Atheistin auf der katholischen Mädchenschule

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Ungerechtigkeit Morallosigkeit Schule

Obwohl ich Atheistin bin, war ich auf einer katholischen Mädchenschule. Und jedes Mal, wenn wir in die Kirche mussten, also an Weihnachten, Ostern und so weiter - habe ich meine Kopfhörer mitgenommen und Musik gehört. Ich bin auch nur auf die Schule gegangen, weil meine beste Freundin auch dort war. Außerdem möchte ich beichten, dass ich meinem Religionslehrer das Unterrichten zur Hölle gemacht habe. Ich glaube er denkt immer noch, dass ich ADHS habe.

Beichthaus.com Beichte #00035382 vom 03.04.2015 um 09:52:10 Uhr (9 Kommentare).

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Lügen bis zum Tod

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Falschheit Lügen Familie Hinterhermsdorf

Ich bin als Scheidungskind bei meinem Vater aufgewachsen. Das habe ich mir selbst so ausgesucht, da ich mich irgendwie immer besser mit meinem Vater verstanden habe als mit meiner Mutter. Die Trennung erfolgte als ich sechs war, die richtige Scheidung als ich dann acht war. Bis dahin hatte ich auch immer noch Kontakt mit meiner Mutter. Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, zog meine Mutter mit meiner inzwischen geborenen Halbschwester in eine andere Stadt und meldete sich nicht mehr - bis zu meinem 15ten Geburtstag. Heute haben wir zwar wieder normalen Kontakt, aber es ist halt kein normaler Mutter-Sohn-Kontakt. Ich wohnte also mit meinem Vater alleine. Er war Frührentner und musste aufgrund einer Erkrankung am Rücken schon früh aus dem Dienst auscheiden. Er hatte bei den Justizbehörden gearbeitet. Als ich sieben war, hat er dort aufgehört und war demnach auch jeden Tag für mich da. Er fing dann an, am Wochenende einer Nebenbeschäftigung nachzugehen, um etwas mehr Geld zu verdienen und mir ein gutes Leben bieten zu können. Ich sang in einem damals bekannten Jungenchor, der mich jede Woche meist 3-4 Tage irgendwo einspannte, sei es Konzerte, Proben, Reisen oder Ähnliches. Da unterstützte er mich aufs vollste, gerade am Wochenende, wenn wir einen Auftritt hatten, der etwas später endete, sollte ich oftmals ein Taxi nach Hause nehmen - wenn er arbeitete und mich nicht abholen konnte - was immer so 40 DM gekostet hatte. Ich glaube im Monat hat mein Hobby ihn so 200 - 300 Mark gekostet.

Als ich dann ungefähr elf war, fuhren wir das erste Mal im Urlaub weiter weg. Vorher war dies nicht möglich da er, was ich erst viel später erfahren habe, Schulden abstottern musste, die meine Mutter vor der Scheidung gemacht hatte. Meine Mutter kommt nicht aus Deutschland und so fuhren wir in ihr Heimatland. Sehr zum Missfallen meiner Oma, aber mein Vater sagte immer, der Junge soll auch diese Kultur kennenlernen, wenn seine Mutter schon nicht für ihn da ist. Wir fuhren also jedes Jahr in den Sommerferien dorthin. Nun zu meiner Beichte: Obwohl dieser Mann eigentlich alles für mich gab und mir eine tolle Kindheit ermöglichte, habe ich ihn ständig belogen. Ich glaube es fing damit an, dass ich einmal gesagt habe, ich hätte mein Taschengeld verloren, um mir mehr Süßigkeiten beim Kiosk kaufen zu können. Im Wohnzimmer stand immer eine Schüssel mit Bonbons oder Schokolade und Obst und manchmal aß ich etwas und anstatt das Plastik oder den Rest vom Apfel in den Müll zu schmeißen, schmiss ich die Sachen oft hinters Sofa, welches nah an der Wand stand. Unser Telefon stand auf einer Komode und darüber hing ein Bild. Neben dem Telefon lag ein Notizblock mit Stift und irgendwann find ich an, bei Telefonaten mit Freunden das Bild anzuheben und auf die Tapete dahinter zu kritzeln. In der siebten Klasse fälschte ich seine Unterschrift, als ich einen Tadel bekam, und machte dies weiter, bis ich kurz vorm Rauswurf stand, er zur Schule zitiert wurde und natürlich von nichts wusste. Ich rief mit 14 oder so am Wochenende, wenn er auf Arbeit war bei 0190 Nummern an, und brachte einen Monat eine Rechnung von fast 1.500 DM zustande. Und lauter andere Kleinigkeiten.

Natürlich wurde ich immer erwischt und zur Rede gestellt und meine Standardantwort war immer, dass ich das nicht war und gar nichts davon wüsste. Wie blöd war ich als Kind, wenn man in einem Haushalt mit zwei Personen lebt. Er wollte nichts weiter wissen, als warum ich dies und das gemacht habe, und ich habe ihm dreckig ins Gesicht gelogen. Ich bin dann irgendwann zur Bundeswehr. Nach einigen Monaten wurde ich dann nah an die Heimat versetzt. Ich fuhr aber nicht jeden Tag nach Hause, sondern nach wie vor nur am Wochenende, da es immer noch eine etwas weite Strecke war. Mein Vater hatte im Wohnzimmerschrank immer mehrere Schachteln Zigaretten. Ich nahm mir dann irgendwann ein paar Packungen, nahm den Inhalt heraus und packte die leeren Packungen zurück. Ich rief ihn dann einen Donnerstag an, um ihm zu sagen, dass ich aufgrund von Wachdienst am Wochenende nicht vorbeikomme. Da fragte er mich, ob ich die Zigaretten genommen hätte und warum ich nicht einfach etwas gesagt hatte. Ich hätte doch ohne Probleme welche nehmen können. Dies war das erste Mal, das erste Mal in 19 Jahren, dass ich gleich von Anfang an die Wahrheit gesagt habe. Er bedankte sich dafür, dass ich ihn mal nicht belogen habe.

Das war das letzte Mal, dass ich mit ihm sprach, als ich am nächsten Wochenende nach Hause kam, fand ich meinen Vater tot in der Wohnung vor. Er war zwei Tage vorher verstorben. Heute, mit 32 Jahren, denke ich ziemlich oft daran zurück. Immer mit Tränen in den Augen. Es waren immer grundlose Lügen und ich weiß heute selber nicht mehr, warum ich dies eigentlich gemacht habe. Sicher jedes Kind baut Mist. Ich hatte einen tollen Vater, aber ich hätte dazu noch einen tollen Freund gehabt, nur das habe ich mir, glaube ich, versaut. Meine Beichte ist somit, dass ich meinen Vater, der alles für mich getan hat, von vorne bis hinten grundlos belogen und unser Verhältnis damit extrem gestört habe. Was wohl gewesen wäre, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte, statt jahrelang zu lügen? Ich werde mir selbst nie Absolution geben können, aber ich wollte es mal teilen. Vielleicht liest es ja jemand, der ähnlich drauf ist und es regt ihn zum Nachdenken an.

Beichthaus.com Beichte #00035369 vom 01.04.2015 um 11:18:15 Uhr in Hinterhermsdorf (11 Kommentare).

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Das brennende Puppenhaus

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Dummheit Neugier Kinder

Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, schaute ich immer Zurück in die Zukunft. Und in diesem Film gibt es eine Szene, wo Doc Brown an einem Modell demonstriert, wie er Marty zurück in die Zukunft schicken möchte. Er hat da das Rathaus und die Stadt aus Holz nachgebaut und hatte ein Aufzieh-Auto als Zeitmaschine. Mit einem Schweißgerät hat er den Blitz simuliert - das fand ich richtig toll, da ich wusste, dass mein Vater auch ein Elektroschweißgerät hatte. Als Rathaus nahm ich das große, schöne Puppenhaus meiner Schwester, außerdem schnappte ich mir Papas alte Armbanduhr und kaufte mir einen aufziehbaren Trabi. Dann baute ich noch Laternenpfähle und nahm dünne Lautsprecherkabel. Als ich alles aufgebaut hatte, holte ich das Schweißgerät und klemmte denn Minuspol an die selbst gebaute Laterne. Ich ließ den aufziehbaren Trabi losfahren und wartete, bis er nah genug am Puppenhaus war. Danach klemmte ich den Pluspol vom Schweißgerät an das andere Ende vom Kabel, also oben am Puppenhaus, wo ich die Uhr montiert hatte. Es tat einen lauten Schlag, Funken spritzten, und es gab einen Kurzschluss. Irgendwie muss das Puppenhaus Feuer gefangen haben und ist abgefackelt. Meine Schwester war natürlich am Heulen, ich bekam Hausarrest und Fernsehverbot und musste mit meinem Taschengeld ein neues Puppenhaus kaufen. Heute tut es mir wirklich leid, dass das Puppenhaus in Flammen aufging.

Beichthaus.com Beichte #00035364 vom 31.03.2015 um 12:35:22 Uhr (10 Kommentare).

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Kein Sex mit meiner Freundin

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Verzweiflung Begehrlichkeit Partnerschaft

Ich (m/26) bin seit knapp fünf Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir haben eine gemeinsame Wohnung und ergänzen uns ziemlich gut in vielen Dingen. Nur hat unsere Beziehung ein riesiges Problem - und zwar das Sexualleben. Wir schlafen höchstens drei Mal im Monat miteinander, was dann natürlich auch schnell wieder vorbei ist, wenn man(n) lange Zeit keinen Orgasmus mehr hatte. Ihr fällt es schwer, auf mich zuzugehen, mich anzufassen und mir zu zeigen, dass sie Sex will. So sagt sie es zumindest. Auch viele meiner Versuche endeten negativ, da sie oft Gründe findet, um nicht mit mir zu schlafen. Ich kann leider keine wirklichen Gründe erkennen, wieso sie gerade bei mir nicht aus sich rauskommen kann. Bei ihren Ex-Freunden hat das alles wunderbar geklappt, wie sie mir stolz erzählte. Ich bin keineswegs ein eingebildeter Mann, bin für jeden Spaß zu haben und gehe regelmäßig auch ins Fitnessstudio. Ich selbst habe auch für mein Leben gerne Sex und verwöhne sehr gerne Frauen. Immer wenn ich das Thema anspreche, endet es in einem riesigen Streit, weil ich sie ja unter Druck setze und sie sich so nie überwinden kann. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Sie hat ja auch keine Probleme mit anderen Männern zu flirten, was mich nachdenklich stimmt. Ich bin jeden Tag rattig und würde am Liebsten alles vögeln, was gut aussieht. Ich bitte um Absolution für meinen Trieb und meine unschönen Gedanken.

Beichthaus.com Beichte #00035356 vom 30.03.2015 um 12:38:00 Uhr (25 Kommentare).

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Leben unter dem Hartz-IV-Satz

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Hochmut Ignoranz Zorn Geld Studentenleben Bienenbüttel

Ich verstehe nicht, wie man mit einem Hartz-IV-Satz nicht auskommen soll. Ich bin Studentin und komme dank BAföG und Kindergeld auf gerade mal 430 Euro. Meine Eltern müssten theoretisch noch etwa 400 Euro überweisen, tun sie aber nicht. Abzüglich der Miete (200 Euro) bleiben mir seit 3,5 Jahren noch um die 230 Euro zum Leben. Der Hartz-IV-Satz liegt inzwischen bei 399 Euro, dabei wird aber noch zusätzlich die Miete übernommen! Also quasi das doppelte von mir. Ich komme mit dem Geld ganz gut aus. Klar gehe ich nicht ins Restaurant oder mache Urlaub, aber ich habe ein Smartphone, einen Laptop und so weiter. Und es reicht definitiv für ein normales Sozialleben! Ich verstehe also nicht, wie man als Hartz-IV-Empfänger immer über die Höhe rumjammert! Ich kriege das auch gebacken und beschwere mich nicht die ganze Zeit!


Ich möchte natürlich Rentner, Selbstständige und Angestellte, die trotz Mindestlohn unter Hartz-IV-Niveau leben ausschließen. Auch möchte ich Familien mit Kindern, Behinderte oder Ähnliches nicht kritisieren. Also alle, die eigentlich "nichts dafür können." Ich schreibe übrigens zurzeit meine Bachelorarbeit, bin auf Jobsuche und arbeite spätestens in einem dreiviertel Jahr. Ich werde dann gut und gerne das drei- oder vierfache an Geld verdienen. Natürlich habe ich dann auch mehr Ausgaben wie eine deutlich teurere Wohnung, Erstanschaffungen wie Küche und Auto, aber selbst dann werde ich für meine Verhältnisse richtig "reich" sein.

Beichthaus.com Beichte #00035353 vom 30.03.2015 um 10:19:50 Uhr in Bienenbüttel (20 Kommentare).

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