Ich habe ihm einfach beim Sterben zugesehen

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Selbstverletzung Verzweiflung Tod Internet

Vor einigen Wochen war ich (w/21) zu später Nacht in einem dieser internationalen Chatrooms, bei dem man sich ohne Registrierung mit allen möglichen Leuten austauschen kann - ich konnte absolut nicht schlafen und hoffte, mir dort irgendwie die Zeit vertreiben zu können. Wie so oft traf ich dort auf viele interessante Leute. Besonders mit einer Person (irgendwo in den USA) hatte ich mich so gut unterhalten wie schon lange nicht mehr. Wir hatten sehr ähnliche Lebenserfahrungen gemacht und konnten den jeweils anderen und seine Gedanken so gut nachvollziehen, als seien wir geistige Zwillinge - es war klar, dass wir in Kontakt bleiben wollten und so tauschten wir E-Mail-Adressen aus. Wir schrieben uns täglich, redeten über unsere Probleme und Dinge, die man sonst keinem von Angesicht zu Angesicht sagen kann, weil man zu stolz ist und sein Gesicht nicht verlieren will oder weil man in der sozialen Umwelt auf taube Ohren stößt. Wir vertrauten uns Traumata aus unserer Vergangenheit an und versuchten dem jeweils anderen Ratschläge und mentalen Beistand zu geben - wie in einer kleinen, zweiköpfigen Selbsthilfegruppe.


Ich habe durch meine schulische Laufbahn einiges Fachwissen im Bereich Pädagogik und Psychologie - natürlich bin ich kein Profi, aber sagen wir mal, dass meine Kenntnisse über die Alltagspsychologie weit über die Kenntnisse der meisten Normalsterblichen hinausgehen. Daher kann ich mit relativer Sicherheit sagen, dass diese Person eindeutig professionelle Hilfe gebraucht hätte. Als ich einmal an einem Tag nicht auf die letzte Mail der Person geantwortet hatte (als Studentin ist man halt auch beschäftigt), kam eine sehr heftige und der Situation unangemessene Reaktion von der Person, die mir verdächtig vorkam und als ich unseren Gesprächsverlauf noch einmal von ganz von Anfang an durchging, wurde mir einiges klar: Ich fand mehr als genug Anzeichen für eine schwere Boderline-Persönlichkeitsstörung.


Lange Rede, kurzer Sinn: Vor einigen Tagen eskalierte die Situation erheblich. Meine Antworten kamen immer etwas verspätet, weil ich eben auch noch ein Leben habe, aber ich versuchte dennoch mein Bestes für diesen armen Menschen, der scheinbar das wohl trostloseste und einsamste Leben führt, das man sich vorstellen kann. Seine letzte Nachricht las ich zwei Tage zu spät. Er schrieb von einer heftigen Auseinandersetzung mit seiner Familie, und dass er sich in einer Bar betrunken habe. An den Formulierungen und den Tippfehlern konnte man auch erkennen, dass er wirklich betrunken war, als er die Nachricht schrieb. Er schrieb, dass sich keiner für ihn interessieren würde, weil er arm sei und dass auch ich nicht mit ihm reden wolle. Er unterstellte mir, dass ich mich vielleicht mehr mit ihm abgeben wollen würde, wenn er Geld hätte - völlig betrunkene Unlogik.


Die Mail endete jedenfalls mit den Worten: Ich weiß, dass sich keiner für mich interessiert, es ist sinnlos. Werde mich jetzt bald umbringen. Wünsche dir noch ein schönes Leben. Ich habe natürlich sofort zurückgeschrieben, mehrmals sogar, aber seit der letzten Nachricht ist absolute Funkstille, weshalb ich entgegen meiner anfänglichen Annahme, es sei eine halbernste Drohung gewesen, um mich unter Druck zu setzen und eine schnellere Antwort auf seine Mails durch schlechtes Gewissen zu provozieren, nun wirklich glaube, dass er sich in seinem trunkenen Wahn tatsächlich umgebracht hat. Und das Problem ist, dass ich absolut nichts hätte tun können, um das zu verhindern - wie gesagt, er war irgendwo aus den USA, ich weiß noch nicht einmal woher genau. Und ich werde niemals erfahren können, was wirklich passiert ist, genauso wie seine Familie möglicherweise niemals erfahren wird, was er mir erzählt hat.


Niemand wird je erfahren, was sich die ganze Zeit in seinem Kopf abgespielt hat und ich kann absolut nicht tun, außer weiter E-Mails schreiben, die unbeantwortet bleiben. Und hoffen, dass irgendwer Zugang zu seinem Postfach hat und anhand unserer Nachrichten nachvollziehen kann, was passiert ist. Diese Ungewissheit ist unerträglich grausam. Ich fühle mich, als hätte ich jemandem tatenlos beim Sterben zugesehen. Ich weiß nicht, wie ich das jemals vergessen soll, es brennt ständig in einer Ecke meines Bewusstseins. Diese letzte Nachricht von ihm ist wohl das Grausamste, was man sich in dieser Situation vorstellen kann. Wie soll ich jetzt einfach so weiterleben, als wäre nichts geschehen? Ich fühle mich wie ein Mittäter.

Beichthaus.com Beichte #00037483 vom 27.01.2016 um 15:55:43 Uhr (17 Kommentare).

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Mädchenschwarm ohne Gefühle

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Misstrauen Engherzigkeit Ignoranz Dating

Ich beichte, dass ich als Jugendlicher so einige Herzen meiner Mitschülerinnen brach. Ich wurde als Kind schwer misshandelt, habe viel Gewalt und den Tod erlebt. Ich weiß, dass es keine Rechtfertigung ist, aber es ist zumindest eine Erklärung. Ich war so schwer geschädigt, dass mich einige Menschen für einen Autisten hielten, weil ich keinerlei Emotionen zeigen konnte - ich empfand auch kaum welche. Ich war auch nicht sehr gut darin, freundlich zu sein, weil ich absolut keinen Draht zu den Gefühlen von mir oder anderen Menschen hatte. Ich war kalt, berechnend doch tiefere Emotionen verstand ich damals noch nicht. Ich war so beschränkt zu glauben, dass jeder Versuch, sich mir anzunähern, nur dem galt, meine Schwächen zu offenbaren, mich zu verletzten oder sogar umzubringen, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Ich zerriss Liebesbriefe vor den Augen der Personen, ignorierte Mädchen, bis sie fast wahnsinnig machte und habe die schlechtesten Antworten aller Zeit gegeben.


Selbst wenn ich später versucht habe, freundlich zu sein, um sie nicht zu verletzen, war das ein Griff ins Klo. Auf eine Aussage wie "Hey, du siehst echt süß aus, weißt du das?" habe ich Schwachsinn mit meiner absolut desinteressierten Stimme geantwortet wie beispielsweise "Wirklich? Toll, finde dich auch nett" und sie dabei mit einem absolut emotionslosen Gesicht angesehen. Und wenn man mich anfassen wollte, reagierte ich reflexartig mit Abwehrhaltungen, weil ich Umarmungen oder potenzielle Streicheleinheiten für einen Angriff hielt. Dass ich da nur wie ein zu oft getretener Köter reagiert habe, verstand leider keine von ihnen. Sie dachten immer, dass ich mich vor ihnen ekeln würde. Ich konnte mir auch nie vorstellen, dass mal jemand etwas von mir wollen würde, gerade weil ich damals den Charme eines Cola-Automaten hatte und bis zum Ende meines Teenager-Daseins auch keinerlei Bedürfnisse nach Nähe, Liebe oder Zuneigung hatte.


Trotzdem war es so und die Mädchen, die sich unfreiwillig in mich verliebt hatten, tun mir heute immer noch leid, jetzt wo ich es verstehe. Denn einige versuchten einfach nur nett zu sein und gaben sich unglaublich viel Mühe. Jeder Schwachkopf hätte damals merken müssen, dass mir diese Mädchen nicht dumm kommen wollten, ich verstand es trotzdem nicht. Ich weiß, dass einige Mädchen bitterlich geweint haben und oft absolut unglücklich damit waren und sie tun mir im Nachhinein leid. Ich habe mir immer geschworen, Unschuldigen niemals Leid zuzufügen, egal auf welche Art - doch diesen Mädchen habe ich völlig unnötig seelisches Leid zugefügt, nur weil ich eine Mauer aus Brettern vorm Kopf hatte. Heute bin ich nicht mehr dieser Cola-Automat und seit Jahren glücklich verheiratet. Ich hoffe wirklich, dass es diesen Mädchen ähnlich geht. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037481 vom 27.01.2016 um 04:08:26 Uhr (11 Kommentare).

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Mein Ex verfolgt mich!

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Begehrlichkeit Verzweiflung Ex

Ich (w) wurde kürzlich von meinem Ex-Freund verlassen. Er hat mich ausgenutzt für Sex und Geld. Nebenbei hat er mich auch betrogen, das fand ich alles später heraus. Das war die längste Beziehung, die ich hatte, und ich liebe ihn noch über alles. Mir ist bewusst, dass er ein typisches Arschloch ist, aber ich denke, ich würde ihm wieder vergeben und ihn zurücknehmen, wenn er ankommt. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denken muss und keine Nacht, in der ich nicht von ihm träume. Andere Männer interessieren mich nicht, ich weiß mir nicht zu helfen und bin mit meinen Nerven am Ende. Er ist der erste Mann, mit dem ich mir alles in meiner Zukunft vorstellen könnte. Ich vermisse ihn und weiß, wie dämlich das ist, aber ich kann nichts dagegen tun. Ich habe versucht, ihn zu vergessen, aber er hält sich ständig an Orten wie z.B. meinem Lieblings Café, die Clubs in welche ich gehe, sogar in der Umgebung wo ich wohne auf.


Ich habe mir jedes Mal versucht, nichts anmerken zu lassen, aber innerlich tat es mir weh, ihn ständig zu sehen. Ich beichte hiermit psychisch mittlerweile an meine Grenzen gekommen zu sein und mir nicht anders zu helfen, als das Haus nicht zu verlassen und mich mit Alkohol zu trösten. Mit Trennungen bin ich immer zurechtgekommen, aber dieses Mal habe ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle. Ich fühle mich jämmerlich und weiß nicht, was ich dagegen tun soll. Meine Freundinnen haben die Schnauze auch schon voll davon, sich meine Probleme anzuhören. Es tut mir leid, dass ich so tief gesunken bin.

Beichthaus.com Beichte #00037480 vom 27.01.2016 um 03:11:35 Uhr (14 Kommentare).

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Mein Nachbar ist ein Spanner!

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Begehrlichkeit Neugier Schamlosigkeit Nachbarn

Ich beichte, dass ich wissentlich mit meinem Spanner-Nachbarn von gegenüber spiele. Ich habe irgendwann bemerkt, dass er öfter in mein Zimmer glotzt und dann Gefallen daran gefunden, mich so auszuziehen, dass er ein bisschen was sieht, aber nicht zu viel. Oft ziehe ich mich dann einfach nur um, weil ich sehe, dass er wieder auf dem Balkon ist. Ich räkele mich und krame in meinen Sachen, wobei ich ihm meinen Hintern entgegen halte. Mich macht das Ganze selbst ziemlich an, obwohl er relativ alt und nicht mein Typ ist. Manchmal glaube ich, dass ich mich schon fast auffällig verhalte und er es eigentlich ahnen müsste. Jedenfalls komme ich mir im Nachhinein doch sehr komisch damit vor und seine Frau tut mir auch irgendwie leid.

Beichthaus.com Beichte #00037477 vom 26.01.2016 um 15:56:39 Uhr (11 Kommentare).

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In den Armen meines Ex

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Begehrlichkeit Partnerschaft Ex

Gestern habe ich (w/32) meinen Ex-Freund im Supermarkt beim Einkauf mit meinem Sohn (4) getroffen. Zur Vorgeschichte: Mein Mann, mein Ex und ich, wir haben uns beim Studieren kennengelernt. Wir waren damals alle solo und verstanden uns auch hervorragend. Die Jungs haben des Öfteren auch zum Teil derbe Witze gemacht und wir lachten gemeinsam. Irgendwann entwickelte sich aus unserer Freundschaft etwas. Sie waren auf einmal ganz von mir begeistert und bemühten sich mehr denn je. Ich fand beide attraktiv, war ihnen bisher aber immer treu. Dann entschied ich mich für meinen Ex-Freund. Wir waren etwa zwei Jahre zusammen, bevor wir uns trennten, weil er zum Studieren ins Ausland ging. Ich war sehr traurig und bekam eine bipolare Störung. Das sind abwechselnd Depressionen und Manie. Deshalb gehe ich regelmäßig zum Psychotherapeuten. Er und auch mein Mann halfen mir dabei. Mein Mann war sehr lieb zu mir.


Ich wollte es zuerst nicht, aber dann verliebte ich mich in ihn. Zwei Jahre später (vor fünf Jahren) heirateten wir und bauten ein Haus. Ein Jahr nach der Heirat kam unser Sohn auf die Welt. Er machte uns beide sehr glücklich. Ich blieb ein Jahr zu Hause bei ihm. Er hat mich wieder fröhlicher gemacht. Seit drei Jahren geht der Kleine in die Kita und ich arbeite in der Kanzlei meines Mannes als Partner. Wir lieben uns. Wir sind eine richtige Familie. Mein Mann weiß mit meiner Krankheit umzugehen. Meinen Ex haben ich und auch mein Mann seit der Trennung, als er ins Ausland ging, nicht mehr gesehen. Ich war überrascht, ihn hier zu sehen. Er war seit etwa sieben Jahren im Ausland. Wir schrieben uns regelmäßig Briefe, aber dass er hier Urlaub macht, hat er nie erwähnt, genauso wenig wie das er seit drei Jahren verheiratet ist. Zu unserer Hochzeit kam er übrigens auch nicht. Er hatte keine Zeit, er musste arbeiten, schrieb er.


Jetzt zu gestern. Als ich im Supermarkt überlege, welches Mehl ich nehmen soll, tippt jemand von hinten auf meine Schulter. Ich drehe mich erschrocken um und sehe meinen Ex. Wir kommen ins Plaudern und er erzählt mir von seinem Job und von seiner Frau und dass hier ein paar Tage Urlaub macht. Ich fragte ihn, ob er schon etwas vorhatte. Er verneinte dies und lud mich auf einen Kaffee ein. Ich lehnte das Angebot ab und lud ihn stattdessen zum Abendessen zu uns ein. Als ich nach Hause kam, erzählte ich meinem Mann davon. Er freute sich. Ich kochte das Essen, und als er kam, aßen wir. Wir unterhielten uns, er erzählte neue Witze und es war wunderschön, wieder an einem Tisch zu sitzen. Es war wunderschön, wieder seine Stimme zu hören, auch wenn ihm einige deutsche Wörter entfallen sind. Wir stießen alle noch einmal auf unsere Hochzeiten an. Irgendwann war er zu betrunken, um mit dem Auto zu fahren, also bot ihm mein Mann das Gästezimmer an. Wir umarmten uns alle, wünschten uns eine gute Nacht und gingen in unsere Betten. Ich konnte nicht schlafen, also ging ich ins Wohnzimmer, um den Fernseher anzumachen.


Ich legte mich aufs Sofa und suchte mir einen Film, als ich die Stimme meines Ex hörte. Er konnte auch nicht schlafen. Er fragte mich, ob er sich zu mir legen darf, legte sich hin und kuschelte sich an mich und legte seinen Arm um mich. So wie er es früher immer machte. Ich genoss seine Anwesenheit und schlief irgendwann ein. Mein Mann weckte mich heute Morgen. Und meinen Ex, denn sein Arm war immer noch beschützend um mich gelegen. Nur zur Klarstellung - es ist nichts außer Umarmen passiert. Wir haben alle gemeinsam gefrühstückt und er ist zurück in sein Hotel. Bevor er wieder zurückfliegt, kommt er noch einmal bei uns vorbei. Wir haben ausgemacht, uns mindestens einmal im Jahr abwechselnd zu besuchen. Nächstes Jahr besuchen wir ihn. Ich vermisse ihn jetzt schon. Er hat mir erzählt, dass er extra mit der Hochzeit gewartet hat, bis ich geheiratet habe, weil er immer dachte, wir würden heiraten. Er hat sich nur nie getraut, mir das so offen zu sagen. Jetzt zweifle ich auch daran, den Richtigen geheiratet zu haben. Sorry Schatz, ich liebe dich, aber bei ihm fühle ich mich geborgen.

Beichthaus.com Beichte #00037476 vom 26.01.2016 um 14:21:56 Uhr (25 Kommentare).

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