Wie man Seminare erträglich macht

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Schamlosigkeit Morallosigkeit Drogen Arbeit

Ich (m/20) habe alle ein bis zwei Monate arbeitsbedingte Seminare. Diese sind immer in anderen Städten und immer mit den gleichen Personen von den verschiedenen Niederlassungen der Firma. Anstatt dort etwas zu lernen, nehmen ich und die neuen Freunde, die ich dort kennengelernt haben, immer zusammen ein Zimmer und kiffen und saufen uns regelrecht die Seele aus dem Leib. Irgendwie schäme ich mich aber nicht mal dafür. Mein Gehalt ist sehr miserabel und die Arbeit macht auch ehrlich gesagt keinen Spaß. Und da wir in den Seminaren eh wie Kinder behandelt werden, machen wir uns auch keinen Kopf. Einmal sind wir auch nachts einfach abgehauen und haben uns eine Prostituierte gegönnt.

Beichthaus.com Beichte #00035463 vom 16.04.2015 um 07:47:18 Uhr (6 Kommentare).

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Meine Familie ist kaputt!

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Zorn Aggression Ungerechtigkeit Familie Berlstedt

Ich muss gestehen, dass ich meiner Familie das Leben zur Hölle mache, auch wenn sie es schon so nicht einfach haben. Mein Vater hatte 2000 einen Autounfall, dabei starb sein Bruder, da der Ersatzreifen eines LKWs durch unser Auto flog. Alles hat sich seitdem verändert, mein Vater redet nicht viel und ist auch nicht belastbar, er fängt sofort an zu schreien, wenn irgendwas ist, und zieht sich zurück. Meine Mutter hat damit große Probleme und ist auch Ende letzten Jahres für drei Monate in Kur gegangen. Nun zu mir - ich war seitdem wie ausgewechselt: Ich rede wenig, lächele nie, bin genauso impulsiv und stur wie mein Vater. Wenn ich mit ihm streite, brüllen wir uns durchs ganze Haus an und reden dann zwei Wochen lang nicht miteinander, sodass meine Mutter schon halb am Durchdrehen ist. Sie ist eine Powerfrau, und hat damals mich und meinen Bruder nicht geschnappt und das Weite gesucht, sondern kämpft um die Beziehung zu meinem Dad, welche seit über 40 Jahren besteht, und versucht auch so alles in Ordnung zu bringen. Ich hingegen kann einfach nicht mehr, hasse meinen Vater dafür, dass er uns alle so mental im Stich lässt, wir keine Familiensonntage mehr zusammen verbringen und allgemein nicht an einem Tisch sitzen können, ohne uns anzuschreien. Und ich gebe mir auch keine Mühe mehr, einer Eskalation aus dem Weg zu gehen.


Seit Ende letzten Jahres gehen meine Eltern zu einer Ehetherapie und ich zu einer Verhaltenstherapie. Dazu muss ich sagen, dass ich schwere Depressionen habe, kaum soziale Kontakte besitze und mich generell lieber daheim eingrabe - mit Chips und Laptop im Bett. Ich habe mich lang genug gemüht, die Ehe meiner Eltern stabil zu halten, habe meinen ersten Job gekündigt, um daheim besser "aufpassen" zu können und heimlich Papas Chaos zu beseitigen, damit meine Mum sich nicht aufregt. Und jetzt? Jetzt lasse ich selbst vieles liegen, kümmere mich nicht mehr darum, was mein Vater macht und würde am Liebsten einfach nur ausziehen. Auch meine Stimmungstiefs habe ich seit gut einem Jahr überhaupt nicht mehr unter Kontrolle und kann am Morgen lachen, mittags weinen und abends wütend herumbrüllen. Ich wünschte, ich wäre eine bessere Tochter, nicht so ein kaputtes Seelenwrack, was nichts auf die Reihe bekommt und sich insgeheim wünscht, einfach nie geboren worden zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00035316 vom 24.03.2015 um 13:56:35 Uhr in Berlstedt (15 Kommentare).

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Undank für den Unfallhelfer

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Ignoranz Falschheit Zorn Ungerechtigkeit Auto & Co.

Ich (m/22) bin Auszubildender als Fachkraft im Fahrbetrieb (Busfahrer) in einem überregionalen Unternehmen in Niedersachsen. Außerdem bin ich ausgebildeter Feuerwehrmann, momentan jedoch inaktiv. Am Donnerstag hatte ich Spätschicht und war auf meiner letzten Tour. Die Straße, auf der ich fuhr, war eine Kreisstraße und ging bergauf - jedoch so, dass man noch immer den Verkehr erkennen konnte. Am Ende des Berges war meine Haltestelle. Ein Fahrgast stieg ein und ich setzte den Blinker links und sah auf Höhe der Mitte meines Busses zwei Autos. Der Vordere wollte in die Straße links einbiegen, das Auto dahinter hielt brav an und wartete. Ich rollte ganz langsam nach links - von hinten sah ich dann ein schnelles Fahrzeug ankommen, das mich keinesfalls reinlassen würde. 70 Sachen sind dort erlaubt und ich denke, 60 Sachen muss er mindestens drauf gehabt haben. Ich wusste, er lässt mich nicht rein, daher habe ich gar nicht erst beschleunigt, sondern bin nur ein Stück gerollt. Er hatte weiterhin freie Sicht nach vorne, scherte leicht in die Gegenfahrspur und wollte wohl gekonnt vorbeiziehen, ohne seine Geschwindigkeit zu verlieren und donnerte ungebremst und mit voller Geschwindigkeit in das Auto vor ihm, das eben noch gewartet hatte, da das erste Auto immer noch nicht abgebogen war.


Das Auto, in das der Fahrer krachte, schleuderte knapp 20 Meter weit - fast gegen einen Baum, der Verursacher blieb mitten auf der Straße stehen. Ich rief meinen Fahrgästen zu, sofort zu helfen und rannte zum Verursacher und bereitete mich seelisch auf das Schlimmste vor. Wie durch ein Wunder wurde weder der Verursacher noch die Dame, auf die er aufgefahren war, verletzt. Ich fragte beide drei Mal, ob alles in Ordnung sei und sie einen RTW brauchten. Ich setzte einen Notruf ab, mit der Bitte um die Feuerwehr und die Polizei. Selbst der Disponent in der Leitstelle war nach meiner kurzen Erläuterung erstaunt, dass niemand zu Schaden gekommen war. Ich kümmerte mich um alles - inkl. Absicherung, Warnwesten und so weiter. Keine fünf Minuten später kam die Feuerwehr mit Polizei und sperrte die Straße. Ich habe alle ins Bild gesetzt und beim Aufräumen geholfen, mit dem Bus kam ich eh erst einmal nicht weg. Die Polizei bedankte sich, die Feuerwehr und auch die beiden Unfallbeteiligten bedankten sich ausführlich für meine Fürsorge und die große Hilfe. Jetzt kommt leider der negative Teil der Geschichte: Auch wenn die Polizei mein Verhalten sehr schätzte und ich alles organisierte, muss ich mich wohl auf ein Verwarngeld einstellen. Und das als Unbeteiligter. Der Unfallfahrer hatte in einem ersten Gespräch ausgesagt, ich wäre schroff angefahren und er dachte, ich ziehe komplett raus, ohne auf ihn zu achten. Er hätte ausweichen müssen und keine Schuld daran.


Ich habe die Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass er mit 70 Sachen an mir vorbeigekachelt ist und alles einsehen konnte, da ich ja zu 95 Prozent in der Haltestelle stand. Und davon mal abgesehen: Er hätte mich rausfahren lassen müssen. Die Polizisten wollten das in ihrem Bericht erwähnen und werden weitere Ermittlungen anstellen. Das hat man nun davon! Man hilft und tut alles, um alles gut unter einen Hut zu bringen, und der Verursacher rammt einem das Messer in den Rücken. Und das nur, weil sich keiner an das Gesetz der StVO hält, worin steht: "Fahrzeugteilnehmer haben Omnibussen das Ausfahren zu ermöglichen, nötigenfalls durch Anhalten." Danke Deutschland für deine Gesetze! Wenn sich nur mal welche dran halten würden, geschweige denn es kennen würden. Tut mir leid, das ist keine richtige Beichte, aber lieber rege ich mich hier auf, als dass ich die Polizisten oder sonst jemanden beschimpfe, der gar nichts dafür kann.

Beichthaus.com Beichte #00035256 vom 14.03.2015 um 10:24:38 Uhr (15 Kommentare).

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Ode an Berlin

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Hass Zorn Verzweiflung Vorurteile

Berlin ist oberflächlich, raubt dir deine Zeit, Energie und Geld, möchte deine tiefgründige und unbescholtene Seele klauen, frisst dich auf, lässt dich schneller altern und ruiniert deine Gesundheit! Berlin zieht dich hinab in seinen Abgrund - irgendwann wird jeder hinabgesogen und gefressen, ob äußerlich oder innerlich. Es ist wie ein großes, verwirrendes, opulentes Theaterstück, das einen anfangs in den Bann zieht - und wenn man einmal in dieses Licht schaut, hält es einen wie eine Krake gefangen und man kann nur schwer zurück. Berlin ist ein Antimärchen, eine Krake, die alle Leute, die noch Berlin-Anfänger sind, erst mal fressen will und hinabzieht in Ihren Todesabgrund - oh ja, ich habe das Gefühl, dass mindestens 90 Prozent der Bevölkerung schon in Ihrem Bann sind und mit toten Augen und destruktivem, düsteren Verhalten hier ihr Leben leben. Die anderen 10 Prozent haben noch ihr frisches herzlich naives Strahlen in den Augen, finden alles am Anfang noch frisch und cool, sind geblendet, wollen auch so cool werden wie die, die schon angekommen sind. Doch sie laufen dem vermeintlichen Gold hinterher, was da so glänzt. Es ist wie eine ewige Fata Morgana, man läuft und läuft sich zu Tode und kommt nie an.

Die Devise lautet: Rettet euch, solange ihr noch könnt. Bewahrt euch euren gesunden Menschenverstand und euer Herz, auch wenn er euch provinziell oder kleinkariert vorkommt. Behaltet Eure Skepsis. Denn: Jeder, der hier bleibt, kann nicht mehr ganz dicht sein, nein, muss sogar ein Alien, ein seelenloser Mensch sein. Ich fange mal mit den Ur-Berlinern an: Es sind ganz arme Wesen, die über Generationen in diesem Moloch, mit Kriegen, Besetzung, Smog, Lärm, Verkehr, Gewalt, Armut leben mussten und außer diesem schwarzen Loch nie etwas anderes kennenlernen konnten und wollten. Menschen und deren Kindeskinder, die hier ihren Ursprung haben, sind schon längst leblose, fressende, rauchende, Ekel-Maschinen ohne Sinn für Moral, Glauben, Seele und ein tugendhaftes, gesundes Leben. Ur-Berliner sind durchweg hässliche, degenerierte Wesen. In ihren Augen und ihrem Wesen lässt sich nichts Anmutiges, nichts Göttliches mehr finden. Die meisten sind nur am Rauchen: Wohnt man in einem Berliner Ur-Bezirk, wie z.B. Lichtenberg, dann sieht man die Malochenden zur Arbeit gehen, sie laufen meterweit vor einem, jedoch zieht der Zigarettenrauch, den sie hinter sich herziehen, bis zu einem hin. An Haltestellen, auf Gehwegen, ja selbst in Parks und angrenzenden Wäldern riecht man überall diesen widerlichen Rauch. Ich würde sogar meinen, dass 80 Prozent der Ur-Berliner nicht studiert haben und malochenden Arbeiten wie Handwerken, Call-Center nachgehen. Mit ihren widerlichen Handwerker-Montage-Autos rasen sie dann durch die Straßen und tragen noch mehr zur Luftverpestung bei: im Auto rauchen Sie dann noch, fressen in der Mittagspause irgendwo Fleisch aus Massentierhaltung und scheißen dann in eine Ihrer ToiToi Toiletten ihren Schweine-Dünnschiss.

Die Unterschicht ist bei den Ur-Berliner enorm weit verbreitet, denn alle anderen Ur-Berliner, die studiert haben oder einem schönen sinnvollen Leben nachgehen, sind entweder weggezogen, nach Brandenburg oder ganz woanders. Oft kommt die Berliner Oberschicht aus so Bezirken wie Charlottenburg, Wilmersdorf, Pankow. Aber studiert und wohlhabend heißt in Berlin noch lange nicht gesunden Menschenverstand haben oder humorvoll-intelligent zu sein, sondern spießig und arrogant. Es gibt hier einfach so wenig Menschen mit Herz, Verstand und dem Sinn für ein tugendhaftes, tiefgründiges Leben. Habe hier noch nie einen getroffen. Und nun zu den Zugezogenen: Ich habe das Gefühl, dass Berlin eine Stadt ist, die besonders psychopathisch und unsoziale, selbstbezogen Veranlagte anzieht. Egal welche Strömung, ob Eso, Yoga, Vegan, HipHop, Links, Rechts, Yuppie, Alternativ - egal was, die meisten dieser Vertreter sind menschlich ganz arme Säue, die meinen, dass wenn sie nach Berlin gehen, in ihrer Heimatstadt etwas mehr Ansehen von den Zurückgebliebenen zu bekommen. Es sind meistens die, die in Ihren Heimatstädten menschlich nichts reißen konnte, die sich nun von Berlin einen besonderen Status, eine goldene Veredelung erhoffen. Die denken, dass sie allein, weil sie es nach Berlin geschafft haben, nun bessere, beliebtere Menschen sind. Es sind immer die gleichen nervigen Menschen, die sich etwas beweisen müssen, die den Boden unter den Füßen verloren haben, die eigentlich keine Freunde haben und die etwas Besonderes darstellen müssen. Deshalb kann man als normaler Mensch hier keine richtigen Freunde fürs Leben finden, weil alles Soziopathen sind, alles nur Extreme! Mensch! Eigentlich extrem uncool und daraus resultierend trifft man dann auf extrem Intellektuelle, Linke, Ökos, Eso, Gender, Queer, Hipster - aber alles immer diese Extreme! Es gibt wenige wirkliche Querdenker, Humoristen und Herzensmenschen! Alles nur Fake in Berlin. Alles nur unwesentliche Kacke.


Tja, Berlin! Arm wird man hier auch ganz schnell, die steigenden Mieten, widerwärtige Provisionen, Kautionen, die man nie wieder sieht, Betrüger, Parkplatzkosten, Benzin, Stau, irgendwelche Car2Go-Anbieter, die alle Abzocker sind, dann die hohen Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel, und so weiter. Wirkliche Natur gibt es hier nicht. Selbst im abgelegensten Park der Stadt hört man noch die Autobahnen und den Lärm, es gibt kaum einen Flecken Natur, an dem man mal ganz für sich sein und entspannen kann, überall Pack und Gesindel mit ihren Dreckskötern! Müll und Hundescheiße! Der Verkehr müsste eigentlich jeden irgendwann mal krankmachen. Hauptverkehrsstraßen, die einem vom Geräuschpegel vorkommen wie Autobahnen, mit Abgasen - sagenhaft. Berlin ist eine einzige Autobahn voller Idioten. Die Zeit, die verloren geht, wenn man von A nach B kommen will, um nur mal eine Freundin zu besuchen. Sagenhaft. Denn nicht jeder hat mehr das Glück, zu seinen Freunden in den Kiez zu ziehen. Überhaupt sind alle Freunde so weit verstreut in der Stadt, dass sie manchmal so unerreichbar erscheinen! Von wegen mal kurz um die Ecke auf ein Bier. Hier muss man ganze Weltreisen unternehmen, nur um ein bisschen menschliche Wärme zu bekommen. Und die überfüllten Öffentlichen sind schlimmer als im KZ. Eine Zumutung sondergleichen. Das alles nagt an der Seele und dem körperlichen Wohlbefinden.

Ich muss Berlin ganz schleunigst verlassen: Denn ein wirklich gutes Leben bedeutet: einen Kiez, mit Freunden gleich um die Ecke, die ich auch mal mit dem Fahrrad schnell erreichen kann. So wenig Begegnung mit Verkehr, Autos und Lärm wie möglich, jederzeit Zugang zur schönsten Natur mit frischer Luft. Kürzeste Wege zu Bib, Uni, Arbeit und Co. Bezahlbare Altbauwohnungen mit Balkon, Stuck, Parkett und Badewanne in schöner Gegend. Weniger Kulturangebot, dafür qualitativer und nicht immer ständig die Qual der Wahl zu haben - das macht einen ganz verrückt, überfordert gesunde menschliche Seelen in jedem Fall. Und wenn es dann doch mal eine Ausstellung, ein Konzert oder eine Veranstaltung geben sollte, die ich in einer kleineren Stadt nicht habe, na dann fahre ich halt mal nach Berlin. Und ganz ehrlich! Die coolsten Partys habe ich bis jetzt nicht im drogenverseuchten, seelenlosen, egozentrischen Berlin, sondern in meiner kleinen Geburtsstadt erlebt. Denn die Qualität liegt oft im Kleinen, unscheinbaren, nicht im aufgemotzten.

Beichthaus.com Beichte #00035143 vom 24.02.2015 um 19:36:32 Uhr (24 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der feministische Höhlentroll

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Zorn Hass Gesellschaft

Ich (m/25) habe eine Freundin, die - ich drücke es jetzt mal vorsichtig aus - nicht den typischen Idealen einer Frau entspricht. Sie ist nicht hochgewachsen, hat nicht die Maße 90-60-90 und sieht nicht aus wie frisch aus dem Katalog entsprungen. Sie ist 1,65m groß, hat "etwas mehr auf den Hüften" und geht ohne Make-up aus dem Haus. Das ist allerdings überhaupt nicht der Grund meiner Beichte, denn ich liebe diese Frau abgöttisch, ich verehre sie quasi - habe sie mit 16 Jahren kennengelernt und teile mit ihr mehr Gemeinsamkeiten als mit meinen Kumpels. Im Grunde genommen kann man sagen, dass sie meine Freundin und mein bester Freund in einer Person ist. Wir verbringen verregnete Wochenenden auf der Couch und zocken von morgens bis abends, stopfen uns dabei mit Süßigkeiten voll und hören dabei komplette Diskografien mehrerer Metalbands auf einmal durch. Wir sind quasi Seelenverwandte, die sich auf ihrem Weg durchs Leben gesucht und gefunden haben.

Allerdings gibt es ein Ding, das mich stört: In meiner Heimatstadt scheint sich vor mehreren Monaten eine Art Hochburg des modernen Feminismus gebildet zu haben. Und wir alle wissen ja, was dieser uns eintrichtern will: Männer sind nur sexistische und schwanzgesteuerte Schweine, die nur auf eine schnelle Nummer aus sind und die Frauen sind das unterdrückte schwache Geschlecht, das sich von niemandem etwas eintrichtern lassen soll. Manchmal kommt es vor, dass wir an einem Abend nicht daheim essen, sondern uns dazu entscheiden, auszugehen. Also richten wir uns her, jeder auf seine Art und Weise, zwar schlicht aber dennoch stilvoll. Letztens ist es allerdings vorgekommen, dass wir in einem Restaurant saßen und dort unser Mahl verspeist haben, als sich plötzlich eine Gruppe Hardcore-Feministinnen in den Raum gesellten. Sie alle trugen Shirts mit Aufdrucken wie "Ich bade in den Tränen der Männer", "Starke Frauen an die Macht!" oder das allseits bekannte "This is what a feminist looks like". Ja, meinen herzlichen Glückwunsch, wenn eine stolze Feministin so aussieht, als hätte sie im Ringkrieg die Katapulte nach Minas Tirith gezogen. Ich übertreibe hier wirklich nicht, sie alle erfüllten das Klischee der frustrierten Feministen-Kuh, die ihre Tage hat oder sauer darüber ist, dass sie keinen abkriegt.

Nach einigen Minuten ging es dann auch schon los, als sie lauthals darüber redeten, was Männer doch für Schweine sind und eine der Frauen guckte immer wieder zu mir und meiner Freundin rüber. Für uns driftete die Situation schon langsam in eine Art Fremdschämen ab, und als einer der Kellner die Damen höflich und zuvorkommend darum bat, die Lautstärke etwas zu dämpfen, wurde er nur wüst beschimpft und ausgelacht. Mehrere Personen hatten den Laden schon verlassen, da die Frauen sich wie die letzten Vollidioten aufführten. Plötzlich erhob sich eine der Frauen, stapfte auf unseren Tisch zu, krallte sich in meine Schulter und sprach meine Freundin an, dass sie stolz darauf ist, dass sie sich als starke und unabhängige Frau nicht dazu überreden ließ, einen auf hübsch oder unnatürlich zu machen, um mich zu bekommen. Meine Freundin war vollkommen sprachlos und wir guckten uns dementsprechend verwundert an. Da ich ohnehin schon von ihr und ihren Artgenossinnen genervt war, löste ich mich aus ihrem Griff und fragte sie, ob sie ein Problem mit mir hätte, da ich ihr nichts getan habe. Sofort änderte sich ihre Stimmung und sie begann mich zu beschimpfen, was mir einfalle, so mit ihr zu reden und dass sie sich so etwas nicht bieten lassen müsse. Ich sei doch ohnehin nur ein schwanzgesteuerter Depp, der seine Freundin nur ausnutzt und vermutlich hinter ihrem Rücken mit einer viel heißeren Frau betrügen würde. Dabei schlug mir ein Atem entgegen, dass sich meine Zehennägel hochrollten.

Irgendwann merkte ich, dass es meiner Freundin ziemlich unbehaglich wurde, so im Mittelpunkt zu stehen - der ganze Raum hatte seine Augen auf uns gerichtet - und auch mir wurde es zu bunt, sodass ich aufsprang, die Frau wegschubste, mein Glas Wasser nahm und es auf sie schüttete. Anschließend keifte ich sie an, dass sie gefälligst ihr ungewaschenes und stinkendes Maul halten und sich wieder zu den anderen fetten Kühen gesellen solle, die sich selbst als unbeugsame Frauen bezeichnen. Zuerst schnappte sie nach Atem und warf mir dann an den Kopf, was ich doch nur für ein dummes Mannsbild sei und ich der Beweis dafür sei, dass alle Männer gleich sind und die Frauen nur anschnauzen, belügen und verletzen. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einem hitzigen Wortgefecht tauchte der (scheinbar) Besitzer des Restaurants auf und erkundigte sich nach der Situation. Ich erklärte ihm die Lage und gab an, dass diese Frau sehr aufdringlich zu mir und meiner Freundin war. Der Mann entschuldigte sich vielmals bei uns und nach mehreren Zustimmungen seitens der anderen Gäste wurden die "netten Damen" gebeten, das Lokal zu verlassen.

Da war der Stolz der Feministinnen scheinbar dahin, denn sie alle trollten sich im Gänsemarsch aus dem Lokal und der Besitzer entschuldigte sich nochmals tausendfach bei uns. Seit diesem Abend scheint meine Freundin allerdings unglücklich mit ihrem Aussehen zu sein und scheint sich wirklich Gedanken darüber zu machen, ob ich sie wirklich für eine Andere verlassen würde. Ich habe ihr schon oft erklärt, dass dies nicht der Fall ist, da wir erstens schon fast zehn Jahre eine Beziehung führen - was in unserem Alter ohnehin schon an eine Meisterleistung grenzt - und ich keine Bessere finden werde als sie. All das ist nur passiert, weil sich uns irgendein dahergelaufener Höhlentroll mit mehr Haaren im Gesicht als ich am Sack habe unnötig aufgedrängt hat und meiner Freundin solch starke Gewissensbisse bereitet, dass ich manchmal echt nicht weiß, wie ich ihr deutlich machen soll, dass ich sie genauso liebe, wie sie ist. Auch habe ich seit diesem Abend einen abgrundtiefen Hass für Hardcore-Feministinnen. Ich bitte um Absolution für meinen Hass.

Beichthaus.com Beichte #00035093 vom 16.02.2015 um 00:04:55 Uhr (22 Kommentare).

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