, sehr unauffällig getan und die jeweilige Person sofort getröstet habe.

Beichthaus.com Beichte #00038565 vom 28.07.2016 um 18:50:44 Uhr in 61350 Bad Homburg (Lessingstraße) (24 Kommentare).

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Lernt doch endlich Deutsch!

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Engherzigkeit Gesellschaft Arbeit

Lernt doch endlich Deutsch!
Ich jobbe bereits seit meiner Schulzeit in einem Restaurant als Servicefachkraft. Wir werden größtenteils von mittelständischen Familien besucht und da ich gebürtige Russin bin, spreche ich die Sprache fließend. Bei russischen Kunden, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, tue ich allerdings immer so, als würde ich nichts verstehen und lasse zu, dass sie sich beim Bestellen quälen, statt einfach auf Russisch mit ihnen zu reden. Am meisten hasse ich die, die seit Jahren bei uns Kunden sind und es immer noch nicht auf die Reihe kriegen, eine Pizza zu bestellen und mir nicht sagen können, ob sie eine große oder eine kleine Pizza wollen. Wenn sie sich dann auf Russisch unterhalten, wie man etwas auf Deutsch sagt, obwohl ich ja schon längst weiß was sie eigentlich wollen, stehe ich immer mit treudoofem Blick da und tue so, als würde ich nichts verstehen. Ich beichte also, dass ich zulasse, dass die Leute sich quälen, statt ihnen entgegenzukommen. Aber anders lernen sie die Sprache des Landes, in dem sie leben, vermutlich nie!

Beichthaus.com Beichte #00038562 vom 28.07.2016 um 00:02:41 Uhr (41 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Meine Mobber haben ihre Strafe bekommen!

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Verzweiflung Boshaftigkeit Engherzigkeit Rache Schule

Ich muss etwas beichten. Ich wurde zu meiner damaligen Schulzeit sehr stark gemobbt, aufgrund meines damaligen Übergewichts (ich war krank und musste Tabletten nehmen). Das ging so lange, bis ich angefangen habe zu erbrechen. Einige haben es damals mitbekommen, weil ich mit der Zeit immer dünner wurde. Als ich ein normales Gewicht erreicht hatte, hörte das Mobbing aber dennoch nicht auf. Es trieb mich in die Magersucht, ich war viel zu dünn und musste ständig zum Arzt. Ich habe sie gehasst, aber ich wollte mich einfach nicht rächen, da es in meinen Augen nicht richtig ist. Also habe ich die Schule gewechselt und es wurde glücklicherweise besser. Letztes Jahr haben wir unser Abitur geschrieben und ich habe durch eine Bekannte erfahren, dass fast alle, die mich damals so fertiggemacht haben, durchgefallen sind. Ich beichte, dass ich mich darüber freue, obwohl ich weiß, dass viele keine zweite Chance haben, weil sie schon sitzen geblieben sind und generell nicht gut in der Schule waren. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00038559 vom 27.07.2016 um 12:24:20 Uhr (23 Kommentare).

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