Mein undankbarer Freund

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Dummheit Zorn Verzweiflung Feigheit Partnerschaft Münster

Ich bin mit einem Mann zusammen, bei dem ich schon länger den Eindruck habe, dass er von mir genervt ist und nur darauf wartet, dass ich Schluss mache. Statt auf mein Gefühl zu hören, denke ich mir jedoch immer wieder: "Quatsch, das bildest du dir nur ein". Aber heute war mal wieder so eine Situation. Er war die letzten zwei Tage im Krankenhaus und ich habe mich natürlich um ihn gekümmert. Heute kam dann die freudige Nachricht, dass ich ihn abholen kann - er wirkte auf mich auch so, als ginge es ihm gut. Wer herzhaft über das TV-Programm lacht und zuvor schon fleißig virtuelle Aliens abgeknallt hat, dem scheint es so übel nicht zu gehen. Also legte ich mich zu ihm ins Bett, weil ich mich so freute, ihn wieder bei mir zu haben und kuschelte mich an ihn. Als er dann nicht reagierte und nur die Arme verschränkte, erkundigte ich mich dann tatsächlich, ob er mich nicht mal in den Arm nehmen wolle, weil ich mir solche Sorgen um ihn gemacht hätte. Das hat er natürlich nicht gemacht. Gott - muss das schrecklich sein, mit Freundinnen, die sich immer anbiedern. Die armen Männer. Später wollte der Herr dann schlafen, aber ich habe das offensichtlich nicht schnell genug verstanden und mich erdreistet, nach der zweiten fadenscheinigen Andeutung noch dort zu sitzen und unverständlich zu schauen.

Prompt kam ein Rüffel, der sich gewaschen hatte - was er wolle, warum es ärgerlich sei und dass er diesen Stress nicht haben kann. Warum ich ihn so in Verlegenheit bringe und nicht einfach verstehe, was er meint. Ich solle dann doch bitte meiner Wege gehen. Man darf sich das also vorstellen, wie bei dem Opa auf dem Bauernhof. Wenn der Hund gerufen wurde, hatte er gefälligst zur Stelle zu sein - aber wenn Hasso dann mal wieder im Weg rumsteht, bekommt er einen Tritt. Nur, damit mich niemand falsch versteht - ich habe mich natürlich nicht nur um ihn gekümmert, damit er später nett zu mir ist. In einer Beziehung steht man seinem Partner schließlich bei, wenn er krank ist, ich hatte nur nicht erwartet, dass er so undankbar wäre. Ich meine, wenn mir jemand sechs Stunden lang Kotztüten hinhalten würde, dreimal am Tag ins Krankenhaus kommt, weil ich dieses oder jenes brauche - dann fiele mir nicht im Traum ein, dieser Person gegenüber dann kalt und abweisend zu sein. Und mich als Krönung auch noch rotzfrech zu verhalten. Jetzt schläft er, wahrscheinlich aber nicht sonderlich gut - vermutlich werde ich mir morgen anhören dürfen, was ich mir dabei gedacht habe. Und ich? Tja, ich sitze hier und nippe an einem Glas Wein, statt einfach mal den Mut aufzubringen, um mit ihm Schluss zu machen, weil solche Sachen immer häufiger vorkommen. Herr, wirf Hirn vom Himmel - oder zumindest den Mumm, den ich brauche.

Beichthaus.com Beichte #00032033 vom 12.10.2013 um 01:30:08 Uhr in 48155 Münster (Kesslerweg) (19 Kommentare).

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Als Lehrer versagt

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Engherzigkeit Falschheit Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Schule

Ich bin seit über 20 Jahren Lehrer an einer Grundschule und ja, ich gebe es, wenn auch nur anonym zu: Ich kann einige Schüler/innen nicht ausstehen. Ich mag Kinder, sonst wäre ich nicht Lehrer geworden, aber es gibt auch die Sorte von Kids, die man einfach nicht geschenkt haben möchte und die einen innerlich zur Weißglut treiben. Ich bin Pädagoge genug, um mir vor ihnen nichts anmerken zu lassen oder sie zu benachteiligen - meinen (zum Glück noch) starken Nerven sei Dank! Ich versuche immer, alle Kinder gleich zu behandeln, was gewiss nicht einfach ist. Ich habe ziemlich gute und nette Kollegen, die ein Lied von schwierigen Schülern und deren ebenso komplizierten Eltern singen können. Das lässt einiges leichter ertragen! Nun ist es mir allerdings doch passiert. Ich schäme mich dafür, denn meine Fairness und Selbstbeherrschung hat plötzlich komplett versagt. Ich hatte gestern einen Schüler im Unterricht, der ohnehin schon einige Schwierigkeiten macht und mir in der Mathematik-Stunde den letzten Nerv geraubt hat. In der Pause ging er mit den anderen Schülern dann auf den Schulhof, ich blieb im Klassenraum, um mich auf die nächste Stunde vorzubereiten. Vom Fenster aus konnte ich dann beobachten, wie er von ein paar anderen Jungen aus der Parallel-Klasse in die Ecke gedrängt und ausgelacht wurde.


In diesem Moment stand ich nur da und wartete ab. Beim Auslachen blieb es aber nicht, sie schubsten ihn grob herum, rissen ihm seine Brotbüchse aus der Hand und warfen ihm - wohl wegen seines Übergewichts - gehässige Gemeinheiten an den Kopf. Ich hätte normalerweise sofort eingegriffen, doch ich stand gefühlte fünf Minuten noch immer wie angewurzelt da und dachte mir im Inneren, dass der kleine Satansbraten genau das verdient hat. Im Unterricht hatte er ständig die große Klappe und nun konnte er sich nicht mal verteidigen. Ja, es war eine Genugtuung für mich, nach all dem Ärger, den er mir bereitet hatte, zu sehen, wie hilflos er sich nun fühlte. Im gleichen Moment schämte ich mich aber für diese wirklich dummen Gedanken und konnte noch sehen, wie die Jungs wieder wegliefen und er ganz betrübt dastand. Dieser Moment war für mich als Lehrer wirklich erschreckend, ich bekam ein schlechtes Gewissen und musste mich erst wieder sammeln. Warum schritt ich nicht sofort ein, sondern blieb stehen und freute mich innerlich, dass er mal eine Abreibung bekam? Hatte ich als objektiver, sachlicher Lehrer versagt? Warum ließ ich mich von meinen Emotionen so dermaßen leiten und wieso hatte ich das Gefühl, bei etwas ertappt worden zu sein? Er war doch ein Kind und ich der Erwachsene! Als er den Klassenraum wieder betrat, konnte ich ihm nicht mehr in die Augen blicken und hatte das Gefühl, er wisse von meinen Gedanken, dass ich am Fenster stand und alles, ohne mit der Wimper zu zucken, beobachtet hatte. Ich fühle mich so mies und ungerecht, dass ich das hier beichten konnte, hat mein Gewissen zwar minimal erleichtert, aber bis ich die ganze Sache verdaut habe, dauert es wohl noch. Und egal, wie schrecklich sich auch ein Schüler im Unterricht aufführt, wenn er Hilfe braucht, werde ich trotzdem einschreiten, ich schwöre es!

Beichthaus.com Beichte #00032030 vom 10.10.2013 um 13:53:23 Uhr (27 Kommentare).

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Beziehung mit dem Hund

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Falschheit Begehrlichkeit Morallosigkeit Partnerschaft Tiere

Ich liebe meinen Hund mehr als meinen Freund - gut, eigentlich ist es sein Hund. Ein kleiner, wirklich unbeschreiblich süßer Jack-Russel-Terrier, fast vier Jahre alt. Ich liebe Tiere ohnehin schon über alles und ziehe ihre Gesellschaft auch der eines Menschen vor. Meinen Freund lernte ich vor einem Jahr kennen - dass er noch einen Hund hatte, machte das Glück umso perfekter. Die Beziehung zu meinem Freund ist nicht immer einfach, wir streiten ab und an und haben oft Meinungsverschiedenheiten, deshalb denke ich manchmal darüber nach, mich von ihm zu trennen. Ich tue es aber nicht, weil ich dann auch den Hund verlieren würde und er ist mein Ein und Alles geworden. Ich knuddele und kuschele so gerne mit ihm! Wir sind ein Team geworden - er schläft bei uns im Bett, wartet auf mich, bis wir dann gemeinsam schlafen gehen und spielen, wann es nur geht. Wenn ich ihn einfach nur anblicke, bin ich hin und weg.


Der Hund wird sehr von mir verwöhnt und bekommt unendlich viel Liebe. Ich bin für gewöhnlich sehr geizig und achte auf jeden Cent, aber für den Hund gebe ich echt viel Geld aus. Meinem Freund schenke ich allerdings sehr selten etwas und bin bei ihm auch generell eher geizig. Bisher ist das kein Problem in unserer Beziehung, mein Freund findet es in Ordnung, dass ich den Hund so abgöttisch liebe - aber manchmal, wenn ich so still und heimlich überlege, wen ich eher aus einem brennenden Haus retten würde, bin ich schon etwas erschrocken über mich selbst. Selbst wenn wir Sex haben, hoffe ich insgeheim, dass wir schnell fertig sind, damit ich wieder mit dem Hund knuddeln kann. Für den Hund würde ich sterben, für meinen Freund nie und nimmer! Ich liebe und brauche ihn auch, doch an erster Stelle wird immer mein kleines Baby, der Hund, stehen! Ich weiß, dass das wahnsinnig komisch klingen muss, aber wer Tiere so sehr liebt, wie ich es tue, wird mich vielleicht verstehen.

Beichthaus.com Beichte #00032020 vom 09.10.2013 um 14:55:30 Uhr (23 Kommentare).

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Stichhaltige Rache

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Rache Boshaftigkeit Zorn Familie

Ich (w/28) kann meine Schwägerin nicht ausstehen. Sie ist total egoistisch, hält sich für eine Königin und will immer nur das Beste von allem - aber selbst etwas geben kommt nicht infrage. Mein Mann meint, sie wäre als Kind schon so gewesen und hätte nie irgendetwas geteilt. Ein Beispiel war eine Reise, die wir als Geschenk für meine Schwiegereltern geplant hatten. Natürlich war es so geplant, dass mein Mann und ich die Hälfte der Kosten zahlen und die Beiden die andere Hälfte übernehmen. Aber nein - Madame jammert die ganze Zeit, wie unfair das doch wäre, da wir beide Vollzeit arbeiten, während sie doch nur halbtags arbeiten geht, und nur ihr Mann den ganzen Tag schuftet. Dabei verdient mein Schwager übrigens so gut, dass beide zusammen ungefähr auf den gleichen Lohn kommen dürften, wie mein Mann und ich. Aber die größte Frechheit war, dass sie einmal bei uns übernachteten und sich erst einen Tag vorher ankündigten - sie gingen einfach davon aus, dass wir am Wochenende nichts zu tun hätten. Noch dazu beschwerte sie sich permanent!


Ihr passte das Gästezimmer nicht, das wir auf die Schnelle noch geputzt und aufgeräumt hatten - schließlich könne sie auf keinen Fall in einem Zimmer schlafen, das nach Osten zeigt, dann scheint ja am Morgen die Sonne rein. Aber die Jalousie kann sie auch nicht komplett runterziehen, da dann nicht genug Luft in den Raum kommt. Und überhaupt ist die Wandfarbe auch nicht passend, denn die regt sie zu sehr auf. Noch dazu wurden wir dann als unverschämt hingestellt, weil wir ihnen nicht unser Bett angeboten haben! Zum Glück wies mein Mann sie dann zurecht, dass sie gefälligst Ruhe geben solle, oder sie könne draußen schlafen. Sie war zwar beleidigt, aber endlich ruhig. Mein Schwager war offensichtlich peinlich berührt, doch wie immer traute er sich nicht, ihr zu widersprechen.


Am nächsten Morgen ging es dann munter weiter. Sie hatte furchtbare Rückenschmerzen von ihrem Gästebett, die Vögel haben zu laut gezwitschert und der Kaffee war nicht koffeinfrei. Die Brötchen, die extra frisch vom Bäcker kamen schmeckten ihr nicht und wir hätten gefälligst Pflaumenmus kaufen sollen, da wir ja wussten, dass sie es gerne isst. Als wir dann im Gegenzug einmal bei den beiden übernachteten, tat sie allerdings so, als wäre das ein unzumutbarer Aufwand, obwohl wir extra einen Monat vorher gefragt hatten. Wir schliefen dann in einem staubigen und komplett zugemüllten Schlafzimmer - schließlich hatte sie keine Zeit gehabt, um aufzuräumen. Nur zur Erinnerung, sie arbeitet nur halbtags und hat auch keine Kinder oder geht ehrenamtlichen Tätigkeiten nach. Am nächsten Morgen kam sie auch nicht auf die Idee, mal aufzustehen und Frühstück zu machen - wie sich das für Gastgeber gehört - sondern sie lag bis Mittags im Bett und scheuchte stattdessen ihren Mann raus. Das Frühstück fiel bescheiden aus, denn sie hatte es auch nicht geschafft, mehr zu kaufen, als eine Tüte Brötchen zum Aufbacken und ein Stück Butter.


Als wir dann vor einiger Zeit auf einer Familienfeier waren, übernachteten alle Gäste in dem Gasthof in Gästezimmern. Da sah ich endlich eine Möglichkeit, um meiner Schwägerin eins auszuwischen. Nicht weit von dem Gasthof entfernt war ein Teich, der regelmäßig von riesigen Mückenschwärmen umgeben ist. Und meine Schwägerin hasst Mücken! Sie ist immer diejenige, die zuerst gestochen wird. Unter dem Vorwand, vor der Feier noch einen kleinen Spaziergang zu machen, ging ich zu dem Teich - natürlich mit entsprechend langer Kleidung, damit ich nicht selbst von den Mücken gestochen werde. Dort fing ich dann etliche der Mücken ein und verstaute sie in Gläsern mit Deckel, die ich mir zuvor besorgt hatte. Ich erkundigte mich, in welchem Zimmer meine Schwägerin übernachten würde und schmuggelte die Mücken während der abendlichen Feier in den Raum. Dann wartete ich den restlichen Abend gespannt darauf, dass meine Schwägerin zu Bett gehen würde. Schließlich verließ sie, wie üblich, als eine der Ersten die Feier, denn sie braucht ja ihren Schönheitsschlaf. Ungefähr eine viertel Stunde später kreischte sie von oben, dass ihr Mann gefälligst sofort kommen solle. Am nächsten Morgen war sie völlig zerstochen und kratzte sich permanent, die Mücken hatten ganze Arbeit geleistet. Es tut mir nur für meinen Schwager leid, der zwar nur zwei oder drei Stiche abbekommen hat, aber die ganze Nacht Mücken jagen und sich ihr Gejammer anhören musste. Und für die Mücken, denn die haben das Ganze leider nicht unbeschadet überstanden.

Beichthaus.com Beichte #00032003 vom 06.10.2013 um 01:53:20 Uhr (25 Kommentare).

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Hallo!

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Peinlichkeit Schamlosigkeit Engherzigkeit

Ich möchte gerne beichten, dass ich ab und an versuche, etwas Farbe in meine so triste und farblose Welt zu bringen. Deshalb bringe ich Passanten gerne in peinliche Situationen. Wenn ich zum Beispiel an einer Ampel neben einer Person stehe, hole ich mein Handy raus und sage einfach laut "Hallo". Die Menschen gucken dann immer schnell weg und tun so, als hätten sie sich gar nicht angesprochen gefühlt. Gestern erst habe ich das wieder getan. Ich ging hinter einem Jungen her und habe dann gemerkt, dass er immer schneller wurde. Zu meinem Glück musste er dann über dieselbe Ampel wie ich. Natürlich habe ich die Situation ausgenutzt, das Handy gezückt, es an mein Ohr gehalten und einmal laut "Eeeey!" gesagt. Er drehte sich auch wie gewünscht um und hat mich komisch angeschaut, dann hat er sich aber ganz schnell wieder zurückgedreht. Das war ihm offenbar so peinlich, dass er, sobald die Ampel grün wurde, zum schnellen Gang ansetzte. Ich folgte ihm noch eine Weile, aber dann ist er mir leider entwischt, als er in einen Hinterhof abbog. Ich bitte um Absolution dafür, dass ich die Menschen in solche Situationen bringe.

Beichthaus.com Beichte #00031999 vom 04.10.2013 um 16:29:48 Uhr (15 Kommentare).

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