Die Bilanz von fünf Jahren Saufen

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Trunksucht Maßlosigkeit Diebstahl Last Night

Seit knapp fünf Jahren gehe ich mindestens zwei Mal im Monat mit Kumpels in die Düsseldorfer Altstadt, um mich am Wochenende sinnlos zu besaufen. Das allein wäre schon eine Beichte wert, jedoch denke ich, dass es vielleicht an der Zeit wäre, eine Fünf-Jahres-Bilanz bezüglich meiner regelmäßigen Besuche an der "längsten Theke der Welt" zu ziehen:
In den ganzen fünf Jahren habe ich in der Altstadt weder die Frau meines Lebens kennengelernt noch neue Freunde hinzugewonnen. Stattdessen habe ich es aber geschafft, mir insgesamt drei Mal das Handy und zwei Mal den Geldbeutel klauen zu lassen, da die Düsseldorfer Altstadt das Eldorado aller Taschendiebe zu sein scheint. Darüber hinaus habe ich es geschafft, mich drei Mal so abzuschießen, dass ich mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet bin. Warum meine Krankenversicherung alle drei Fahrten mit dem RTW übernommen hat, ist mir ein Rätsel. Zu meinen Alkohol-Abstürzen kommen noch zwei Platzwunden am Kinn und an der Augenbraue, die ich mir zugezogen habe, indem ich einmal im Suff einfach umgefallen bzw. ein anderes Mal gegen das Schild einer Bushaltestelle gerannt bin.


Da ich in den letzten Jahren eine ziemlich hohe Toleranz aufgebaut habe, sind Totalabstürze mittlerweile eine ziemliche Seltenheit geworden, allerdings nur, was die körperlichen Symptome betrifft. Früher war es noch so, dass ich, wenn ich zu viel getrunken hatte, irgendwann einfach kotzte, danach konnte ich eh keinen Blödsinn mehr anstellen, weil ich zu gar nichts mehr zu gebrauchen war. Mittlerweile ist es dagegen so, dass ich auch mit drei Promille noch ohne Probleme laufen kann und mich am nächsten Morgen auch noch an alles erinnern kann, allerdings benehme ich mich im Suff wie ein richtig asoziales Schwein. Das fängt schon damit an, dass meine Kumpels und ich bei warmem Wetter lieber draußen chillen, anstatt in einen Club zu gehen, weil man dadurch Geld spart und man, so scheint es, leichter mit Leuten ins Gespräch kommt, wenn man nicht durch laute Musik gestört wird. Leider ist mir viel zu spät aufgefallen, dass ab einer gewissen Uhrzeit nur noch drei Arten von Leuten auf der Straße saufen: Halbstarke Minderjährige, die noch nicht in den Club dürfen und schon längst zu Hause sein müssten, Kriminelle, die entweder dein Portemonnaie abziehen wollen oder dir Drogen verkaufen wollen, und Straßenpenner. Die einzige Frage, die sich stellt, ist, zu welcher Gruppe meine Freunde und ich gehören.


Wenn wir nicht saufen, machen wir meistens irgendeinen kriminellen Blödsinn. Zu unseren größten "Heldentaten" gehören unter anderem Vandalismus, kleinere Diebstähle, sexuelle Belästigung, Zechprellerei, Landfriedensbruch und so weiter. Wenn ich auf die fünf Jahre zurückschaue, muss ich sagen, dass sich das alles nicht gelohnt hat. Es hat mich nur viel Geld, viel Zeit und viele Synapsen meines Gehirns gekostet und meine Leber macht das wahrscheinlich auch nicht ewig mit. Wenn ich darüber nachdenke, dass das Schlimmste, was mir bei meinen "Abenteuern" passiert ist, eine Platzwunde war, muss ich sagen, dass ich noch verdammt viel Glück hatte. Ich habe mich oft nicht nur asozial, sondern im höchsten Maße verantwortungslos verhalten, sodass es fast ein Wunder ist, dass mir noch nie etwas richtig Krasses passiert ist wie z.B. ein Aufenthalt auf der Intensivstation samt Magenauspumpen, eingeschlagene Zähne oder Stress mit der Polizei. Ich war mehrmals in Situationen, in denen ich kurz davor war, in eine üble Schlägerei zu geraten oder den Abend in Handschellen zu beenden.


Ich habe den Eindruck, dass ich mit jedem weiteren Abend nicht nur noch mehr Zeit und Geld und Energie verschwende, sondern russisches Roulette spiele, weil ich beim Trinken immer ans absolute Maximum dessen gehe, was ich gerade noch so eben vertrage, ohne zu kotzen, und weil es theoretisch schon der nächste Düsseldorf-Abend sein kann, an dem ich mein Leben zerstöre. Des Weiteren habe ich festgestellt, dass mir die Altstadtabende immer weniger Spaß machen, weil es immer auf dasselbe hinausläuft: Saufen und Mist bauen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Altstadt-Karriere als asozialer Säufer und Kleinkrimineller hiermit zu beenden und mich mehr den Freunden zu widmen, mit denen nicht jeden Abend die Gefahr besteht, dass man entweder im Krankenhaus oder bei der Polizei endet. Des Weiteren habe ich beschlossen, meinen Alkoholkonsum signifikant zu reduzieren, weil ich mich bald selbst nicht mehr ausstehen kann, wenn ich so weitermache und im nüchternen Zustand trotzdem weiterhin vorgebe, ein anständiger, umgänglicher, verantwortungsbewusster, ausgeglichener und gebildeter Mensch zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00036082 vom 03.07.2015 um 18:05:53 Uhr (13 Kommentare).

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Das Karma und die Mobber

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Engherzigkeit Rache Overath

Ich (m/32) stamme aus sehr einfachen Verhältnissen. Mein Vater war Gelegenheitsarbeiter, wir lebten in einer sehr kleinen Wohnung zu sechst, doch ich hatte ein großes Ziel: Irgendwann rauskommen aus dieser Spirale, aus diesen beengten Verhältnissen und diesem Ghetto. Schon in der Grundschule war das für mich klar, und so schaffte ich nach der vierten Klasse den Übertritt aufs Gymnasium. Dummerweise gab es in der Nähe unserer Siedlung kein Gymnasium, und so musste ich auf eine Schule, die in einem sehr gehobenen Wohnviertel lag, und die meisten meiner Mitschüler kamen aus ebensolchen Familien. Natürlich war schnell bekannt, dass ich aus ärmlichen Verhältnissen komme, und war ab diesem Zeitpunkt als das asoziale Dreckskind bekannt. Ich litt still, denn auf meine sachlichen Wehrversuche wurden lediglich mit Gelächter und weiterem Mobbing reagiert. Schlagen wollte ich nicht, denn mir war klar, dass ich dann endgültig als das böse, asoziale Kind abgestempelt war. Das psychische Mobbing - Gewalt war nicht dabei, aber Verbales kann genauso schlimm sein - ging die ganzen Jahre weiter, bestand nicht nur während der ersten Jahre, als man ja noch ein Kind war, sondern auch in den späteren Stufen als Jugendlicher. Und ich hatte denen ja nichts getan. Es war nicht jeder aktiv beteiligt, aber die Mitläufer lachten zumindest mit und das verurteile ich genauso. Ich überstand die Schulzeit, konzentrierte mich auf meine Leistungen, studierte und wurde Maschinenbauingenieur. Zu den beiden großen Klassentreffen, zu denen alle eingeladen wurden, ging ich nicht hin - warum auch. Scheinheilig.


Vor zwei oder drei Jahren brannte in einem anderen Ortsteil unserer Stadt ein großes Einfamilienhaus bis auf die Grundmauern aus. Todesopfer oder Schwerverletzte gab es zum Glück nicht, aber das junge kinderlose Ehepaar, beide im gleichen Alter wie ich und meine Frau, stand vor dem Nichts. Es war quasi nichts übrig. Ich fand das furchtbar, doch dann las ich in der Zeitung den Namen der Familie: XY. Moment einmal, den Namen kennst du doch, dachte ich, denn der Name ist recht selten. Ich fand heraus, dass es sich tatsächlich um meinen ehemaligen Klassenkameraden vom Gymnasium und einen der aktivsten Mobber, handelte. Ich erfuhr außerdem, dass die Guten nicht ordentlich versichert waren. Und das Haus war noch längst nicht abbezahlt, sie hatten es wohl während des Studiums fast ohne Eigenkapital gekauft. Ich beichte, dass ich an diesem Tag mit einem zufriedenen Grinsen ins Bett gegangen bin. Meine Frau hat den Leuten etwas gespendet, ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen. Ich bin kein Mensch, der an Rache denkt. Aber als dann ohne mein Zutun etwas geschah, spürte ich doch innere Zufriedenheit. Wären Kinder mit im Spiel gewesen, wäre das nicht so gewesen, das weiß ich. Ich bitte trotzdem um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00036035 vom 28.06.2015 um 20:18:58 Uhr in Overath (15 Kommentare).

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Wenn Sex langweilig wird

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Begehrlichkeit Verzweiflung Feigheit Partnerschaft Waltershausen

Ich (w/29) beichte, dass ich noch nie einen Orgasmus mit meinem Partner hatte. Ich besorge es mir regelmäßig selbst, weil es mich einfach mehr erregt und ich weiß, wie es sich gut anfühlt. Mein Partner und ich haben sehr selten Geschlechtsverkehr, was mich auch nicht stört. Ich lasse ihn ab und zu ran, damit er zufrieden sein kann. Die körperliche Nähe genieße ich absolut, aber leider komme ich nicht zum Orgasmus. Deswegen verlange ich kaum Sex, es fehlt mir ja auch nicht. In meiner Fantasie habe ich oft und mit vielen Personen Sex - manchmal will ich einfach mal jemanden Neues ausprobieren. Er ist auch mein erster Sexualpartner. Ich beichte, dass ich nicht weiß, wie ich mit meinem Partner darüber reden soll und wie wir unser Sexualleben verbessern können. Ich habe schon an Spielzeug und Co. gedacht, mich aber letzten Endes nicht getraut, dieses zu besorgen.

Beichthaus.com Beichte #00035899 vom 10.06.2015 um 22:18:43 Uhr in Waltershausen (9 Kommentare).

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Weltfrieden ohne Religion?

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Unglaube Zorn München

Ich möchte beichten, dass ich alle Religionen total bescheuert finde und es einfach nicht verstehen kann, wie man im Jahr 2015 noch daran glauben kann. Klar, kann man nicht alles erklären, aber die bekannten Glaubensrichtungen sind für mich - so mies es klingt - Unsinn. Ich habe viele Freunde, die gläubig sind und respektiere es auch, so lange man mir nichts aufzwingen möchte. Vielen hilft der Glaube ja auch im Leben, muntert einen auf und so weiter. Für mich persönlich ist es allerdings einfach nur Gehirnwäsche, die teilweise auch auf Angst basiert. Das alles würde ich diesen Freunden auch niemals sagen, aber ich glaube, wenn es keine Religionen gäbe, wären wir auf dieser Welt schon viel weiter, was "Weltfrieden" angeht.

Beichthaus.com Beichte #00035884 vom 08.06.2015 um 19:15:17 Uhr in 80333 München (Goethestraße) (26 Kommentare).

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Lügen über meine Vergangenheit

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Lügen Falschheit Peinlichkeit Partnerschaft

Ich möchte hiermit beichten, dass ich meine Freundin seit dem Beginn unserer Beziehung belüge. Ich (m/Mitte 20) bin zwar nicht hässlich, aber auch nicht gerade der Traumtyp von Mann, sehe also eher normal aus. Mein Problem war es allerdings für lange Jahre, dass ich nicht mit Frauen reden konnte, obwohl ich ansonsten alles andere als schüchtern bin. Ich habe auch kein Problem damit, mit Frauen, mit denen ich befreundet bin, zu reden, nur wenn es um mehr gehen sollte, habe ich immer den Schwanz eingekniffen. Das Ganze führte dazu, dass ich mit 21 noch Jungfrau war und begonnen habe, Sex mit Prostituierten zu haben, von welchen ich auch entjungfert wurde. Nachdem ich dann meine Freundin kennengelernt habe, kam natürlich auch irgendwann das Thema Ex-Beziehungen auf. Während dieses Gespräches erzählte ich ihr, dass ich im Alter von 17 mein erstes Mal hatte und ihr keine Bilder meiner Ex-Freundinnen zeigen kann, da ich mit diesen nicht mehr in sozialen Netzwerken oder sonst irgendwie in Kontakt stehe. Auch auf die Frage nach Namen habe ich geantwortet, dass ich ihr keine nennen möchte, da ich mit den Themen abgeschlossen habe.


Nachdem sie penetrant genug war, habe ich ihr den Namen einer ehemaligen Bekannten aus einem anderen Teil Deutschlands genannt, was sie wohl vorerst zufriedenstellt. Meine Angst ist nun, dass sie diese Lügen irgendwann aufdeckt - vor meinen Kumpels habe ich auch immer wieder Geschichten erfunden, da ich in einem anderen Bundesland arbeite, war das kein Problem - und sie mir nicht mehr vertraut. Gerade meine Geschichten mit den Prostituierten dürfte sie ziemlich stören, auch wenn davon, außer mir und den käuflichen Damen, niemand weiß. Ich hoffe, dass mir meine Lügen vergeben werden.

Beichthaus.com Beichte #00035873 vom 06.06.2015 um 17:38:03 Uhr (13 Kommentare).

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