Wie man sich Ausmustern lässt...

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Lügen Falschheit Schamlosigkeit Zivi & Bund

Vor ein paar Wochen musste ich zur Musterung, und da ich beim Gedanken an neun Monate Bundeswehr kotzen könnte und Zivi mir auch nicht gerade taugt, habe ich mir gedacht, ich lasse mich mal ausmustern. Also brav die Nacht durchgemacht, nichts gefrühstückt außer Kippen und drei 200mg-Coffeintabletten, in meine alte Metallerkluft geschmissen und zum KVR gefahren. Mein narrensicherer Plan war, mir so eine Datei runterzuladen von einem Abzocker, der übers Netz für 200 Euro Ausmusterungsanleitungen vertickt, das Kapitel über Agoraphobie und den dazu gehörigen Wikipediaeintrag auswendig zu lernen und einen auf psychisch krank zu machen. Getreu dem Motto: Viel hilft viel, habe ich auf der Fahrt (zu unverschämt früher Stunde möchte ich anmerken) zu den Affen vom KVR noch Coffein nachgelegt, weil man in meiner Vorstellung als Agoraphobiker unter Menschen nicht eben relaxt ist und das dem Realisieren diverser Ticks und Neurosen, die ich nicht habe, nicht abdinglich ist.
Komme also da an, schlurfe zitternd und unter Magenkrämpfen zum Empfang und frage nuschelnd, wo ich mich melden muss, werde bei der ersten Tante vorstellig und lege im Eingangsgespräch die Basis für meinen diabolischen Plan, den Staat um meine äußerst kompetente und gehorsame Wenigkeit zur "Friedenssicherung" in Afghanistan respektive Essen-auf-Rädern-Sklaven zu bringen.

Ich hätte oft Panikattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln, Warteschlangen und -zimmern, generell Situationen mit mir unbekannten Menschen, in denen mir der Fluchtweg erschwert bzw. versperrt wird. Ja, dies schränke meine soziale Interaktion enorm ein. Nein, Empathie empfand ich selten und wundere mich oft über mir unerklärliche Gefühlsregungen meiner Mitmenschen, wenn ich ihnen erkläre, ich könne nicht zum Public Viewing mitkommen, da meine Vorstellung von persönlicher Freiheit Absenz jeglicher Menschen im Umkreis von 100m sei. Der Vorteil, an der von mir auserwählten psychischen Krankheit, zeigt sich, als ich von den Sachbearbeitern gezielt um hunderte Mitleidende geführt und direkt zu den Untersuchungen geschleust werde, ohne auch nur zwei Minuten warten zu müssen. Der Nachteil ist, dass ich meine Story vor vier verschiedenen Psychologen wiederholen muss, bevor man mich endlich zur Ärztin führt, die ein paar rudimentäre, fahrige Tests mit mir durchführt, um auch meine labile Psyche nicht noch mehr zu strapazieren und mich mit den Nummern von drei Psychiatern entlässt und mit der Anordnung, mich bis dann und dann bei nem von der Bundeswehr beauftragten Psychologen melden soll, der mir dann meine Untauglichkeit attestiert. Hoffentlich.

Jetzt habe ich mir eine komplette Lebensgeschichte samt einschneidenden Erlebnissen in der Kindheit auszudenken und diese dann in ner Marathonsitzung mit dem Psychoheinz runterzubeten. Ich habe es anscheinend zu sehr übertrieben, aber wenn ich dann endlich meinen Ausmusterungsbescheid in der Tasche habe, werde ich es mal bei den Psychiatern versuchen, denn A) gefalle ich mir in der Rolle und bereitet es mir diebische Freude, andere Leute nach Strich und Faden zu verarschen und B) springen vielleicht Benzos oder so für mich bei der Sache raus. Eventuell werde ich Amateurhypochonder und eifere dem eingebildeten Kranken von Molière nach, jeder braucht schließlich ein Hobby.

Beichthaus.com Beichte #00024037 vom 13.06.2008 um 15:56:32 Uhr (36 Kommentare).

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Falscher Chef

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Falschheit Hochmut Arbeit

Ich mache gerade mein Praktikum bei einem städtischen Abfallentsorger. Heute saß ich alleine im Büro und blickte auf den Betriebshof. Dort stand gerade ein Müllwerker in oranger Arbeitshose und hat scheinbar auf jemanden gewartet. Ich rief also aus dem Fenster: "Heeey!! Hast du nichts zu tuuuuun??? Steh nicht rum und sammel gefälligst nen bisschen Müll da unten auf!!" Mein Büro ist recht hochgelegen, sodass man vermuten könnte ich hätte tatsächlich was zu sagen. Sofort fing er an, bückte sich und sammelte kleine Papierstücken und Zigarettenstummel. Ich hab mich bald bepisst vor Lachen. Das war heute der entscheidende Anreiz, in der Schule schön aufzupassen, um später auch mal Anweisungen zu geben.

Beichthaus.com Beichte #00024031 vom 13.06.2008 um 09:25:51 Uhr (22 Kommentare).

Gebeichtet von derleo
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Zufallsbeichte
“Folge

Ich hoffe sie sterben bald!

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Engherzigkeit Falschheit Familie Tod

Es gibt fünf Menschen in meiner Familie, von denen ich hoffe, dass sie demnächst den Löffel abgeben, nur damit ich nicht mehr so tun muss, als ob ich Mitleid mit ihnen hätte. Mein Onkel(50) hat MS und ist ein Krüppel. Meine Oma (86) hat Krebs und die andere Oma (87) hatte einen Schlaganfall und Demenz. Meine Großtante, die ich schon immer gehasst habe, weil sie alt ist und immer noch denkt wir haben 1933, hat ein schwaches Herz und mein Großonkel, der eigentlich ganz nett ist, aber seit 1945 fast nichts mehr sieht und ständig starke Schmerzen hat. All diese Menschen bedeuten mir emotional fast nichts bis nichts. Es ist ein Ärgernis für mich eben jene Emotionen zuheucheln. Es wäre mir lieber bei denen Beerdigungen ganz viel zu heucheln und dann damit fertig zu sein. Ich weiß, dass alles sehr egoistisch, aber was soll och machen. Ich kann meine Gefühl nicht umpolen.

Beichthaus.com Beichte #00024023 vom 13.06.2008 um 06:31:35 Uhr (13 Kommentare).

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Der Gewinn geht in meine Tasche

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Falschheit Lügen Selbstsucht Habgier

Letztens haben meine Großeltern sich ein neues Handy gekauft und ich sollte ihnen erklären, wie man Geld auf die Prepaid-Karte macht. Ich habe gesagt, dass sie mir 30 Euro geben sollen, dann würde ich ihnen eine Karte für 15 Euro kaufen. Ich habe ihnen erklärt, dass das die Hälfte mehr kostet, weil die ja auch an Geld kommen müssen. Das sei der Gewinn, den der Anbieter daraus zieht. Dabei habe ich das Geld genommen und es benutzt, um abends in die Disco zu gehen.

Beichthaus.com Beichte #00024020 vom 13.06.2008 um 05:24:49 Uhr (16 Kommentare).

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“Beichte

Ich bin ein Hobby-Bettler!

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Betrug Falschheit Neugier

Ich bin ein Hobby-Bettler!
Ich (m) bin in den goldenen Zwanzigern und kann mich eigentlich nicht beklagen. Ich habe einen Job, verdiene recht gut, habe eine liebe Freundin und in meinem Freundeskreis werde ich auch sehr geschätzt. Allerdings habe ich ein seltsames Hobby: Jeden zweiten Sonntag im Monat verkleide ich mich als armer, verlumpter Penner, klebe mir einen dreckigen Bart an und fahre per Zug in die nächste Großstadt. Angekommen suche ich die nächste Fußgängerpassage und gehe meiner "Nebenbeschäftigung" nach. Meistens stelle ich noch so ein Schild auf, auf dem steht: "Kann nicht lesen" oder "Bin blind", um den Mitleidsfaktor zu erhöhen. Das Lustige ist, dass die Masche zieht und mir ein zusätzliches Einkommen von 50-100 Euro im Monat beschert!

Beichthaus.com Beichte #00024006 vom 12.06.2008 um 22:17:09 Uhr (19 Kommentare).

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