Ein Chauvinist beim Fußballspiel

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Vorurteile Ungerechtigkeit Sport

Ich (w/32) muss beichten, dass ich dem Vater eines Kindergartenfreundes meines Sohnes die Nase gebrochen habe. Letztes Jahr im Frühjahr organisierte der Kindergarten unseres Sohnes ein Grillfest, an dem alle Eltern eingeladen waren. Neben dem Grillplatz befindet sich ein Bolzplatz. Nach dem Essen spielten dort einige Väter Fußball. Da wir recht neu im Dorf waren und dementsprechend noch nicht wirklich integriert waren, fragte ich, ob ich mitspielen könne, um einige neue Bekanntschaften zu knüpfen (Mein Mann hasst Fußball). Gleich kamen die typischen "Willst du wirklich als Frau mitspielen? Wir kicken schon ganz schön hart"-Sprüche, die mich schon immer geärgert haben. Ich spiele zwar selten Fußball, aber ich bin so etwas wie ein Naturtalent. Zwar bin ich eher schlechter in der Verteidigung, aber ich bin sehr gut im Sturm und schieße auch öfters ein Tor.


Am Anfang packten sie mich noch in Watte und schossen mir vorsichtig die Bälle zu und ließen mich mit dem Ball erstmal etwas laufen, bevor sie halbherzig eingriffen, nach dem ersten Tor durch mich sah es schon etwas anders aus. Nur ein Vater aus der Gegenmannschaft vertrödelte seine Zeit eher mit dummen Sprüchen. Er nannte den Torwart seiner Mannschaft nach dem zweiten Tor "weibisch", nach dem dritten Tor (das nicht ich direkt erzielte, aber ich den entscheidenden Pass gemacht hatte) blähte er sich auf wie eine dumme Version von Hulk und stapfte in das Tor, da er meinte, der Torwart seiner Mannschaft sei eine "Pussy." Als er noch den Satz brachte, dass ich für eine Frau ja nicht ganz so schlecht spielen würde, aber er ja jetzt im Tor stehe, würde sich das Blatt natürlich wenden, kochte ich innerlich. Ich spiele nicht für eine Frau recht gut, ich spiele gut. Fertig.


Körperlich mögen die meisten Männer mir überlegen sein, aber mein Ballgefühl und Begabung sind kein männliches Attribut, was ich trotz Frau-sein abbekommen habe. Dieser blöde Hulk im Tor schrie sein Team immer mehr an, die Sprüche wurden immer chauvinistischer und ich wurde nicht vor Anstrengung, sondern vor Wut rot im Gesicht. Als ich das nächste Mal vor dem Tor angekommen war, zielte ich nicht auf eine freie Ecke, sondern auf sein Gesicht. Und ich traf. Er konnte zwar noch die Hände hochreißen, aber die Wucht des Balles brach ihm die Nase. So beendete ich das Grillfest mit einem finalen Tor, das meiner Mannschaft den Sieg brachte und einen Chauvinisten ins Krankenhaus. Wir haben mittlerweile einige gute Bekannte gefunden, die Familie des Chauvinisten ist nicht dabei, es kommt nur ab und an deren Sohn zum Spielen vorbei und ich mag die Ehefrau ganz gerne. Es tut mir leid, dass ich sowohl den Kindergartenfreund meines Kindes als auch dessen Schwester zum Weinen brachte, als sie ihren blutüberströmten Papa sahen.

Beichthaus.com Beichte #00038037 vom 11.04.2016 um 16:00:45 Uhr (22 Kommentare).

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Meine Landsleute gehen vor!

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Ungerechtigkeit Vorurteile Arbeit

Ich (ein männlicher Personalchef) sortiere Bewerbungen von Menschen mit ausländischen Wurzeln erst einmal aus und lege sie dann meist in Ablage P. Der Grund ist, dass ich der Meinung bin, dass erst einmal die Landsleute ein Vorrecht haben sollten. Es stimmt, ich sortiere auch Leute weg, die von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurden, ein deutsches Elternteil und ein afrikanisches (Beispiel) haben oder zwar afrikanische Eltern haben, aber hier geboren sind. Doch auch in diesen Fällen denke ich mir: Irgendwie ist es nicht fair. Hätte ich zu wenige Bewerbungen oder nur schlechte, würde ich natürlich diese Leute wieder ins Boot holen, wenn sie qualifiziert sind, aber dem ist nicht so. Ich habe immer sehr viele Bewerbungen, kann auch viele der Landsleute gar nicht berücksichtigen. Und wenn ich die Bewerbungen von Kofi S., Ayman Y. und Niklas Müller (ausgedachte Namen) mit gleichen Qualifikationen vor mir liegen habe, dann ist es für mich eigentlich klar, dass ich Niklas Müller wähle, denn Niklas Müller sollte doch ein gewisses Vorrecht haben.


Mir tut es in solchen Fälle wie den Adoptierten ja auch sehr leid, aber da greift ein gewisser Gerechtigkeitssinn bei mir durch. Wenn man sich Katzen anschafft, sagen sich viele doch auch: "Ich gehe ins Tierheim, da gibt es genügend Katzen ohne Herrchen und Frauchen." Warum soll das bei Arbeitnehmern nicht ähnlich sein, warum soll man nicht erst einmal den Leuten von hier einen Job geben? Und ein Adoptierter ist für mich eben trotzdem "Einfuhrware" (bitte nicht wörtlich nehmen). Aber wer jetzt denkt, ich sei rassistisch - ich sortiere auch Österreicher und Schweizer aus. Der Österreicher sollte in Österreich ein Vorrecht haben gegenüber einem Deutschen, der Schweizer in der Schweiz, der Nigerianer in Nigeria, der Ami in den USA. Ja, ich weiß, dass es in Nigeria sehr viel schwieriger ist. Aber trotzdem wäre es irgendwie ungerecht bei einem gleich qualifizierten Landsmann. Ich bin übrigens ein völlig umgänglicher Mensch mit sehr vielen Freunden aus dem Ausland, bin zu jedem Menschen höflich und nett und könnte mir sogar eine ausländische Freundin vorstellen, wenn die Beziehung stimmt. Aber nur in der Sache Job, da bin ich eben doch eigen.

Beichthaus.com Beichte #00038018 vom 08.04.2016 um 22:17:17 Uhr (40 Kommentare).

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Ich bin nicht total behindert!

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Ungerechtigkeit Hass Verzweiflung

Ich (w/21) habe eine leichte Lernbehinderung und finde daher keinen Job. Dabei habe ich eine Ausbildung als Verkäuferin. Also nur Verkäuferin, nicht Kauffrau für den Einzelhandel. Ich bin Hartz-IV-Empfängerin und kann jetzt mit meinem Freund schon seit ewigen Zeiten […]
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Beichthaus.com Beichte #00038014 vom 08.04.2016 um 18:55:50 Uhr (22 Kommentare).

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Ein Punkt zur besseren Note

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Engherzigkeit Selbstsucht Ungerechtigkeit Schule Bamberg

Als ich damals an der BOS mein Abi nachgeholt habe, habe ich unfreiwillig dafür gesorgt, dass meine Banknachbarin eine schlechtere Note bekommen hat. Wir haben eine Klausur in Pädagogik/Psychologie zurückbekommen und unser Lehrer hat die Arbeit mit der Klasse besprochen. Bei einer Aufgabe habe ich auf meine Antwort keinen Punkt bekommen. Meine Klassenkameradin hatte dieselbe Antwort und bei ihr wurde es gewertet. Also habe ich mich beim Lehrer beschwert und meinen Punkt eingefordert! Wie das immer so ist, war ich genau an der Grenze zur besseren Note. Nachdem unser Lehrer die Arbeiten von mir und meiner Banknachbarin verglichen hatte, fiel ihm auf, dass ihre Antwort ebenfalls falsch war und er es nur aus Versehen gewertet hatte. Leider hatte sie die bessere Note auch nur knapp erreicht und bekam dann ohne diesen Punkt leider auch die schlechtere Note. Es tat und tut mir wirklich leid. Das war nie meine Absicht. Ich hatte Hoffnung auf eine bessere Zensur und wollte diese aufgrund meiner vermeintlich richtigen Antwort auch haben. Nicht nur, dass ich keine bessere Note bekommen habe. Nein, auch meine Nachbarin wurde aufgrund meiner Beschwerde nach unten korrigiert. Sie hat es damals einigermaßen gut aufgefasst und hat mir keinen Vorwurf daraus gemacht. Ich hatte aber trotzdem ein schlechtes Gewissen. Liebe J. es tut mir leid!

Beichthaus.com Beichte #00038000 vom 06.04.2016 um 22:31:46 Uhr in 96050 Bamberg (15 Kommentare).

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“Beichte

Meine Eltern sind Ärzte ohne Grenzen

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Ungerechtigkeit Verzweiflung Engherzigkeit Selbstsucht Familie

Ich (w/25) habe sämtliche Gefühle für meine Eltern verloren. Ich bin Einzelkind, meine Eltern sind beide Ärzte und seit vielen Jahren für die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" in Afrika tätig. Für mich war nie Zeit. Bereits ab dem ersten Schuljahr lebte ich in einem Internat. Ab diesem Zeitpunkt haben meine Eltern dann ganzjährig in Afrika gelebt, zuvor waren sie auch immer wieder dort. Es passierte, dass ich meine Eltern mal für zwei Jahre nicht gesehen habe. Treffen wurden immer wieder verschoben: "Bald klappt es, wir versprechen es, aber es ist gerade so viel zu tun." Und immer wieder wurde mir erklärt, dass hier viele Kinder überhaupt keine Eltern mehr haben, in Not leben und ich es doch ganz schön habe. Verdammt, aber Geld ist nicht alles!


Ich habe nie verstanden, warum sie überhaupt ein Kind haben wollten. Fremde Kinder waren ihnen immer wichtiger. Fremde Kinder haben sie auch stets mehr geliebt. Letzteres haben sie immer bestritten, mir klargemacht, wie sehr sie mich liebten, doch nur diese Aussage bringt mir auch nichts. Jetzt hat meine Mutter Brustkrebs. Meine Eltern wollten mich unbedingt sehen. Ich will sie aber nicht sehen. Ich werde den Besuch nie vergessen, als ich etwa zwölf Jahre alt war, die Hoffnung auf Liebe durch meine Eltern noch nicht aufgegeben hatte, mich wahnsinnig gefreut habe, sie zu sehen - und dann ein halbes Dutzend kenianischer Kinder an meinen Eltern klebte und ich plötzlich ganz im Abseits stand. Zu dieser Zeit begann, meine Liebe abzukühlen. Man soll es nicht falsch verstehen, ich begreife gut, dass diese Kinder in sehr schlimmen Verhältnissen aufwachsen müssen. Doch ich fühle mich nicht weniger wichtig als sie.


Ich habe seit acht Jahren einen liebenswerten Partner - seit einem Jahr ist er mein Ehemann - und seine Eltern lieben mich über alles. Sie hätten gerne eine Tochter gehabt, haben drei Söhne, doch auch generell sind sie total liebenswert, aufgeschlossen und lustig. Die ganze Familie ist unfassbar lieb. Ich habe jetzt hier eine Familie und möchte nicht noch einmal enttäuscht werden. Sie haben sich damals entschieden, fremden Kindern anstelle von ihrem eigenen Kind ihre Aufmerksamkeit zu schenken und so soll es dann auch bleiben. Ich habe meinen Vater gebeten, keinen Kontakt mehr zu suchen und mich auch nicht über den Gesundheitszustand meiner Mutter zu informieren. Ich will mit ihnen abschließen. Mich hat es zwar getroffen, dass mein Vater geheult hat, aber warum haben sie das damals nicht verstanden?!

Beichthaus.com Beichte #00037972 vom 31.03.2016 um 22:58:07 Uhr (27 Kommentare).

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