Unerlaubte Liebe

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Vorurteile Dummheit Morallosigkeit Liebe Painten

Ich bin 19 Jahre alt und beginne bald mein Studium an einer pädagogischen Hochschule, da es mein Traum ist, Kindergärtner zu werden. Letztes Jahr absolvierte ich sozusagen als Vorbereitung ein Praktikum an einer Privatschule, wo ich eine Klasse mit Kindern im Alter von 10-13 Jahren betreute und beaufsichtigte. Wie so eine Art "Aushilfslehrer." Die Erfahrung war insgesamt unvergesslich. Mir boten sich vertiefte Einblicke in die Lehrerwelt und die Tipps der erfahrenen, netten Kollegen waren hilfreich. Bei den Kindern war ich beliebt, womöglich faszinierte sie mein vergleichsweise junges Lehreralter und mein Sinn für Humor. Wie alle Menschen waren auch die Kinder verschieden. Doch genau das war der Knackpunkt. Ein Mädchen, 13 Jahre alt und sehr frühreif, begegnete mir stets freundlich und respektvoll. Sie war das beliebteste und hübscheste Mädchen der Klasse und Schwarm der Jungs. Ihre Ausstrahlung war mehr als nur positiv.


Dieses Mädchen sollte der einzige, große Schatten dieses tollen Erlebnisses werden. Unbewusst begann ich, bei den Pausenaufsichten und im Unterricht stets in ihrer Richtung zu schauen. Als ich sie mit den Freundinnen sah, erzählte ich Witze, da man sie leicht zum Lachen bringen konnte. Am Abend nach der Arbeit kam ich zurück und dachte über dieses Mädchen nach. Ich sagte mir, dass die Gedanken vorübergehend sind. Doch es kam schlimmer. Die Kinder luden mich zum Klassenchat ein, da sie auch nach der Schule plaudern wollten. Ich ließ mich auf das Angebot ein, nur um die Nummer des Mädchens zu haben. Ich fing an, mit ihr zu schreiben und brachte sie zum Lachen. Sie erwiderte, dass ich ein netter, lieber Mann sei, dem sie alles anvertrauen würde. Meine Gefühle wurden stärker. Obwohl ich genau wusste, dass es doch falsch ist und sie sowieso in einem Klassenkameraden verliebt war. Jeden Tag bekam ich Beziehungsvisionen und weitere Tagträume von ihr, ohne Schuldgefühle aufzuweisen. So ging das bis zum Ende des Praktikums weiter.


Doch mir war mein Verhalten stets bewusst und genau deshalb kotzte ich innerlich. Ich kam mir regelrecht zurückgeblieben und gestört vor. Ich hatte mich doch tatsächlich als Lehrer in eine dreizehnjährige Schülerin verliebt! Mein Herz sagte mir, dass ich sie wollte. Mein Verstand hingegen stand wie eine moralische Wand, die diese verrückte Vorstellung blockte. Dann noch der Altersunterschied, die unerwiderte Liebe, die Eltern. Mir geschah so etwas Absurdes zum ersten Mal und mir rangen die Hände deswegen. Der Frust steckte tief in mir drin, doch die Geschichte behielt ich für mich allein, denn die Scham war einfach zu groß. Verzweifelt suchte ich nach Erklärungen für meine Verliebtheit. Mir war klar, dass ich im Mädchen eine Art Idealbild von Partner sah: eine junge, hübsche und unschuldige Person, deren Liebe natürlich ist. Das faszinierte mich am meisten. Auch bin ich ein sensibler Typ, der meist im Hintergrund steht. Bei Kindern hingegen kann ich mich viel leichter öffnen. Eine Freundin hatte ich nie. Ich kannte genug Frauen, doch bei denen, wo ich es ernsthaft versucht habe, kriegte ich reihenweise Körbe. Klingt jetzt übertrieben, doch die Geschichte ließ mein ganzes Leben Revue passieren. Ich fragte mich, ob ich noch normal sei. Gott sei Dank schwanden die Gefühle langsam und ich konnte das Mädchen vergessen. Mit ihr schreibe ich noch ab und zu, da sie sich bei Fragen auch an mich wendet.


Ich weiß wirklich nicht, ob für meine Gedanken Absolution erteilt werden kann. Glaubt mir, ich bereue es, mich in eine dreizehnjährige Schülerin verliebt zu haben. Will so etwas nie wieder erleben. Ich bereue es auch, den Kontakt zu ihr gesucht und die Gefühle intensiviert zu haben. Ich plante sogar, eine Beziehung mit ihr zu führen. Und ich bitte nochmals um Vergebung, da ich an der Verliebtheit an sich nichts Falsches sah. Wenn man sich verliebt, verliebt man sich. Ich wünsche mir nur, dass ich sie mit ein paar Jahren mehr auf dem Konto anderswo kennengelernt hätte. Das hätte vielleicht all diese Komplikationen erspart.

Beichthaus.com Beichte #00033719 vom 06.08.2014 um 00:52:28 Uhr in Painten (25 Kommentare).

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Erbrochenes aus dem fünften Stock

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Ekel Unreinlichkeit Trunksucht Feigheit Nachbarn Berlin

Mir ist etwas passiert, was mir bisher noch nie passiert ist! Ich hatte einen Tag lang recht wenig gegessen und war mit leerem Magen einkaufen. Als ich vom Einkaufen zurück war, hatte ich keinen Hunger mehr, sondern Durst auf Bier. Beim Bier ist es aber nicht geblieben, sondern ich fing an, noch ein paar Schnäpse zu trinken. So weit, so gut. Alles hatte seine Normalität, ich wurde müde und bequem, sodass ich auch keine Lust mehr auf Essen hatte. Doch dann passierte es: Da ich Raucher bin, habe ich mir noch eine Letzte anzünden wollen, bevor ich mich friedlich schlafen lege - und es kam mir ein Schwall hoch, als hätte ich zehn Kilo gegessen. Ich konnte es nicht mehr bis zum Klo halten und fand den Balkon ganz praktisch. Wenige Schritte, supernah dachte ich mir, Fenster auf und lautstark raus damit. Es wollte auch irgendwie nicht mehr aufhören. Es war ja auch dunkel, ganz praktisch. Also weiter raus damit und noch schön die Stehpositionen verändert, mal weiter rechts, mal weiter links, Dünger für die Pflanzen dachte ich mir, was soll da schon passieren?

Ja, was passiert ist, sah ich am nächsten Tag. Erstmal war mein Teppich auf dem Balkon voll und die Fenster verschmiert - und als ich raus sah, stockte mir der Atem, ich war vor Peinlichkeit so berührt, fast wollte ich schon Heulen. Fünf Stockwerke lang ging mein Erbrochenes von Balkonwand zu Balkonwand. Und ausgerechnet im zweiten Stockwerk gibt es ein Vogelhaus, und das war vollständig besabbert. Tja, dachte ich mir, bleibt zu hoffen, dass man bei sieben Stockwerken rätselt, wer es war. Wären nur nicht die Schleifspuren meines Erbrochenen zu sehen. An einem Samstag war dann an der Eingangstür ein Brief, darin hat sich Mieter XY für die Sauerei bedankt und wegen des Vogelhauses beschwert. Gut, ich hätte mich entschuldigt, wenn ich nicht mit meinem Bruder zusammenwohnen würde und dieser ausgerechnet dabei war. Damit war die Peinlichkeit besiegelt. Fein, dachte ich mir, vor meinem Bruder so einen Scheiß zugeben? Nie im Leben. Ich wollte also schweigen, aber mein Bruder hatte eine Idee, und weil da einiges anmaßend war, haben wir anonym eine Antwort geschrieben. Gestern aber dann das Ding, beide Briefe waren zerrissen und zerknittert in unserem Briefkasten, und Gott sei Dank habe ich das vorgefunden. Meinem Bruder habe ich nichts davon gesagt. Nun bin ich am Überlegen, ob ich doch das Vogelhaus ersetze. Aber hätten sie es nicht einfach abduschen können? War das zu viel? Als Mutter oder Vater hat man doch auch vollgeschissene Windeln gesehen, Sabber von den eigenen Kindern, etc. Es ist mir extrem unangenehm. Ich hasse dieses Schuldgefühl, es erdrückt mich richtig. Es kommt mir so vor, als hätte ich gemordet. Überall sieht man doch mal ab und an Erbrochenes. Ist doch so, oder? Kaum jemand macht Anstalten, aber dann ausgerechnet wegen eines Vogelhauses. Ich bin von mir selbst so enttäuscht, eigentlich zögere ich nicht, handle sofort und mache alles. Aber diesmal verstricke ich mich in Lügen und Schuld.

Beichthaus.com Beichte #00033709 vom 05.08.2014 um 02:02:28 Uhr in 12555 Berlin (Müggelheimer Straße) (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Babywunsch

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Zorn Engherzigkeit Schwangerschaft Kollegen

Ich habe eine Kollegin, 19 Jahre jung, die seit etwa einem Jahr versucht, mit ihrem Ehemann (21) ein Kind zu bekommen. Quasi ab der Volljährigkeit. Sie machen das ganz genau - und wie das eben so ist, so hat man ja, wenn man jeden Tag danach schaut und ständig Schwangerschaftstests macht, auch häufig enttäuschende Ergebnisse. Manchmal zeigt der Test auch "positiv" an, aber leider hat sich dann doch nichts entwickelt. Und es kommt auch in frühen Stadien häufiger zu Abgängen. Viele Frauen merken das ja gar nicht, da sie erst später auf ihre Schwangerschaft aufmerksam werden. Aber sie eben schon, weil sie es so auf Teufel komm raus probieren. Wir bei der Arbeit haben das Nachsehen. Ständig hat sie im letzten Jahr wegen "Fehlgeburt" gefehlt. Bei ihr heißt alles "Fehlgeburt." Sie ist, wenn sie dann mal da war, superlaunisch, guckt einen mit einer "Ich dreh dir gleich den Hals um-Miene" an, wenn man sie anspricht, und lässt ihre Laune an uns aus. Vor sechs Monaten war sie dann für vier Wochen wegen der Psyche krankgeschrieben. Dann sagte sie, sie wolle wiederkommen. Weil wir aber vorhersahen, dass sie, sobald sie das Büro betritt, wieder herumkeifen würde, haben wir sie gefragt, ob denn wirklich alles Okay sei. Sie sagte ja. Wir sagten noch ganz lieb, sie solle lieber etwas länger zu Hause bleiben, als zu kurz.


Aber sie wollte kommen. Kaum war sie da, hätten wir sie erwürgen können. Genau wie zuvor. Wir sind dann zu unserem Vorgesetzten, der bekam das zuvor ja auch mit und ihr wurde dann aufgetragen, sich entweder zusammenzureißen oder sich noch weiter krankschreiben zu lassen. Sie bekam vom Vorgesetzten noch eine einzige Chance - beim nächsten unflätigen Ton bekommt sie eine Abmahnung. Dann hat sie schließlich doch nachgegeben und ist wieder nach Hause gegangen. Meine Beichte ist, dass ich wirklich null Verständnis für dieses Paar habe. Sie sind 19 und 21. Warum können die nicht entspannt ein Baby basteln? Durch das tagtägliche Überprüfen leidet auch ihr Umfeld, denn dann bekommt man wie gesagt ja jeden Abgang mit und die anderen müssen dann mit der Laune leben. Und sie haben einfach noch so viel Zeit! Ich habe auch zwei Kinder und die habe ich weder als Teenager noch als 40-Jährige bekommen. Und ganz entspannt. Und ja, auch bei uns hat es beim ersten Kind erst nach 1,5 Jahren geklappt. Und ich habe mein Umfeld nicht tyrannisiert.

Beichthaus.com Beichte #00033707 vom 04.08.2014 um 20:33:31 Uhr (24 Kommentare).

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Seitensprung während der Weihnachtsfeier

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Fremdgehen Begehrlichkeit Partnerschaft Kollegen Weihnachten

Ich (m/45) bin seit 20 Jahren mit meiner Frau verheiratet und habe sie vor knapp zehn Jahren mit einer Arbeitskollegin betrogen. Damals war ich noch bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt, einem amerikanischen Unternehmen. Jedenfalls kam diese Frau aus den USA und sollte drei Monate an einem Projekt mitarbeiten. Wir verstanden uns recht gut und die Arbeit funktionierte auch. Jedenfalls stand im Dezember die Weihnachtsfeier auf dem Programm, welche damals an einem Freitag war und auch das Ende des Projekts bedeutete. Am Montag wurde die Firma sowieso über die Weihnachtszeit geschlossen. Wie auch immer, wir hatten recht hart gearbeitet und genossen es nun, mit den Kollegen und Kolleginnen zu feiern. Zum einen das erfolgreiche Jahr und die Weihnachtszeit, zum anderen das Ende des Projekts. Zu späterer Stunde wurde es natürlich auch lustiger und es floss etwas mehr Alkohol. Jedenfalls unterhielt ich mich mit meiner Kollegin aus den USA und verstand mich hervorragend mit ihr. Wie es dann zu der ganzen Aktion gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr so genau. Jedenfalls verschwanden wir aus unserer Kantine und gingen in ein leeres Büro und trieben es richtig wild miteinander. Ich habe, um ehrlich zu sein, das Ganze in dem Moment total genossen. Zum einen haben wir es von hinten getrieben, was meine Frau nicht so mag, weil ich ihr dabei zu weit in ihr bin. Zum anderen war es wirklich heftig und ich mag es auch eher, wenn ich mal so richtig Gas geben und reinrammeln kann, was meine Frau auch eher selten einmal mitmacht. Dabei bin ich dann auch heftig in ihr gekommen. Ja, richtig, wir haben kein Kondom benutzt. Ich weiß nicht, ob sie die Pille nahm oder nicht, noch ob sie in den Staaten vielleicht einen Mann oder Freund hatte, denn ich habe sie nach dem Abend nicht mehr wiedergesehen. Zumal sie sowieso dann sonntags wieder zurückgeflogen ist.


Ich hatte danach ein total schlechtes Gewissen, weil ich meine Frau so hintergangen habe und ich kann mir auch nicht erklären, was mich da geritten hat. Ich möchte auch nicht den Alkohol als Entschuldigung anführen. Klar waren da ein paar Bierchen dabei, aber weiß Gott, ich habe auf dem ein oder anderen Festchen mit Kumpels schon weitaus mehr getrunken und dort waren auch schöne Frauen, mit denen ich mich unterhalten habe. Aber dennoch war ich treu und es lief nichts. Dann habe ich gedacht, dass es vielleicht daran lag, dass mich das Unbekannte gereizt hat und ich eben auch einmal in meinem Leben noch mit einer anderen Frau Sex haben wollte, außer mit meiner (Ehe-)Frau. Dazu muss ich erläutern, dass ich in Sachen Sex ein richtiger Spätzünder war. Ich habe damals mit 22 Jahren meine heutige Frau kennengelernt und davor auch nur eine Beziehung geführt, allerdings hatte ich mein erstes Mal mit meiner heutigen Frau. Doch nach reichlichem Überlegen ist das auch kein Grund, immerhin war ich bis zu dem damaligen Zeitpunkt 13 Jahre treu. Jedenfalls ging mir das damals so nahe und ich fühlte mich so schlecht, dass ich zuerst einmal auf sämtliche Zärtlichkeiten mit meiner Frau verzichtete. Wegen meines schlechten Gewissens, und weil ich den HIV-Test abwarten wollte, welcher zum Glück negativ war. Meine Frau bemerkte mein Verhalten und stellte mich nach den Feiertagen zur Rede, was zu dem Zeitpunkt auch total überfällig war. Ich beichtete ihr alles und erklärte ihr, dass ich es verstehen kann, wenn sie sich von mir scheiden lassen möchte. Denn Treue ist und war für uns beide schon immer enorm wichtig. Doch zu meiner Verwunderung verzieh sie mir meinen Seitensprung und das war mein größtes Glück. Das Ende unserer Ehe hätte mich in ein tiefes Loch gerissen, doch so konnte unser Leben mehr oder weniger normal weitergehen. Jetzt, nach weiteren zehn Jahren, hat meine Frau meinen Fehltritt wohl schon längst vergessen - jedenfalls spielt dieser gar keine Rolle mehr. Ich habe meine Frau seitdem nie wieder betrogen, allerdings geht mir diese Aktion immer noch ab und an mal durch den Kopf, erklären kann ich mir das Ganze bis heute noch nicht, aber grämen tut es mich dennoch, wenn ich daran denke. Ich bitte aufrichtig auch hier noch einmal um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00033705 vom 04.08.2014 um 12:40:28 Uhr (16 Kommentare).

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Horst, der Audianer

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Verrat Dummheit Ignoranz Kollegen Arbeit Mundelsheim

Ich muss gestehen, dass ich, sobald in der Firma der Schaden an einer sündhaft teuren Laserschneidanlage bemerkt wird, eiskalt zum Verräter mutieren werde. Warum? Das muss ein wenig länger erklärt werden. Vor etwas mehr als einem halben Jahr kam im Zuge einer Einstellungsphase ein neuer Mitarbeiter in die Firma. Ich nenne ihn jetzt einfach mal Horst. Besagter Horst scheint charakterlich vielleicht in Ordnung zu sein, ist aber ein "Audianer". Und da liegt das Problem. 20 Jahre bei Audi haben ihn wohl völlig verpolt. Er schlotet wie eine verrußte Dampflok, er rülpst wie ein brünftiger Hirsch herum und lässt sich auch nicht erklären, was Sache ist. Wenn ihm etwas nicht passt, wird zuerst in den Bart gebrummt, dann wird geknurrt, und dann schreit er ohne Vorwarnung los - wie ein Choleriker, der es nicht anders kennt. Horst sagt auch nicht, was ihm nicht passt, oder seiner Meinung nach falsch gemacht wird. Es wird nur gebrummt, geknurrt, geschrien. Dass er sich dann auch verbal im Benehmen vergreift, kommt dabei gerne vor. Kleine Kostprobe: Ein Auftrag wurde von mir erfolgreich abgeschlossen, und für den nächsten musste eine neue Vorrichtung installiert werden. Dafür haben wir eine elektrische Ameise. Ich baute die Vorrichtung ab, schnappte mir die Ameise und schon ging Horst los. Anstatt einfach zu sagen, dass er die Ameise selbst brauchte, wurde wieder herumgenölt. Dass dabei sogar ein Maschinenoperator in Hörreichweite war, schien ihm völlig egal gewesen zu sein. Anderes Beispiel: Um einen Schrottkübel - mit denen wir den Verschnitt sammeln - zum Rollcontainer zu bringen, musste ich zuerst eine Großpalette zur Seite stellen. Mit dem Stapler schnappte ich besagte Palette und stellte sie zur Seite. Aber kaum, dass ich den Schrottkübel holen konnte, nölte sofort wieder Horst los und ließ sich nicht erklären, was ich vorhatte. Da ich da schon kein Bock auf eine Zusammenarbeit mit ihm hatte, ließ ich ihn links liegen. So viel also zu seiner Person. Und jetzt kommt der Kracher, warum ich ihn garantiert nicht schützen, sondern eiskalt auflaufen lassen werde.


Letzten Freitag wurden tragende Teile geschnitten, die recht schwer sind. Daher ist auch die Vorrichtung, die benötigt wird, entsprechend schwer. Gegen Ende der Spätschicht haben wir den Verschnitt mit der Ameise wegbringen wollen. Also trabte Horst mit der Ameise an, stellte sie aber so dämlich unter die Maschine, dass der Hubmast genau unter dem Querträger der Tür stand - und warf den Hubarm an. Jeder, der weiter als zwei Meter Feldweg denken kann, weiß, dass nicht nur die Zinken der Ameise hochgehen, sondern dass auch der Hubarm, der ja die Last tragen muss, mitwandert. Der Hubarm kollidierte beim Hochfahren mit dem Querträger der Lasermaschine und wuchtete das Maschinengehäuse knapp eine Handbreit hoch. Die Ameise kann locker 1,5 Tonnen oder mehr heben. Ergebnis war, dass der Trägerholm samt Schiene und Schließmechanismus der Türanlage verbogen war. Wenn ich daran denke, wie hoch der finanzielle Schaden sein wird, dreht sich mir der Magen um. Zum Einen wird es vermutlich sehr teuer werden, wenn Trumpf bei uns zum Reparieren antraben darf, zum Anderen ist die Anlage eine Cashcow, da darauf auch Daueraufträge laufen, die nun auf andere Anlagen umgestellt werden dürfen. Und mal ganz ehrlich. Ich sehe es bestimmt nicht ein, für den Idioten meinen Kopf hinzuhalten.

Beichthaus.com Beichte #00033702 vom 03.08.2014 um 22:29:23 Uhr in 74395 Mundelsheim (Innere Au) (20 Kommentare).

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