Nach dem Tod meines Vaters

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Verzweiflung Ignoranz Selbstverletzung Tod

Vor fast zwei Jahren wurde mein Vater plötzlich krank und verstarb. Aufgrund der langen Distanz, die uns trennte und anderer Sachen konnte ich nicht zu seiner Beerdigung. Ich hatte ihn die Jahre davor auch nicht sehen können, wir haben immer nur telefoniert. Ich hatte mir immer vorgenommen, ihn zu besuchen, doch dann kam alles ganz anders. Alte Gefühle kamen wieder hoch, vorhergegangene Todes- und Suizidfälle in meinem Familien- und Freundeskreis, die ich noch nicht verdaut hatte. Alles sammelte sich an und ich platzte. Meine Mutter war keine Unterstützung, da sie meinen Vater hasste und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Daraufhin fing ich an, zu hungern, aus Traurigkeit und Reue, hin und wieder trank ich auch heimlich. Nun hatte ich seit Wochen nicht ordentlich gegessen, ich war zu diesem Zeitpunkt ziemlich untergewichtig, konnte nicht wirklich klar denken und sah nicht "gesund" aus. Ich machte viel Scheiß, benahm mich anders als sonst, ging oft aus. Ich wollte nicht mehr die brave Tapfere sein, sondern versuchte, eine innere Wut loszuwerden. Mir machte vor allem diese Ungerechtigkeit zu schaffen.

Bei einer Feier lernte ich dann einen älteren Mann kennen, der sich als Seelendoktor erwies. Ich unterhielt mich mit ihm und fühlte mich endlich geliebt und verstanden. Was ich übersehen wollte, war, dass er nur mit mir ins Bett wollte. Kurz und knapp: Er fickte mich und warf mich dann weg, er begleitete mich nicht einmal nach Hause. Ich konnte es erst einige Zeit verdrängen, sogar kurz vergessen, aber dann holten mich die Gefühle und verdrängten Erinnerungen ein. Dass alle meine Freunde und vor allem meine Familie nicht auf mich zugegangen sind, mich nicht gefragt haben, wie es mir geht und alle meinen Zustand tabuisiert haben, tut immer noch sehr weh. Inzwischen habe ich wieder etwas Gewicht zugelegt, aber die inneren Wunden bleiben. Seitdem kann ich keinem mehr vertrauen und habe jegliche Hoffnung an so etwas wie (Menschen-)Liebe verloren. Ich lebe vor mich hin, bin nicht wirklich anwesend. Neben dieser Taubheit verspüre ich nur noch eine tiefe Traurigkeit. Ich kann mir selbst nicht verzeihen, dass ich nicht besser auf mich aufgepasst habe. Und dass ich mir selbst die Illusion aufgebaut habe, dass ich vertrauen und lieben kann. Ich möchte aber auch meinen verantwortungslosen Umgang mit mir selbst beichten, denn ich bereue das heute.

Beichthaus.com Beichte #00032399 vom 14.12.2013 um 21:46:05 Uhr (13 Kommentare).

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Der Dreier für 60 Euro

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Prostitution Verschwendung Hochmut

Der Dreier für 60 Euro
Bei einem Besuch in einer, für ihre blühende Rotlichtszene bekannten, Stadt in Norddeutschland hatte ich (m/22) eine unvergessliche Begegnung. Der Abend lief nicht besonders erfolgreich, was die Frauensuche anbelangte und so kam es, wie es kommen musste - ich ließ mich von zwei netten Damen bequatschen, doch einmal mit ihnen auf das Zimmer zu kommen. Der Deal war ein Dreier für 60 Euro. Dass das etwas günstig ist, war mir gleich bewusst, aber man probiert halt Mal sein Glück. Da ich eigentlich sowieso kein großer Freund von Nutten bin und ich mehr aus Langeweile mitgegangen bin, hatte ich außer den 60 Euro auch nichts zu verlieren. Ich ging also mit und im Zimmer angekommen machten sich die Mädels auch gleich an die Sache, mich ein wenig zu verwöhnen. Es artete aber sehr schnell in eine Art Kaffeefahrt aus, bei der mir so ziemlich alles angedreht wurde, außer das, was mir versprochen war. Ein Dreier bedeutet für mich nun mal, dass man vögelt. Die Ladys sahen das aber etwas anders und wollten für Sex mehr Geld haben. Im Preis inbegriffen sei nur ein Handjob.

Während die Lockige bereits damit anfing, der Arbeit nachzugehen, habe ich die Hübschen dann höflichst gebeten, sich wieder an die Straße zu stellen, sich mit den 60 Euro etwas Schönes zu kaufen und sich einen anderen Dummen zu suchen. Die Aussage: "Wichsen kann ich mir selbst einen, da brauche ich euch nicht dazu!" verstimmte die Beiden dann doch etwas. Mit den Worten: "Leg mal deine arrogante Art ab und verpiss dich!" bin ich dann aus dem Zimmer gebeten worden. Ich konnte nicht anders, als ihnen noch einen schönen Abend zu wünschen und viel Erfolg beim Ficken. Ich beichte also, dass ich lieber 60 Euro wegwerfe als mich, meiner Meinung nach, verarschen zu lassen. Zusätzlich möchte ich mich für meine arrogante und abwertende Art entschuldigen, denn eigentlich machen die ja auch nur Ihren Job. Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00032398 vom 14.12.2013 um 15:02:07 Uhr (37 Kommentare).

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Der falsche Amerikaner

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Falschheit Betrug Lügen Engherzigkeit

Wenn ich ausgehe - oder auch ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit besuche, spreche ich gerne mal englisch und gebe mich dadurch als Tourist aus. Angefangen hat es damals, als ich in eine Bar wollte, in welcher ich Hausverbot hatte, weil ich mal über den Tresen gereiert habe. Ich habe mich dann als Touristen ausgegeben und bin reingekommen. Mittlerweile habe ich bemerkt, dass ich als "Tourist" viel einfacher und ungezwungener in Gespräche verwickelt werde bzw. Leute in Gespräche verwickeln kann. Zudem wird man als vermeintlicher Tourist viel höflicher behandelt. Und in Restaurants gibt es gerne mal einen einheimischen Schnaps aufs Haus. Es tut mir leid gegenüber all jenen, die glauben, Mike der Amerikaner lässt euch bei ihm schlafen, wenn ihr Mal in die Staaten kommt. Und die Mailadresse ist übrigens auch nicht echt.

Beichthaus.com Beichte #00032396 vom 13.12.2013 um 17:32:33 Uhr (16 Kommentare).

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Kummerkasten für eine Nacht

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Feigheit Lügen Selbstsucht

Ich (w) möchte beichten, dass ich zu einer Zeit, in der ich mit meinem Freund lang anhaltenden und heftigen Streit hatte, einem völlig unbeteiligten Mann übel mitgespielt habe, um mich besser zu fühlen. Damals verbrachte ich gerade einige Tage bei meinen Eltern, da ich für eine Prüfung lernen musste, und daheim nicht die nötige Ruhe finden konnte. Auch an diesem Tag war ich wieder ziemlich down, weil es trotz der Distanz wieder Streit gegeben hatte. Wir hatten versucht, uns einfach ganz normal per Telefon zu unterhalten, und das war in die Hose gegangen, als die Gereiztheit wieder überhandnahm. Daraufhin wurde verärgert aufgelegt, und ich schmiss vor lauter Frust mein Vorhaben, an dem Tag noch das Kapitel durchzuarbeiten. Stattdessen setzte ich mich mit einem Bier vor meinen Rechner und begann, auf einer x-beliebigen Chatseite mit den Menschen zu texten. Ich wollte einfach mal ein paar freundliche Worte hören, und da es bereits spät war, wollte ich weder meinen besten Freund noch meine Schwester mit meinem Rededrang behelligen. Relativ schnell kam es dazu, dass ich mich mit einem jungen Mann gut verstand, er war, wenn ich mich recht entsinne, etwa 23 Jahre alt, also etwas jünger als ich. Wir unterhielten uns am Telefon, und mir war schnell klar, dass dies ein schüchterner Kerl mit wenig Erfahrung war, der gerade einfach überglücklich war, mit einer Frau zu sprechen. Noch dazu einer, die seine Interessen teilte und anscheinend alles toll fand, das er von sich gab. Das stimmte aber auch tatsächlich. Angesichts der Streitereien fand ich diesen Mann gerade einfach supernett und hielt ihn für den feinsten Kerl der Welt. Dementsprechend war ich freundlich und höflich zu ihm, aber muss zugeben, dass es mir ebenso recht gewesen wäre, wenn ein x-beliebiger anderer freundlicher und lieber Mensch dort gesessen und mit mir geredet hätte.


Es tat einfach so gut, einmal nette Worte von einem Mann zu hören. Das ich vergeben war, sagte ich ihm nicht, er fragte jedoch auch nicht, und ich stellte ihm nichts in Aussicht. Aber ich denke, er hat sich ziemlich große Hoffnungen gemacht. Das merkte ich dann am nächsten Morgen, kurz nach acht Uhr in der Früh, als knappe fünf Stunden nach dem Auflegen eine SMS von meinem Gesprächspartner kam. Er konnte es nicht einmal einen Tag lang aushalten, der unbeholfene Kerl. Ich verfluchte mein Ich vom Vorabend. Dass ich herzloses Weib nun wohl die süßeste männliche Jungfrau der Welt für andere Frauen verdorben haben könnte, einfach nur durch mein kaltes und egoistisches Verhalten. Da ich jedoch andere Sorgen hatte, schob ich die Aufklärung der Angelegenheit auf die lange Bank. Dies tat ich immer wieder, bis ich eines Tages, Jahre später, wieder die SMS in meinem Speicher fand - ich hatte sie nie gelöscht, weil ich mich immer darum hatte kümmern wollen. Nun ist es natürlich zu spät und ich schäme mich dafür. Ich beichte hiermit, dass ich nicht den Mumm hatte, einem lieben Kerl vernünftig zu sagen, dass ich weder etwas von ihm wollte, noch wirklich Interesse an ihm als Person hatte. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00032390 vom 12.12.2013 um 20:41:51 Uhr (9 Kommentare).

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Der Geruch der Landsalami

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Ekel Schamlosigkeit Ernährung Rudolstadt

Ich habe schon seit längerer Zeit eine Vorliebe für Landsalami. Nicht, weil sie mir besonders gut schmeckt, sondern weil ich davon heftige Blähungen bekomme und den Geruch meiner vollmundigen Ausstöße genieße. Ich hoffe, dass ich dieses Laster irgendwann wieder loswerde - denn es tut mir für jeden leid, der diese Gerüche meinetwegen ertragen muss. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032387 vom 12.12.2013 um 23:16:42 Uhr in Rudolstadt (4 Kommentare).

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