Weihnachtsshopping

25

anhören

Rache Boshaftigkeit Habgier Shopping Weihnachten

Folgendes trug sich letztes Jahr um die Weihnachtszeit zu: Einkaufen mit Mutti fürs gemeinsame Essen vom Heiligabend bis zum 2. Weihnachtstag. An Feiertagen, sogar an einem verlängerten Wochenende drehen die Leute kollektiv am Rad und hamstern, als stünde ein Atomkrieg bevor. Dementsprechend kahl gefressen waren auch die Läden. Meine Mutter war schon bedient, als wir in den überfüllten Laden marschierten und die Leute sich da fast gegenseitig auf die Füße traten. An der Kühltruhe mit dem Fleisch suchten wir nach Minutenschnitzeln, die waren natürlich aus. In dem Moment kam eine Mitarbeiterin mit einem ganzen Wagen neuer Ware und die Leute drängelten sich schon herum, meine Mutter hingegen fragte höflich, ob sie sich was runter nehmen dürfte, was natürlich kein Problem war.
Sie nahm also drei Pakete Schnitzel und freute sich selbst wie eins, dass das Heiligabend-Wunschessen gerettet war, da rauschte ihr plötzlich eine Frau vom Typ "Herrische, fette Matrone" entgegen und riss ihr kommentarlos das oberste Paket vom Stapel. Meine Mutter bekam große Augen und meinte noch mit einem Lachen: "Hey, das sind meine." Woraufhin der Pelztragende Wal aufs Herrischste keifte: "Pech, jetzt hab ich die." Meine Mutter war völlig perplex und auch ein bisschen eingeschüchtert und ich hatte im ersten Moment auch nichts schlagfertigeres als ein eher lahmes, geknurrtes "Warum nicht gleich ein halbes Schwein auf Toast" auf Lager. Die Angestellte brummte auch noch was von wegen grob unhöflich und Leute gibt's.

Miss Plantschkuh schob ihren Wagen unbeeindruckt weg und ich wurde immer angefressener, denn ich selbst bin ein ziemlich höflicher Mensch und erwarte das auch von anderen. Nachdem ein paar Minuten ins Land gegangen waren und die Alte gerade bei den Cornflakes-Packungen stand, ging ich kurzentschlossen hin, kidnappte ihren Wagen und lief damit trotz Herzklopfen durch die Gänge, um allen möglichen Scheiß rein zu werfen: Toilettenpapier, Warzenpflaster, Hundefutter, einen kitschigen Plastikschneemann, Konserven. Die Uschi regte sich schon auf, denn ihre Handtasche hing am Wagen. - Nein, ich habe ihr nichts geklaut! Mit dem völlig überfüllten Wagen bin ich dann zu ihr zurück und meinte im vertraulichsten Tonfall, dass ich die Kondome nicht finden könnte und auch den Einkaufzettel verloren hätte, aber die wesentlichsten Dinge wären ja da. Dann bin ich aber doch abgehauen, meine Mutter war schon zur Kasse gegangen.
Ich werde künftig einfach viel früher einkaufen gehen, und entschuldigen möchte ich mich bei den Mitarbeitern, die den ganzen Mist eventuell ausräumen durften, obwohl sie zu dieser ätzenden Zeit sicher schon genug um die Ohren hatten. Darüber habe ich in dem Moment nämlich nicht nachgedacht.

Beichthaus.com Beichte #00029225 vom 04.08.2011 um 18:15:16 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Behindert für ein Bierchen

12

anhören

Falschheit Betrug Lügen Urlaub Sylt

Es muss im Sommer 2005 gewesen sein. Ich (jetzt m/22) war mit meiner Familie auf Sylt in Reha, weil meine Schwester ihre Krebserkankung überlebt hatte. Der ansonsten angenehme Aufenthalt wurde nur ab und an vom schlechten Wetter befleckt. Schnell konnte man sich mit Gleichaltrigen anfreunden und sobald das Eis gebrochen war ging der Spaß los. Natürlich wurde in diesem Alter auch der Konsum von Alkohol das ein oder andere Mal eingehender diskutiert. Mit meinen frischen 15 Jahren war in einer dermaßen snobbigen Umgebung nicht viel zu machen um an etwas Bier ranzukommen, wie man das sonst von zu Hause gewohnt war.


Pläne wurden geschmiedet und so versuchte ich mit einem Freund kurzerhand in einer Strandkneipe mein Glück. Als die Sprache auf mein Alter bzw. auf das Vorzeigen meines Ausweises kam, erklärte ich nach kurzer, vergeblicher Suche ich hätte meinen Personalausweis nicht dabei und fügte mit gespielten leichten Zuckungen hinzu, dass ich leider auch meinen Behindertenausweis vergessen hatte. Es war im Ort wohl üblich, dass die meisten Jugendlichen, die auf Grund ihrer Krebserkrankung einen Behindertenausweis ausgestellt bekamen, diesen auch zum Alkoholkauf benutzten und wer möchte schon einem armen krebskranken Jugendlichen sein Bierchen verwehren, zumal er auch noch dummerweise seinen Ausweis hat liegen lassen? Der Abend und auch einige Andere wurden also feuchtfröhlich gefeiert und ich konnte mich immer klasse durchlügen. Ich möchte also beichten, dass ich ungeachtet des Schicksals anderer Menschen, die schlechter dran sind als ich, die Gutgläubigkeit, das Mitleid und die Hilfsbereitschaft meiner Nächsten ausgenutzt habe. Ich habe mich fälschlicherweise als Behindert ausgegeben, obwohl ich ja derartige Situationen aus erster Hand erfahren hatte und es hätte besser wissen müssen. Früher kam mir der Plan genial vor, heute schäme ich mich sehr! Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00029223 vom 04.08.2011 um 11:52:45 Uhr in Sylt (Wenningstedt-Braderup) (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

14 Tage Fernsehverbot

25

anhören

Boshaftigkeit Ignoranz Ekel Familie Bamberg

Ich muss beichten, dass meine Mutter sich meinetwegen in die Hose geschissen hat. Das ganze ist jetzt einige Jahre her, ich war 13 oder 14 Jahre alt. Wie Frauen so sind wollte meine Mutter mal wieder etwas abnehmen. Da sie aber zu faul ist und von Sport sowieso nichts hält wollte sie etwas neues ausprobieren. Durch eine Freundin die ganz begeistert davon war, gelangte meine Mutter damals an ein Diätpulver. Zuvor musste sie aber Abführmittel nehmen um ihren Körper von innen zu reinigen wie sie meinte. Nachdem sie das Abführmittel zu sich genommen hatte, kam sie also zu mir gelaufen und meinte das ich die nächste Zeit das Klo bitte nicht blockieren sollte. Und genau das war ihr Fehler. Ich, in meinem jugendlichen Wahnsinn, wartete einen günstigen Moment ab und sperrte mich im Badezimmer ein. Etwa 20 Minuten später hörte ich sie dann auch schon kommen. Sie versuchte verzweifelt reinzukommen und schrie mich an die Tür zu öffnen. Zeitweise hatte ich Angst das sie die Tür aufbricht. Nach 5 Minuten verzweifeltem Kampf die Tür aufzubekommen, wurde es plötzlich ruhig. Ich wartete noch kurz und öffnete dann die Tür aber meine Mutter war nicht zu sehen. Was ich dann sehen sollte werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen. Ich ging ins Schlafzimmer meiner Eltern und sah meine Mutter in ihrer voll geschissenen Unterhose nach einem Handtuch suchen. Sie konnte es wohl nicht mehr zurückhalten und ihr eigener Sohn hat die Tür nicht geöffnet. Ich musste damals so lachen, dass ich aufpassen musste mir nicht gleich selbst in die Hose zu machen. Ich bekam 14 Tage Fernsehverbot, heute kann sie darüber lachen. Sorry Mama.

Beichthaus.com Beichte #00029215 vom 01.08.2011 um 11:39:56 Uhr in 96052 Bamberg (Hauptstrasse) (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen

De Bello Gallico

25

anhören

Betrug Faulheit Schule

De Bello Gallico
Ich (m/43) möchte auch etwas beichten. Vor etwa 25 Jahren stand die Abschlussprüfung in Latein an und ich war ein ziemlicher Depp in Latein. Unser Lehrer hatte die Angewohnheit vor großen Tests immer "Vokabelblätter" auszuteilen, auf denen eben Vokabeln standen, von denen viele im Test drankamen (circa 60-80%).
Zwei Wochen vor der Abschlussprüfung teilte er wieder ein solches Blatt mit circa 50 Vokabeln aus. Ich hatte daraufhin den Plan, mithilfe dieser Vokabeln den Text herauszufinden und auswendig zu lernen. Da ich wusste, dass der Text aus "De Bello Gallico" von Caesar war, war das nicht so aufwendig, als wenn ich mich durch Jahrhunderte römische Literatur wühlen musste, aber es war aufwendig genug bei 600-700 Seiten lateinischem Text.
Also holte ich einen Kumpel dazu, dem auch auffiel, dass gut 90% der Wörter auf dem Vokabelzettel Verben waren. Also suchte jeder von uns auf 300 Seiten lateinischem Text alle Verben raus. Wir hatten nach 3 Tagen Dauerarbeit (von der Schule nach Hause kommen, Lateinbuch raus und suchen, abends 2 Stunden für den Rest lernen, schlafen) ein wahres Register aller Verben aus Caesars Werk. Das suchten wir jetzt durch, einer nahm das Register, einer das Vokabelblatt und stundenlang kamen aus dem Zimmer lateinische Verben. Am Freitag (das Vokabelblatt wurde am Montag ausgeteilt) fanden wir endlich eine Stelle, die richtig gut passte, die wurde im Buch eingemerkt und bis zum Test (Montag der übernächsten Woche, also 10 Tage später) immer wieder durchgelesen, mit Übersetzung eines dritten Eingeweihten, dem Bestem in Latein.
Die restlichen Tage verbrachte der Rest der Klasse mit Latein lernen, wir drei mit regelmäßigen Kneipenbesuchen. Am Prüfungstag konnten wir drei den Text auswendig, sowohl Latein als auch Deutsch. Unser Lehrer versuchte wohl so etwas noch zu unterbinden, indem einzelne Stellen fehlten, allerdings markierte er das mit [...] und wir konnten auch den lateinischen Text auswendig, sodass er uns damit nicht in die Falle lockte. Heraus kam, dass wir drei alle eine Eins schrieben und nun eine gute Lateinnote im Abizeugnis stehen haben. Unseren Lateinlehrer hatte ich gut 15 Jahre später mal getroffen und ihm die Geschichte erzählt, er musste lachen und war davon erfreut, dass wir uns derartig mit Latein beschäftigten um eine gute Note zu bekommen. Beichten möchte ich, dass wir drei eine Woche lang zum Saufen gegangen sind, während der Rest der Klasse stundenlang Latein büffelte, aber hey, ihr hättet von Caesar lernen können, die richtige Taktik macht den Sieg. Anzumerken sei noch, dass es vor 25 Jahren natürlich kein Internet gab, lang leben die Bücher und die geistigen Fähigkeiten eines Menschen, der zum Lateinlernen zu faul ist.

Beichthaus.com Beichte #00029194 vom 25.07.2011 um 18:00:00 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Das Äußere geht vor

32

anhören

Ekel Eitelkeit Falschheit Engherzigkeit Liebe

Vor Jahren habe ich im Chat eine Frau kennen gelernt. Sie wohnt im Ausland und wir trafen uns in Frankreich das erste Mal. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und wir küssten uns schon beim ersten Treffen vor einem Schloss.
Es folgten weitere Treffen und wir kamen uns immer näher. Eigentlich stimmte alles. Sie ist intelligent und verständnisvoll. Sie wäre eigentlich auch hübsch. Nur sie war fett. Vermutlich so 150 Kilo. Ich konnte sie nie voll umarmen, so rund war sie. Ich schämte mich etwas, als meine Familie und Bekannte sie sahen.
Als ich ihre Familie besuchte sah ich, dass alle in der Familie so fett waren. Das gab mir dann zu Denken.
Sie aßen eigentlich nicht viel und erstmals glaubte ich, dass es irgendwie erblich sei. Und so richtig fetten Nachwuchs, die überall gehänselt und benachteiligt werden, wollte ich nicht. Sie sprach immer häufiger von Heirat und ich suchte feige das Weite.
Ich habe dann eine optisch total schöne Frau kennen gelernt. So eine mit Modelfigur. Wir haben dann geheiratet. Wir sind es immer noch. Es läuft okay. Aber es ist nicht das Wahre. Es fehlt die Leidenschaft. Irgendwie vermisse ich die Nähe meiner ehemaligen Liebe. Sie ist heute auch verheiratet. Sie lebt nun in Schweden. Letztlich schrieb sie, dass sie mich noch liebe. Irgendwie schäme ich mich, dass ich dem Äußeren den Vorrang gab.

Beichthaus.com Beichte #00029183 vom 21.07.2011 um 19:38:43 Uhr (32 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht