Betrunken in Frankreich

10

anhören

Trunksucht Schamlosigkeit Neugier Ekel Last Night

Ich bin gerade in einem Erasmusaufenthalt in Frankreich und wohne gezwungenermaßen in einem hiesigen Studentenwohnheim. Wie das als Ausländer - und vor allem als Erasmusstudent so ist, ist man quasi dazu verpflichtet, jede Festlichkeit, die sich bietet, mitzunehmen und natürlich auch das eine oder andere Bierchen zu naschen. Man hat ja als Deutscher die Bierkultur hochzuhalten, hört sich vielleicht komisch an, aber sobald man sich im Ausland bewegt, ertappt man sich des Öfteren, dass man sich auf dieses Stereotyp der unerreichten deutschen Braukunst beruft. Wie dem auch sei - zugetragen hat sich Folgendes: Der Zenit der Campusparty war längst überschritten und ich hatte demnach Unmengen von alkoholischen Leckereien inhaliert, wiedergefunden habe ich mich auf einer kurzen Afterhour im besagten Wohnheim. Wie das wohnheimtypisch so ist, ähnelt ein jedes Stockwerk exakt dem Anderen. Ich muss mich in der siebten Etage befunden haben, als mich der langsam anbahnende und immer stärker werdende Stuhldrang forcierte, mein eigenes Schlafgemach schnell aufzusuchen, eine Stange Lehm aus den Lenden zu pressen und in der Wonne meiner durchgelegenen Matratze in den Schlaf zu gleiten.


Praktisch, dachte ich mir beim Verlassen der Afterparty - der Flur ist ja meiner, 20 Meter dann links und dann bin ich ja schon da. Nur blöd, dass ich vergessen hatte, die vier Etagen zu meinem Reich runterzugehen. Mein Türäquivalent war offen und ich trat ein. Zuerst bemerkte ich nicht, dass ich mich nicht in meiner Wohnung befand, erst als ich mich auf dem Keramikthron platzierte, hemmungslos entspannte und mich vollkommen dem befreienden Gefühl der Erleichterung hingab. Mein Blick schweifte umher und ich erkannte zwangsläufig an Duschgel, Postern und Handtüchern, dass ich mich nicht bei mir befand. Nach vollendetem Geschäft erklärte ich die Toilette umgehend für Lebewesen mit funktionierendem Geruchsepithel als Sperrzone - für die kommenden drei Jahre. Eigentlich wollte ich mich schnellstmöglich auf den Heimweg machen, doch beim Verlassen der Toilettenräumlichkeit ergriff mich ein starker und unnachgiebiger Drang der Neugier, wer denn hier wohnt. Ich trat ein und eine ganz passable Brünette lag schlafend im Bett.


Ich fasste das nicht erschallende "raus hier" als Einladung, mich im Zimmer und Küche umzusehen, netterweise waren noch Crêpes da und ich snackte erst einmal gefühlte 37 der bretonischen Eierkuchen und bediente mich am Saftarsenal aus dem Kühlschrank, bis ich dann beschloss, schlafen zu gehen. Neben der Französin. Was das dann am nächsten Morgen für verstörende Blicke ihrerseits hervorgerufen hatte, könnt ihr euch sicher denken, mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich besuche diese Madame des Öfteren, man konzentriert sich dabei aber nicht auf Crêpes essen, so viel sei gesagt. Ich bereue, dass ich mit meinem unmoralischen Verhalten noch auf einen grünen Zweig gestoßen bin, und meine nächtliche Unverschämtheit noch erfolgreich war. Meiner Meinung nach sollte keine Tat folgenlos bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00035274 vom 18.03.2015 um 23:13:10 Uhr (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Rennradfahrer in lächerlichen Klamotten

25

Zorn Hass Sport

Rennradfahrer in lächerlichen Klamotten
Ich beichte, dass ich diese dämlichen Rennradfahrer abgrundtief verachte. Jetzt kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen und breiten sich wie lästige Schmeißfliegen auf den Straßen aus - mit ihren affigen Rennradklamotten und zu engen Höschen, von denen die […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00035249 vom 13.03.2015 um 11:42:12 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“Folge

Arbeit wird absolut überbewertet!

8

anhören

Trägheit Ungerechtigkeit Boshaftigkeit Arbeit

Ich (m/28) wurde von meinen Eltern so erzogen, dass Arbeit keine Schande ist und dass man diese auch immer gut und pflichtbewusst ausführen soll. Also habe ich auch voller Elan studiert, mein Studium gut abgeschlossen und arbeite nun seit zwei Jahren in meinem Beruf. Je länger ich dabei bin, umso mehr merke ich jedoch, dass ich eigentlich blöd bin. Hat man etwas erledigt, kommt der Vorgesetzte und lädt einem die nächste Ladung auf den Tisch. Obwohl mir der Job Spaß macht, sehe ich immer weniger Sinn, mich bei meiner Arbeit richtig anzustrengen und mache daher nur das Nötigste. Das, was ich eben machen muss, damit es noch läuft, ohne mir dabei ein Bein auszureißen. Das hat auch nichts mit Burn-out zu tun. Ich habe kein Burn-out. Ich bin einfach nur wahnsinnig angepisst davon, jeden Tag 100 Prozent geben zu müssen. Die Arbeit funktioniert auch, wenn ich nur 70 Prozent gebe. Andere in meinem Ort leben von Sozialhilfe, sind kerngesund, fahren ein größeres Auto als ich und arbeiten überhaupt nichts, obwohl sie dazu eindeutig in der Lage wären. Ich Idiot stehe jeden Tag um 5:30 Uhr auf und gehe arbeiten, betriebsbedingt an manchen Tagen auch bis spät abends. Während ich durch die Firma flitze, liegen andere im Schwimmbad. Dank für meinen Einsatz bekomme ich kaum, weil es ja mehr oder weniger selbstverständlich ist, dass man seine Arbeit peinlich genau erledigt.


Doch damit ist seit geraumer Zeit Schluss. Ich gönne mir nun vielmehr Freizeit als vorher, nehme mir kaum Arbeit mit nach Hause und räume nicht mal mehr meine Aktentasche auf. Ich nehme sie morgens so mit, wie ich sie abends hingestellt habe. Inzwischen fliegen irgendwelche Blätter und Notizen darin rum, die ich schon lange nicht mehr brauche. Zehn Minuten lang die Aktentasche aufzuräumen ist mir aber zu viel Arbeit. Ich habe es so satt, immer hart für andere arbeiten zu müssen und so zu tun, als hätte ich da so wahnsinnig Bock drauf. Dann sieht die Tasche halt aus wie Sau. Merkt ja keiner und mir ist es egal. Ich werde wohl in Zukunft meine Anforderungen noch weiter herunterschrauben und am unteren Limit arbeiten. Wenn ich heute sterbe, bin ich morgen in der Firma vergessen. Warum soll ich mich zu Tode arbeiten, wenn am Ende ein Blumenkranz auf meinem Grab liegt, mit der Inschrift "Wir trauern um unseren Mitarbeiter." Am Arsch ihr Vollhonks! Ich genieße mein Leben und halte den Ball flach. Arbeit wird absolut überbewertet!

Beichthaus.com Beichte #00035223 vom 09.03.2015 um 16:48:28 Uhr (8 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Fettgondeln im Disneyland

7

anhören

Engherzigkeit Neugier Schamlosigkeit Urlaub Kalifornien

Vor einigen Jahren war ich (damals m/18) mit zwei Freunden für drei Tage im Disneyland. Am zweiten Tag war einer von ihnen krank und ist deshalb im Hotelzimmer geblieben. Mein anderer Kumpel und ich sind dann zusammen los. Eigentlich wollten wir zusammen in alle Fahrgeschäfte. Als wir allerdings am Eingangsbereich vom Disneyland ankamen, verließ gerade eine Gruppe sehr übergewichtiger Menschen einen Bus. Ich kann mir bis heute nicht wirklich erklären, warum, aber ich fand ihren Anblick und ihren Watschelgang irgendwie faszinierend. Ich habe meinem Kumpel gegenüber ein paar Witze über diese amerikanischen Tonnen gerissen. Er wirkte allerdings eher uninteressiert. Mein Kumpel und ich waren dann auf einigen Fahrgeschäften und ich hatte die Gruppe fettleibiger Menschen wieder vergessen. Einige Stunden später haben wir sie an einem Fahrgeschäft wiedergesehen. Einige von den Fettsäcken saßen inzwischen in Rollatoren. Ihr Fett quoll über die Sitze. Ich habe mich dann spontan entschieden, mich von meinem Freund zu trennen, um den Puddingwalzen zu folgen. Er hat mich entgeistert angeguckt und gefragt, wieso ich so einen Blödsinn machen will. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich langweile, weil Disneyland zu kindisch und deshalb auch zu langweilig für mich ist. Er hat mir einen Vogel gezeigt und ist seines Weges gegangen.


Ich bin den Rest des Tages unauffällig den amerikanischen Walen gefolgt. Wenn sie sich bei einem Fahrgeschäft anstellten, stand ich hinter ihnen in der Schlange. Wenn sie durch den Park spazierten, schlenderte ich in die gleiche Richtung. Ich habe auch fleißig ihre Unterhaltungen belauscht. Es ging meistens um Themen wie Diäten und Essen allgemein, sowie darum, wie gut ihnen Disneyland gefällt. Ich habe mich auch köstlich amüsiert, als ich wiederholt zusah, wie einige von ihnen wegen ihres gewaltigen Körperumfangs Schwierigkeiten hatten, sich in die Sitze von Fahrgeschäften zu quetschen. Bei einigen Fahrgeschäften wurde ihnen sogar von Angestellten gesagt, dass sie zu schwer sind. Dann wurden die Fettgondeln jedes Mal unglaublich wütend und sogar ausfallend. Das war natürlich auch sehr lustig für mich. Sie haben den ganzen Tag über auch Unmengen von Essen verputzt. Ich habe unauffällig dabei zugesehen. Obwohl mir von dem Anblick schlecht wurde, war es auch irgendwie faszinierend. Die Fleischkolosse haben den ganzen Tag lang nicht gemerkt, dass ich ihnen folgte. Ich habe dann sogar abends gemeinsam mit ihnen den Park verlassen. Die ganze Sache tut mir im Nachhinein ein wenig leid, wegen meines Kumpels. Allerdings habe ich später erfahren, dass er trotz meiner Abwesenheit einen schönen Tag hatte. Ich finde mein Verhalten an dem Tag einige Jahre später schon ziemlich komisch. Wiederholen würde ich es sicherlich nicht.

Beichthaus.com Beichte #00035182 vom 03.03.2015 um 08:13:35 Uhr in Kalifornien (Anaheim) (7 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Die Lockstoffe im Schweiß

6

anhören

Ekel Unreinlichkeit

Ich (m/23) bin momentan in einem Austauschjahr in England um Englisch zu lernen. Natürlich wird hier auch gerne jeden Abend kräftig gefeiert. Weil ich deshalb abends spät ins Bett komme, hole ich mein Schlaf am Nachmittag nach, da die Schule morgens so anstrengend ist. Nun mache ich es so, dass ich mein T-Shirt oder Hemd für die Party am Abend bereitlege und darin jeweils nach einer Dusche nachmittags für knapp vier Stunden schlafe. Die Shirts sind teilweise recht durchgeschwitzt, aber riechen danach sehr intensiv und gut nach mir. Weil ich gelesen habe, dass Schweiß Lockstoffe enthält, gehe ich bewusst am Abend in diesen Shirts fort. An den Reaktionen der Damen kann ich auch bereits erkennen, dass diese meinen Eigengeruch mögen. Das Shirt wechsle ich spätestens nach drei Tagen, ich will ja nicht stinken. Ich finde meine Methode nicht schlimm, als ich meinen Trick jedoch meinen Mitschülern hier erzählt habe, ekelten die sich. Darum habe ich erkannt, dass das vielleicht einige Leute befremdlich finden könnten, deshalb beichte ich hier.

Beichthaus.com Beichte #00035159 vom 26.02.2015 um 18:22:34 Uhr (6 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge