Schöne Grüße von ...

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Hass Boshaftigkeit Arbeit Hohenstein-Ernstthal

Ich bin Geschäftsführer meines eigenen Unternehmens, welches ich nach dem Studium aufgebaut habe. Lange Zeit habe ich die Personalabteilung mitgeführt, um einen möglichst engen Kontakt zu meinen Mitarbeitern zu halten. Obwohl ich immer noch davon überzeugt bin, dass dies dem Betrieb sehr gut tut, konnte ich mich irgendwann nur noch auf die Geschäftsführung konzentrieren. In dieser Zeit sind mir bei Vorstellungsgesprächen nicht selten die Nachbarskinder, Kinder von Bekannten, Kinder von Bekannten von Bekannten usw. meiner alten Schulkollegen gegenüber gesessen. Diesen wurde wohl eingetrichtert, dass sie aufgrund der guten Bekanntschaft einen Freifahrtsschein hätten. Jedenfalls kam es häufig vor, dass man mir direkt nach der Begrüßung ganz liebe Grüße von Papa, einen freundlichen Gruß von K. oder herzlichste Grüße von P. bestellt hat. Einige Male - wahrscheinlich bei den Kindern der Bekannten der Bekannten - hat man den Namen des Grüßenden sogar falsch ausgesprochen.


Selbst wenn ich mit diesen Leuten ein gutes freundschaftliches Verhältnis führen würde, fände ich diese Grüße eher lächerlich als freundlich, da man sich wahrscheinlich oft genug sieht und grüßt und somit auch die Kinder kennt, würde es aber freundlich aufnehmen. Die meisten dieser Bekannten sind jedoch Leute, die einen auf der Straße mit den Hintern nicht angucken oder beim Bäcker ganz konzentriert an einem vorbei schauen. Man könnte meinen, ja, grüß doch selber mal! Das tue ich immer, werde aber selbst dann noch ganz erschrocken angeschaut. Ich muss beichten, dass ich diesen Kindern während des Vorstellungsgespräches ungefähr diese Beichte erklärt habe und warum ich die Grüßerei wahnsinnig bescheuert finde. Einige haben es verstanden, andere waren anschließend jedoch etwas erschrocken, warum es nicht so läuft, wie Papa gesagt hat und haben somit im Gespräch nicht einen vollständigen Satz herausgebracht.

Beichthaus.com Beichte #00030147 vom 06.08.2012 um 13:23:36 Uhr in Hohenstein-Ernstthal (22 Kommentare).

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Nebenjobs in Berlin

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Habgier Morallosigkeit Geld

Ich (w/21) bin für meine Ausbildung nach Berlin gezogen. Nach kurzer Zeit wurde mir bewusst wie teuer es ist auf eigenen Beinen zu stehen (Miete, Versicherungen, Strom, Internet, Handy usw.). Meine Ersparnisse waren schon nach 2-3 Monaten aufgebraucht und auf meinem Konto stand auch immer öfter Soll statt Haben. Am Ende des Gelds war oft noch etwas Monat übrig und ich wusste nicht mehr wie ich etwas zu Essen kaufen sollte. Von meiner Mutter konnte ich auch nicht wirklich auf Unterstützung hoffen, da sie selbst nicht viel verdient und noch Schulden hat.
Die Suche nach Nebenjobs war auch nicht so wirklich einfach, ich habe verschiedenes ausprobiert (Kellnern, Putzen, Küchenarbeiten, Babysitting usw.). Irgendwann hatte ich das alles satt. Daraufhin habe ich mich aufgrund der Verdienstmöglichkeiten auf die Annonce eines Sauna-Clubs gemeldet. Den ersten Tag hat es mich ganz schön Überwindung gekostet, aber ich habe 450 Euro verdient. Seitdem gehe ich mehrmals im Monat dort meinem Nebenjob und Hobby nach, auf meinem Konto sieht es ziemlich gut aus. Schämen tue ich mich nicht dafür. Erzählen tue ich das trotzdem niemanden, schon gar nicht meiner Familie, die zum Glück etwas weiter weg wohnt. Es tut gut, dass mal irgendwo los zu werden.

Beichthaus.com Beichte #00030142 vom 04.08.2012 um 17:34:47 Uhr (33 Kommentare).

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Jeder ist seines Glückes Schmied

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Ungerechtigkeit Zwietracht Schule

Als ich noch in der Grundschule war, war in unserer Klasse ein Junge ausländischer Herkunft. Er war wohl erst kürzlich nach Deutschland gezogen und konnte die Sprache so irgendwie reden. Er war jedoch sehr arm. Um mal ein Beispiel zu nennen, er trug ein T-Shirt etwa eine Woche, dann kam das andere. Ebenso hatten seine Klamotten die besten Tage hinter sich, sie waren verwaschen und ausgeleiert, jedoch immer sauber und anständig. Auch hat er sich nie bei Schulausflügen, welche extra Geld kosten beteiligt und nie irgend einen Luxus z.B. Essen in der Cafeteria oder Snacks am Automaten gegönnt, weil er es sich nicht leisten konnte. Hinzu kommt noch, dass er ziemlich pummelig war und zu allem Übel sehr schüchtern und dementsprechend keine Freunde hatte. Schlimmer noch, er wurde regelmäßig verarscht, seine Sachen (Schuhe, Turnsäckchen, Bücher, Stifte, Lineal) wurden von Mitschülern oft geklaut, versteckt, kaputt gemacht oder er wurde auch mal erpresst. Als Gruppenarbeiten in der Schule angesagt waren, wollte niemand mit ihm zusammenarbeiten.


Er saß alleine in der letzten Ecke des Raumes und alle anderen an Gruppentischen. In den Pausen durfte er bei keinem der Gesellschaftsspiele oder Sportspiele mitspielen. Alle Tage wieder stand er im Mittelpunkt des allseits beliebten Schubskreises. Wenn er denn mal krank war, hat natürlich niemand seine Arbeitsblätter mitgenommen ebenso wollte ihn auch kaum einer die Hefteinträge auch vor Ort abschreiben lassen. Kaum zu glauben, wie grausam Kinder sein können und das in der Grundschule in einer ländlichen bayerisch konservativen Provinz. Heute würde man sagen, er wurde gemobbt, doch es war viel mehr als nur das.
Als er dann irgendwann weggezogen ist, glaubten die meisten Leute, vor allen Dingen seine Peiniger und diejenigen, die nichts dagegen getan haben, ebenso wenig die Lehrer Belegschaft oder der Werte Herr Rektor, vermutlich, aus diesem kleinen Wicht würde nichts werden, er ist ein hoffnungsloser Fall. Irgendwie schien diese Passivität mancher Lehrer sogar dahingegend umzuschlagen, dass ein paar sadistische Lehrer den armen auch damit aufzogen, dass er einen unaussprechlichen Namen Osteuropäischer Herkunft hat, sowie aus einem Land kam, wo der Krieg herrschte. Zum Beispiel wurde er vor der Klasse von einer älteren Lehrerin gefragt, wo er denn herkomme. Jugoslawien war die Antwort. Die Frau entgegnete mit Spott, dass es dieses Land seit 1991 nicht mehr gäbe und, dass dort "unten" sowieso nur Proleten und Kriegsverbrecher wohnen, welche sich gegenseitig die Köpfe einschlügen. Die Lehrerin und auch andere Lehrer stellten ihn auch bloß, indem sie immer wieder vor der Klasse sich nach den Jobs seiner Eltern erkundigten, welche um es hier mal absichtlich abwertend auszudrücken minderwertig waren. Seine Mutter arbeitete als Altenpflegerin und sein Vater für so ziemlich alles was der Arbeitsmarkt hergab. Das Geld reichte so eben zum Leben, jedoch mit den oben genannten Abstrichen.


Diese Liste könnte sich noch länger so fortführen lassen, aber um es auf den Punkt zu bringen, ihm wurde absolut nichts geschenkt, es wurde vielmehr versucht ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zu nehmen. Heute, knapp 20 Jahre später hat er ein Master Diplom in Betriebswirtschaft/Management und ist mit knapp 30 Jahren ziemlich weit oben an der Karriereleiter, er ist einer der Geschäftsführer einer Maschinenbau GmbH mit fast 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten. In diesen vielen Jahren kämpfte er sich auch vom einfachen Büroarbeiter über den Posten des Abteilungsleiters und des Personalleiters hoch zu dem oben erwähnten. Natürlich war es eine Genugtuung als er mit dem Posten des Personalleiters, später als Geschäftsführer viele Bewerber persönlich interviewt und auch mal der eine oder andere bekannte "Kamerad" dabei war, diesen wurde dann auf der höchsten professionellen Ebene eine Absage erteilt. Er sprach die Bewerber nie darauf an, aber ihre Blicke verrieten, dass sie peinlich gerührt seien und obwohl sich ausnahmslos jeder absichtlich unwissend stellte, wussten doch beide, dass dies nicht so ist.
Nun wie kommt es dazu, dass ich die Geschichte mit all den Details so ausschweifend erzähle? Ganz einfach, ich bin dieser Mensch. Danke fürs Lesen und an alle Menschen da draußen in der weiten weiten Welt, egal wie schwer das Leben ist, oder egal wie aussichtslos manche Situationen erscheinen, man muss sich einen Weg durchs Leben bahnen. Das was mich angetrieben hat durch die Jahre, war der Wunsch nach einem besseren Leben und nichts desto trotz ausgleichender Gerechtigkeit durch, wenn ihr so wollt eine höhere Instanz wie des vielfach zitierten Schicksals. Kopf Hoch und ab ins kalte Wasser, jeder ist seines Glückes Schmied.

Beichthaus.com Beichte #00030138 vom 03.08.2012 um 10:02:36 Uhr (79 Kommentare).

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Der Social Network Verweigerer

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Eitelkeit Vorurteile Internet

Ich bin nicht bei Facebook oder einem anderen Social Network angemeldet. An und für sich habe ich damit auch kein Problem und nicht im geringsten das Gefühl, dass ich irgendetwas verpassen würde. Einige meiner Freunde sind zwar auf solchen Networks angemeldet aber ich schaffe es trotzdem mit ihnen Kontakt zu halten und weiß, was so in ihrem Leben passiert. Wenn mich Leute fragen, ob ich bei Facebook angemeldet bin und ich dies verneine, gucken sie mich ungläubig an. Ich bin auch gar nicht böse, dass ich keinen Kontakt mehr zu einigen ehemaligen Klassenkameraden, Bekannten usw. habe, da ich der Meinung bin, dass man nicht mit jedem Menschen über eine lange Zeit in Verbindung stehen kann. Bei vielen möchte ich das auch gar nicht und es interessiert mich absolut nicht ob deren Katze das neue Streu nicht mag oder das Mittagessen nicht geschmeckt hat. Bei den Generationen vor uns war es doch auch so - man hat mit besonders guten Freunden Kontakt gehalten und einige wenige Freundschaften hielten bis zum Tod oder zumindest sehr lange und andere hat man dann aus den Augen und dem Sinn verloren. Ich denke nicht, dass es ihnen geschadet hat. Mit den wenigsten Menschen, die man in seiner Freundesliste in solchen Netzwerken hat, ist man auch so eng befreundet, dass sie auch auf selbige gehören.

Vor Kurzem habe ich auf der Homepage eines bekannten deutschen Magazins über den Attentäter aus Aurora gelesen. Die Leute gingen auf die Suche nach Gründen für seine Tat und mussten feststellen, dass dieser Mann auf keinem der einschlägigen sozialen Netzwerke vertreten war, und waren über diese Tatsache entsetzt. Ich allerdings war entsetzt darüber, dass man als social-network-Verweigerer als Sonderling gilt und nun - so wurde es dargestellt - als Verdächtiger gilt. Hiermit möchte ich beichten, dass ich mich trotzdem nicht auf einem sozialen Netzwerk anmelden werde, auch wenn ich nun quasi gefährlich bin.

Beichthaus.com Beichte #00030137 vom 03.08.2012 um 08:51:23 Uhr (33 Kommentare).

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Fürchterliches Familienessen

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Boshaftigkeit Zwietracht Familie Paderborn

In meiner Familie finden regelmäßige Familientreffen statt. Da ich eine etwas größere Familie habe, kommen auch mal locker 15 Leute zusammen. Es ist meistens ganz lustig. Mein einziges Problem ist meine Cousine mit der ich überhaupt nicht auskomme. Sie hat eine ziemlich große Klappe. Sie sagte beim vorletzten Familientreffen, welches bei uns statt fand, dass ihr unser Essen überhaupt nicht schmecken würde. Meine Eltern und ich haben uns wirklich viel Mühe gegeben. Es gab Suppe, Salat, Hauptgang und Nachtisch. Darauf meinte meine Mutter, dass sie beim nächsten mal für uns alle kochen soll. Gestern war es dann so weit. Meine Cousine kam auf die Idee Schnitzel mit Kartoffeln und Gemüse zu machen. Wir probierten das Essen und stellten fest, dass nicht genug für alle da war und es einfach nur fürchterlich schmeckte. Meine Eltern, mein Cousin, meine andere Cousine und ich sagten ganz ehrlich, was wir von diesem Essen halten, da auch denen meine Cousine nicht sonderlich sympathisch ist. Wir fünf fuhren in die nächste Imbissbude und ich schlug vor, das Essen bei meiner Cousine am Tisch zu essen, um meine Cousine mal zu zeigen, was es heißt runtergemacht zu werden. Die anderen waren natürlich auch mit dabei, da sie auch schon Probleme mit den Zickereien meiner Cousine hatten. Ich bestellte mir ein Schnitzel, obwohl ich mehr Hunger auf Currywurst hatte. Wir setzten uns wortlos zu den anderen an den Tisch und aßen unser Imbissessen. Dabei sagte ich: "Cousinchen, möchtest du nicht mal probieren, wie ein echtes Schnitzel schmeckt?" Darauf brach sie in Tränen aus. Das Ganze war schon ziemlich hart, aber ich hoffe, dass sie jetzt freundlicher wird.

Beichthaus.com Beichte #00030132 vom 31.07.2012 um 22:14:38 Uhr in Paderborn (32 Kommentare).

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