Meine Freundin mit Depressionen

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Selbstverletzung Engherzigkeit Verzweiflung Partnerschaft

Meine Freundin (23) und ich (25) sind nun seit fast drei Jahren zusammen. Leider ist es mit ihr nicht immer einfach. Sie ist psychisch krank, was sich durch heftige Schübe von Depressionen und Magersucht äußert. In den guten Zeiten nimmt sie zu, ist fröhlich, schafft ihr Pensum an der Uni und geht aus. Aber wenn die schlechten Zeiten kommen, wird es zu einer fast unerträglichen Tortur, mit ihr zusammen zu sein. Dann beißt sie sich an mir fest, klebt quasi an mir wie ein siamesischer Zwilling, vermutet hinter allem etwas Böses und ist sogar sauer, wenn ich zur Arbeit gehe. In diesen Zeiten ist sie wie ein anderer Mensch. Kaum noch fähig, eine vernünftige Unterhaltung zu führen. Quasi völlig bestimmt von ihrer Krankheit. Sie hungert sich die Kilos runter, die sie gerade erst mühselig zugenommen hat, und glaubt anscheinend wirklich, dass ich ihr noch abkaufe, dass sie vorher schon gegessen hat, wenn wir uns sehen. Tag und Nacht muss ich dann bei ihr sein, weil sie das einerseits so will und sonst ständig anrufen und weinen würde und weil ich mir andererseits extreme Sorgen mache, dass ihr etwas passiert.

Aber ehrlich gesagt kann ich nicht mehr. Ich ertrage es nicht mehr, zuzusehen, wie sie sich selbst hasst und zerstört. Ich ertrage es nicht mehr, jeden Tag befürchten zu müssen, dass es ihr wieder schlechter geht, oder dass sie sich etwas angetan hat. Ich ertrage es nicht mehr, ihr über den Körper zu streicheln und jeden einzelnen Knochen und die dicken Narben zu spüren. Jedes Mal, wenn ich sie in die Klinik bringen muss, bin ich fast erleichtert, dass ich mal ein bisschen Ruhe habe. Vielleicht ist es herzlos und vielleicht bin ich ein riesiges Arschloch, aber ich kann und will mir das nicht mehr antun. Ich sehe quasi, wie sie tagtäglich ein bisschen mehr stirbt und das belastet mich mittlerweile so sehr, dass ich selbst in psychologischer Behandlung bin. Momentan ist sie wieder in der Klinik. Dieses Mal ist es sogar so schlimm, dass die sie zwangsernähren mussten. Ich bin gestern fast zusammengebrochen, als sie mich zum hundertsten Mal angebettelt hat, sie wieder mit nach Hause zu nehmen. Ich werde sie verlassen und hoffe, es ist ein halbwegs guter Zeitpunkt, da sie dort ja permanent unter Beobachtung steht und psychologisch betreut wird. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032036 vom 10.10.2013 um 23:13:27 Uhr (31 Kommentare).

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Mein undankbarer Freund

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Dummheit Zorn Verzweiflung Feigheit Partnerschaft Münster

Ich bin mit einem Mann zusammen, bei dem ich schon länger den Eindruck habe, dass er von mir genervt ist und nur darauf wartet, dass ich Schluss mache. Statt auf mein Gefühl zu hören, denke ich mir jedoch immer wieder: "Quatsch, das bildest du dir nur ein". Aber heute war mal wieder so eine Situation. Er war die letzten zwei Tage im Krankenhaus und ich habe mich natürlich um ihn gekümmert. Heute kam dann die freudige Nachricht, dass ich ihn abholen kann - er wirkte auf mich auch so, als ginge es ihm gut. Wer herzhaft über das TV-Programm lacht und zuvor schon fleißig virtuelle Aliens abgeknallt hat, dem scheint es so übel nicht zu gehen. Also legte ich mich zu ihm ins Bett, weil ich mich so freute, ihn wieder bei mir zu haben und kuschelte mich an ihn. Als er dann nicht reagierte und nur die Arme verschränkte, erkundigte ich mich dann tatsächlich, ob er mich nicht mal in den Arm nehmen wolle, weil ich mir solche Sorgen um ihn gemacht hätte. Das hat er natürlich nicht gemacht. Gott - muss das schrecklich sein, mit Freundinnen, die sich immer anbiedern. Die armen Männer. Später wollte der Herr dann schlafen, aber ich habe das offensichtlich nicht schnell genug verstanden und mich erdreistet, nach der zweiten fadenscheinigen Andeutung noch dort zu sitzen und unverständlich zu schauen.

Prompt kam ein Rüffel, der sich gewaschen hatte - was er wolle, warum es ärgerlich sei und dass er diesen Stress nicht haben kann. Warum ich ihn so in Verlegenheit bringe und nicht einfach verstehe, was er meint. Ich solle dann doch bitte meiner Wege gehen. Man darf sich das also vorstellen, wie bei dem Opa auf dem Bauernhof. Wenn der Hund gerufen wurde, hatte er gefälligst zur Stelle zu sein - aber wenn Hasso dann mal wieder im Weg rumsteht, bekommt er einen Tritt. Nur, damit mich niemand falsch versteht - ich habe mich natürlich nicht nur um ihn gekümmert, damit er später nett zu mir ist. In einer Beziehung steht man seinem Partner schließlich bei, wenn er krank ist, ich hatte nur nicht erwartet, dass er so undankbar wäre. Ich meine, wenn mir jemand sechs Stunden lang Kotztüten hinhalten würde, dreimal am Tag ins Krankenhaus kommt, weil ich dieses oder jenes brauche - dann fiele mir nicht im Traum ein, dieser Person gegenüber dann kalt und abweisend zu sein. Und mich als Krönung auch noch rotzfrech zu verhalten. Jetzt schläft er, wahrscheinlich aber nicht sonderlich gut - vermutlich werde ich mir morgen anhören dürfen, was ich mir dabei gedacht habe. Und ich? Tja, ich sitze hier und nippe an einem Glas Wein, statt einfach mal den Mut aufzubringen, um mit ihm Schluss zu machen, weil solche Sachen immer häufiger vorkommen. Herr, wirf Hirn vom Himmel - oder zumindest den Mumm, den ich brauche.

Beichthaus.com Beichte #00032033 vom 12.10.2013 um 01:30:08 Uhr in 48155 Münster (Kesslerweg) (19 Kommentare).

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Meine Sehnsucht nach einem langweiligen Leben

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Neid Verzweiflung Eitelkeit Burkau

Ich habe eine gut bezahlte Arbeit bei einer ganz bekannten Firma und lege viel Wert auf mein Äußeres. Ich schminke mich jeden Morgen sehr ausgiebig, mache mir die Haare, gehe zur Maniküre, trage stylische Klamotten, wohne in einem schicken Loft und kann mir finanziell einiges leisten. Doch das ist alles nur eine oberflächliche Fassade, denn kaum komme ich abends nach Hause, bin ich einsam. Ohne Make-up und den ganzen Kram sehe ich nicht einmal wirklich hübsch aus - richtige Freunde habe ich keine und shoppen macht mich nicht zwangsläufig glücklich. Ich kann zwar Karriere machen, Geld verdienen, ab und an mal irgendwelche Typen für eine Nacht abgreifen oder auch in fremde Länder verreisen, wenn ich es will, aber das ist nicht die Erfüllung des Lebens. Letzte Woche traf ich eine ehemalige Klassenkameradin von mir wieder - sie hat zwei Kinder, ist verheiratet und arbeitet halbtags als Verkäuferin. Und ausgerechnet sie sagte mir, sie beneide mich um meine Freiheit, meinen Luxus, dass ich so viel geschafft habe. Ich hätte am liebsten losgeheult und ihr die Wahrheit erzählt, dass genau ich es bin, die sich nach Familie und Liebe, nach einer stabilen Beziehung sehnt. Nach dem normalen Leben, ohne ständig eine Fassade aufrechterhalten zu müssen. Vielleicht sollte ich mit meiner Klassenkameradin mal eine Woche die Rollen tauschen, ob wir dann beide glücklicher wären?

Beichthaus.com Beichte #00032029 vom 10.10.2013 um 13:01:57 Uhr in Burkau (22 Kommentare).

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Der furchtbare Name meiner Tochter

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Lügen Falschheit Verzweiflung Kinder Mörlenbach

Der furchtbare Name meiner Tochter
Ich (m/34) beichte, dass ich meine zurzeit im siebten Monat schwangere Frau anlügen werde, um unsere ungeborene Tochter vor Leid zu bewahren. Und zwar will sie unsere Tochter unbedingt und um jeden Preis Anaïs nennen und ist nicht davon abzubringen. Ich habe alles versucht. Fairerweise muss ich anmerken, dass ich den Namen hätte aussuchen dürfen, wenn es ein Junge gewesen wäre, das hatten wir vor der Geschlechtsverkündung abgemacht. Klar, abgemacht ist abgemacht, das ist nur fair, aber ich konnte ja auch nicht ahnen, dass meine Frau so einen bekloppten Namen aussuchen würde! Sie hat ansonsten eigentlich einen guten Geschmack. Ich fühle mich verpflichtet, zum Wohle meiner Tochter einzuschreiten und gegen dieses grausame Vorhaben vorzugehen, egal mit welchen Mitteln. Daher habe ich überlegt, meiner Frau zu erzählen, dass meine Exfreundin Anaïs heißt und ich beim Klang dieses Namens immer an sie denken muss. Ich werde so tun, als sei das ein sehr sensibles Thema und als sei das der Grund, warum ich ihr nicht vorher davon erzählen wollte. Meine Frau ist sehr eifersüchtig, ich denke das wird klappen, so wie ich sie kenne. Es tut mir wirklich Leid wegen dieser Lüge, aber meine Tochter wird nicht Anaïs heißen!

Beichthaus.com Beichte #00032024 vom 09.10.2013 um 15:15:30 Uhr in Mörlenbach (95 Kommentare).

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Keine Eier in der Hose

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Verzweiflung Neid Begehrlichkeit Schule Ingolstadt-Zuchering

Das Ganze begann vor einem Jahr. Die Klassen meiner Stufe wurden gesplittet und bei dieser Gelegenheit wurde ich von einem Lehrer neben ein Mädchen gesetzt, das ich bis dahin nur vom Sehen kannte. Wie das so ist, kamen wir schnell ins Gespräch und haben uns echt gut verstanden, was heute im Übrigen immer noch so ist. Irgendwann machte sie dann mit ihrem Freund Schluss, was dazu führte, dass wir uns noch besser verstanden. Ich entwickelte Gefühle für sie, aber irgendwie habe ich mich zu doof angestellt und aus einer Beziehung wurde nichts. Bis sie dann wieder mit ihrem Ex zusammenkam. Dann dachte ich mir, dass es ja auch egal sei, schließlich gibt es noch andere hübsche Mädchen. Ich lernte auch recht schnell jemanden kennen, mit dem ich dann auch zusammenkam. Als dann aber die Abschlussklausuren vor der Tür standen, habe ich wieder mit meiner Sitznachbarin gelernt. Wobei man es nicht wirklich lernen nennen konnte. Wir haben die ganze Zeit rumgealbert und, wie ich Idiot eben bin, habe ich auch recht schnell wieder mehr für sie empfunden. Da es in meiner Beziehung auch mehr schlecht als recht lief, habe ich das Ganze nach zwei Monaten wieder beendet. Sie ist immer noch mit diesem Kerl zusammen, während ich alleine dastehe. Ich beichte also, dass ich keine Eier in der Hose habe, um ihr zu sagen, was ich für sie empfinde.

Beichthaus.com Beichte #00032021 vom 09.10.2013 um 18:57:33 Uhr in Ingolstadt-Zuchering (5 Kommentare).

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