Die nervige Familie in der Bahn

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Zorn Engherzigkeit Vorurteile Bahn & Co.

Gestern in der S-Bahn war es auf dem Heimweg mal wieder brechend voll. Das Highlight im Quetsch-Chaos war eine äußerst unangenehme Familie mit Kleinkind, das sicher noch keine zwei Jahre alt war. Vom Aussehen der Mutter hätte ich auf Russen getippt, aber die Sprache, in der sie sich lautstark unterhalten bzw. angeschrien haben, klang eher nach Rumänien oder Ähnlichem. Jedenfalls haben sie dem Kind, um es ruhig zu stellen, ein Tablet in die Hand gedrückt. Welche pädagogisch wertvollen Maßnahmen sie für ihr Kind ergreifen, ist mir eigentlich völlig egal. Aber die Belästigung, weil die Lautstärke für das Kind ja voll aufgedreht sein muss, ging mir sehr auf die Nerven. Die keifende Mutter war zufrieden, weil das Kind still war, dem (unbeteiligt wirkenden) Vater war es egal, der trank in Ruhe sein Bier. Je weiter die S-Bahn Richtung Endhaltestelle fuhr, desto leerer wurde sie. Kurz vor Ende sah ich, dass zwei Bahn-Polizisten nur drei Meter neben uns standen und sich offensichtlich nicht um das Verhalten der "netten" Familie scherte. Wenigstens der Sauferei des Mannes hätten sie Einhalt gebieten können, aber sie sagen nichts - zunächst. Dann entschieden sie sich zu einer Fahrkartenkontrolle und - es lebe das Klischee - die Familie konnte keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Mutter bezahlte die Strafe bar, Vater gab seine Personalien an. Ich konnte meine Schadenfreude kaum verbergen. Das ist auch meine Beichte hier: Ich habe mich über das Pech der Leute gefreut, weil sie mir auf die Nerven gingen. Ich glaube jedoch, dass das eher arme Leute waren, denen die Geldstrafe sicher sehr wehtut.

Beichthaus.com Beichte #00035228 vom 10.03.2015 um 09:45:13 Uhr (8 Kommentare).

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Behinderte in Bus und Bahn

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Zorn Engherzigkeit Aggression Selbstsucht Bahn & Co.

Meine Mutter hatte heute Geburtstag und ich musste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihr fahren. Aufgrund von Überstunden, Aufräumen und Kuchenbacken war ich eh schon gestresst und kam eher kurz vor knapp zum Bus. Dort angekommen stellte ich fest, dass dieser wieder einmal ein paar Minuten Verspätung hatte, sodass es mit der U-Bahn knapp wurde, auf der Fahrt sah es jedoch so aus, als würde ich diese jedoch noch schaffen können. An der Station, vor der ich hinaus musste, sah ich eine Rollstuhlfahrerin. Selbstverständlich wollte diese genau mit meinem Bus fahren und der Busfahrer musste aussteigen, die Rampe nach draußen legen und anschließend wieder verstauen. Die ganze Prozedur dauerte ungefähr eine Minute. Am Bahnhof angekommen legte ich dann einen riesigen Sprint ein, nur dafür, dass mir die Bahn genau vor der Nase wegfuhr. Da ich dann erneut fünf Minuten warten musste, und so meine Anschluss-S-Bahn um eine Minute verpasste, wartete ich erneut zwanzig Minuten am Hauptbahnhof.


Wenn es nach mir gehen würde, hätte der Bus die Behinderte gar nicht mitnehmen sollen. Es ist für mich nicht verständlich, wie es integrativ und gleichberechtigt sein soll, den Fahrplan flexibel nach den Bedürfnissen von Behinderten zu richten. Wenn ich die Bahntüre für meine Freundin aufhalte, kann ich - zu Recht - mit einem saftigen Bußgeld rechnen. Genau genommen ist das genau das Gleiche. Ich habe die komplette Fahrt über mit dem Gedanken gespielt, die Behinderte das nächste Mal aus dem Bus zu treten und ihr ihren Rollstuhl hinterherzuschmeißen. Das Schlimme daran ist, dass ich mich normal darüber aufrege, wenn alten Omas nicht geholfen wird oder niemand für Behinderte in der S-Bahn aufsteht. Diese Gedanken zeigen mir bloß wieder, wie egoistisch ich doch bin, wenn mich selbst so eine Situation negativ betrifft. Ich würde trotzdem niemals mit dem Gedanken spielen, tatsächlich verbal oder körperlich aggressiv gegenüber hilfsbedürftigen Gruppen zu werden. Auch wenn ich mir meinem boshaften Denken bewusst bin, würde ich die Behinderte trotzdem immer wieder stehen lassen, wenn ich der Busfahrer wäre. Schließlich gibt es viel mehr Menschen im Bus, die durch sie in Mitleidenschaft gezogen werden - auch wenn diese keinen gesonderten Hilfsbedarf haben!

Beichthaus.com Beichte #00035215 vom 07.03.2015 um 17:03:27 Uhr (14 Kommentare).

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Erziehungseffekt bei Schwarzfahrern

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Boshaftigkeit Schamlosigkeit Maßlosigkeit Arbeit Bahn & Co. Dirmstein

Ich (m/36) bin seit vielen Jahren Fahrkartenkontrolleur im Saarland. Vorwiegend bin ich in Bussen unterwegs und kann von mir behaupten einige notwendige Skills zu besitzen, die man als Kontrolleur so braucht. Wenn ich mit meinem Kollegen "auf Streife" bin, ziehen wir konsequent durch. Normalerweise kontrolliert einer von vorne und der Andere von hinten rum, um so effizienter sein zu können. Ich aber halte mich nicht an die dämlichen Regeln der Verkehrsgesellschaft. Meiner Meinung nach ist es klüger, wenn einer die Ausgänge bewacht und einer allein die Kontrollen macht. Oft kommt es vor, dass irgendwelche Halbstarken meinen, am nächsten Haltepunkt das Weite suchen zu müssen. Durch das Bewachen der Ausgänge wird genau dem entgegengesetzt. Sollte es so jemanden geben, schreit mein Kollege ihn aufs Härteste an. Es ist immer wieder amüsant, in die Blicke der verängstigten Teenager zu schauen. Selbstverständlich versucht mein Kollege, so persönlich wie möglich zu werden. Erst vor Kurzem hat sich mein Genosse über die Sommersprossen eines Pubertierenden lustig gemacht. Nicht nett, aber das wird hoffentlich Wirkung gezeigt haben.


Auch eine Masche von mir ist es, die Schwarzfahrer bloßzustellen. Jedem Schwarzfahrer erzähle ich eine dreiminütige Predigt in einer Lautstärke, die jeder im Bus mitbekommt. Für mich hat das eine Art Erziehungseffekt, wenn der Schwarzfahrer rot anläuft. Ich versuche dabei den Schwarzfahrer so sehr es geht zu demütigen. Mein Motto lautet: Nur gedemütigte Schwarzfahrer lernen die Lektion. Hautfarbe, Religion, Alter oder Weltanschauung spielen für mich keine Rolle, auch wenn ich zugeben muss, dass doch überwiegend Ausländer schwarzfahren. So kann ich immerhin behaupten, kein Rassist zu sein. Mein größter Traum ist es, die Zahl der Schwarzfahrer auf das nicht Messbare herunter zu drücken, damit Recht und Ordnung überhandnehmen. Vielleicht liest der eine oder andere Kontrolleur mit und kann sich so ein paar Inspirationen holen. Ich beichte hiermit offiziell, Schwarzfahrer fertigzumachen, verweise aber wiederholt auf den Erziehungseffekt.

Beichthaus.com Beichte #00035123 vom 20.02.2015 um 20:13:47 Uhr in Dirmstein (47 Kommentare).

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Behinderte Kinder in der U-Bahn

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Zorn Hass Bahn & Co. Gesellschaft

Ich (m/20) war mit meiner Oma unterwegs, die Alzheimer in einem fortgeschrittenen Stadium hat und nicht mehr viel mitbekommt. Sie wird bald 85 und sitzt jetzt seit einigen Monaten im Rollstuhl. In der U-Bahn waren zwei ca. 14-Jährige Jugendliche und machten sich über […]
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Beichthaus.com Beichte #00035088 vom 15.02.2015 um 18:59:24 Uhr (25 Kommentare).

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Schwarzfahrer mit Reuegefühlen

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Geiz Morallosigkeit Bahn & Co.

Ich bin in den letzten Jahren immer wieder absichtlich schwarzgefahren. Ich wurde auch ein paar Mal erwischt und habe dann immer meine Strafe gezahlt, aber trotzdem habe ich insgesamt einige Euros gespart. Schon irgendwie asozial von mir. Ich habe mir gedacht: "Immer noch billiger als jedes Mal eine Karte zu kaufen." Dabei habe ich eigentlich keine Geldprobleme und könnte mir eine Karte ohne Probleme leisten. In letzter Zeit habe ich immer wieder ein schlechtes Gewissen gehabt. Mir ist klar, dass ich mich im Grunde auf Kosten der Gesellschaft bereichere. Ich möchte in Zukunft nicht mehr schwarzfahren und hoffe, dass mich mein schlechtes Gewissen nicht mehr plagen wird. Ich bin sonst kein schlechter Mensch und bereichere mich eigentlich auch nicht auf Kosten anderer.

Beichthaus.com Beichte #00035042 vom 08.02.2015 um 11:30:13 Uhr (4 Kommentare).

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