Drängler in China

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Aggression Ignoranz Bahn & Co. China

An Feiertagen haben es die Chinesen vom Land so an sich, die Städte als Touristen heimzusuchen. Am besagten Tag in Shanghai wollte ich gerade aus der Metro aussteigen und sah schon eine Familie, dümmlich grinsend und daher offensichtlich vom Land, vor der Türe warten. Opa, Oma, Vati, Mutti und drei Kinder. Am besagten dümmlichen Grinsen habe ich deren Vorhaben natürlich gleich erkannt und war wenig überrascht, als die ganze Familie, Opa und Oma an der Spitze, die Metro stürmen wollten, ohne die Leute vorher aussteigen zu lassen. Ich beichte, dass ich die arme Bauernfamilie mit meinem 98 Kilo schweren, quadratischen Körperbau wieder komplett aus der Metro geschoben habe. Der Opa hatte meinen Ellbogen im Gesicht, aber wenigstens konnten die anderen Leute aussteigen.

Beichthaus.com Beichte #00030359 vom 19.10.2012 um 04:33:50 Uhr in China (Lujiazui, Shanghai) (20 Kommentare).

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Mein Auslandsjahr in China

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Unreinlichkeit Ekel Gesundheit

Vor ein paar Jahren habe ich ein Auslandsjahr in China verbracht und musste zwischendurch medizinisch behandelt werden, da ich in der Provinz, wo ich gelebt habe, sehr krank geworden bin. Die Zustände dort wünsche ich wirklich niemandem. Nicht nur, dass es kein Versicherungssystem gibt und Behandlung nur gegen Vorkasse erfolgt, die hygienischen Umstände sind auch unvorstellbar. Wir haben an einer Schule gelebt, an der die Toiletten aus zehn Erdlöchern bestanden und durch kleine Vorsprünge voneinander getrennt waren, ohne Licht und Waschbecken, dafür mit Ratten. Sie mussten von den Schülern durchgespült und ausgeschaufelt werden. Den Gestank vergesse ich nie im Leben. Ich möchte beichten, dass wir am Ende nur noch einen Eimer in unserer Wohnung benutzt haben und den Inhalt immer aus dem Fenster gekippt und mit Wasser nachgespült, falls denn welches aus der Leitung kam. Mit der Zeit gewöhnt man sich mehr oder weniger daran, nicht immer fließendes und vor allem nie warmes Wasser zu haben. Ein Jahr ohne Dusche war zwar hart, aber was solls. Wir hatten dauernd Probleme mit dem Magen. Wer isst auch schon rohes Schweinefleisch, Hühnerköpfe und Innereien vom Fisch?
Nach sechs Wochen mit Infusionen in der Hand und von neugierigen Chinesen umringt, ohne dass irgendeine Form der Besserung eintrat, bin ich schließlich dank der Versicherung mit einem Arzt in ein Krankenhaus für Ausländer nach Peking ausgeflogen worden. Am Flughafen dort musste ich richtig dringend aufs Klo. Alles war besetzt und er hat auf mich gewartet. Nach so langer Zeit abgestumpft und aus der Not heraus bin ich dann einfach in den Putzraum daneben, den man nicht mal abschließen konnte, und habe mir den Putzeimer mit Lappen gesucht und alles stehen lassen, weil ich es nirgends hinschütten konnte. Im Nachhinein habe ich dort viele eklige Dinge getan. Ich gestehe, dass ich in Deutschland ungefähr zwei Monate gebraucht habe, bis meine Haut nicht mehr braun vom Schmutz war.

Beichthaus.com Beichte #00030303 vom 03.10.2012 um 20:12:50 Uhr (17 Kommentare).

Gebeichtet von islandno77
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Zufallsbeichte
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Desinteresse

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Ignoranz Falschheit Hass Bremen

Seit einigen Monaten befinde ich (m) mich in einer Umschulung, weil ich in meinem alten Beruf nicht mehr arbeiten konnte (hatte vor zwei Jahren einen Autounfall). Ich sitze also den ganzen Tag mit anderen Leuten zusammen und mit den meisten Leuten verstehe ich mich, man redet so ein klein wenig außerhalb der Schulungen, hier und da, geht zusammen in die Kantine und dann ist auch gut. Mehr braucht es, finde ich jedenfalls, auch nicht sein. Mein Problem ist aber, dass mir fast jede Frau aus unserer Umschülergruppe ihre privaten Probleme und Nöte erzählt, aber nicht nur das. Ich bekomme Geschichten erzählt, bei denen genauso gut ein Sack Reis in China umfallen könnte. Mich interessiert einfach nicht, wer gerade Probleme mit seinem Nachbarn hat oder wer gestern Nacht wieder Streit mit dem Partner hatte. Genauso wenig interessieren mich die Tatsache, wer wie psychische Probleme oder Krankheiten, noch wessen Tochter sich mit 18 Jahren viel zu früh verlobt hat. Meine Beichte ist, dass ich so tue, als ob ich zuhören würde und nicke nur oder sage so etwas "Aha" oder "Stimmt, ist schlimm" - aber in Wirklichkeit denke ich zum Beispiel daran, dass ich noch nach dem Arbeitstag noch Einkaufen gehen oder noch zu Behördenterminen muss. Weil ich aber nicht unhöflich sein will, verkneife ich mir aber jegliche Einwände, wenn es mal wieder so weit ist. Ich weiß, dass das falsch ist und dass es mir sicherlich auch eines Tages so ergehen wird, dass mir Jemand nur das Zuhören vorgaukelt. Aber, ganz ehrlich? Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich es durch das Hier und Jetzt sicher verdient hätte, würde ich das meinem Gegenüber dann sicherlich nicht verübeln. Allerdings erzähle ich meine privaten Geschichten auch nur guten Freunden, meiner Frau und meiner Familie.

Beichthaus.com Beichte #00030240 vom 02.09.2012 um 14:17:37 Uhr in 28199 Bremen (Neuenlander Straße) (20 Kommentare).

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Ossi im Schwabenland

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Zwietracht Vorurteile Hass Neid

Ich möchte beichten, dass ich (w/27) mich über den Schaden einer langjährigen Freundin sehr gefreut habe! Wir sind seit über 15 Jahren befreundet, obwohl man das inzwischen wohl nicht mehr so nennen kann. Als wir uns kennenlernten, war ich frisch aus Ostdeutschland ins Schwabenland gezogen, in eines der wenigen streng katholischen Dörfer dort (Schwaben sind ja eher evangelisch). Wie auch immer, mein Selbstbewusstsein war sehr angeknackst, so war ich froh, dass ich jemanden kennenlernte, der sich überhaupt mit mir beschäftigte, denn der Ruf ein Ossi zu sein hing wie eine schwarze Wolke über mir. Ich wurde in der Grundschule wie ein Ausländer behandelt, den man auch noch diskriminieren durfte, gerade weil ich in den Augen dieser Saubermänner beides war: Ausländerin und Deutsche. Also war ich froh um jede Zuwendung und merkte nicht, wie sie mich eigentlich nur benutzte und ebenfalls nicht leiden konnte. Sie hatte am selben Tag Geburtstag wie ich und von da an mussten wir immer zusammen feiern, weil sie sonst alle meine Freunde auch zu sich einlud und ich alleine dagestanden hätte. Und sie war beliebter und mit den Einladungen zuerst dran, also hatte ich nie eine Chance. Außerdem machte sie jahrelang blöde Kommentare darüber, dass ich Einzelkind bin, wofür ich ja nun wirklich nichts kann. Sie selbst kommt aus einer katholischen Sauberfamilie mit 4 Kindern, im Dorf hoch angesehen. Sie meinte, man merke ja schon, dass ich Einzelkind bin, weil ich angeblich so selbstsüchtig sei. Jahrelang redete sie mir das ein. Ich gab immer brav nach und hoffte, dass sie mich irgendwann doch nett finden würde. Dazu kam noch, dass niemand wusste, dass ich zu Hause ab meinem 11. Lebensjahr sexuell missbraucht wurde. Niemandem konnte ich das erzählen und meine Freundinnen wissen bis heute nichts darüber. Mein Selbstbewusstsein war am Boden und diese eine Freundin stocherte immer weiter darin herum.


Vor ein paar Jahren kam dann die Krönung: Ich bin lesbisch, ob das jetzt am Missbrauch lag oder nicht, keine Ahnung, auf jeden Fall ist es jetzt so und ich lebe recht glücklich damit. Dann erzählte ich es meinen Freundinnen und ihr einziger Kommentar dazu: Also meine Eltern würden das ja nie erlauben! Heute kann ich darüber lachen, wie viel Dummheit und Ignoranz in einem Satz stecken kann. Letztes Jahr dann passierte es. Sie hatte eine 8-jährige Beziehung mit einem "Mann aus gutem Hause", den sie total anhimmelte und auch heiraten wollte. Als sie gerade ein paar Monate in China arbeitete und gerne länger geblieben wäre, nötigte er sie dazu dort wegzuziehen, weil er sie wieder bei sich haben wollte. Ein paar Monate später verließ er sie für eine rassige Brasilianerin und sie blieb zurück: Single, kein Job mehr in China, ja sogar arbeitslos in Deutschland. Ich muss sagen, dass freute mich sehr und es war eine Genugtuung. Sie musste wieder zu ihren Eltern ziehen und ihr Sauberimage als erfolgreiche junge Frau war dahin. Es kam auch heraus, dass er sie für dumm hält (naja, sie ist nicht dumm, aber eine Leuchte auch nicht gerade) und wohl dazu gebracht haben soll Fachzeitschriften zu lesen, damit er sich mit ihr unterhalten kann. Inzwischen hat sie wieder einen Job, aber nicht zu vergleichen mit dem davor. Und nur 6 Wochen, nachdem mit ihrem tollen Freund Schluss war, hatte sie einen neuen. Aber so wie es aussieht, wird das in einer Katastrophe enden, denn sie ist noch nicht über ihren anderen hinweg, weil sie ständig rumheult und gleichzeitig betont wie sehr sie doch über ihren Ex hinweg ist. Einziger Wehrmutstropfen: Bei meinen anderen Freundinnen muss ich mitspielen und sagen, wie Leid es mir für sie tut. Aber insgeheim freue ich mich. Bitte vergebt mir!

Beichthaus.com Beichte #00029802 vom 16.02.2012 um 10:51:32 Uhr (25 Kommentare).

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Die Anzughose meines Mannes

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Vandalismus Rache Boshaftigkeit Schwangerschaft China

Ich beichte, dass ich mich über einen Kommentar meines Mannes zu meiner Figur nach der Geburt unseres zweiten Kindes geärgert habe. Daraufhin habe ich seine Lieblings-Anzugshose zum Änderungsschneider gebracht und sie enger machen lassen. Aber nur ein bisschen. Trotzdem hätte ich es nicht tun sollen.

Beichthaus.com Beichte #00029781 vom 06.02.2012 um 17:04:28 Uhr in China (Beijing) (27 Kommentare).

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